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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2025

Augenrollen und Suchtpotenzial

Blood of Hercules
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Blood of Hercules ist kein besonders gut geschriebenes Buch, und ich kann es nur bedingt weiterempfehlen. Aber unter vier Sterne kann ich es eben auch nicht bewerten.

Die Welt (griechische Götter in einer ...

Blood of Hercules ist kein besonders gut geschriebenes Buch, und ich kann es nur bedingt weiterempfehlen. Aber unter vier Sterne kann ich es eben auch nicht bewerten.

Die Welt (griechische Götter in einer postapokalyptischen, modernen Welt) wird bereits auf den ersten drei Seiten vorgestellt – anfangs noch überwältigend und wie ein „Info-Dump“ wirkend, wird spätestens ab der Mitte deutlich, dass keine weiteren Details folgen und die Welt oberflächlich sowie unausgeschöpft bleibt.

Der Schreibstil, am ehesten als „schlechte Wattpad-Geschichte“ zu beschreiben, ist zwar durchgehend unterhaltsam, aber alles andere als anspruchsvoll oder hochwertig. Der Humor wirkt zudem so „millennial“, dass man stellenweise unwillkürlich die Augen verdrehen möchte.

Die Liebesgeschichte ist für eine Dark Romance überraschend langsam aufgebaut, bleibt jedoch aufgrund der dualen Perspektiven bei weitem nicht so spannend und fesselnd, wie sie hätte sein können.

Die Handlungstränge wirken teilweise beliebig und zufällig, sodass man genau merkt, dass die Autorin auf einen bestimmten Punkt hinarbeitet und die Protagonisten dafür Handlungen einfach hinnehmen. Immerhin konnten die letzten Kapitel mit einem gelungenen Plottwist überzeugen (und das um vier Uhr morgens).

Trotz dieser Schwächen habe ich das Buch innerhalb von drei Tagen verschlungen, ständig daran gedacht, vier Sterne vergeben – und ich kann den zweiten Teil kaum erwarten, um herauszufinden, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 27.01.2025

Wenn „Mumie“ auf YA-Romantasy trifft

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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What the River Knows ist der Auftakt zur Dilogie Geheimnisse des Nil und vereint Abenteuer, Magie und Romantik in einem atmosphärischen Setting. Vor der Kulisse Ägyptens im späten 19. Jahrhundert entfaltet ...

What the River Knows ist der Auftakt zur Dilogie Geheimnisse des Nil und vereint Abenteuer, Magie und Romantik in einem atmosphärischen Setting. Vor der Kulisse Ägyptens im späten 19. Jahrhundert entfaltet sich eine Geschichte voller Geheimnisse und Intrigen, die einen von der ersten Seite an fesselt.

Im Zentrum steht Inez Olivera, eine junge Argentinierin, die nach dem mysteriösen Tod ihrer Eltern allein nach Ägypten reist, um Antworten zu finden. Doch ihr Onkel begegnet ihr mit Misstrauen, und schnell wird klar, dass er mehr weiß, als er preisgibt. Unterstützung – oder doch eher Herausforderungen – bietet Whit, der verschlossene, aber charismatische Angestellte ihres Onkels. Gemeinsam geraten sie in ein Netz aus Lügen, magischen Artefakten und gefährlichen Intrigen.

Isabel Ibañez erschafft eine unglaublich lebendige und detailreiche Welt. Die Darstellung des historischen Ägyptens ist atmosphärisch und spürbar gut recherchiert. Themen wie Kolonialismus und kulturelle Ausbeutung werden subtil eingebaut und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe. Das Magie-System, das sich auf alte, verzauberte Artefakte konzentriert, ist erfrischend unaufdringlich und dennoch faszinierend.

Auch die Charaktere überzeugen. Whit ist ein vielschichtiger Assistent mit Ecken und Kanten, dessen Unsicherheiten ihn menschlich und greifbar machen. Inez, die clevere und entschlossene Protagonistin, glänzt mit ihrem Einfallsreichtum und ihrer Neugier, auch wenn ihre Naivität an manchen Stellen irritieren kann. Ihre Entwicklung im Verlauf der Geschichte ist jedoch mitreißend und macht sie zu einer Figur, mit der man gerne mitfiebert.

Die größte Stärke des Buches liegt in seinen ständigen Fragen, Geheimnissen und Intrigen, die dafür sorgen, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Man erlebt die Geschichte mit derselben Ungeduld wie Inez, die Antworten sucht und dabei immer tiefer in die gefährlichen Machenschaften verwickelt wird.

Einziger Kritikpunkt ist, dass das Ende mit der Einführung einiger Charaktere etwas gehetzt wirkt. Dennoch sorgt der spannende Cliffhanger dafür, dass man den zweiten Band kaum erwarten kann.

Fazit:
What the River Knows ist ein mitreißendes YA-Abenteuer voller Intrigen, Magie und Romantik vor einer faszinierenden Kulisse. Trotz kleiner Schwächen ist es eine Geschichte, die nicht nur unterhält, sondern einen regelrecht an die Seiten fesselt. Ein grandioser Auftakt, der große Lust auf die Fortsetzung macht!

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Veröffentlicht am 06.01.2025

Zeitvertreib ohne Wiedererkennungswert

Degrees of Engagement
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Degrees of Engagement bewegt sich innerhalb eines bekannten Rahmens: Fake-Dating ist ein Tropus, der für Spannung sorgen kann, wenn die Charaktere und ihre Dynamik überzeugen. Leider war dies hier nur ...

Degrees of Engagement bewegt sich innerhalb eines bekannten Rahmens: Fake-Dating ist ein Tropus, der für Spannung sorgen kann, wenn die Charaktere und ihre Dynamik überzeugen. Leider war dies hier nur bedingt der Fall. Die Protagonist:innen blieben in ihrer Ausgestaltung eher blass und boten wenig Wiedererkennungswert. Auch die Erzählweise aus zwei Perspektiven hat es nicht geschafft, zusätzliche Tiefe oder Spannung zu erzeugen.

Ein wesentlicher Schwachpunkt war der Umgang mit den Gefühlen der Hauptfiguren. Bereits ab dem ersten Kapitel war den Protagonist:innen ihre Zuneigung bewusst – nur eben nicht einander. Dieser Ansatz hätte Potenzial für einen emotionalen Aufbau, wurde jedoch durch frühzeitig eingeführte, explizite Szenen verschenkt. Die Geschichte wirkte, als wollte sie viele Emotionen wie Trauer, Freude oder Liebe vermitteln, konnte diese jedoch nicht spürbar vermitteln. Dadurch fehlte der Entwicklung der Beziehung jegliche emotionale Intensität, was mich als Leserin eher unberührt ließ.

Auch der Humor, der in Fake-Dating-Romanen oft eine treibende Kraft ist, kam zu kurz. Trotz zahlreicher Vorlagen, fehlte es an Situationskomik, die die Dynamik der Protagonist:innen auflockern und für unterhaltsame Momente sorgen könnte.

Interessanter waren hingegen die Nebenfiguren aus dem Freundes- und Familienkreis. Hier deuteten sich vielschichtige Dynamiken an, die jedoch bedauerlicherweise nicht zu ihrem vollen Potenzial ausgearbeitet wurden. Der akademische Rahmen, in dem die Handlung spielt, wirkte eher wie ein Hintergrunddetail, das wenig Einfluss auf die Geschichte selbst hatte.

Insgesamt war Degrees of Engagement ein solider, wenn auch wenig außergewöhnlicher Zeitvertreib. Einmal lesen war genug, aber der Wunsch, zum Buch zurückzukehren, bleibt aus.

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Veröffentlicht am 16.06.2024

Angenehm realistisch und doch was ganz neues

Experienced. Die Liebe bietet unbegrenzte Möglichkeiten
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„Experienced“, erzählt die Geschichte einer jungen queeren Frau, mit der prompt im ersten Kapitel „Schluss“ gemacht wird und die sich daraufhin Erfahrung im Daten besorgen soll.
Das führt den Leser durch ...

„Experienced“, erzählt die Geschichte einer jungen queeren Frau, mit der prompt im ersten Kapitel „Schluss“ gemacht wird und die sich daraufhin Erfahrung im Daten besorgen soll.
Das führt den Leser durch eine Reihe von sowohl angenehmen als auch durchaus unangenehmen zwischenmenschlichen Interaktionen und Gelegenheiten.

Der lockere und fließende Schreibstil lässt den Leser vollkommen in den Kopf von Bette eintauchen und die Selbstlügen und Wandel auf eine prickelnde Art mit erleben.

Dennoch gab es kleinere Schwachstellen, so zum einen hat es kurzzeitig schlichtweg an Spannung gefehlt und es hat sich nach dahin Plätschern angefühlt. Auch das Ende war in gewisser Weise ersichtlich.
Dennoch war es eine schöne Geschichte mitzuerleben, die ich jedem ans Herz legen kann, der offen ist für Selbstentdeckung und Selbstverwirklichung. Unabhängig von der Sexualität.

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Veröffentlicht am 27.05.2024

Süße Idee mit monotoner Umsetzung

Could it be Love?
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Die Idee, eine schnell verliebte Jugendliche mittels Musik in Parallelwelten springen zu lassen, klingt zuerst spannend. Der Umsetzung hat es jedoch an Konflikt und ausgeprägten Beziehungen gefehlt. Spätestens ...

Die Idee, eine schnell verliebte Jugendliche mittels Musik in Parallelwelten springen zu lassen, klingt zuerst spannend. Der Umsetzung hat es jedoch an Konflikt und ausgeprägten Beziehungen gefehlt. Spätestens nach dem zweiten Weltensprung kann es einem schwerfallen, sich auf die oberflächliche und temporäre Liebesbeziehung einzulassen.

Bonnie als Hauptcharakter wirkte anfangs noch interessant und originell, entpuppte sich aber im Vergleich zu den Nebencharakteren eher als uninteressant.

Der Schreibstil angenehm und dahinplätschern, auch wenn zwischendurch ein wenig überfüllt mit Popkultur-Referenzen und Musiktiteln und Bands zu dem Punkt an dem man sich wie auf Tumblr fühlt.

Dieses Buch findet vermutlich mehr gefallen bei Lesern, die sich leichte queere Unterhaltung wünschen in denen der Puls stetig ruhig bleibt und derweil gute Musik hören möchte.

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