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Veröffentlicht am 07.03.2021

Altbekanntes

Kim Jiyoung, geboren 1982
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Kim Jiyoung, geboren 1982 beschreibt das Leben der Frauen in Südkorea mit dem Blick auf gesellschaftliche Normen.

Kim Jiyoung wächst als mittleres Kind auf, ihr jüngerer Bruder wird gehätschelt ...

Kim Jiyoung, geboren 1982 beschreibt das Leben der Frauen in Südkorea mit dem Blick auf gesellschaftliche Normen.

Kim Jiyoung wächst als mittleres Kind auf, ihr jüngerer Bruder wird gehätschelt und hoch geschätzt, während Kim und ihre Schwester eher hingenommen werden. SIe müssen sich im Haushalt beteiligen, haben kein Anrecht auf höhere Bildung, sondern müssen arbeiten um ihrem Bruder eine Schulbildung und ein Studium zu ermöglichen. Die Gedanken von Kim sind auf der einen Seite das System hinterfragend, jedoch schlussendlich nicht zielführend oder gar aufbegehrend.

Kim Jiyoung Geschichte wird distanziert erzählt, untermauert wird die Geschichte mit statistischen Zahlen aus Südkorea und wissenschaftlichen Abhandlungen. Dieser Umstand macht das Buch mehr zu einem Sachbuch als zu einem Roman. Es lassen sich viele Paralellen zu dem Leben von Frauen in Deutschland in den 70-80iger Jahren finden. Auch in anderen Teilen der Welt ist es nicht viel anders mit dem Rollenbild der Frau bestellt. Auch wenn immer viel von Frauenquote, Anerkennung der Frau geschrieben und getönt wird, sieht es doch in dem meisten Firmen und den heimischen Fassaden nicht so viel anders aus.

Ein Buch welches sicher sehr wichtig ist, jedoch aus o.g. Gründen auch sehr viel bekanntes beinhaltet. Vielleicht ist dies auch eine Generationenfrage?



Veröffentlicht am 04.03.2021

Dicht und offen

Kindheit
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Das Buch Kindheit ist der erste Teil der „Kopenhagen-Trilogie” von Tove Ditlevsen. DIe Trilogie erscheint im Aufbau Verlag über 50 Jahre nach dem Selbstmord der Schriftstellerin. Mir war die Schriftstellerin ...

Das Buch Kindheit ist der erste Teil der „Kopenhagen-Trilogie” von Tove Ditlevsen. DIe Trilogie erscheint im Aufbau Verlag über 50 Jahre nach dem Selbstmord der Schriftstellerin. Mir war die Schriftstellerin bis dato nicht bekannt und dies ist mit Sicherheit nicht das einzige Buch was ich von ihr lesen werde.

Kopenhagen um 1920, Tove wächst in ärmlichen Verhältnissen mit einer unzurechenbaren Mutter, einen Bruder und einem Vater, der lange arbeitslos ist auf. Das Buch beginnt als Tove 5 Jahre alt ist und zeigt ein Mädchen, welches seine Umwelt genau beobachtet, sich tiefsinnige Gedanken macht und sich nicht der Welt zugehörig fühlt in die sie hineingeboren wurde. Selber bringt sich vor Schuleintritt lesen und schreiben bei, was allerdings in der Schule nicht gesehen wird.
Anders als für ihren Bruder ist für sie keine höhere Schuldbilung vorgesehen-nach der Konfirmation wird sie abgemeldet, obwohl die Lehrerin eine Gymnasiallösung vorschägt. Das Geld kann die Familie nicht aufbringen und Mädchen sollen laut ihrem Verständnis besser "gut" heiraten.

Das Buch hat mich in jeglicher Hinsicht begeistert: Die sprachliche Dichte, die in diesem Buch vorhanden ist, sucht seinesgleichen.
Alleine der Satz: „Dunkel ist die Kindheit, und sie winselt wie ein kleines Tier, das man in den Keller eingesperrt und vergessen hat“ sagt ganz viel über die Stärke der Sprache aus, sie ist dermassen dicht, das ich mich als Leserin manchmal ein wenig erdrückt fühlte.
Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und werde die beiden Folge Bände auf jeden Fall auch noch lesen. Zurecht wird Tove Ditlevsen in Dänemark als Ikone des Schreibens genannt.

Veröffentlicht am 02.03.2021

Tolle Fortsetzung

Mordsand
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Mordsand ist der 4 Band um die Elbmarsch Reihe mit Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn von Romy Fölck.

Diesmal haben es Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn mit einem Skelett Fund am Rand einer Elbinsel ...

Mordsand ist der 4 Band um die Elbmarsch Reihe mit Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn von Romy Fölck.

Diesmal haben es Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn mit einem Skelett Fund am Rand einer Elbinsel zu tun. Das Skelett liegt nach ersten Erkenntnissen schon 30 Jahre dort. Eingebudelt um dort zu ertrinken. Als wenige Tage ein Bauunternehmer ebenfalls mit Stricken gefesselt im Elbsand gefunden wird, wird der Fall immer mysteriöser.

Es gibt zwei Zeitebenen in denen die Geschichte spielt, in der Gegenwart und mit eindrucksvollen Rückblicken in die ehemalige DDR und ihren Heimen und den Jugendwerkhöfen für vermeintlich Schwererziehbare Jugendliche. Die Härte und die Unmenschlichkeit die dort unter Margot Honecker herrschte ist unvorstellbar. Fassungslos und kopfschüttelnd wurde ich damit konfrontiert.

Die Protagonisten sind wieder herrlich lebend beschrieben, die Mischung zwischen dem Privatleben und den Ermittlungen ist optimal. Es macht Spass zu lesen, wie es auch privat mit Frida und Haverkorn weitergeht, ebenso mit dem Hof von Fridas Eltern-dort tut sich einiges.
Die Autorin kann die Spannung des Buches super bis zum Ende aufrecht halten, nichts ist so wie es auf den ersten Blick scheint.
Für mich eine gelungene Fortsetzung der Elbmarsch Reihe.

Veröffentlicht am 26.02.2021

Spannung pur

Die Stimme der Rache
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Ein neuer Fall für Francis Ackerman jr. und seine Partnerin Nadia Shirazi vom FBI lassen den Leser wieder an den Ermittlungen von Francis Ackerman jr. teilnehmen.

Ackermann und seine Partnerin sind auf ...

Ein neuer Fall für Francis Ackerman jr. und seine Partnerin Nadia Shirazi vom FBI lassen den Leser wieder an den Ermittlungen von Francis Ackerman jr. teilnehmen.

Ackermann und seine Partnerin sind auf dem Weg um November ein Opfer des Black Rose Killers zu übernehmen, als sich vor Ort bei den wachhabenden Officers ein Drama abspielt. Als Ackermann und Nadia ankommen ist November verschwunden und Black Rose, der schneller war, hat ein Bild des Grauens hinterlassen. November war schon einmal in den Fängen des Killers und war die Einzige die ihm bis jetzt einmal entkommen ist. Eine heftige Ermittlungsarbeit beginnt. Diesmal scheint es so, als hätte Ackermann einen Gegner, der ein in der gleichen Liga wie er selber spielt. Egal was Ackermann und Nadia versuchen, Black Rose ist einen Schritt weiter.

Die Stimme der Rache ist ein Thriller für Leser, die es gerne psychologisch und brutal mögen, ein Buch des Grauens und trotzdem mit einer Tiefe die in dem Genre seinesgleichen sucht. Mit der Fortsetzung hat Ethan Cross ein Meisterwerk um seinen Protagonisten Francis Ackermann jr. geschaffen, ihm aber gleichzeitig mehrere stark charakterisierte und aussergewöhnliche Personen an die Seite gestellt, dass es eine reine Freude war dieses Buch zu lesen. Die Entwicklung von Ackermann gefällt mir sehr, vor allem seine Gedanken, die mich als Leserin auch gerne mal schmunzeln lassen.

Die Stimme der Rache gehört zu den Büchern, die man nicht mehr aus der Hand legen will- Spannung pur.

Veröffentlicht am 26.02.2021

Schwächer als der erste Band

Cold Case – Das gezeichnete Opfer
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Bei "Cold Case - Das gezeichnete Opfer" von Tina Frennstedt handelt es sich um den zweiten Band um die Cold-Case Ermittlerin Tess Hjalmarsson.

Als die schwedische Künstlerin Micha Lindberg, die sehr ...

Bei "Cold Case - Das gezeichnete Opfer" von Tina Frennstedt handelt es sich um den zweiten Band um die Cold-Case Ermittlerin Tess Hjalmarsson.

Als die schwedische Künstlerin Micha Lindberg, die sehr provokative Kunst machte, an einem Leuchturm drapiert gefunden wird, geht niemand von den Zusammenhang zu einem Cold Case aus.Dann werden jedoch Lehmrückstände an der Leiche gefunden, der selten ist und auch am Fundort eines 10 Jahre zurückliegenden Falles gefunden wurde.
Das die Cold Case Abteilung aufgelöst werden soll, erschwert die Ermittlungen-dem Team bleiben nur 19 Tage um die Fälle zu lösen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Das erste Opfer war auch Künstler, gibt es dort Zusammenhänge. Es gibt viele Verdächtige und viele Fährten.

Der Schreibstil der Autorin ist wieder leicht zu lesen und es baut sich auch eine gewisse Spannung auf. Aufgrund der Erfahrungen der Autorin als Polizei-Journalistin hatte ich den Eindruck realistische Ermittlungen zu lesen. NAch einem Interview von und mit ihr weiß ich nun, dass viel von ihrer eigenen Persönlichkeit in die Ermittlerin Tess eingeflossen ist. Mit diesem Wissen habe ich das Buch noch einmal anders gelesen. Für mich persönlich gibt es ein wenig viel Privatleben von Tess, dies bräuchte ich nicht unbedingt. Die eingeschobenen Kapitel um den Ehemann haben mir am besten gefallen, da sie viel Raum für Spekulationen ließen.

Alles in allem kann ich dem Buch nur 3,5 Sterne geben, da mir der gewisse Kick eines Krimis gefehlt hat.






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