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Nicawa

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2026

Wie gut kennst du den Menschen neben dir?

This Story Might Save Your Life
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This Story Might Save Your Life hat mich leise abgeholt und mit jeder Seite stärker hineingezogen. Was zunächst wie ein spannender Vermisstenfall wirkt, entwickelt sich schnell zu einer sehr emotionalen ...

This Story Might Save Your Life hat mich leise abgeholt und mit jeder Seite stärker hineingezogen. Was zunächst wie ein spannender Vermisstenfall wirkt, entwickelt sich schnell zu einer sehr emotionalen Geschichte über Freundschaft, Vertrauen und die Frage, wie gut wir die Menschen wirklich kennen, die uns am nächsten stehen.

Besonders berührt hat mich die Verbindung zwischen Joy und Benny. Ihre gemeinsame Vergangenheit fühlt sich echt an, ihre Dynamik glaubwürdig und nahbar. Während in der Gegenwart die Spannung langsam steigt, entfaltet sich in der Rückschau eine Beziehung voller unausgesprochener Gefühle und komplizierter Entscheidungen.

Die Geschichte lebt weniger von spektakulären Wendungen als von zwischenmenschlicher Intensität. Themen wie Kontrolle, Abhängigkeit und Loyalität werden eindringlich, aber sensibel erzählt. Ich mochte besonders, dass die Spannung sich Schritt für Schritt aufbaut und nicht auf schnelle Effekte setzt.

Das Ende war für mich stimmig und rund. Es ist kein Nervenkitzel-Thriller, sondern eine Mischung aus psychologischer Spannung und emotionaler Tiefe, die mich nach dem Zuklappen noch beschäftigt hat.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Wenn ein Nein verhallt

Hazel sagt Nein
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Hazel sagt Nein beginnt mit einer Szene, die sofort unter die Haut geht. Ein Machtmissbrauch, so offen ausgesprochen und so selbstverständlich eingefordert, und eine junge Frau, die instinktiv Nein sagt. ...

Hazel sagt Nein beginnt mit einer Szene, die sofort unter die Haut geht. Ein Machtmissbrauch, so offen ausgesprochen und so selbstverständlich eingefordert, und eine junge Frau, die instinktiv Nein sagt. Dieser Moment hat Wucht und verspricht ein intensives Buch über Selbstbehauptung, Abhängigkeiten und gesellschaftliche Dynamiken.

Der Einstieg konnte mich wirklich packen. Man spürt die Tragweite dieses Moments und die möglichen Konsequenzen für Hazel und ihre Familie. Auch die verschiedenen Perspektiven innerhalb der Familie fand ich zunächst spannend, weil sie zeigen, wie unterschiedlich mit einer solchen Situation umgegangen wird.

Doch im weiteren Verlauf entfernte sich die Geschichte für mich zunehmend vom eigentlichen Kern. Nebenstränge nahmen viel Raum ein und zusätzliche Themen wurden angerissen, während die emotionale Tiefe rund um das Ursprungsthema für mich etwas in den Hintergrund rückte. Besonders die beginnende Liebesgeschichte wirkte auf mich sehr überhastet und wenig greifbar. Hier fehlte mir der Aufbau, um die Gefühle wirklich nachvollziehen zu können.

Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass die Luft ein wenig raus ist. Die Wucht des Anfangs ebbte für mich spürbar ab und ich merkte, dass ich emotional nicht mehr so eingebunden war, wie ich es mir bei diesem Thema gewünscht hätte. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, das Buch vorzeitig zu beenden.

Trotzdem finde ich die Grundidee stark und das Buch regt durchaus zum Nachdenken über gesellschaftliche Dynamiken, Schuldzuweisungen und mediale Mechanismen an. Für mich blieb jedoch das Gefühl, dass hier viel Potenzial vorhanden war, das nicht ganz ausgeschöpft wurde.

⭐️⭐️⭐️ bis zum Abbruch

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Wenn das eigene Leben nicht dir gehört

Please unfollow
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In "Please Unfollow" erzählt Basma Hallak die Geschichte eines Mädchens, dessen Leben seit der Adoption öffentlich gemacht wurde. Jeder Moment, jede Emotion und jeder Zusammenbruch wurden mit einem Millionenpublikum ...

In "Please Unfollow" erzählt Basma Hallak die Geschichte eines Mädchens, dessen Leben seit der Adoption öffentlich gemacht wurde. Jeder Moment, jede Emotion und jeder Zusammenbruch wurden mit einem Millionenpublikum geteilt. Erst ein einschneidendes Ereignis reißt Sherry aus diesem Zustand heraus und konfrontiert sie mit der Frage, wer sie eigentlich ist, wenn niemand zusieht.

Besonders überzeugt hat mich die wichtige und bedrückende Botschaft des Buches. Man weiß zwar, dass Kinder von Influencerinnen und Influencern betroffen sind, doch wie weitreichend die Konsequenzen wirklich sein können, wird einem hier erst richtig bewusst. Einige Aspekte haben mich fassungslos zurückgelassen und das Thema hallt auch nach dem Lesen noch lange nach.

Sherry ist für mich eine sehr gelungene Hauptfigur. Sie wirkt glaubwürdig, verletzlich und entwickelt im Laufe der Geschichte eine Stärke, die sich authentisch anfühlt. Am Ende habe ich sie als mutig und selbstbestimmt wahrgenommen.

Gleichzeitig hatte ich beim Lesen ein zwiespältiges Gefühl. Trotz des sehr ernsten Themas wirkte die Geschichte stellenweise fast zu harmonisch. Manche Entwicklungen erschienen mir etwas idealisiert, wodurch die Schwere von Sherrys Erfahrungen nicht immer ihr volles Gewicht entfalten konnte. Gleichzeitig kann ich gut nachvollziehen, warum Basma Hallak dieses Gegengewicht gewählt hat, denn die Geschichte wäre sonst vermutlich deutlich schwerer und erdrückender ausgefallen, auch wenn diese Balance eher einer idealen als der realen Welt entspricht.

Der Schreibstil ist angenehm und gut lesbar, die Figuren insgesamt gut gezeichnet. Das Buch hat mich sowohl emotional berührt als auch zum Nachdenken gebracht, was für mich ein großes Plus ist.

"Please Unfollow" ist ein wichtiges Buch mit einer starken Aussage, das ich trotz kleiner Kritikpunkte klar weiterempfehlen würde. Eigentlich sollte es jede und jeder einmal gelesen haben.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Wenn dein Zuhause kein sicherer Ort mehr ist …

Don't Let Her Stay
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Joanne lebt mit ihrem Mann Richard und der gemeinsamen Tochter Evie ein scheinbar perfektes Leben. Als Richards erwachsene Tochter Chloe nach längerer Funkstille wieder Kontakt aufnimmt und vorübergehend ...

Joanne lebt mit ihrem Mann Richard und der gemeinsamen Tochter Evie ein scheinbar perfektes Leben. Als Richards erwachsene Tochter Chloe nach längerer Funkstille wieder Kontakt aufnimmt und vorübergehend bei ihnen einzieht, hofft Joanne auf eine harmonische Patchworkfamilie. Doch schnell zeigt sich, dass diese Hoffnung trügt.

Der Thriller entwickelt seine Spannung weniger durch actionreiche Ereignisse als durch eine stetig wachsende, unangenehme Atmosphäre. Das Geschehen konzentriert sich stark auf das Haus und das familiäre Zusammenleben, was das Gefühl von Enge und Ausgeliefertsein verstärkt. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel sind kurz, und dadurch liest sich das Buch sehr zügig.

Kritisch sehe ich, dass die Handlung bekannten Mustern des Psychothriller-Genres folgt. Besonders Joannes passive Rolle und das wiederholte Nicht-Glauben durch ihren Mann wirken mit der Zeit etwas ermüdend. Überraschende Wendungen bleiben eher selten, was erfahrene Thriller-Leserinnen und -Leser vermutlich schnell erkennen werden.

Insgesamt ist „Don’t Let Her Stay – Wenn das Böse Einzug hält“ ein solider, spannender Psychothriller, der zuverlässig fesselt, ohne nachhaltig zu überraschen. Empfehlenswert vor allem für Genre-Einsteiger oder für alle, die eine schnelle, atmosphärische Lektüre für zwischendurch suchen.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Ein ruhiger Auftakt mit Potenzial

A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1
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A Fire in the Sky ist für mich ein ruhiger, aber atmosphärisch starker Fantasy-Auftakt, der weniger durch große Überraschungen als durch seine Figuren getragen wird.

Besonders Tamsyn hat mich beschäftigt. ...

A Fire in the Sky ist für mich ein ruhiger, aber atmosphärisch starker Fantasy-Auftakt, der weniger durch große Überraschungen als durch seine Figuren getragen wird.

Besonders Tamsyn hat mich beschäftigt. Sie ist keine klassische Heldin, sondern eine junge Frau, die gelernt hat, Schmerz zu ertragen und sich selbst dabei völlig hintenanzustellen. Ihre Entwicklung ist langsam und oft frustrierend, aber genau das macht sie für mich glaubwürdig. Man spürt, wie sehr sie für andere lebt und wie wenig Raum sie sich selbst zugesteht.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, was mir gut gefallen hat, da man die Figuren dadurch besser versteht. Fell ist dabei klar mein Highlight. Seine Motive sind nachvollziehbar, sein Handeln wirkt nie beliebig, und hinter seiner harten Art steckt deutlich mehr, als man zunächst erwartet. Die Beziehung zwischen ihm und Tamsyn ist geprägt von Anziehung und Misstrauen und fühlt sich zwar stellenweise vorhersehbar an, aber emotional stimmig.

Inhaltlich passiert insgesamt gar nicht so viel, und manche Passagen ziehen sich. Trotzdem wurde mir nie langweilig, weil die Stimmung durchgehend dicht bleibt. Die Welt wirkt düster, politisch angespannt und eher bodenständig als episch, was gut zur Geschichte passt. Einige Entwicklungen konnte man kommen sehen, andere haben mich emotional trotzdem überrascht.

A Fire in the Sky ist kein Buch, das mit Originalität oder Tempo punktet, sondern mit Atmosphäre, Figuren und einer leisen Spannung, die mich bis zum Ende gehalten hat. Für mich ein gelungener Reihenauftakt mit Potenzial nach oben.

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