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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2017

Tagebuch einer außergewöhnlichen Hochzeitsreise

Honeymoon XXL
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Eine Reise um die Welt, anstatt der herkömmlichen Flitterwochen – auf dieses Abenteuer lassen sich Stefan und Julia Richter ein. Sie lassen ihr Zuhause zurück, werfen ihre Pläne mehr als einmal über Bord ...

Eine Reise um die Welt, anstatt der herkömmlichen Flitterwochen – auf dieses Abenteuer lassen sich Stefan und Julia Richter ein. Sie lassen ihr Zuhause zurück, werfen ihre Pläne mehr als einmal über Bord und besuchen in 433 Tagen ganze 15 Länder.

Was mich sofort begeistert hat, waren die wunderschönen Bilder, die automatisch das Fernweh wecken. Das Buch ist in Form eines Reisetagebuches geschrieben, wodurch es sich gut und flüssig liest. Man erfährt, was die beiden Autoren erlebt haben, jedoch weniger über das jeweilige Land. Die Zusammenfassung am Ende jedes Kapitels fand ich auch sehr gelungen.

Als Leser darf man jedoch nicht zu viele Informationen über die besuchten Länder und die Menschen erwarten. Viele Länder werden nur sehr kurz, aus touristischer Sicht und eher oberflächlich behandelt. China wird zum Beispiel auf zwei Seiten Text abgehandelt, wobei die Beiden auch nur 63 Stunden dort waren. Ich vergleiche das Ganze mit einem kurzen Stop-over oder einem nur einige Stunden dauernden Besuch in einem Land im Rahmen einer Kreuzfahrt. Man bekommt einen kurzen Einblick, erfährt aber nicht viel über das echte Leben und den Alltag der Menschen. Etwas mehr Tiefe und mehr Bilder, bzw. vor allem Bildunterschriften, hätten dem Buch an der einen oder anderen Stelle gut getan. Auf dem Blog der beiden Autoren kann man zusätzliche Bilder zusammen mit Texten zu jedem Land finden. Dass die Autoren auf ihrer Reise Südamerika und Afrika komplett ausgelassen haben, finde ich sehr schade, aber das ist meine persönliche Meinung und geht nicht in die Bewertung ein.

Alles in allem handelt es sich aus meiner Sicht um einen schönen Bericht, der leicht und locker zu lesen ist, ich fühlte mich gut unterhalten, vergebe aber aufgrund der oben genannten Punkte, und des dafür doch recht hohen Preises, nicht die volle Punktzahl.

Veröffentlicht am 05.05.2017

Mit dem richtigen Gespür für Menschen

Der weiteste Weg
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Bruno Blum hat sich zusammen mit seiner Lebenspartnerin auf den Weg gemacht. Mit dem Campingbus von der Schweiz bis nach Australien und wieder zurück. Sie haben unterwegs Länder wie Russland, Kasachstan, ...

Bruno Blum hat sich zusammen mit seiner Lebenspartnerin auf den Weg gemacht. Mit dem Campingbus von der Schweiz bis nach Australien und wieder zurück. Sie haben unterwegs Länder wie Russland, Kasachstan, den Iran, Pakistan, Indien, Malaysia, Japan und die Mongolei bereist.

Dieser Reisebericht hat mir unheimlich gut gefallen. Man spürt, dass der Autor erfahren und schon viel in der Welt herumgekommen ist. Besonders begeistert hat mich sein Gespür für die Verschiedenartigkeit der Menschen und sein echtes Interesse an ihnen. Er wirkt offen, wertungsfrei und kann sich völlig auf die unterschiedlichen Kulturen einlassen. So schildert er neben den Ländern und mancher Eigenheit vor allem die Begegnungen mit den Menschen. Dadurch wird das Buch stellenweise tiefgründiger als ein reiner Reisebericht und Bruno Blum ermöglicht einen tieferen Einblick in das Leben der Menschen, aber auch in sein eigenes Leben. Die tollen Bilder veranschaulichen und unterstützen die Schilderungen wunderbar.

Einen kleinen Abstrich muss man machen, da es auch Bruno Blum nicht gelingen kann, 2 ½ ereignisreiche Jahre komplett in 220 Seiten zu packen. An der einen oder anderen Stelle hätte ich gerne noch länger im jeweiligen Land verweilt, aber vielleicht ist das auch ein Anreiz, sich selbst auf den Weg zu machen.

Allen, die sich für diesen Teil der Erde, die Menschen und das Reisen allgemein interessieren, kann ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.

Veröffentlicht am 26.04.2017

Furchtbar wichtig

Der letzte Überlebende
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Wie kann man die Geschichte eines Mannes bewerten, der so schreckliche Dinge erlebt hat? Aus meiner Sicht gar nicht. Und trotzdem möchte ich meine Eindrücke zu diesem Buch schildern.

Den Hauptteil des ...

Wie kann man die Geschichte eines Mannes bewerten, der so schreckliche Dinge erlebt hat? Aus meiner Sicht gar nicht. Und trotzdem möchte ich meine Eindrücke zu diesem Buch schildern.

Den Hauptteil des Buches bildet die Zeit, als Sam im Alter zwischen dreizehn und zweiundzwanzig war. Vom Einmarsch der Nazis in Polen bis zur Befreiung. Am eindrücklichsten war für mich die Beschreibung der Zeit und Erlebnisse in Auschwitz. An vielen Stellen ist diese einfach nur furchtbar und kaum erträglich. Wie kann ein Mensch das alles aushalten? Vieles hatte ich direkt vor meinem inneren Auge und an manch eine beschriebene Situation erinnere ich mich immer wieder. Manchmal blitzt dann auch in dieser Hölle etwas Menschlichkeit durch. Auch das Kapitel „Gerechtigkeit und Frieden?“ ist für mich sehr wichtig. Es ist erschreckend, wie das Geschehene vertuscht wurde und manche Täter ihrer Strafe entkamen.

Bewundernswert finde ich den Ton, den Sam Pivnik bei all seinen Erzählungen trifft. Er könnte verbittert oder hasserfüllt sein, stattdessen schildert er die Ereignisse möglichst objektiv, wobei seine Gefühle und das Entsetzen trotzdem spürbar bleiben.

Ich habe durch dieses Buch sehr viel Neues erfahren, konnte mich in den Autor hineinversetzen, habe einiges besser verstanden und bleibe auch betroffen zurück. Ich bin unheimlich froh, dass Sam Pivnik dieses Buch geschrieben hat. Die Überlebenden des Holocaust werden immer weniger und es ist aus meiner Sicht extrem wichtig, ihre Geschichten festzuhalten. Ich wünsche diesem Buch so viele Leser wie möglich. Gerade in Anbetracht der heutigen politischen Situation und Strömungen ist es umso wichtiger, die damaligen Ereignisse nicht zu vergessen, damit so etwas nie wieder passiert. Dieses Buch kann einen Teil dazu beitragen.

Veröffentlicht am 21.04.2017

Nettes Büchlein

Ei, Ei, Ei, was seh ich da?
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Das Buch besteht aus Sprüchen mit dazu passenden Bildern. Einige sind originell, manche bringen den Leser zum Schmunzeln. Viel mehr als es einmal durchzublättern wird man jedoch kaum damit anfangen.

Das Buch besteht aus Sprüchen mit dazu passenden Bildern. Einige sind originell, manche bringen den Leser zum Schmunzeln. Viel mehr als es einmal durchzublättern wird man jedoch kaum damit anfangen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover "Ei, Ei, Ei, was seh ich da?"
  • Cover "Blütenpracht und Schmetterlingszauber"
  • Unterhaltungswert der Box
  • Bastelspaß
  • Ausführen der Aufgaben
  • Für Kinder geeignet
  • Zeit für die Diskussion
Veröffentlicht am 21.04.2017

Schöne Geschichte mit Luft nach oben

Überleben ist ein guter Anfang
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In einer Selbsthilfegruppe treffen sechs völlig unterschiedliche, krebskranke Frauen aufeinander. Sieglinde, die Älteste, möchte so bald wie möglich ihren Traum einer Weltreise in die Tat umsetzen. Leider ...

In einer Selbsthilfegruppe treffen sechs völlig unterschiedliche, krebskranke Frauen aufeinander. Sieglinde, die Älteste, möchte so bald wie möglich ihren Traum einer Weltreise in die Tat umsetzen. Leider kommt es nicht mehr dazu. Daraufhin entschließen sich die restlichen Frauen, diesen letzten Wunsch stellvertretend zu erleben und machen sich auf die Reise. Sie besuchen Frankreich, die USA, Peru, Australien, Indien und Ägypten.

Sehr gut gefallen hat mir die ganz andere und sehr positive Herangehensweise an das Thema Krebs und die Verarbeitung in diesem Roman. Das Buch weckt die Lust, etwas zu erleben, und nicht zu warten, bis es fast zu spät ist. Außerdem hat mir die Verschiedenartigkeit der fünf Frauen sehr gut gefallen, die sich zuvor sicher nie begegnet wären, sowie die Beschreibung ihrer Sorgen und Probleme auch während der Reise.

Etwas schade fand ich es, dass die Figuren für mich dennoch etwas blass geblieben sind und ihnen zum Teil die Tiefe fehlt. Gleichzeitig erscheinen sie für die heutige Zeit doch sehr naiv und entsprechen dem traditionellen Rollenbild. Auch die Reiseziele sind nur sehr oberflächlich beschriebene Handlungsorte, die farblos bleiben, obwohl ich fast alle persönlich kenne. Im Prinzip werden ein oder zwei Hauptsehenswürdigkeiten kurz angesprochen, auf die jeweilige Kultur oder die Menschen wird jedoch nicht eingegangen.

Alles in allem für mich eine schöne Geschichte, die aufgrund des angenehmen Schreibstils schnell gelesen werden kann, ihr Potential aber nicht komplett ausschöpft.