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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2017

Lebe Deine Träume

Unsere Hälfte des Himmels
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Lieselotte ist in den 70er Jahren in einer sehr kalten und traditionellen Ehe gefangen. Als sie den Anruf erhält, dass ihre Mutter nach einem Unfall im Koma liegt, reist sie zu ihr. Im Zuge einiger Nachforschungen ...

Lieselotte ist in den 70er Jahren in einer sehr kalten und traditionellen Ehe gefangen. Als sie den Anruf erhält, dass ihre Mutter nach einem Unfall im Koma liegt, reist sie zu ihr. Im Zuge einiger Nachforschungen erfährt sie viel mehr über das Leben ihrer Mutter Amelie, als diese bisher offenbart hat, und versteht langsam die Hintergründe ihres oft sehr kühlen Verhaltens. Amelie und ihre Freundin Johanna hatten in den 30er Jahren nur einen großen Traum – zu fliegen. Doch die äußeren Umstände und weitere unvorhergesehene Ereignisse stehen diesem Wunsch entgegen.

Obwohl die Geschichte zu einer völlig anderen Zeit spielt, als der, in der wir heute leben, ist die Situation der Frauen für mich gut nachvollziehbar. Man spürt die Sehnsucht, Fliegen zu dürfen, und die Leidenschaft der Frauen dafür. Gleichzeitig wird klar, wie beschwerlich das Fliegen zu dieser Zeit war. Die Geschichte von Amelie und ihrer Freundin Hanni im Jahr 1935 sowie der Unfall und seine Folgen 1971 werden parallel erzählt. Fliegende Frauen sind sicherlich ein eher ungewöhnliches Thema. Das Leben zu beiden Zeiten und die Geschichte sind in jedem Fall sehr gut recherchiert. Der Nationalsozialismus gewinnt in Deutschland 1935 an Bedeutung, spielt im Roman aber nur eine Nebenrolle. Freundschaft, Liebe, Eifersucht, das Verhältnis zur Mutter und das traditionelle Rollenbild der Frau sind weitere wichtige Themen, die angesprochen werden. Das Personenverzeichnis zu Beginn des Buches kann evtl. abschreckend wirken, ist für das Verständnis des Buches aber nicht notwendig, da die Personenzahl überschaubar ist.

Ich konnte in diesem Buch richtig versinken. Clarissa Linden versteht es sehr gut, das Innere ihrer Figuren, ihre Gefühle, Gedanken, Träume und Zweifel deutlich und spürbar zu machen. Ein Buch mit geschichtlichem Hintergrund, das einfach Spaß macht zu lesen.

Veröffentlicht am 05.01.2017

Starke Frauen im Oman

Das Versprechen der Wüste
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Joan Seabrook reist mit ihrem Verlobten in den Oman. Zu einer Zeit, zu der das noch nicht einfach und selbstverständlich, sondern ein Abenteuer ist. Nach und nach entdeckt sie die Geheimnisse und die Faszination ...

Joan Seabrook reist mit ihrem Verlobten in den Oman. Zu einer Zeit, zu der das noch nicht einfach und selbstverständlich, sondern ein Abenteuer ist. Nach und nach entdeckt sie die Geheimnisse und die Faszination dieses Landes.

Dieses Buch hat meine hohen Erwartungen absolut erfüllt. Zwei starke Frauen mit Visionen in einem fremden Land. Das Buch ist gut recherchiert und man erfährt etwas über die Europäer im Oman und das Land sowie das Leben von Frauen zu jener Zeit, wodurch das Interesse für das Land und die Geschichte geweckt wird. Zudem fließt die Familiengeschichte der Frauen mit ein. Der Anfang ist vielleicht etwas ausführlich und mit vielen Erklärungen durchzogen. Für mich als Schnellleser war das aber kein Problem. Ich habe das Buch in 2 Tagen verschlungen. Vor allem deshalb, weil es im Verlauf zunehmend spannend wird und sehr fesselnd geschrieben ist.

Ich kann das Buch all denjenigen empfehlen, die sich für dieses Genre und zum Beispiel Bücher von Lucinda Riley begeistern können.

Veröffentlicht am 04.01.2017

Turbulenzen in Kapstadt – ein gelungenes Debüt

Bratpfannensurfer
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Michael zieht mit seiner Familie nach Kapstadt. Während er sich um Haushalt und Kinder kümmert, macht seine Frau Sandra an der Uni Karriere. Schon im normalen Alltag stolpert er in so manchen Fettnapf. ...

Michael zieht mit seiner Familie nach Kapstadt. Während er sich um Haushalt und Kinder kümmert, macht seine Frau Sandra an der Uni Karriere. Schon im normalen Alltag stolpert er in so manchen Fettnapf. Richtig brenzlig wird es jedoch, als Sandra plötzlich immer später nach Hause kommt und er die Vertrautheit zwischen ihr und ihrem Chef bemerkt. Doch da ist es schon zu spät und die Beiden schlittern in eine handfeste Ehekrise.

Als Leser ist man hautnah bei Ich-Erzähler Michael dabei und erlebt Freud und Leid unmittelbar mit. Zu Beginn folgt eine skurile oder komische Situation nach der anderen und ich habe oft herzhaft gelacht. Im Mittelteil leidet man dann mit Michael mit, da die sehr schwierige Situation zwischen ihm und seiner Frau sehr gut, realistisch und emotional beschrieben wird. Man spürt auf jeder Seite seine Verzweiflung. Gegen Ende finden alle einen Weg aus der Krise, mehr wird hier jedoch nicht verraten. Aufgrund der Beschreibung und des Covers habe ich ein vor allen Dingen sehr lustiges Buch erwartet. Das ist es auch, da es einige geradezu brillante und ideenreiche Szenen enthält. Gleichzeitig geht es jedoch sehr viel tiefer, deutlich über eine humorvolle Beschreibung eines Hausmannes in Südafrika hinaus, und zeigt das Leben mit Höhen und Tiefen. Es ist wichtig zu wissen, dass das Buch rein fiktiv ist! Zudem enthält es einige englische Dialoge, deren Verständnis nicht absolut notwenig, für den Lesespaß aber hilfreich ist. Das Buch ist abwechslungsreich, lebendig, lustig und ernst, wie das echte Leben.

Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und freue mich auf weitere Bücher des Autors.

Veröffentlicht am 29.12.2016

Schülermund...

Nenne drei Hochkulturen: Römer, Ägypter, Imker
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Die beiden Autorinnen haben in diesem Buch erneut die besten und kuriosesten Schüler-Ausreden und Antworten gesammelt.

Vermutlich kann sich jeder an die eigene Schulzeit und viele absurde oder komische ...

Die beiden Autorinnen haben in diesem Buch erneut die besten und kuriosesten Schüler-Ausreden und Antworten gesammelt.

Vermutlich kann sich jeder an die eigene Schulzeit und viele absurde oder komische Momente erinnern und wird durch dieses Buch in die eigene Jugend zurückversetzt. Ich musste an vielen Stellen schmunzeln. Oftmals war für mich jedoch der einleitende, verbindende und erklärende Text zu lang und ich hätte mir stattdessen eine größere Fülle an originellen Schülersprüchen erhofft. An anderen Stellen wiederum wäre etwas mehr Hintergrundinformation hilfreich bzw. man würde bei der Lektüre des Buches sogar noch etwas lernen.

Für mich ist das Buch deshalb durchaus amüsant, aber nicht herausragend.

Veröffentlicht am 28.12.2016

Sehnsucht einer Ehefrau

Wenn das Leben Loopings dreht
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Franzi ist 50 Jahre alt, finanziell gut gestellt, verheiratet und hat zwei Kinder. Eigentlich fehlt es ihr an nichts. Allerdings leidet ihre Ehe etwas unter dem gewöhnlichen Alltag und einer selbstverständlichen ...

Franzi ist 50 Jahre alt, finanziell gut gestellt, verheiratet und hat zwei Kinder. Eigentlich fehlt es ihr an nichts. Allerdings leidet ihre Ehe etwas unter dem gewöhnlichen Alltag und einer selbstverständlichen Vertrautheit, die sich nach vielen gemeinsamen Jahren eingestellt hat. Als sie in dieser Situation die falsch adressierten, leidenschaftlichen Liebesbriefe eines Unbekannten erhält, wird ihr Leben und ihre Ehe aus den alten Fahrwegen gehoben. Sie möchte diesen Mann kennen lernen und macht sich auf den Weg.

Ich hatte aufgrund der Kurzbeschreibung eine Geschichte im Stil von Jojo Moyes erwartet. Die Charaktere und die Handlung weisen jedoch mehr Ecken und Kanten auf. Die Sorgen und Nöte im Leben einer 50-Jährigen werden gut dargestellt. Dadurch, dass der Großteil des Buches in München spielt, kann man sich sehr gut in die Geschichte einfinden, wenn man die Stadt ein bisschen kennt. Einige Nebendarsteller sind mir sehr sympathisch und ihre Darstellung ist, wie auch ein Teil der Handlung, sehr gelungen. Mit der Protagonistin konnte ich mich dagegen vor allem im ersten und im letzten Drittel nicht identifizieren. Sie hat mich manchmal geradezu genervt, wenn sie naiv, kindisch und immer nur das Schlimmste befürchtend durch das Leben stolpert und es dabei fast zwanghaft immer wieder zu Missverständnissen kommt. Manche Stellen bzw. Handlungen waren mir einfach zu extrem und übertrieben. Die Autorin hat einen sehr schönen Erzählstil und der Mittelteil hat mir sehr gut gefallen, so dass ich ein paar schöne Lesestunden hatte. Leider fand ich die Protagonistin, wie bereits gesagt, oft einfach nur anstrengend.