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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2021

Wortgewandt und federleicht

Die Erfindung der Sprache
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Adam Riese ist keinesfalls Mathematiker, sondern Sprachwissenschaftler und ein nicht ganz unkomplizierter Mensch. Veränderungen in seinem Tagesablauf, reisen, Kontakt mit anderen Menschen: alles Dinge, ...

Adam Riese ist keinesfalls Mathematiker, sondern Sprachwissenschaftler und ein nicht ganz unkomplizierter Mensch. Veränderungen in seinem Tagesablauf, reisen, Kontakt mit anderen Menschen: alles Dinge, mit denen er nicht gut zurecht kommt. Dementsprechend bekommt er es mit all dem im Laufe der Handlung zu tun und muss das Beste daraus machen.
In „Die Erfindung der Sprache“ spielt Baumheier mit der Sprache, ohne dass dies aufdringlich oder ermüdend ist. Die Charaktere sind wunderbar lebendig durch die Erzählung und unglaublich sympathisch. Meine Lieblingsfigur im Roman war Adams Oma aus dem Altvatergebirge, bei der ich mich über jeden Auftritt gefreut habe, allein schon wegen ihrer, zwar fast nie sprachlich korrekten, aber immer sehr lustigen Redebeiträge.
„Die Erfindung der Sprache“ ist zum Teil Heldenreise, zum Teil Roadtrip, zum Teil Familiengeschichte; eine Mischung, die ich hier sehr gelungen finde. Am Anfang hat es mich etwas gestört, dass Farben in dem Roman immer ganz genau beschrieben werden und nicht einfach nur grau oder blau sein dürfen. Aber das ist eine Eigenart des Buches, die mir irgendwann sogar sympathisch wurde. Richtig gut gefallen hat mir auch, dass Adam eine starke, aber absolut glaubwürdige Charakterentwicklung durchläuft.
Der Roman nimmt sich selbst nicht zu Ernst, weswegen er mir auch so sympathisch ist.
Fazit: ein lustiger Roman über einen unfreiwillig Reisenden, die Sprache und das Leben auf einer Nordseeinsel.

Veröffentlicht am 17.02.2021

Erziehung anders herum

Wie man seine Eltern erzieht (Eltern 1)
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Luis möchte gerne Komiker werden, für die Schule hat er nicht viel übrig und schon gar nicht für seine neue Schule. Schwierig, wenn ausgerechnet jetzt die Eltern nerven. Da braucht es ausnahmsweise mal ...

Luis möchte gerne Komiker werden, für die Schule hat er nicht viel übrig und schon gar nicht für seine neue Schule. Schwierig, wenn ausgerechnet jetzt die Eltern nerven. Da braucht es ausnahmsweise mal keine Erziehungsmaßnahmen durch die Eltern, sondern durch das Kind.
„Wie man seine Eltern erzieht“ ist als Tagebuch geschrieben, also immer in kleinen Häppchen und sprachlich auch absolut aus der Sicht eines 12-Jährigen. Natürlich ist Luis Tagebuch auch witzig, immerhin hat er ja eine glänzende Karriere im Comedysektor vor sich. Sehr gut geeignet für Kinder, die einen Einstieg ins Lesen längerer Texte suchen, aber keine Lust haben, länger am Stück zu lesen. Für Kinder, die schon mehr Bücher gelesen haben vielleicht nicht ganz so gut geeignet, da es dem Text etwas an Action fehlt. Manche Passagen sind etwas schleppend, aber insgesamt doch ein sehr unterhaltsames, lustiges Buch, welches man schnell gelesen hat, wenn man dran bleibt. Gut gefallen hat mir auch die Art, in der Luis sich Gedanken darum macht, wie seine Eltern ticken und dabei in gewissem Maße Verständnis für sie aufbringt indem er die Dinge aus ihrer Sicht betrachtet.

Veröffentlicht am 07.02.2021

Super lustiges Buch im Tagebuchstil

Wie man seine peinlichen Eltern erträgt (Eltern 2)
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Luis, die Lachnummer, hat ganz schön Probleme mit seinen Eltern. Die wollen nämlich unbedingt cool und hip sein, nachdem Luis Vater einen neuen (jungen) Chef bekommen hat. Gleichzeitig hat Luis gerade ...

Luis, die Lachnummer, hat ganz schön Probleme mit seinen Eltern. Die wollen nämlich unbedingt cool und hip sein, nachdem Luis Vater einen neuen (jungen) Chef bekommen hat. Gleichzeitig hat Luis gerade die Schule gewechselt und will außerdem unbedingt in einer Castingshow gewinnen, um seinen Durchbruch als Comedian zu erreichen. Ganz schön viel los also in seinem Leben.
Luis schreibt, wie es sich für einen Comedian gehört, unglaublich witzig und unterhaltsam und zwar nicht an einen fiktiven Leser gerichtet, sondern an sein Tagebuch. Da er das Ganze nicht nur nach Tagen, sondern auch nach Uhrzeiten unterteilt, sind die einzelnen Kapitel kurz und lassen sich gut auch mal zwischendrin lesen (aber Vorsicht: wenn man einmal angefangen hat, will man sowieso weiter lesen).
Optisch wird das Ganze im Innenteil von kleinen Zeichnungen unterstützt, meist am Kapitelanfang und -ende. „Wie man seine peinlichen Eltern erträgt ist der zweite Teil einer Romanreihe. Auch ohne den ersten Teil gelesen zu haben, findet man sich ohne Probleme in der Handlung zurecht. Das Ende des Buches kommt zwar etwas abrupt wie ich finde, aber die Handlungsstränge sind soweit alle abgeschlossen und die Fortsetzung gibt es dann wohl im nächsten Teil der Serie.
Fazit: Ein sehr witziges, kurzweiliges Buch aus der Lebenswelt eines (britischen) Teenager. Für die Zielgruppe (Kinder ab 10 Jahre)perfekt geeignet. Durch die kurzen Abschnitte und den lockeren Ton auch gut geeignet für Kinder, die sonst nicht so viel oder so gerne lesen.

Veröffentlicht am 02.02.2021

Eine kleine Box zum Abschalten

Detox yourself!
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In der kleinen Box sind 50 Karten zum Thema Detox mit Tipps aus allen Bereichen. Ich finde die Mischung gut: es gibt Rezepte für Detox-Drinks, Zitate, Denkanstöße und natürlich die Tipps für den Detox, ...

In der kleinen Box sind 50 Karten zum Thema Detox mit Tipps aus allen Bereichen. Ich finde die Mischung gut: es gibt Rezepte für Detox-Drinks, Zitate, Denkanstöße und natürlich die Tipps für den Detox, wie man ihn kennt, also aufräumen, Digital Detox, Achtsamkeit. Jeder Bereich wird unter die Lupe genommen und auf einer Karte abgehandelt. Die Karten selbst sind nicht überladen, aber man bekommt immer aufs Neue eine andere Perspektive aufgezeigt. Zu dem Thema gibt es ja mittlerweile vieles auf dem Markt, aber mir gefällt die Idee dahinter: nicht alles auf einmal, sondern Schritt für Schritt zum besseren Leben oder zumindest zu einem besseren Umgang mit uns selbst. Das kann man auch als Langzeitprojekt durchziehen. Statt 50 Karten hätte ich allerdings 52 reingepackt, dann hätte man eine Jahreschallenge daraus machen können.
Eine witzige Geschenkidee und ein gutes Mitbringsel.

Veröffentlicht am 01.02.2021

Ganz neue Perspektiven

Von riesengroß bis klitzeklein
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Ein Buch in dieser Art habe ich vorher noch nicht gesehen. Alles ist ineinander verschachtelt: der Schmetterling ist ganz klein neben der Kuh und die wiederum ganz klein vor den hohen Bergen. Auf dem nächsten ...

Ein Buch in dieser Art habe ich vorher noch nicht gesehen. Alles ist ineinander verschachtelt: der Schmetterling ist ganz klein neben der Kuh und die wiederum ganz klein vor den hohen Bergen. Auf dem nächsten Bild sieht man dann, dass die Kuh eigentlich auf einer Milchpackung ist und diese Packung im Meer schwimmt. Neben einem riesigen Wal und der wiederum…Dinge, die eigentlich so groß sind werden klein und umgekehrt. Es macht (auch als Erwachsener) sehr viel Spaß dieses Buch durchzublättern und immer wieder aufs Neue zu staunen. Die Texte sind kurz und beschreiben weniger die Bilder, sondern sagen vielmehr etwas über sie aus. Die Bilder sind schön gezeichnet, farbenfroh und lustig. Sehr präsent drängen sich die Themen Umweltschutz und auch die aktuelle Klimathematik mit in das Buch. Eine sehr gute Verknüpfung, wie ich finde, denn wer kann schon staunend beobachten, wie riesig der Wal im Meer neben der Milchtüte ist und es dann noch gut finden, dass der Müll dort schwimmt? Am Besten gefallen hat mir die letzte Seite und zwar nicht nur, weil sich der Kreis zum Anfang des Buches hier wieder schließt, sondern auch, weil das Buch selbst auf den Bildern vorkommt. Diese Selbstreflexion ist ein witziger Einfall, aber gerade deshalb halte ich die Altersangabe von 5 Jahren für angemessen. Am Anfang dachte ich noch, dass man es doch eigentlich schon früher mit Kindern lesen könnte, aber dieses Zoom-Buch erfordert mehr Verständnis von einem Kind als ein klassisches Bilderbuch (regt aber auch genau dieses Verständnis an)
Ein buntes, kindgerechtes Buch zu einem wichtigen, hochaktuellen Thema.

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