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Veröffentlicht am 30.06.2021

Hat mich sehr überrascht!

Der Bewohner
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Thomas Brody versteckt sich auf dem Dachboden eines leerstehenden Reihenhauses und entdeckt, dass er von dort nicht nur die Bewohner beobachten und ausspionieren, sondern sich auch mit Lebensmitteln und ...

Thomas Brody versteckt sich auf dem Dachboden eines leerstehenden Reihenhauses und entdeckt, dass er von dort nicht nur die Bewohner beobachten und ausspionieren, sondern sich auch mit Lebensmitteln und Duschen versorgen kann. Brody ist Serienmörder und sein nächstes Opfer steht schon fest. Doch zunächst möchte Brody spielen …

Die Stimme seines Alter Egos in seinem Kopf ist beängstigend und quasi das wahre Böse. Jackson schreibt so, dass der Leser (oder auch Hörer) geradezu an der Seite seines Protagonisten ist und damit unfreiwillig zu Voyeur wird. Anfangs ist man einfach nur verstört, doch nach und nach erfährt man Dinge aus Brodys Vergangenheit, die zwar nichts entschuldigen, aber vieles erklären und sehr betroffen machen.

Es gibt viele Szenen, die mir zu plastisch beschrieben sind. Gewalt und erotische Phantasien (und auch tatsächlich stattfindende Szenen) hätten für meinen Geschmack auch nur angedeutet werden können. So einige Stellen triggern enorm.

Auf weiten Strecken fragt man sich dennoch, wieso dies ein Thriller ist – doch am Ende haut Jackson so viele Bolzen raus, dass es mir den Atem raubte. Und ja – damit wurde ich mehr als gut entschädigt und das Ruder wurde eindeutig und definitiv herumgerissen. Nichts hätte anders geschehen dürfen, sonst hätte das Ende nicht so reingehauen und gepasst!

Man hat besonders bei Martyn und Colette ein mulmiges Gefühl, denn hier zeigt Brody seine dunkle und außerordentlich böse, gemeine Seite. Um Elsie hatte ich schreckliche Angst und ausgerechnet hier zeigt Brody plötzlich eine Seite, die ihn sympathisch macht und das schockierte mich fast mehr, als alle anderen Szenen.

Glaubt man, dass man alles schon kennt und weiß, wie es endet, zieht einem Jackson den Boden komplett unter den Füßen weg. Nichts ist mehr, wie es war. Man erkennt, dass man nie zu voreilig irgendwelche Schlüsse ziehen, aber immer auf der Hut sein sollte!

Ja, mir hat die Story super gut gefallen! Gerade, weil ich an manchen Stellen innerlich aufstöhnte und am Ende einsehen musste, dass ich auf der falschen Fährte war, gebe ich die vollen fünf Sterne, denn so gekonnt hat mich schon lange kein Autor mehr aufs Glatteis geführt. Zudem hat Peter Lontzek seinen Job einfach perfekt gemacht. Er gab Brody die passende Art zu sprechen und schaffte es, dass man dessen zweites Ich gut von ihm selbst unterscheiden konnte. Zudem klingt es bei ihm nicht so nervig, wenn er den Part der weiblichen Figuren spricht. Mir gefällt seine Art zu lesen sehr gut und ich hoffe, ich werde noch mehr von ihm – und auch David Jackson - hören.

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Veröffentlicht am 29.06.2021

Urlaub – nicht immer entspannend!

Ohne euch wär's super hier
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Hier bekommt man eine ganze Reihe kleiner Geschichten rund um den Urlaub – mit all den kleinen und großen Dramen, die dabei geschehen und über die normalerweise niemand etwas erzählt. Sonst ist immer alles ...

Hier bekommt man eine ganze Reihe kleiner Geschichten rund um den Urlaub – mit all den kleinen und großen Dramen, die dabei geschehen und über die normalerweise niemand etwas erzählt. Sonst ist immer alles wunderbar im Urlaub gelaufen, hier definitiv nicht. Mit mehr oder weniger viel Verwandtschaft geht es auf Reisen und dass es schon mal zu viel sein kann, Mann und Kinder unter einen Hut zu bekommen und die komplette Großfamilie erst Recht Chaos verursacht, amüsiert nicht nur, es tröstet zuweilen auch mal – denn es tut einfach gut, zu sehen, man ist nicht allein mit diesen Problemen! Erzählt werden die Geschichten im Wechsel von Mirja Boes und Bernd Stelter und beide haben Stimmen, die ich sehr gerne höre und die sie perfekt für die Geschichten einsetzen.

So unterschiedlich die Autoren der einzelnen Geschichten sind, so unterschiedlich sind auch die Grundstimmung und der Unterhaltungsgrad. Das ist bei Sammlungen normal und stört mich nicht weiter. Dietmar Bittrich hat zwanzig unterschiedliche Kurzgeschichten zusammengestellt (wobei eine auch von ihm selbst ist), die ebenso unterschiedliche Geschmäcker ansprechen. Mal witzig, mal bissig, mal ein bisschen melancholisch, aber immer mit einem liebevollen Augenzwinkern führen alle Autoren den Lesern und Hörern vor Augen, dass das Leben bunt und unberechenbar ist.

Für mich war es eine wunderbare Unterhaltung als Begleitung zum Tapezieren. Ich hatte durchweg gute Laune dabei und genau das will das Hörbuch ja auch bezwecken. Von mir von daher fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 21.06.2021

Gesundes Essen mit Lieblings-Gericht-Potenzial!

Medical Cuisine
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Die ersten gut fünfzig Seiten beschäftigen sich auf informative, verständliche und interessante Weise mit viel Wissen rund um Lebensmittel und deren Einfluss auf unseren Organismus und damit unsere Gesundheit. ...

Die ersten gut fünfzig Seiten beschäftigen sich auf informative, verständliche und interessante Weise mit viel Wissen rund um Lebensmittel und deren Einfluss auf unseren Organismus und damit unsere Gesundheit. Achtsamkeit und Umwelt werden ebenfalls mit einbezogen, sogar die Kultur. Es ergibt sich also ein Gesamtbild. An keiner Stelle wird „gepredigt“, es wird mehrfach darauf hingewiesen, dass man seinen eigenen gesunden Weg finden soll. Wie das geht (kleine Schritte) und wie man erfolgreich seine Ernährung anpasst, kann man hier lernen.

Danach folgen dann die Rezepte – und spätestens jetzt erkennt man, dass gesunde Ernährung keinesfalls Genussverzicht bedeutet! Zu jedem Rezept gibt es auf der Folgeseite eine Variante. Vegetarische und Vegane Rezepte sind nicht gesondert gekennzeichnet oder aufgeführt, aber durchaus vorhanden. Hier hätte man vielleicht doch eine gute Lösung finden können.

Aufgeteilt sind die Rezepte in die Bereiche „Salate, Suppen, Vorspeisen“, „Hauptgerichte“ und „Süßes“. Eine volle Seite ist jeweils dem Foto zum Gericht vorbehalten. Mir persönlich ist das sehr wichtig. Ich bin ein optischer Mensch und lasse mich gern durch diese Abbildungen anregen, ein Gericht nachzukochen. Dass meines dann nicht mit dem der Abbildung identisch aussieht, stört mich dabei weniger. Auf der gegenüberliegenden Seite sind dann alle wichtigen Angaben, von den Nährwerten über die Zutatenliste bis hin zur gut verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung. Auch finden sich häufig zusätzlich noch Tipps. Auf Seite 50 befindet sich die Auflistung der Bedeutung der Symbole, die bei den Rezepten anzeigen, in welchem Bereich sie ihre besonderen Stärken haben: Herzgesund, Antientzündlich, Darmgesund, Immunstärkend, Antidiabetisch, Blutdrucksenkend, Blutfettfreundlich, Sattmacher/Gewichtskontrolle. Hier hätte ich mir ebenfalls eine Übersicht gewünscht, um gezielt an die Rezepte zur jeweiligen Kategorie zu finden.

Die Zutaten sind alle im gut sortierten Supermarkt zu finden. Es gibt kaum wirklich exotische Produkte, die benötigt werden. Meiner Meinung nach dürfte für jeden Geschmack einiges an Rezepten dabei sein. Dem ersten Schritt zu einer gesünderen Ernährung steht somit nichts mehr im Wege. Unser Körper dankt es uns und unser Gaumen kann sich nicht beklagen – alles ist enorm lecker!

Bleibt als Fazit: Bis auf meine kleinen Kritikpunkte bezüglich des gezielten Findens bestimmter Rezepte bin ich sehr zufrieden. Deshalb gebe ich vier Sterne.

Veröffentlicht am 20.06.2021

Imkern, Sargbau, Yoga und auch mal Drogen

Imkersterben
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Kommissar Oke Oltmanns ahnt, dass der Tod von Kurt Tietjen kein Unfall nach einem Dummejungenstreich war, sondern Mord. Bestätigt wird seine Vermutung, als es noch ein Opfer gibt – und er feststellt, dass ...

Kommissar Oke Oltmanns ahnt, dass der Tod von Kurt Tietjen kein Unfall nach einem Dummejungenstreich war, sondern Mord. Bestätigt wird seine Vermutung, als es noch ein Opfer gibt – und er feststellt, dass auch dieses in der Honigbranche angesiedelt war.

Auf langer Strecke wusste ich gar nicht, wohin mich die Story führen will. Zu ausführlich wird über Tilda Schwanz Privatleben erzählt und ihr Kampf, ohne Hilfe zu Geld zu kommen. Mir ist sie zu verzettelt und die Idee mit dem seltsamen Ferienkurs … nun ja. Vielleicht nicht so ganz mein Humor. Auch tauchen so viele Namen auf, dass ich hin und wieder durcheinander kam. Besonders der Running Gag mit Vincent Gott kam bei mir leider so gar nicht an. Der Name sollte wohl ein bisschen witzig sein und seine Art, in der „Fremde“ weiter ausschließlich Kölsch zu sprechen, hat nur anfangs Lacher ausgelöst – es hat sich dann bald totgelaufen. Überhaupt sind die Figuren sehr überzeichnet.

Die Themen Insektensterben, Bienen/Imkern und vegetarische Ernährung sind hier Aufhänger, die zwar im Trend der Zeit liegen, aber irgendwie nicht so wirklich im Krimi funktionierten. Ich wurde zwar nett und entspannend unterhalten, hatte aber für meinen Geschmack einen arg flachen Spannungsbogen bekommen. So ist dies für mich also eher ein Frauenroman mit einem zufälligen Kriminialfall. Der Kriminalfall selbst kam sehr kurz und die Lösung dann schon ein bisschen zufällig daher.

Dass es der zweite Band einer Reihe ist, habe ich erst hinterher gemerkt – aber beim Hören fiel das überhaupt nicht auf. Auch ohne Vorkenntnisse konnte ich diesen in sich abgeschlossenen Fall problemlos genießen. Die eine oder andere Stelle war schon witzig, doch hat mich das Ganze echt nicht mitgerissen oder vom Hocker gehauen. Mittelmaß. Deshalb auch drei Sterne.

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Veröffentlicht am 16.06.2021

Mopsfidel

Miss Merkel: Mord in der Uckermark
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Am schönen Dumpfsee in der Uckermark liegt Kleindfreudenstadt. Genau hierhin ist die Bundeskanzlerin in ihrem Ruhestand mit Mann und Mops gezogen. Nur ihr Personenschützer erinnert an die Zeit in der Politik. ...

Am schönen Dumpfsee in der Uckermark liegt Kleindfreudenstadt. Genau hierhin ist die Bundeskanzlerin in ihrem Ruhestand mit Mann und Mops gezogen. Nur ihr Personenschützer erinnert an die Zeit in der Politik. Angela will Freunde finden und backen, was das Zeug hält. Doch dann findet man den Freiherrn von Baugenwitz tot mit Ritterrüstung im von innen verschlossenen Verlies. In Angela erwacht der Detektiv und sie beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei entdeckt sie das eine oder andere Geheimnis, was das verschlafene Örtchen in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt …

Ich mag den Humor und die feine Ironie von David Safier, doch nicht alle seine Bücher sind gleich stark. Zwischen „Mieses Karma“ und „Aufgetaut“ liegen Welten – und genau in der Mitte siedle ich diese amüsante, aber doch recht seichte Geschichte an. Hat mir gut gefallen, ist aber kein Meisterwerk!

Sehr schön finde ich, wie Nana Spiers die Personen mit ihrer Stimme und Tonlage belebt hat. Besonders Angela wird hier super lebendig und gerade die Vorstellung, dass „Frau Bundeskanzlerin“ so zuckersüß mit ihren Lieben umgeht, auch mal ein bisschen gemein über andere denken und ein bisschen herziehen kann, das ist super sympathisch. Ihr Mann wird als liebenswerter Nerd dargestellt und das auf eine so liebe Art, dass es witzig und nicht bissig ist. Ganz besonders zauberhaft ist der große Personenschützer mit dem kleinen Selbstwertgefühl!

Angela verdächtigt alle und jeden, entwickelt und verwirft Theorien und lernt in ihrem neuen Tätigkeitsfeld unheimlich viel über Menschen. Diese Erkenntnisse, die sie da gewinnt, kommen auch dem Leser zugute. Hier findet sich das typische Safier-Element: Das Gleichnis, das Bild, die Metapher halten dem Leser den Spiegel vor die Nase. Wunderbar!

Nein, das Buch ist nicht wirklich sehr anspruchsvoll, aber die Geschichte macht Spaß und ist sehr unterhaltsam, trotz aller Gemächlichkeit. Es gibt spannende Momente, auch wenn die Spannung nicht durchgehend ist und man keine Herztropfen braucht, um sie auszuhalten.

Ich finde die Idee durchaus gelungen und schön umgesetzt – und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Achim, Angela, Putin und Mike noch mehr zu tun bekommen. Ich würde mich jedenfalls darüber freuen! Von mir bekommt dieser „Fall“ vier Sterne!

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