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Veröffentlicht am 06.06.2021

Hill House – Die drei Freundinnen

Hill House - Die drei Freundinnen
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Die Freundinnen Alice, Rose und Vera treffen sich seit ihren Kindertagen im Garten von Hill House. Es ist das Jahr 1912, und eine ungewisse Zukunft liegt vor den jungen Frauen. Alice möchte bei ihrem Vater ...

Die Freundinnen Alice, Rose und Vera treffen sich seit ihren Kindertagen im Garten von Hill House. Es ist das Jahr 1912, und eine ungewisse Zukunft liegt vor den jungen Frauen. Alice möchte bei ihrem Vater auf Hill House bleiben. Als ihr das Umwerben seines Assistenten zu viel wird, fährt sie zu ihrer Tante nach Italien. Dort lernt Alice den Reporter Lorenzo kennen und lieben.

Nach einem Einblick in die Kindertage der drei Freundinnen trennen sich ihre Wege. In diesem Teil der Reihe begleitet der Leser Alice durch ihr Gefühlschaos. Die Geschichte ist sehr gut geschrieben, und die Charaktere haben mich emotional erreicht.

Der Freigeist Alice muss in dieser Zeit mit den noch geltenden gesellschaftlichen Regeln zurecht kommen. Dies fällt ihr jedoch schwer. Ein Auf und Ab der Gefühle und die Frage, wie sie sich am Ende entscheiden wird, sorgen für schöne Lesestunden.

Das Buch liest sich gut, und man erfährt ein wenig über das Geschehen im Leben ihrer Freundinnen, doch was wirklich dahintersteckt, werden erst die beiden anderen Teile der Reihe zeigen. Dieser Teil war wunderbar und lässt auf zwei weitere gute Geschichten hoffen.

Veröffentlicht am 06.06.2021

ER & SIE – Eine Liebe in Paris

Er & Sie
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Paul ist vor einigen Jahren von Amerika nach Paris gezogen, um dort in Ruhe als Schriftsteller zu arbeiten. Mia ist eine gefeierte Schauspielerin und fliegt zu einer Auszeit nach Paris. In einem Restaurant ...

Paul ist vor einigen Jahren von Amerika nach Paris gezogen, um dort in Ruhe als Schriftsteller zu arbeiten. Mia ist eine gefeierte Schauspielerin und fliegt zu einer Auszeit nach Paris. In einem Restaurant lernen sich die beiden kennen. Paul kennt Mia nicht aus Kino oder Fernsehen. Er hält sie einfach für irgendeine Frau, was auch mal zu witzigen Situationen führt.

Autor Marc Levy ist ein großartiger Roman gelungen. Die beiden Hauptfiguren sind gut ausgearbeitet, und einige überraschende Wendungen geben der Geschichte immer wieder neuen Schwung. Paul und Mia haben beide die Angewohnheit, ihre Gedanken vor sich hin zu murmeln, was sie sehr sympathisch macht.

Insgesamt hatte ich einen guten Draht zu den Hauptfiguren. Die Nebencharaktere und Schauplätze nehmen nur den unbedingt notwendigen Raum ein, welchen sie zum Fortgang der Geschichte benötigen. Wem Paul bekannt vorkommen sollte, er und ein mit ihm befreundetes Ehepaar kommen bereits in einem anderen Roman des Autors vor. „ER & SIE – Eine Liebe in Paris“ sorgte für unterhaltsame Lesestunden, und ich empfehle ihn gerne weiter.

Veröffentlicht am 23.05.2021

Die Schnüfflerin

Die Schnüfflerin
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Nach einem One-Night-Stand wird Nina schwanger. In einem Restaurant möchte sie dies dem zukünftigen Vater mitteilen. Da sie neuerdings sensibel auf Gerüche reagiert, rührt Nina ihr Essen nicht an. Dies ...

Nach einem One-Night-Stand wird Nina schwanger. In einem Restaurant möchte sie dies dem zukünftigen Vater mitteilen. Da sie neuerdings sensibel auf Gerüche reagiert, rührt Nina ihr Essen nicht an. Dies ist zum einen ihr Glück, denn alle anderen Gäste werden vergiftet. Andererseits wird sie als einzig überlebender Gast zur Hauptverdächtigen.

Wer Lust auf einen leichten, humorvollen Krimi hat, ist bei „Die Schnüfflerin“ genau richtig aufgehoben. Mit viel Humor hat Autorin Anne von Vaszary einen durchaus spannenden Fall mit einigen, teils überraschenden Wendungen geschrieben. Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet, und es macht Spaß, sie durch dieses Buch zu begleiten. Ein paar kleinere Logikfehler, die kaum auffallen, können überlesen werden und stören den Lesespaß nicht.

In diesem Buch steht Nina im Mittelpunkt, nicht die polizeilichen Ermittlungen. Sie hilft dem Kommissar bei der Tätersuche. Die Geschichte liest sich gut und flüssig. An einigen Stellen musste ich schmunzeln, an wenigen wurde ich aber auch zum Nachdenken angeregt.

„Die Schnüfflerin“ ist eine gelungene Mischung aus Humor und Kriminalfall, die ich gerne weiterempfehle.

Ich danke Annika Grützner von Literaturtest und dem Knaur-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 23.05.2021

Die silberne Spieldose

Die silberne Spieldose
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Der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal fertigt 1914 für seinen kleinen Sohn Paul eine Spieldose mit Widmung an. Es wird ein Abschiedsgeschenk, denn Johann meldet sich freiwillig in den Kriegsdienst. ...

Der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal fertigt 1914 für seinen kleinen Sohn Paul eine Spieldose mit Widmung an. Es wird ein Abschiedsgeschenk, denn Johann meldet sich freiwillig in den Kriegsdienst. Nach Ende des ersten Weltkriegs müssen die Juden unter dem stetig wachsenden Hass und den damit verbundenen Repressalien leiden. Fast 50 Jahre später erhält die Londonerin Lilian Morrison die Spieldose. Was verbindet sie mit den Blumenthals?

„Die silberne Spieldose“ nimmt den Leser mit auf eine Zeitreise. Gefühlvoll schildert Autorin Mina Baites die Ereignisse, und man ist emotional ganz eng bei den sehr gut ausgearbeiteten Figuren. Fragen bleiben offen, die durch Lilians Recherchen sowohl ihr als auch dem Leser die Antworten liefern.

Es ist ein spannender Roman, den ich gar nicht mehr aus der Hand legen wollte und an einem Tag verschlungen habe. „Die silberne Spieldose“ ist einer von wenigen Romanen, der es schaffte, mich mit einer Träne im Augenwinkel und einem Gefühlskarussell zurück zu lassen. Einfach wunderbar.

Veröffentlicht am 16.05.2021

Die goldene Ananas

Die goldene Ananas
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Nach fünfeinhalb Jahren in verschiedenen Wohnheimen für gemeindenahe Psychiatrie zieht Elias ins Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses. Es ist für ihn ein sehr großer Schritt, denn er hat die Diagnose ...

Nach fünfeinhalb Jahren in verschiedenen Wohnheimen für gemeindenahe Psychiatrie zieht Elias ins Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses. Es ist für ihn ein sehr großer Schritt, denn er hat die Diagnose Asperger-Syndrom, und Veränderungen steht er dadurch nicht sehr offen gegenüber. Nach und nach lernt er die Hausbewohner kennen, und Freundschaften entstehen.

Bei dem Buch „Die goldene Ananas“ hat nicht nur der Hauptcharakter das Asperger-Syndrom, sondern auch der Autor Dennis Kornblum. Somit weiß dieser sehr genau, worüber er schreibt. Elias Gefühle und Gedanken fühlten sich daher sehr echt an.

So gut beschrieben Elias und die Hausbewohner auch sind, ich habe während der ganzen Zeit keinen Zugang zu ihnen gefunden. Ebenso dauerte es etwas, bis ich überhaupt in die Geschichte gefunden hatte. Doch irgendwie kam sie für mich nicht richtig voran. Manche Stellen zogen sich wie Kaugummi. Die ständigen, ausführlichen Beschreibungen der Musik sind mir irgendwann nur noch auf die Nerven gegangen. Aber sie sind ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, und mancher Leser wird die Musikbeschreibungen für notwendig halten.

Andererseits war es interessant, in die Welt von Elias einzutauchen und die Welt mit seinen Augen wahrzunehmen. Der Roman entwickelt sich weiter, ebenso die Hauptfigur. Die Nebencharaktere, in erster Linie die Mitbewohner des Hauses, sind passend zur Handlung ausgearbeitet. Was mir gut gefallen hat waren die Ratschläge und Tipps, welche Elias von seinen neuen Freunden erhalten hat. Auch die vielen kleinen Erkenntnisse, dass es sich lohnt, von seiner Routine abzuweichen und sich auf komplett neue Dinge einzulassen, sind vielfältig dargestellt.

Eine Bewertung dieses Buches fällt mir nicht leicht. Dieser Roman dient für mich nicht der Unterhaltung. Er fordert seinen Leser und verlangt seine ganze Aufmerksamkeit. Die Geschichte liefert Einblicke in die Lebenswelt von Menschen mit Asperger-Syndrom und wie diese das Leben meistern. Die Entwicklung, welche Elias durchmacht, ist interessant, und am Ende freute ich mich über das, was er erreicht hat und was er wohl noch alles erreichen wird.

„Die goldene Ananas“ ist ein gutes Buch, welches bewusst gelesen werden sollte. Es ist definitiv nichts für „zwischendurch“. Wer weiß, wie mir dieser Roman gefallen hätte, wenn ich Zugang zu den Charakteren bekommen hätte.

Ich danke Autor Dennis Kornblum und der tredition GmbH für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.