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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2019

Diese Reihe ist ein Schatz, den noch ganz viele Leser entdecken sollten

Wenn die Wahrheit Schatten wirft
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Inhalt:

Gerade noch dachte Cecilia, es wäre das Schwierigste, sich zwischen Noran und Elias zu entscheiden, da findet sie sich nach ihrer Entführung im Königshaus von Amerika wider. Dort erfährt sie die ...

Inhalt:

Gerade noch dachte Cecilia, es wäre das Schwierigste, sich zwischen Noran und Elias zu entscheiden, da findet sie sich nach ihrer Entführung im Königshaus von Amerika wider. Dort erfährt sie die Wahrheit über ihre Verlobung mit dem Kronprinzen von Europa und gleichzeitig auch über sich selbst.

Die junge Frau kann nicht glauben, was die Prinzen für ein Spiel mit ihr gespielt haben. Oder ging es ihnen wie ihr und sie hatten von all dem überhaupt keine Ahnung? Doch viel Zeit bleibt Cecilia nicht, um ihr gebrochenes Herz zu reparieren, da erreicht sie die nächste Hiobsbotschaft, die ihr alles abverlangen soll. Denn jetzt geht es nicht mehr nur um sie selbst, sondern vor allem um ihre Familie.

Cecilia beschließt, sich nicht weiter zu verstecken, sondern für ihre Zukunft und vor allem ihre Lieben zu kämpfen, denn eines ist sicher: Für sie würde sie sogar ihr Leben geben … .

Meine Meinung:

Nach Band 1 und dem fiesen Cliffhanger habe ich dieser Fortsetzung wirklich sehr entgegen gefiebert und freute mich riesig darauf, sie endlich lesen zu können.

Anna Nigra schließt auch nahtlos an den Vorgänger an und lässt gleich zu Beginn die große Bombe platzen. Natürlich hatte man nach dem ersten Band schon einen kleinen Verdacht, aber trotz allem war ich dann von dem ganzen Geheimnis doch sehr überrascht und war gespannt, was die Autorin daraus noch machen würde.

Allerdings muss ich gestehen, dass für mich nach dieser großen Enthüllung erst einmal die Luft etwas raus war. Natürlich ist es auch sehr authentisch, dass Cecilia sich erst an die neuen Umstände gewöhnen muss und es ist auch super, dass sie nicht sofort alles einfach hinnimmt, aber meine Nerven waren doch sehr angespannt und ich wollte endlich wissen, was hinter dem Ganzen wirklich steckt. Deswegen hat mir anfangs ein bisschen die Spannung gefehlt.

Schön fand ich es jedoch, dass dieser Band auch aus Marissas (die Schwester von Cecilia) Sicht erzählt wird. So bekommt man trotz räumlicher Trennung auch weiter mit, was im europäischen Königshaus vor sich geht. Denn ich gierte geradezu nach News von Noran und Elias und freute mich deshalb sehr, dass man in diesem Teil der Geschichte auch tiefere Einblicke bekommt. Endlich darf man einmal hinter die Kulissen blicken und ein paar Szenen aus dem Vorgänger (z.B. die mit der Königin und Gini) bekommen auch mehr Sinn. Damit hat mich Anna Nigra wirklich sehr begeistert. So lernt man die beiden Prinzen auch etwas besser kennen und ich bleibe bei meiner Meinung: Ich liebe Elias! Die männlichen Protagonisten sind wirklich sehr unterschiedlich und, was man anfangs vielleicht nicht dachte, auch ihre Lebensumstände sind sehr verschieden, obwohl sie im selben Elternhaus aufwachsen. Es macht eben doch einen Unterschied, ob man der Kronprinz ist oder nicht. Das war wirklich sehr spannend zu lesen und ich wartete immer schon sehr ungeduldig, bis das nächste Kapitel aus Marissas Sicht erzählt wurde.

Trotzdem fand ich auch Cecilias Perspektive sehr spannend. Man lernt neue Personen kennen, bekommt kleinen Geschichtsstunden und damit mehr Hintergrundinformationen, was auch wirklich interessant war, um am Ende auch das große Ganze verstehen zu können. Doch vor allem gibt es auch im amerikanischen Königshaus einige außergewöhnliche Persönlichkeiten. Ich liebe es ja, wenn auch die Nebencharaktere ihre eigene Geschichte haben und diese einem wirklich auch ans Herz gehen und genau das bekommt man hier.

Durch die neuen Umstände bekommt die Geschichte noch einmal eine ganz andere Richtung. Doch während man im ersten Band noch viel rätseln muss, was hinter dem Geschehen wirklich steckt, bekommt man in diesem Teil endlich viele Antworten und kann sich ein Bild machen. Das nimmt der Spannung jedoch nichts weg, denn die Situation spitzt sich immer weiter zu und gipfelt schließlich in einem spektakulären Showdown. Dieser ließ mich wirklich die Luft anhalten, denn die Autorin geht nicht gerade zimperlich mit ihren Figuren um. Das wiederum fand ich sehr authentisch, denn es herrscht nunmal Krieg zwischen den Ländern und in einem Krieg geht es nie ohne Opfer. Dabei hält Anna Nigra auch einige spannende Überraschungen für uns bereit. Mich hat sie damit regelrecht an die Seiten gefesselt und ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Im letzten Drittel stürmen die Dinge nur so auf den Leser ein und lassen diesen kaum zu Atem kommen.

Erst ganz zum Ende gönnt uns die Autorin eine Pause. Nicht jedoch ohne uns wieder mit vielen Fragen zurückzulassen und der Hoffnung, dass der dritte und letzte Band bald erscheinen wird. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was die Anna Nigra da für uns noch bereithält und bin mir sicher, dass das noch nicht alles war.

Fazit:

Mit „Cecilia – Wenn die Wahrheit Schatten wirft“ geht Autorin Anna Nigra einen Schritt in eine ganz andere Richtung, denn während wir im ersten Band mit der Protagonistin zwischen zwei Männern standen, müssen wir in der Fortsetzung gemeinsam mit Cecilia in den Krieg ziehen. Das machte dieses Buch sehr spannend und vor allem im großen Showdown am Ende waren meine Nerven zum Zerreißen gespannt und auch, wenn mir die Autorin zum Schluss doch etwas Entspannung gönnt, möchte ich einfach nur wissen, wie es weitergeht.

Diese Reihe ist auf jeden Fall ein Schatz, den noch ganz viele Leser entdecken sollten.

Von mir bekommt das Buch 4,5 Punkte von 5.

Veröffentlicht am 22.04.2019

Eine bewegende Geschichte

Mehr als tausend Worte
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Inhalt:

Berlin 1938: Das Leben für die Menschen, die dem jüdischen Glauben angehören, wird immer schwieriger in Deutschland. Neben zahlreichen Sanktionierungen und Rationieren, neben Schikanen und Ausgrenzung ...

Inhalt:

Berlin 1938: Das Leben für die Menschen, die dem jüdischen Glauben angehören, wird immer schwieriger in Deutschland. Neben zahlreichen Sanktionierungen und Rationieren, neben Schikanen und Ausgrenzung müssen sich die Juden auch jeden Tag davor fürchten von der Gestapo abgeholt zu werden.

Trotz vieler Warnungen weigert sich Alizas Vater, ein jüdischer Arzt, sein geliebtes Berlin zu verlassen und seine Patienten im Stich zu lassen. Seine Tochter dagegen will er gerne in Sicherheit wissen und möchte sie deshalb mit den Kindertransporten nach England schicken.

Aliza ist davon wenig begeistert, bedeutet diese Reise doch auch, dass sie Fabian, ihre große Liebe zurücklassen muss. Sie versprechen sich, nach dem Krieg zu heiraten. Doch dieser Krieg verändert alles, allem voran auch die Menschen, die den Schrecken ins Gesicht sehen mussten … .

Meine Meinung:

Der Klappentext hat mich sofort angesprochen und ich freute mich sehr darauf, einmal etwas anderes zu lesen, als meine üblichen Genre.

Das Buch beginnt im November 1938, als Alizas Großvater eines nachts von der Gestapo abgeholt wird. Wir starten also mitten im Geschehen, als sich die Lage für die Juden in Deutschland immer weiter zuspitzt. Zu dieser Zeit darf Alizas Vater bereits nur noch Menschen behandeln, die dem selben Glauben angehören, wie er. Trotzdem führt die Familie Landau noch ein relativ „normales“ Leben, soweit man zu dieser Zeit überhaupt davon reden kann. Aber als Leser spürt man bereits die ersten Auswirkungen der Nazi-Herrschaft und fürchtet um die Familie. Das hat die Autorin Lilli Beck in meinen Augen nämlich sehr geschickt eingefädelt: Die Landaus sind eine Familie, die man sofort gern hat. Der Vater Samuel ist Arzt, sie besitzen das Haus, in dem sie wohnen und gehören (oder gehörten) zur höheren Gesellschaftsschicht. Trotz allem sind sie sehr bodenständig. Samuel behandelt seine Patienten mit sehr viel Einfühlungsvermögen und lässt es sich auch nicht verbieten, im Notfall arischen Menschen zu helfen. Auch die übrigen Familienmitglieder sind sehr sympathisch und obwohl die Geschichte in der 3. Person geschrieben ist, bekommt man ihre Gefühle und Gedanken doch in ihren Handlungen und Gesten mit. Ich war jedenfalls sehr daran interessiert zu erfahren, wie es den einzelnen Familienmitgliedern ergehen wird. Deshalb fand ich es super, dass man, auch als sich die Wege trennen, immer wieder erfährt, wie es dem Rest geht. Das macht die Autorin jedoch nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt, damit man gegenüber Aliza nicht einen zu großen Wissensvorsprung bekommt und damit auch der Spannung nicht zu viel vorweggenommen wird. Obwohl mich diese Unwissenheit zu einem gewissen Grad wahnsinnig gemacht hat, fand ich das doch sehr gelungen, da man so noch mehr an den Seiten klebt.

Sehr interessant war es für mich auch, dass Lilli Beck noch einmal ein paar andere Sichtweisen auf diese Ereignissen in der Geschichte wirft. So hatte ich z.B. noch nicht so viel über die Kindertransporte gelesen oder wie es den ausgewanderten Juden nach Kriegsausbruch in England ging. Trotz allem erfährt man natürlich auch von den Schikanen und Grausamkeiten, die den Juden in Deutschland widerfahren sind und obwohl man diese schon häufig gehört hat, erzeugten sie bei mir doch wieder Gänsehaut. Es ist so wichtig, dass dieser Teil der Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, dass man sich bewusst wird, wie so etwas hatte geschehen können und man ein Bewusstsein dafür bekommt, wenn andere ungerecht behandelt werden. Die Autorin geht mit ihrem Buch einen Schritt in diese Richtung und verknüpft „unsere Vergangenheit“ mit einer fiktiven Geschichte, die den Leser mitfiebern lässt, in deren Protagonisten man sich hineinfühlen kann und die einen mitnimmt auf eine Reise, die ins Herz geht.

Die Liebesgeschichte zieht sich dabei zwar als roter Faden durch die übrigen Geschehnisse, nimmt aber nicht den Hauptteil ein, so dass dieses Buch durchaus auch für Leser geeignet ist, die keine Liebesromane lesen. Ich habe trotzdem sehr mit den beiden Protagonisten mitgelitten. Es muss schrecklich sein, wenn man sich in dieser Zeit trennen musste und nicht wusste, was aus dem anderen geworden ist, ob es ihm gut geht und er überhaupt noch lebt. Auch hier spielt die Autorin etwas mit ihren Lesern, denn irgendwann weiß man nicht mehr, was mit Fabian wirklich passiert ist und muss sich gemeinsam mit Aliza auf die Suche machen. Und dann wartet noch eine ganz besondere Überraschung auf uns, die ich so wirklich nicht erwartet oder kommen sah. Es war ein richtiger kleiner Schockmoment, der aber super in die Geschichte gepasst hat.

Den ein oder anderen Punkt hätte man vielleicht noch ausführlicher behandeln können, vor allem zum Schluss geht es plötzlich sehr schnell und „glatt“, aber für mich war das nicht wirklich ein Problem, da ich für mich einiges zwischen den Zeilen herausgelesen habe.

Das Ende fand ich persönlich zumindest sehr passend und es fügte sich auch schön in die Gesamtgeschichte ein. Mir hat es jedenfalls noch ein paar Tränchen abgerungen, weil mich die Schicksale so bewegt und das Buch so berührt hat.

Fazit:

Mit „Mehr als tausend Worte“ hat Lilli Beck eine Geschichte geschaffen, die mit ihren Schicksalen unter die Haut geht, die das Thema auch einmal von anderen Seiten beleuchtet und mich tief berührt hat. Die Autorin geht damit einen Schritt in Richtung gegen das Vergessen, denn es ist wichtig, dass wir diesen Teil unserer Geschichte lebendig halten, um so vielleicht aus den Fehlern anderer lernen zu können. Vielen Dank für diese rührende Geschichte.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Veröffentlicht am 01.04.2019

Dieses schöne Buch läd wirklich zum Träumen ein

BuchTraumKüsse
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Inhalt:

Annie hat sich für einen kompletten Neuanfang in ihrem Leben entschieden, gleichzeitig steht sie jedoch vor dem Nichts. Ohne Freund, ohne Job und ohne Wohnung kriecht sie bei ihrer Schwester ...

Inhalt:

Annie hat sich für einen kompletten Neuanfang in ihrem Leben entschieden, gleichzeitig steht sie jedoch vor dem Nichts. Ohne Freund, ohne Job und ohne Wohnung kriecht sie bei ihrer Schwester Beth in Silver Creek unter.

Um sich etwas abzulenken sucht Annie sich einen Job und landet dabei ausgerechnet in einem Buchladen. Endlich kann sie das tun, was sie schon immer wollte und an dem ihr Herzblut hängt. Mit vollem Elan stürzt sie sich in die Arbeit.

Dabei verbringt sie auch immer mehr Zeit mit dem anfangs unnahbaren Besitzer Oliver Ward. In ganz Silver Creek geht das Gerücht herum, dass der junge Mann schwul sei und trotzdem fängt Annie an, sich in seiner Gegenwart immer wohler zu fühlen … .

Meine Meinung:

Von Ellen McCoy selbst hatte ich noch nichts gelesen, aber dafür einige Fantasybücher, die die Autorin unter dem Pseudonym Elvira Zeißler geschrieben hatte. Da mir diese alle sehr gut gefallen hatten, wollte ich unbedingt auch einmal eine Reise nach Silver Creek antreten.

Das Buch beginnt damit, dass man Annie erlebt, wie sie gerade mit Oliver Schluss gemacht hatte und zu ihrer Schwester „flieht“. Ich konnte die junge Frau sehr gut verstehen. Gerade wenn man lange Zeit in einer Beziehung steckt und noch nie mit einem anderen Mann zusammen war, kann sich schnell das Gefühl einschleichen, dass man etwas verpasst bzw. fragt man sich schnell, ob das schon alles war. Manchmal hat man einfach den Wunsch nach einem kompletten Neuanfang. Das kann aber trotzdem ganz schön erschreckend sein und danach wieder Zweifel aufwerfen. Ellen McCoy hat diese Emotionen sehr authentisch dargestellt, so dass ich mich voll und ganz in die Protagonistin hineinversetzen und diese verstehen konnte.

Wie schön, dass Annie in dieser schweren Zeit eine Schwester hat, die ihr beisteht. Solche Leute sind wirklich Gold wert und ich fand es sehr schön, wie die Beziehung der beiden in diesem Buch dargestellt wurde. Jede hat ihr eigenes Leben und doch halten sie in schweren Zeiten zusammen. Beth hat ihre eigene kleine Geschichte in Silver Creek, die man in „SchneeSturmKüsse“ nachlesen kann. Ich habe diese noch nicht gelesen, hatte jedoch keinerlei Probleme, mich trotzdem in „BuchTraumKüsse“ fallen zu lassen. Man kann die Bücher also super unabhängig voneinander lesen. Da das Ende von Büchern in diesem Genre sowieso vorhersehbar ist, spoilert man sich da auch nicht großartig.

Für mich ist es jedoch kein Problem, dass man auch bei dieser Geschichte meist vorher schon weiß, was passiert. Wie gesagt ist das bei diesem Genre normal und ich finde, dass die Autorin daraus wirklich das Beste gemacht hat. Sie baut ein paar kleine fiese Überraschungen ein, die der Story noch einmal ein bisschen Würze verleihen und setzt ansonsten auf Gefühl. Und hach ja, ich war mitten drin in dieser wundervollen Lovestory. Sie entwickelt sich langsam. Die beiden Protagonisten verbringen viel Zeit miteinander und es gibt so viele schöne Situationen und liebe Gesten, die mich zum Seufzen gebracht haben. Ja, dieser Mann wäre definitiv auch etwas für mich. Ein Loveinterest so richtig zum Verlieben eben.

Doch was mich am meisten begeistert hat ist das Setting. Silver Creek ist ein wirklich süßes kleines Städtchen, wo jeder jeden kennt und an jeder Ecke ein interessanter Charakter wartet. Hier gibt es auf jeden Fall noch jede Menge Stoff für weitere Geschichten. Das Schönste aber ist das Books’n’Dreams. Ach, wie gerne wäre ich an Annies Stelle gewesen und hätte in diesem Buchladen gearbeitet. Ich glaube das ist der Traum von jedem Bücherjunkie und ich fand es so toll, dass man direkt ins Geschehen eingebunden wurde. Gemeinsam mit Annie und Oliver verbringt man viel Zeit im Buchladen, was mir besonders viel Spaß gemacht hat.

Natürlich weiß man, wie das Buch enden wird und trotzdem war ich positiv überrascht und muss sagen, dass „BuchTraumKüsse“ ein richtig tolles Wohlfühlbuch ist.

Fazit:

Nachdem ich „BuchTraumKüsse“ gelesen habe, muss ich jetzt dringend auch die anderen Geschichten von Ellen McCoy haben. Sie hat mir gezeigt, dass sie es nicht nur versteht, tolle Fantasy-Werke zu schreiben, sondern dass auch ihre Liebesgeschichten sich wirklich lohnen. Die Charaktere sind authentisch und liebenswert, das Setting ist wundervoll und obwohl Bücher in diesem Genre meist sehr vorhersehbar sind, hat sie es trotzdem geschafft, mich zu überraschen und durch und durch zu begeistern.

Beim Lesen dieses Buches konnte ich mich einfach wohlfühlen und es in jedem Zug genießen.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

Veröffentlicht am 29.03.2019

Der Kampf geht weiter

Der Fluch der sechs Prinzessinnen (Band 4): Eispalast
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Inhalt:

Obwohl Penelopé und Genevieve als Zwillingsschwestern gemeinsam von Rania verflucht wurden, hat jede doch ihr eigenes Rätsel zu lösen. Während Penelopé versucht sich in Frigus ein neues Leben ...

Inhalt:

Obwohl Penelopé und Genevieve als Zwillingsschwestern gemeinsam von Rania verflucht wurden, hat jede doch ihr eigenes Rätsel zu lösen. Während Penelopé versucht sich in Frigus ein neues Leben aufzubauen, setzt Genevieve alles daran, den Fluch zu brechen und zurück nach Brahmenien zu gelangen.

Da erhält Peneolpé plötzlich die Gelegenheit, den Eispalast zu besuchen und den Schneekönig kennenzulernen. Damit scheint sie der Lösung des Rätsels einen Schritt näher zu kommen und auch Genevieve muss ins Schloss aus Eis und Schnee, um ihren Fluch zu brechen.

Doch wie gelangt man in einen Palast, der für Besucher unzugänglich ist und welche Geheimnisse verstecken sich wirklich unter der weißen Pracht des Schnees?

Meine Meinung:

Mit jedem Band werde ich noch neugieriger, ob es den sechs Prinzessinnen gelingt, dem Fluch ihrer Stiefmutter zu entkommen. In den vorherigen Bänden hat man immer schon ein bisschen von den beiden Zwillingsschwestern Penelopé und Genevieve erfahren und ich freute mich sehr darauf, endlich ihre eigene Geschichte zu lesen.

Dadurch, dass die beiden gemeinsam verflucht wurden, hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass sie auch an dem selben Ort waren, umso überraschter war ich, als ich erfuhr, dass die beiden sich nach einiger Zeit getrennt hatten. So bekam man quasi zwei Geschichten in einer und jede Prinzessin erlebte dabei ganz eigene Ereignisse, die jeweils aus ihrer Sichtweise erzählt wurden.

Dabei fiel mir sofort auf, dass Penelopé und Genevieve zwar Zwillinge, jedoch sehr unterschiedliche Persönlichkeiten sind. Während Penny versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen und sich ein neues Leben aufzubauen, falls sie den Fluch nie würde brechen können, kann sich Genevieve einfach nicht mit ihrem Schicksal abfinden und kämpft dagegen an. Auch sonst sind die beiden sehr verschieden, was immer deutlicher wird, je tiefer man in die Geschichte eintaucht. Ich fand es richtig schön, zwei so unterschiedliche Charaktere begleiten zu können und war gespannt, wann sich ihr Schicksal wieder miteinander verknüpfen und ob es ihnen gelingen würde, den Fluch zu brechen.

Fortan begleitet man die beiden durch die Geschichte und obwohl sie nicht wirklich langweilig war muss ich gestehen, dass mir etwas Pepp und Spannung gefehlt haben. Zwar hat Regina Meißner einige Überraschungen für uns bereit, aber insgesamt hätte ich mir gewünscht, dass sich die Situation stärker zuspitzt und die Spannung sich bis zum Showdown immer weiter aufbaut. So plätschert die Geschichte etwas vor sich, was zwar gut zu lesen war, aber wodurch mir ein bisschen der Wow-Effekt gefehlt hat.

Auch die Bedrohung durch Rania war in diesem Band weniger präsent, als vor allem bei seinem Vorgänger, wo die böse Stiefmutter ja eine zentrale Rolle gespielt hat. Doch wahrscheinlich lag es auch ein bisschen an meinen Erwartungen, denn eigentlich dachte ich, man würde auch in diesem Band neben dem Schicksal der Zwillingsschwestern wieder mehr über die Gesamtgeschichte erfahren. Leider wird diese in „Eispalast“ erst einmal nicht weitergeführt, so dass man nach wie vor im Dunkeln bleibt, was mit den anderen Schwestern inzwischen passiert. Natürlich steigert das auch die Vorfreude auf den nächsten Band der Prinzessinnen-Reihe, hat mich aber doch etwas traurig gemacht, da ich so neugierig darauf war.

Sehr interessant dagegen fand ich die Liebesgeschichten. Natürlich ist einiges vorhersehbar, aber trotzdem gelingt es der Autorin, mich zu überraschen. Denn genau so ungewöhnlich wie die beiden Protagonistinnen sind auch ihre beiden Love-Interests und wie es am Ende ausgeht. Doch ich denke, dass auch hier noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.

Am Schluss gibt es natürlich einen fiesen Cliffhanger, der die Spannung noch einmal steigert und richtig neugierig darauf macht, wie Regina Meißner diese Reihe abschließen wird. Ich freu mich jedenfalls sehr auf die Auflösung dieser Märchenadaption, wer weiß, was diese noch alles für uns bereithält.

Fazit:

In „Eispalast“ geht es um das Schicksal der Zwillinge Penelopé und Genevieve, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ich fand es toll, die beiden auf ihrer Reise zu begleiten, hatte mir jedoch etwas mehr Spannung und Nervenkitzel erwartet. Dafür gefielen mir die Liebesgeschichten sehr gut und die Autorin hält einige Überraschungen für uns bereit. Leider erfahren wir dieses Mal jedoch nichts über das Schicksal der anderen Prinzessinnen, so dass wir erneut auf den nächsten Band warten müssen, um zu erfahren, ob es ihnen gelingt den Kampf gegen Rania zu gewinnen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was Regina Meißner am Ende noch für uns bereithält.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

Veröffentlicht am 15.03.2019

Ein unglaublich tolles Buch

Adular (Band 1): Schutt und Asche
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Inhalt:

In Adular leben Menschen, Zwerge, Magier, Waldelfen, Hochelfen und Dunkelelfen zusammen. Nicht jedoch friedlich, denn die Dunkelelfen werden von jeher unterdrückt. Sie gelten als minderwertig ...

Inhalt:

In Adular leben Menschen, Zwerge, Magier, Waldelfen, Hochelfen und Dunkelelfen zusammen. Nicht jedoch friedlich, denn die Dunkelelfen werden von jeher unterdrückt. Sie gelten als minderwertig und werden wie Sklaven oder sogar Tiere behandelt.

Auch Dûhirion musste früh lernen, dass er weniger wert ist, als der Dreck unter den Stiefeln der anderen Mitbewohner von Adular. Doch während die restlichen Dunkelelfen niedere Dienste verrichten und in Armut leben müssen, wurde Dûhirion schon als Kind an Umbra, die Assasinengilde verkauft. Unter Folter lernte er ein Mörder zu werden und stets die Befehle von Umbra auszuführen, ohne sie zu hinterfragen.

Das ändert sich, als er sich in die Waldelfin Elanor verliebt, denn ihre Liebe ist verboten und muss deshalb geheim gehalten werden. Einen Ausweg gäbe es nur, wenn sie gemeinsam Adular verlassen würden. Sind die Rebellen, die sich gegen die ungerechte Behandlung der Dunkelelfen auflehnen, vielleicht ihre Lösung oder bringen sie die beiden Liebenden noch mehr in Gefahr?

Meine Meinung:

Schon beim Cover und dem Klappentext hatte mich der Sternensand Verlag und ich war sehr gespannt auf das Buch. Ich bin ja ein großer Fan von High Fantasy, hatte aber etwas Bedenken, da es mit einer Altersempfehlung versehen wurde.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog aus der Sicht von Elanor und 10 Jahre vor den eigentlichen Ereignissen. Dabei bekommt man sofort einen kleinen Einblick in das Leben in Adular und vor allem die ungerechte Behandlung der Dunkelelfen. Ja, ich muss gestehen, Jamie L. Farley hat damit einen Nerv bei mir getroffen, denn soweit hergeholt ist die Idee gar nicht, wenn man an unsere Geschichte denkt. Mir ging er mit den Schilderungen über das Leben der Dunkelelfen in Adular jedenfalls sehr unter die Haut und verursachte mir damit richtig Magenschmerzen. Ich hatte wirklich mehr als nur Mitleid mit diesem Volk und wünschte mir von Herzen, dass es befreit werden würde.

Sehr gut gefiel mir dabei, dass die Geschichte einmal aus Elanors und dann wieder aus Dûhirions Sicht erzählt wird. Da das Leben der beiden Protagonisten wirklich sehr unterschiedlich ist, war es für mich äußerst spannend, beide zu begleiten und ihre Sichtweise kennenzulernen. Obwohl der Autor sich jedoch dafür entschieden hat, die Begebenheiten in der 3. Person zu schildern, hat man das Gefühl mittendrin zu stecken und bekommt die Gefühle und Gedanken der beiden Hauptcharaktere trotzdem hautnah mit. Da habe ich manchmal Bedenken, da es mir bei dieser Erzählweise oft so vorkommt, als wäre man ein bisschen außen vor und die Gefühlswelt der Protagonisten würde teilweise auf der Strecke bleiben. Das ist in diesem Buch jedoch nie der Fall gewesen, was mich wirklich begeistert hat.

Dûhirion und Elanor hatten es mir auch von Anfang an sehr angetan. Vor allem der Dunkelelf gefiel mir sehr gut. Er ist Assasine und damit ein Auftragsmörder, trotzdem merkt man sofort, dass er auch ein Gewissen hat und dass er nicht das gedanken- und gewissenlose Werkzeug ist, zu dem man ihn machen wollte. Außerdem habe ich es sehr bewundert, wie kognitiv er an die Begebenheiten herangeht. Er sieht und spürt natürlich auch das Unrecht, das seinem Volk und ihm entgegengebracht wird, trotzdem stürzt er sich nicht blind in eine Rebellion, sondern versucht auf seine Weise das Unrecht abzumildern. Er ist wahrlich ein Kopfmensch und doch hat er sich Hals über Kopf in Elanor verliebt, was zeigt, dass er manchmal auch auf sein Herz hört.
Elanor dagegen scheint mir das genaue Gegenteil von ihm zu sein: Sie handelt aus dem Bauch raus, ist impulsiv und denkt erst einmal nicht an die Folgen ihres Handelns. Dabei gerät sie in manche prekäre Situation. Dadurch, dass sie ein Bauchmensch ist, leidet sie jedoch auch unter der Ungerechtigkeit, die den Dunkelelfen entgegengebracht wird und versucht, dagegen anzukämpfen. Damit gleichen sich die beiden in meinen Augen sehr gut aus und bilden das perfekte Paar.

Es gibt jedoch auch noch einige spannende Nebencharaktere z.B. die Zwergin Maryn, Elanors Onkel Faredir, Dûhirions besten Freund Valion oder auch das Stadtoberhaupt Hastor. Sie alle spielen eine interessante Rolle innerhalb der Geschichte und machen sie neben den Protagonisten zu etwas Besonderem. Nicht immer waren mir die Rollen der einzelnen Figuren klar, aber gerade das fand ich so spannend, denn ich liebe es, wenn eine Geschichte nicht von Anfang an vorhersehbar ist.

Und in diesem Buch gab es einiges, das ich nicht sofort geahnt habe. Für mich war die Story jedenfalls von Anfang bis Ende spannend. Durch die ungerechte Behandlung und das Auftauchen der Rebellen schwelt der Konflikt zwischen den Völkern so dahin und breitet sich immer weiter aus. Man wartet also quasi darauf, dass ein Strohfeuer entsteht und die Lage eskaliert. Dabei muss man aber darauf gefasst sein, dass dieses Buch nichts für schwache Gemüter ist, denn bei einem Krieg geht es eben nicht ohne Opfer und die Methoden sind dabei alles andere als zimperlich. Meiner Meinung nach passte das aber wirklich gut zur Geschichte und in die Handlung, so dass ich eigentlich sogar begeistert davon bin. Natürlich bin ich kein Fan von ungerechtfertigter Darstellung von Gewalt, aber das ist hier auch nicht der Fall, im Gegenteil es ist absolut authentisch und eine „rosarote Seifenblasenwelt“ hätte einfach nicht gepasst und wäre damit nicht stimmig.

Sehr gut gefiel mir auch, dass in diesem Buch wirklich wichtige und ernste Themen eingebaut werden: Dabei geht es darum, dass Liebe keine Frage der Hautfarbe ist, dass man selbst bestimmt, wer man ist und dass die Handlungen jedes einzelnen ihn zu dem machen, wer er ist. Es geht um Toleranz und darum bei Unrecht nicht wegzusehen, sondern für das einzustehen, woran man glaubt. Damit war diese Geschichte für mich nicht nur Unterhaltungsliteratur, sondern ging viel tiefer und hat mich neben dem Lesespaß auch zum Nachdenken gebracht.

Der Schreibstil von Jamie L. Farley passt dabei super zum Genre. Er ist bildhaft, beschreibt genau, lässt aber noch Raum für die eigene Fantasie. In meinem Kopf wurden die Bilder jedenfalls lebendig und ich wurde dermaßen mitgerissen, dass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit durch hatte und ehrlich gesagt darauf hoffe, dass dieses Werk verfilmt wird. In meinen Augen könnte es locker mit „Der kleine Hobbit“ mithalten.

Am Ende hält der Autor für uns dann einen mehr als fiesen Cliffhanger bereit, der mich richtig verzweifeln lässt, aber ich hoffe, wir müssen nicht zu lange auf die Fortsetzung warten. Bei mir besteht auf jeden Fall absolute Suchtgefahr, denn ich will unbedingt mehr und das am besten sofort!

Fazit:

„Adular – Schutt und Asche“ ist eines dieser Bücher, das mein Kopfkino lebendig werden ließ. Der Autor Jamie L. Farley konnte mich sowohl mit seinen außergewöhnlichen Charakteren, als auch seinem spannenden Worldbuilding, sowie den ernsten Themen im Buch sofort für seine Geschichte gewinnen. Die Handlungen sind jederzeit authentisch und der Schreibstil ist so bildhaft und flüssig, dass ich dieses Buch weggesuchtet habe. Am Ende lässt mich nicht nur der fiese Cliffhanger ungeduldig auf die Fortsetzung warten, sondern auch meine absolute Begeisterung für dieses Werk. Unbedingt lesen!

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.