Profilbild von MissDaisy

MissDaisy

Lesejury Star
offline

MissDaisy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MissDaisy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2023

Unter jedem Dach ein Ach

Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum
0

Silvester, zwei Feten – eine der Erwachsenen, eine der Teenager-Töchter. Beide entgleisen auf ihre eigene Art. Und dann verschwindet eine der Töchter. Was ist geschehen? Die Freundschaften werden auf eine ...

Silvester, zwei Feten – eine der Erwachsenen, eine der Teenager-Töchter. Beide entgleisen auf ihre eigene Art. Und dann verschwindet eine der Töchter. Was ist geschehen? Die Freundschaften werden auf eine harte Probe gestellt.

Tja. Nun. Was soll ich sagen? So wirklich spannend war das jetzt nicht. Die Überraschungen sind an den Haaren herbeigezogen und ein paar der Wendungen erwartet man sehr früh. Aber die Auflösung, das Ende, nein, das hat so gar nichts herausgerissen, sondern eher noch eins draufgegeben, dass dieses Buch eine starke Herausforderung an den Leser ist: in Sachen Geduld und Toleranz.

Mir war tatsächlich nicht eine der Figuren sympathisch. Das macht es dann noch schwieriger, die Story irgendwie zu mögen. Es wimmelt hier von Angebern und Zicken, von Angsthasen und Blendern, von Falschheit und Lügen, von allem, was ich nicht mag. Von Anfang bis Ende lügt eine Familie die andere an, lügen sich Ehepartner gegenseitig an, leben alle nebeneinander her und tun so, als seien sie die allerbesten Freunde und nix stimmt. Falschheit ohne Ende und das mag ich absolut nicht. Meine Mutter sagte immer: „Unter jedem Dach ein Ach!“. Das wird hier extrem deutlich immer wieder dargelegt, sodass man irgendwann rufen möchte: jahaaaa, ich hab’s ja kapiert!

Man beobachtet alles, man lässt sich das alles aus diversen Perspektiven erzählen und hört so einiges auch gern mal mehrfach. Diese Perspektivwechsel sind leider nicht so konstruktiv, wie das die Autorin wohl dachte, sondern eher anstrengend und verwirrend.

Da ich mich wirklich frage, warum ich den Roman nicht einfach nach der Hälfte abgebrochen habe, weil ich da schon genug hatte, sondern so dumm war, mich bis ans Ende zu quälen, kann ich nicht mehr als zwei Sterne geben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.02.2023

Saisonal kochen – nicht nur mit der eigenen Ernte!

Homefarming: Das Kochbuch
0

Schon vom Vorgängerbuch „Homefarming“ war und bin ich begeistert. Dass Judith Rakers nun noch weiter ins Detail geht, Tipps für Anbau und Ernte gibt und noch dazu vier Interviews mit Sterneköchen, einer ...

Schon vom Vorgängerbuch „Homefarming“ war und bin ich begeistert. Dass Judith Rakers nun noch weiter ins Detail geht, Tipps für Anbau und Ernte gibt und noch dazu vier Interviews mit Sterneköchen, einer Kräuterfachwirtin und einem Demeter-Hof-Landwirt und Koch. Hier ist ein Rundumwerk entstanden, das sich von anderen Büchern seiner Art deutlich abhebt.

Sehr erfreut bin ich darüber, dass nicht komplett auf die Gartenernte reduziert wird, sondern auch Zutaten verwendet werden, die man eben nicht so leicht selbst produziert. Auch steht man nicht unter dem Druck, unbedingt so fleißig wie Frau Rakers zu gärtnern. Und vor allem verzichtet sie bei ihren Rezepten nicht auf Fleisch. Viele vegetarische/fleischlose Gerichte finden sich und das finde ich schön, vor allem, weil kein Fleischersatz verarbeitet wird. Aber es ist zum Glück kein veganes oder vegetarisches Kochbuch. So sehr ich begrüße, dass bewusster und weniger Fleisch konsumiert wird, so sehr nervt mich, wenn stets und ständig mit Gewalt komplett auf Fleisch verzichtet wird. Die Spaghetti mit Blumenkohl-Bolognese „Marcel“ sind komplett vegetarisch und bei Verwendung von veganem Wein sogar vegan. Sie schmecken göttlich und man vermisst da kein bisschen das Fleisch (und schon gar keinen Ersatz). Dennoch gibt es auch Rezepte mit Fisch, Fleisch und Geflügel.

Hier und da sind die Rezepte ein bisschen abgehoben für mein Verständnis. Vermutlich ist das extrem subjektiv und für andere sind dann genau diese Rezepte der Hit. Die meisten Rezepte sind aber raffiniert, ohne allzu kompliziert zu sein. Und auch wer keinen Garten hat, kann mit diesem Buch saisonal kochen und heimisches Obst und Gemüse verwenden. Dazu ist das Buch wie ein Kalender aufgebaut. Allerdings fängt das Buch mit dem März an, nicht mit dem Januar. So findet man nicht nur Anregungen für das Kochen, sondern hat früher oder später auch Lust, das eine oder andere Obst und/oder Gemüse anzupflanzen. Und ich garantiere: einmal angefangen, will man schnell mehr!

Das ganze Buch ist gespickt mit wunderbaren und sehr aussagekräftigen Fotos. Ja, Frau Rakers ist oft auf den Bildern zu sehen, dennoch finde ich das nicht negativ und es kommt auch nicht das Gefühl auf, dass sie sich selbst feiert. Im Gegenteil – ich finde, damit zeigt sie, wie viel Spaß säen, pflegen, ernten und verarbeiten machen kann, auch wenn es Arbeit ist. Das macht Mut und man fühlt sich angenehm unterstützt.

Ich werde vermutlich nicht ansatzweise so erfolgreiche Ernten wie Frau Rakers haben, zumal unser Garten klein ist und ich auch keinen großen Garten möchte. Dennoch bin ich vom Buch überzeugt und freue mich über sehr viele nützliche und hilfreiche Tipps, tolle Rezepte und viel Lesespaß. Für mich ein Volltreffer. Deshalb auch: fünf Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 12.02.2023

Kochen nach Wochentag – interessanter Ansatz, der prima klappt

Die Montag-bis-Freitag-Küche
0

Bei diesem Kochbuch wird jedem Wochentag von Montag bis Freitag ein Thema zugeordnet. Dabei gibt es montags Suppen, dienstags Nudeln, mittwochs Fleisch, donnerstags Vegetarisches und freitags Fisch und ...

Bei diesem Kochbuch wird jedem Wochentag von Montag bis Freitag ein Thema zugeordnet. Dabei gibt es montags Suppen, dienstags Nudeln, mittwochs Fleisch, donnerstags Vegetarisches und freitags Fisch und Süßspeisen. Diese Idee finde ich witzig und im Grunde erleichtert es auch die Überlegung, was man wann kocht enorm. Schade, dass Samstag und Sonntag nicht auch noch im Buch enthalten sind! Mir macht die Einteilung echt Spaß!

Jeder Tag ist zudem noch in die Bereiche Kleines Wissen (zum jeweiligen Tag), Know-How (zum jeweiligen Thema), Rezepte und „best of the rest“ eingeteilt. So hat man vorab Unterhaltung und Extra-Wissen und spart noch Geld und Arbeit mit den Reste-Tipps.

Der jeweilige Rezeptteil ist üppig gestaltet. Es gibt ein Foto zu jedem Rezept (ist mir sehr wichtig – ich neige dazu, Rezepte ohne Foto zu „übersehen“), die Zutatenliste (darunter ist die Angabe zu den Personen, für die es ausgelegt ist, und wie viele Kalorien pro Portion anfallen) und die Schritt-für-Schritt-Anleitung. Auch, wie lange man für das Nachkochen braucht, sieht man sofort. Besonders mag ich die Felder unter vielen der Rezepte mit den „Flexi-Tipps“, „Koch‘s mal anders“, „On Top“ und „Fasten your Food“. Nicht jedes Rezept wird tatsächlich gekocht, es gibt auch belegte Brote und Bagels und natürlich Salate.

Die Schwierigkeitsgrade halten sich in Grenzen, es werden keine wirklich ausgefallenen oderexotischen Zutaten benötigt und die Abwechslung ist enorm. So ist das Kochbuch vielleicht keine Herausforderung für Geübte, aber auch nicht für Kochanfänger. Es hilft aber allen, die sich immer mal wieder fragen: „Was soll ich heute bloß wieder kochen?“. Mit den 260 Rezepten plus Varianten kommt man da prima durch ein ganzes Jahr. Klar, man wird nicht alles mögen, aber hey, dann macht man eben eins der Gerichte, die man sehr mochte, noch mal.

Mir gefällt jedenfalls sowohl die Idee, als auch der Aufbau des Buches sehr gut. Es ist nun schon sechs Jahre auf dem Markt (und wird inzwischen zu einem erstaunlichen Schnäppchenpreis verkauft), aber bereichert meine Kochbuchsammlung definitiv. Gefällt mir rundum – also gebe ich fünf Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 10.02.2023

Ein Nowherian und seine Leidenschaften – geniales Buch!

Good Lime
0

Beni Tonka liefert hier nicht einfach ein Kochbuch mit karibischen und vegetarischen Gerichten ab, sondern erzählt seine Geschichte. Und die ist alles andere als langweilig! Sie räumt mit vielen Vorurteilen ...

Beni Tonka liefert hier nicht einfach ein Kochbuch mit karibischen und vegetarischen Gerichten ab, sondern erzählt seine Geschichte. Und die ist alles andere als langweilig! Sie räumt mit vielen Vorurteilen auf, aber auch mit vielen gedankenlosen Vorstellungen, die gar nicht böse gemeint sind, aber jeder von uns immer wieder zu diversen Themen hat. Die Rezepte sind Bindeglieder. Geschichten und Rezepte ergeben eine Einheit und machen das Buch zu einem echten Meisterwerk!

Good Lime bezeichnet spontane Treffen, bei denen gut gegessen und getrunken wird und die die Eigenschaft haben, von allein zu wachsen. Man weiß also nie, wie viele Menschen sich anschließen werden. Das ist eine wunderschöne Vorstellung und erinnert mich an meine Kindheit und Jugend. Es zeigt mir auch, wie schnelllebig und ungesellig wir alle doch geworden sind. Das muss sich ändern – und dieses Buch ist ein großer Schritt da hin!

Ganz klar – hier finden sich Rezepte mit recht exotischen Zutaten. Aber mit ein klein wenig Mühe bekommt man alles. Man muss eben nur besser und früher planen, als bei der „Standardküche“. Da die karibischen Gerichte nicht jeden Tag auf den Tisch kommen, sondern eher für besondere Anlässe, ist das in meinen Augen kein Grund für Kritik. Der Food-Guide erklärt diese exotischen Zutaten und gibt Tipps, auch zum Kauf. Die Anleitungen zu den Rezepten sind klasse! Da hat man echt das Gefühl, Beni spricht zu einem direkt. Herrlich, wenn da steht: „Fenster öffnen und Türen schließen.“, weil beim Kochen des Fisches der Geruch zu stark werden könnte.

Mir gefällt sehr, wie offen Beni seine Geschichte erzählt und noch mehr, wie er sie erzählt. Er macht Zeitsprünge, die sehr stimmig sind. Und immer wieder gibt es Rezepte, die für mich quasi diese Geschichte noch mal erzählen, nur eben auf andere Weise. Es sind nicht nur Rezepte für Gerichte, sondern auch für Getränke, Gewürzmischungen, Snacks, Desserts, Soßen und Dips und sogar tolle „Tricks“, wie das Rezept für Omas Sahne!

Die Fotos im Buch runden das Ganze noch mal besonders schön ab. Nicht nur zu fast allen Speisen gibt es ein Bild, auch zu den Kapiteln dazwischen, in denen es um Beni und seine Suche nach sich selbst geht.

Für mich ist dieses Buch eine Offenbarung. Fusionsküche bekommt hier eine neue Definition, einen echten Wert und einen großen Sinn. Aus Benis Geschichte kann man viel für sich selbst mitnehmen, lernen und daraus wachsen. Er hat die Vorzeichen quasi umgedreht und bereichert den Leser damit und mit wunderbaren Rezepten. Ich finde, das hat nicht nur fünf Sterne, sondern auch ein sehr großes DANKESCHÖN verdient!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 07.02.2023

Raus aus dem Allgäu, hin zur Côte d’Azur

Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur Lipaire (Die Unverbesserlichen 1)
0

Guillaume Lipair, der eigentlich Wilhelm Liebherr heißt und kein Franzose, sondern Deutscher ist, mag gut leben, aber möglichst wenig dafür tun. Kein Wunder also, dass er sich mit kleinen Gaunereien etwas ...

Guillaume Lipair, der eigentlich Wilhelm Liebherr heißt und kein Franzose, sondern Deutscher ist, mag gut leben, aber möglichst wenig dafür tun. Kein Wunder also, dass er sich mit kleinen Gaunereien etwas dazuverdient. So nutzt er seinen Job, auf die Häuser der Reichen zu achten, für „Zwischenvermietungen“. Bei einer Aufräumaktion nach einer solchen findet Lipair eine Leiche. Die muss schnell weg, bevor die Eigentümer kommen! Wer hätte aber gedacht, dass genau dieser Tote der Schlüssel zu Reichtum ist? Es stellt sich nämlich heraus, dass es ein Geheimnis um einen Familienschatz gibt. Findet Lipair den Schatz, ist er alle Sorgen los. Doch ganz so einfach gestaltet sich das nicht, denn eine ganze Reihe Glücksritter schließt sich ihm an und die Adelsfamilie kommt der Truppe leider auch noch auf die Schliche …

Die Story ist anfangs ein bisschen zäh, dennoch entwickelt sie einen gewissen Charme. Die Unverbesserlichen muss man einfach mögen, so schräg, wie sie alle sind. Ein wenig erinnert mich das Ganze an eine Persiflage von „The Expendables“, gemischt mit den Louis-de-Funes-Filmen. Hat was! Nicht die große Literatur, aber wunderbare Unterhaltung.

Die Charaktere sind komplett überzogen, aber irgendwie finde ich das total stimmig, passend und sehr gut lesbar. Sich darüber beschweren, dass das kein Klufti ist, halte ich für vollkommen unsinnig – es will ja auch gar kein Klufti sein, sondern der Auftakt einer neuen Serie. Und ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich das super erfrischend finde und auch, wenn der erste Band mich noch nicht überzeugt, freue ich mich auf die Fortsetzung.

Mit ein paar Kürzungen hätte das Buch vermutlich gewonnen. Ich halte dem Autorenduo aber zugute, dass die Grundlage für eine Reihe ganz gut gemacht wurde. Man lernt alle Figuren gut genug kennen, um mehr von ihnen lesen zu wollen und Lust auf die Reihe zu bekommen. Die vielen Fettnäpfchen und Peinlichkeiten, die Dummheiten und Fallstricke – sie sprechen ein bisschen die Schadenfreude an, aber gleichzeitig gönnt man allen auch, ihren Coup zu landen. Man fiebert mit, ob es wohl klappt, trotz der Stümperhaftigkeiten, und wäre ganz gern ein Teil des Teams oder wenigstens Mäuschen, um heimlich mittendrin sein zu können.

Cosy Crime mal anders – aber gar nicht mal so schlecht! Ich gebe vier Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere