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Veröffentlicht am 22.12.2019

Männermacken – Neue Krankheiten unserer wahren Helden

Männermacken
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Viele Männer halten sich für perfekt und demnach verhalten sie sich auch. Doch wie ticken sie wirklich? In „Männermacken“ zeigt Hanna Dietz ganz klar, was sich hinter der Demonstrativen Inkompetenz, der ...

Viele Männer halten sich für perfekt und demnach verhalten sie sich auch. Doch wie ticken sie wirklich? In „Männermacken“ zeigt Hanna Dietz ganz klar, was sich hinter der Demonstrativen Inkompetenz, der Händewaschmuffeligkeit oder dem Wühlmaussyndrom verbirgt. Ein Sonderteil befasst sich mit Vätermacken, beispielsweise der Spuck-Schrei-Stink-Überforderung.

Beide Teile sorgen für Schmunzler beim Lesen, und der ein oder andere Mann wird sich in so mancher Macke wiedererkennen, und mancher seiner Bekannten sogar zustimmen. Ob dies aber laut ausgesprochen wird, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Das Buch ist witzig und schnell ausgelesen. Viele Fotos und Grafiken unterstreichen die eine oder andere Macke. Der Schreibstil ist gut, die Beschreibungen sind kurz und knackig gehalten. „Männermacken“ ist ein gutes Buch, in dem sich durchaus auch die eine oder andere Frau wieder erkennen könnte.

Als „Lesehappen für Zwischendurch“ ist dieses Buch perfekt geeignet. Oder auch als Geschenk zur Hochzeit, falls das Brautpaar Humor besitzt.

Veröffentlicht am 22.12.2019

Das Leben fällt, wohin es will

Das Leben fällt, wohin es will
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Marie lebt ein lockeres Leben, hauptsächlich besteht es aus Feiern, genießen und sich einfach treiben lassen. Als ihre Schwester Christine an Krebs erkrankt, bittet sie Marie, zu ihr zu ziehen und sich ...

Marie lebt ein lockeres Leben, hauptsächlich besteht es aus Feiern, genießen und sich einfach treiben lassen. Als ihre Schwester Christine an Krebs erkrankt, bittet sie Marie, zu ihr zu ziehen und sich um die Kinder zu kümmern. Marie soll Christine auch in der familieneigenen Werft vertreten. Dort soll sie mit Daniel zusammenarbeiten, dieser bringt sie jedoch oft zur Weißglut. Langsam entdeckt Marie, was in ihr steckt. Nämlich viel mehr, als eine spaßliebende Partymaus.

Die Geschichte von aus Maries „Ich-Perspektive“ erzählt. So ist der Leser ihrer Gefühlswelt ganz nahe. Es ist eine traurige Situation, die Maries Leben in eine ungeplante Richtung lenkt. Man nimmt an der Entwicklung von Marie teil, ebenso an allen Emotionen, welche zu Herzen gehen. Gemeinsam mit Marie erlebt man die schwere Zeit der Behandlung ihrer Schwester und das daraus entstehende Auf und Ab der Gefühle.

Gleichzeitig entwickelt sich das Verhältnis zwischen Daniel und Marie weiter. Während es ihrer Schwester immer schlechter geht, entdeckt Marie ihre Lebensfreude wieder und ändert einiges an ihrem Leben und ihren Verhältnissen.

Die Figuren sind alle gut ausgearbeitet, auch die kleinen Nebencharaktere geben ein solides Bild ab. Viele Handlungsstränge halten die Spannung, auch durch Konflikte, aufrecht. Der Leser fiebert an allen Fronten mit. Ein sehr guter Schreibstil sorgt mit dafür, dass die Seiten fliegen und das Kopfkino läuft. Ein wunderbares Buch mit einer traurig-schönen Geschichte. Als Bonus gibt es noch das „Geheimrezept“ für die im Roman sehr beliebten Apfelkekse zum Nachbacken.

Veröffentlicht am 22.12.2019

Wächter der Runen – Band 2

Wächter der Runen (Band 2)
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Ravanea, genannt Rave, hat schwere Verluste erlitten. Trotzdem möchte sie ihren Auftrag, den Erbauer zu finden, fortsetzen. Sie trifft auf einen Runenschmiedlehrling, der sie unterstützen möchte. Rave ...

Ravanea, genannt Rave, hat schwere Verluste erlitten. Trotzdem möchte sie ihren Auftrag, den Erbauer zu finden, fortsetzen. Sie trifft auf einen Runenschmiedlehrling, der sie unterstützen möchte. Rave kann nicht wissen, dass diese Begegnung sie in weitere Schwierigkeiten bringen wird.

„Wächter der Runen – Band 2“ setzt nahtlos an Band 1 an. Diese Rezension wird daher Spoiler enthalten.

Auch Band 2 der „Wächter der Runen“-Reihe wird abwechselnd aus der Sicht von Finn und Rave erzählt. Während Rave auf ihrer Suche nach dem Erbauer ist, muss sich Finn an seine neue Art der Existenz und die damit verbundenen Fähigkeiten gewöhnen.

Die Geschichte wird gut fortgesetzt, es dauerte jedoch etwas, bis ich hineingefunden hatte. Einige Probleme, die Rave und Finn erwarten, oder manche Situation stellt sich für mich als zu einfach zu lösen dar. Dadurch wirkt das Buch etwas langatmig. Leider bleibt dadurch auch die Spannung während des gesamten Romans auf einem gleichbleibenden Niveau. J.K. Bloom hat zwar einige Wendungen eingebaut, diese klären jedoch eher auf, statt die Spannung zu erhöhen.

Das Buch liest sich gut, und der Schreibstil ist flüssig. Jedoch konnte ich bei Band 2 nicht die emotionale Nähe zu den beiden Hauptcharakteren finden, wie dies noch im Band 1 der Fall war. Die Figuren scheinen etwas weniger tief ausgearbeitet zu sein, oder meine Erwartungen waren zu hoch.

Trotz dieser Kritikpunkte ist „Wächter der Runen – Band 2“ insgesamt ein gutes Buch. Wie die Autorin am Ende selbst schreibt, hat sie aus einer geplanten Dilogie eine Trilogie gemacht. Ich glaube, dass in der Geschichte noch einiges an Potential schlummert, welches im kommenden Band 3 den Leser fesseln und begeistern könnte.

Veröffentlicht am 08.12.2019

Die Champagnerkönigin

Die Champagnerkönigin
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Die Berlinerin Isabelle hat ein großes Abenteuer vor sich. Ihr Mann Leon Feininger hat ein Weingut in der Champagne geerbt, und sie ziehen nach Frankreich. Was für Isabelle nach einem schönen Leben als ...

Die Berlinerin Isabelle hat ein großes Abenteuer vor sich. Ihr Mann Leon Feininger hat ein Weingut in der Champagne geerbt, und sie ziehen nach Frankreich. Was für Isabelle nach einem schönen Leben als Gutsbesitzerin klingt, entpuppt sich als harte Arbeit. Sie nimmt die Herausforderungen an, doch dann ändert ein Schicksalsschlag alles, und das Leben verlangt ihr noch mehr Kraft ab.

Dieser Roman bietet alles, was der Leser von diesem Genre erwarten darf. Isabelle ist eine starke Frau und nimmt es mit ihrem Schicksal auf. Wie sie an ihren Herausforderungen wächst, kann der Leser gut verfolgen. Ebenso die Schwierigkeiten, ein Weingut im Jahr 1898 zu führen und sich mit all den Problemen auseinander zu setzen, statt vor ihnen davonzulaufen.

Die Geschichte ist gut geschrieben, und die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin. Leider haben mich die Figuren emotional nicht immer erreicht. Ganz auf der Strecke blieben die Gefühle jedoch nicht. Man merkt beim Lesen, wie intensiv sich Autorin Petra Durst-Benning mit der Materie, der Landschaft und Gesellschaft, auseinander gesetzt hat. Beim Lesen fühlte ich mich in die damalige Jahrhundertwende versetzt. Als Ergänzung liefert das Buch zwischendurch Illustrationen, die zum besseren Verständnis der damaligen Arbeit der Champagnerherstellung beitragen.

„Die Champagnerkönigin“ ist der zweite Teil einer Triologie, kann aber unabhängig vom ersten Teil, „Solange die Welt noch schläft“, gelesen werden. Die Hintergründe zu Isabelle und ihren beiden Freundinnen versteht der Leser jedoch besser, wenn er den ersten Teil kennt.

Hier erwartet den Leser ein schöner, historischer Roman, der für vergnügliche und entspannende Lesestunden steht.

Veröffentlicht am 08.12.2019

Die Lüge

Die Lüge
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Stella wächst in einer scheinbar normalen Familie auf. Vater Adam ist Pfarrer, Mutter Ulrika Anwältin. Kurz nach ihrem 19. Geburtstag wird Stella unter Mordverdacht festgenommen. Ein älterer Geschäftsmann ...

Stella wächst in einer scheinbar normalen Familie auf. Vater Adam ist Pfarrer, Mutter Ulrika Anwältin. Kurz nach ihrem 19. Geburtstag wird Stella unter Mordverdacht festgenommen. Ein älterer Geschäftsmann wurde erstochen, und alle Indizien weisen auf Stella hin.

Das Buch „Die Lüge“ besteht aus drei Abschnitten. Zuerst erzählt der Vater, dann Stella und zum Schluss die Mutter, wie sie mit der aktuellen Situation klarkommen, und führen den Leser in die jeweils eigene Version der Vergangenheit.

Die Emotionen überfluten den Leser in dieser Geschichte förmlich. Alle drei Personen reflektieren über das Geschehene und wie es wohl dazu kommen konnte. Einige Schlüsselereignisse werden in allen drei Teilen erwähnt, und es ist interessant zu verfolgen, wie unterschiedlich Menschen ein und dieselbe Situation wahrnehmen und deuten. Die Figuren erreichen den Leser auf allen Ebenen und nehmen ihn mit in ihre Gefühlswelt. Sie sind gut ausgearbeitet, und ihr Verhalten überrascht an mancher Stelle.

Ständige Wendungen führen den Leser in falsche Richtungen und Vermutungen. Immer wieder stellt sich die Frage, was Wahrheit eigentlich ist. Ein leichtes Gruselgefühl begleitet den Leser von Beginn an. Es dauert allerdings, bis man sich an die unverhofften Wechsel zwischen Gegenwart und Erinnerung gewöhnt hat. Ist dies der Fall, fliegen die Seiten nur so dahin.

„Die Lüge“ ist ein sehr guter Roman, und ich kann ihn durchaus als ein Highlight meines Lesejahres 2019 bezeichnen.