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Veröffentlicht am 02.12.2018

Zwei wie du und ich könnten manchmal auch einfach zwei Facetten einer Person sein. // Tiefgründig, berührend und dabei manchmal auch witzig und erschütternd.

Zwei wie du und ich
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Kate möchte als Stallmädchen beim berühmten Springreiter Mark Waverly anheuern, auch wenn ihre Erfahrungen mit Pferden bisher relativ begrenzt sind. Durch Zufall kann sie am Hof anfangen, bemerkt zunehmend, ...

Kate möchte als Stallmädchen beim berühmten Springreiter Mark Waverly anheuern, auch wenn ihre Erfahrungen mit Pferden bisher relativ begrenzt sind. Durch Zufall kann sie am Hof anfangen, bemerkt zunehmend, dass ihr Chef vielleicht doch nicht so eingebildet zu sein scheint, wie sie es erst vermutete und ihr mehr bedeuten könnte, als es gut für sie ist.
Schließlich hat es einen Grund, warum sie Hals über Kopf ihren Job kündigte, das Weite suchte und irgendwann wird die Realität erneut ihre Aufmerksamkeit verlangen…
Annie liebt ihren Job, doch leider läuft es zurzeit nicht so wie es sollte, sie ist regelrecht unglücklich. Da kommt ihr ihr neuer Kunde Stephen Flint ganz recht, der ihr nicht nur aus der beruflichen sondern auch privaten Misere zu helfen scheint. Ihre Vergangenheit macht es ihr äußerst schwierig, eine ernste Beziehung einzugehen, doch mit Stephen scheint ihr Glück perfekt, sie fühlt sich wie in einer Blase, alles scheint perfekt…

Abwechselnd erfährt der Leser etwas von Kates und Annies Ereignissen.
Annie ist dabei oft vorsichtiger, in Bezug auf Stephen agiert sie jedoch oft naiv, was ihren Freunden ebenfalls missfällt. Sie distanziert sich zunehmend von ihnen, schwebt dafür aber zusammen mit Stephen auf Wolke sieben, bis sich irgendwann vieles nur noch um seine Gedanken und Beweggründe dreht.
Kate ist hingegen witziger und versucht die Dinge leichter zu nehmen als Annie. Ihre Kapitel haben mir bis zum Schluss besser gefallen als Annies. Sie waren witzig, was zu großen Teilen auch an den sympathischen Nebenfiguren Joe und Becca, aber auch Mark und seiner Tochter liegt. ;)

Der Schreibstil von Rosie Walsh, die dieses Buch unter dem Namen Lucy Robinson veröffentlichte, gefällt mir unfassbar gut, man ist schneller am Ende eines Kapitels angelangt als einem lieb ist und auch wenn ich von Annies Kapiteln oftmals leicht genervt war, hatte man doch auch diese schneller beendet als gedacht.

Natürlich kommt in diesem Buch der Kitsch auch nicht zu kurz, was sich glücklicherweise oft in Maßen hält und damit auch verzeihbar ist. Lediglich mit dem Schluss bin ich etwas unzufrieden. Eigentlich gibt es bereits ein paar Kapitel vor dem Ende einen vermeintlichen Schluss, der den Leser vollends zu Frieden zurückgelassen hätte, doch danach folgt dann noch etwas, was zwar schön ist zu erfahren, aber teilweise doch für die Handlung recht überflüssig ist. Das fand ich etwas schade, da man dies gerne als kleine Bonusgeschichte für die, die unbedingt noch etwas mehr von den Figuren erfahren möchte, hätte herausbringen können und damit dieses in meinen Augen „doppelte“ Ende vermieden hätte.

Bereits im Klappentext wird deutlich, dass die beiden Frauen irgendwie miteinander zusammenhängen und der Leser ist auch lange der Meinung durchschaut zu haben, wie, aber kurz vor dem letzten Showdown kommt es zu einem regelrechten Handlungswechsel, der unfassbar glaubwürdig zur bisherigen Handlung passt, dabei den Leser jedoch trotzdem vollkommen unvorbereitet trifft.
Das ist in meinen Augen eigentlich schon eine richtige Meisterleistung gewesen und wertet die Geschichte und vor allem Annies Kapitel richtig auf, sodass ich dem Buch schlussendlich 4 bis 4,5 / 5 Sternen geben möchte. <3

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 02.12.2018

Zwei wie du und ich könnten manchmal auch einfach zwei Facetten einer Person sein. // Tiefgründig, berührend und dabei manchmal auch witzig und erschütternd.

Der Tag, an dem wir verschwanden
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Kate möchte als Stallmädchen beim berühmten Springreiter Mark Waverly anheuern, auch wenn ihre Erfahrungen mit Pferden bisher relativ begrenzt sind. Durch Zufall kann sie am Hof anfangen, bemerkt zunehmend, ...

Kate möchte als Stallmädchen beim berühmten Springreiter Mark Waverly anheuern, auch wenn ihre Erfahrungen mit Pferden bisher relativ begrenzt sind. Durch Zufall kann sie am Hof anfangen, bemerkt zunehmend, dass ihr Chef vielleicht doch nicht so eingebildet zu sein scheint, wie sie es erst vermutete und ihr mehr bedeuten könnte, als es gut für sie ist.
Schließlich hat es einen Grund, warum sie Hals über Kopf ihren Job kündigte, das Weite suchte und irgendwann wird die Realität erneut ihre Aufmerksamkeit verlangen…
Annie liebt ihren Job, doch leider läuft es zurzeit nicht so wie es sollte, sie ist regelrecht unglücklich. Da kommt ihr ihr neuer Kunde Stephen Flint ganz recht, der ihr nicht nur aus der beruflichen sondern auch privaten Misere zu helfen scheint. Ihre Vergangenheit macht es ihr äußerst schwierig, eine ernste Beziehung einzugehen, doch mit Stephen scheint ihr Glück perfekt, sie fühlt sich wie in einer Blase, alles scheint perfekt…

Abwechselnd erfährt der Leser etwas von Kates und Annies Ereignissen.
Annie ist dabei oft vorsichtiger, in Bezug auf Stephen agiert sie jedoch oft naiv, was ihren Freunden ebenfalls missfällt. Sie distanziert sich zunehmend von ihnen, schwebt dafür aber zusammen mit Stephen auf Wolke sieben, bis sich irgendwann vieles nur noch um seine Gedanken und Beweggründe dreht.
Kate ist hingegen witziger und versucht die Dinge leichter zu nehmen als Annie. Ihre Kapitel haben mir bis zum Schluss besser gefallen als Annies. Sie waren witzig, was zu großen Teilen auch an den sympathischen Nebenfiguren Joe und Becca, aber auch Mark und seiner Tochter liegt. ;)

Der Schreibstil von Rosie Walsh, die dieses Buch unter dem Namen Lucy Robinson veröffentlichte, gefällt mir unfassbar gut, man ist schneller am Ende eines Kapitels angelangt als einem lieb ist und auch wenn ich von Annies Kapiteln oftmals leicht genervt war, hatte man doch auch diese schneller beendet als gedacht.

Natürlich kommt in diesem Buch der Kitsch auch nicht zu kurz, was sich glücklicherweise oft in Maßen hält und damit auch verzeihbar ist. Lediglich mit dem Schluss bin ich etwas unzufrieden. Eigentlich gibt es bereits ein paar Kapitel vor dem Ende einen vermeintlichen Schluss, der den Leser vollends zu Frieden zurückgelassen hätte, doch danach folgt dann noch etwas, was zwar schön ist zu erfahren, aber teilweise doch für die Handlung recht überflüssig ist. Das fand ich etwas schade, da man dies gerne als kleine Bonusgeschichte für die, die unbedingt noch etwas mehr von den Figuren erfahren möchte, hätte herausbringen können und damit dieses in meinen Augen „doppelte“ Ende vermieden hätte.

Bereits im Klappentext wird deutlich, dass die beiden Frauen irgendwie miteinander zusammenhängen und der Leser ist auch lange der Meinung durchschaut zu haben, wie, aber kurz vor dem letzten Showdown kommt es zu einem regelrechten Handlungswechsel, der unfassbar glaubwürdig zur bisherigen Handlung passt, dabei den Leser jedoch trotzdem vollkommen unvorbereitet trifft.
Das ist in meinen Augen eigentlich schon eine richtige Meisterleistung gewesen und wertet die Geschichte und vor allem Annies Kapitel richtig auf, sodass ich dem Buch schlussendlich 4 bis 4,5 / 5 Sternen geben möchte. <3

Veröffentlicht am 17.11.2018

Tragisch, aber trotzdem so lebensbejahend und optimistisch. / Das Leben besteht nun einmal nicht nur aus Luft und Liebe. Dies wäre doch auch zu einfach, oder?

The Light in you
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Brandon ist in Chicago erfolgreich. Nachdem er seine Probleme damals hinter sich ließ und unbefangen seine berufliche Karriere begann, muss er nun feststellen, unglücklich zu sein.
Irgendetwas fehlt und ...

Brandon ist in Chicago erfolgreich. Nachdem er seine Probleme damals hinter sich ließ und unbefangen seine berufliche Karriere begann, muss er nun feststellen, unglücklich zu sein.
Irgendetwas fehlt und er weiß nicht wirklich was, sodass er nun nach Aspen zurückkehrt, um herauszufinden, was er eigentlich wirklich will.
Doch in den ganzen Jahren, in denen er sich nicht blicken ließ, regelrecht abgeschieden von seiner Familie lebte, ist einiges passiert und so verläuft seine Rückkehr anders als geplant.
Nach und nach beginnen sich neue Wahrheiten zu offenbaren und auch er erkennt, dass aus dem kleinen Entlein ein äußerst attraktiver Schwan werden kann…
Brandon erlebt man von Anfang an verbittert, man merkt, dass er in diesem Zustand unmöglich glücklich sein kann. Zudem bevorzugt er feste Strukturen und ist von den Neuerungen und sich zufällig ergebenden Situationen alles andere als begeistert.
Betty hingegen strahlt förmlich vor Lebensfreude. Das ist ein starker Kontrast, der sich jedoch immer weiter abschwächt. Brandon lernt viel von Betty, was auch gut ist, da sie sich bald zusammenraufen müssen.
Ich muss zugeben, dass dieses Buch andere Richtungen einschlägt, als ich vermuten würde, dies der Geschichte aber überhaupt nicht schadet. Es verdeutlicht einem eher, wie wage doch der Klappentext ist und welches Potential die Geschichte doch hat.
Immer wieder kommt es zu unerwarteten Wendungen und der angebliche Feind, stellt sich manchmal sogar als Verbündeter heraus.
Man kann Brandon dabei erleben, wie er Stück für Stück zurück zu sich selbst findet und mit den alten Dingen abzuschließen beginnt. Andererseits kommen hier auch Thrillerelemente zum Tragen.
Generell steht hier nicht die Liebesgeschichte an sich, sondern die Figuren und ihre Schritte zur Heilung, gegenseitigen Unterstützung im Fokus.
Anfangs tat ich mich zwar etwas schwer damit, mit den Charakteren zu sympathisieren, veranstalteten sie mir teilweise etwas zu viel Drama, doch dies schlägt ab einem gewissen Punkt um, wahrscheinlich, da man die Charaktere dann besser kennt.
Auch Betty ist in meinen Augen manchmal etwas uneinsichtig, versucht nicht wirklich die Gründe der anderen Person zu verstehen, sondern blockt ab. Sie scheint anderen Personen nicht leicht zu vertrauen, nachtragend zu sein. Solche Einstellungen sagen mir nicht so ganz zu, diese Gegebenheiten könnten aber auch durch ihre tragischen Umstände gegeben sein.
Alles in allem hat mich diese Geschichte besonders zum Schluss zum Nachdenken angeregt und mich gerne weiter bei den Figuren verweilen lassen, obwohl der Abschluss eigentlich so in sich stimmig ist, dass man es nur schwer toppen kann.
Wer sich für eine Geschichte interessiert, in der auch einmal andersartige Umstände vorliegen, die eher selten in fiktiven Büchern betrachtet werden, dem wird dieses Buch hier wahrscheinlich zu sagen, vielleicht sogar neuen Mut geben, diese Personen besser verstehen lassen.
Ich bewerte es insgesamt mit 4 / 5 Sternen.

Veröffentlicht am 10.11.2018

Mal witzig, mal leidenschaftlich und dann auch mit ernsteren Tönen. Was will man mehr?

College Princess
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Zoe Davis ist ein normales Mädchen, wie du und ich, dass nun das Alter erreicht hat, um studieren zu können.
Doch sie besucht nicht irgendeine Universität, sondern DIE Privatuni Englands, das Dawson-Elite-College. ...

Zoe Davis ist ein normales Mädchen, wie du und ich, dass nun das Alter erreicht hat, um studieren zu können.
Doch sie besucht nicht irgendeine Universität, sondern DIE Privatuni Englands, das Dawson-Elite-College. Normalerweise braucht es schon etwas mehr als nur gute Noten, um ein Stipendium zu erhalten, wenn man sich die enorm hohen Studiengebühren nicht leisten kann. Zoe erhält auf unerklärliche Weise vom Bruder des Unibesitzers ein Stipendium und wird sogar Mitglied des prestigeträchtigen D-Clubs, dessen Präsident niemand geringeres als der Neffe des Schulrektors ist und dieser zeigt ihr deutlich, dass sie hier nicht hergehört.
Sie versucht das Beste daraus zu machen, doch irgendwie hat sie immer wieder das Talent dazu, in Schwierigkeiten zu geraten.
So gilt es den Kulturschock zu verkraften, ist hier im Vergleich zu einer staatlichen Universität längst nicht alles so anders wie man vielleicht vermuten könnte, abgesehen vom Gestank des Geldes an jeder Ecke...
Zoe ist eine taffe Protagonistin, die definitiv nicht auf den Mund gefallen ist, sich aber manchmal auch schnell einschüchtern lässt, etwas naiv an Dinge herangeht. Vor allem zwischen ihr und Dorian sprühen die Funken aber so richtig.
Dorian ist der typische arrogante Mistkerl, der jedoch leider das Glück hat mir sehr guten Genen gesegnet zu sein und sich dieser Sache auch bewusst zu sein. Nach und nach lernt man Dorian aber immer näher kennen und lieben.
Auch sein Cousin und seine Cousine sind sehr liebenswert. Jamie drängt sich doch Zoe immer wieder auf amüsante Art, sodass man ihn irgendwann einfach nicht mehr missen möchte. Amy ist eine engagierte, klug und empathische Person, die versucht, Zoe immer wieder den Rücke zu stärken. Wer wünscht sich nicht solche Freunde?
Natürlich ist absehbar, in welche Richtung sich diese Geschichte entwickeln wird, doch hat sie auch ihren ganz eigenen Charme, was das Gefühl des Déjà-vus eigentlich nie aufkommen lässt.
Es wird gekonnt mit Klischees gespielt. Die Figuren nehmen sich oft selbst nicht so ernst, was der Geschichte auch einen skurrilen Charakter gibt.
Doch auch das Drama kommt nicht zu kurz und ist in meinen Augen auch nicht an den Haaren herbeigezogen.
Hinzu kommen immer wieder ein paar, oftmals unerwartete Wendungen, die der Geschichte vor allem zum Ende hin eine gewisse Spannung verleihen.

Auch der Schreibstil kann sich sehen lassen. Man fliegt förmlich durch die Seiten und erlebt es alles wie im Rausch. Teilweise habe ich das Lesen auch kurzzeitig unterbrochen, um noch etwas länger in der von Miranda J. Fox geschaffenen Atmosphäre zu verharren. <3
Solch etwas ist selten der Fall und so bin ich nun wirklich etwas traurig, diese Welt wieder verlassen zu müssen. :´(

Dieses Buch beende ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge und möchte sehr gute 4,5 / 5 Sternen vergeben. Auch wenn ich vorhin meinte, dass die Geschichte gekonnt mit Klischees umzugehen weiß, sind mir Zoes Naivität einer Person gegenüber und die eigentlichen Beweggründe, das Auftreten von Dorians Vater Zoe gegenüber doch etwas zu viel, fällt aber nicht so sehr ins Gewicht, gibt der Geschichte eben ihren typischen Charakter, mit dem ja immer wieder gespielt wird.
Ich hoffe doch sehr, dass dies nur der Auftakt der Dawson-College-Reihe war und nicht ein Einzelband. Man könnte definitiv noch so einiges über Zoe und Dorians Beziehung, aber auch Amy und Jamie erzählen. Auch über Calvins und Rose‘ Geschichte würde ich gerne noch mehr erfahren. Machbar wäre es also, fehlt nur noch die Autorin, die es verfasst. ;)

Veröffentlicht am 03.11.2018

Egal wie hoch deine Erwartungen sind, sie werden nicht einmal annähernd an das Buch heranreichen! ;)

Verdammt nah am Himmel
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Ende September 2018 veröffentlicht Linda Schipp mit „Verdammt nah am Himmel“ ihr zweites Buch über den Drachenmond-Verlag.
Die Thematik lässt sich am Cover ableiten und falls dies nicht reicht, weist einen ...

Ende September 2018 veröffentlicht Linda Schipp mit „Verdammt nah am Himmel“ ihr zweites Buch über den Drachenmond-Verlag.
Die Thematik lässt sich am Cover ableiten und falls dies nicht reicht, weist einen das kurze Zitat unter dem Autorennamen daraufhin. ;)
Die Brücke steht direkt für die Verbindung zwischen dem Leben und dem Tod, handelt es sich ja schließlich um eine Nahtoderfahrung, weshalb auch wieder der Titel verdeutlicht wird, ist man doch mit diesem kurzen Todeszustand "verdammt nah am Himmel", manche sprechen ja sogar vom weißen Licht und Stimmen, die sie gehört haben. Teilweise wird auch gesagt, dass sie noch nicht sterben wollen und demnach nicht die andere Seite der Brücke erreicht haben, umgekehrt oder niemals losgelaufen sind. Die Stimmen hätten dann von der anderen Seite rufen können. Weißes Licht könnte für die Wahl stehen. Die Person kann völlig frei wählen.
Durch die Wolken muss ich auch irgendwie an Schwerelosigkeit denken, man schwebt ja während dieser Erfahrung zwischen dem Leben auf der Erde und dem Himmel. Man könnte die Wolken also symbolisch für den Menschen deuten.
Rose ist eigentlich nur mit dem Auto auf dem Weg nach Hause, doch auf der Pearly Gates Bridge findet ihre Fahrt ein jähes Ende und sie erlebt etwas, womit sie nicht gerechnet hätte.
Jack wiederum vervollständigt auf der falschen Brückenseite gerade seine „Top-Ten-Liste der Orte zum Sterben“ als beide sich begegnen.
Sie könnten nicht unterschiedlicher sein. Sie, die vor Leben nur so sprüht, sich von ihrem Glauben, ihrem Bauchgefühl leiten lässt, begegnet ihm, der dem allen einfach nur noch ein Ende setzen möchte, Dinge stets rational betrachtet.
Obwohl sich beide auf Anhieb nicht ausstehen können, treten sie aus der Situation heraus zusammen eine Reise an, die das Potential besitzt, alles über den Haufen zu werfen, was sie zu wissen gedachten…
Auch wenn ich erst dachte, dass mir Jack als Kopfmensch deutlich besser gefällt, haben sie doch beide einen unglaublichen Charme, dem man sich als Leser nicht entziehen kann.
Immer wieder stellen sie sich selbst seltene und tiefgründige Fragen, die den Leser neue Erkenntnisse gewinnen lassen. Gleichzeitig sind sie so authentisch, dass man absolut nachempfinden kann, warum sie fühlen wie sie fühlen und akzeptiert damit nicht nur Jacks Wunsch nach dem Tod, sondern kann ihn nachvollziehen.
Dabei sind dem Leser aber noch lange nicht viele Hintergründe der Figuren gegeben! Ich möchte dazu nur sagen, dass sich vieles völlig anders entwickelt als gedacht.
Beide mussten schon so unglaublich viel Leid erfahren und gerade, wenn man denkt, es geht doch eigentlich nicht weiter, kommen neue Erkenntnisse.
Auch ein besonderer Humor lässt sich hier wiederfinden. Mal ist es Sarkasmus und mal ist Jack auch unfassbar selbstironisch, verdeutlicht damit irgendwie auch, wie unfassbar er doch gebrochen ist.
Beide Figuren machen mit Hilfe des anderen unfassbare Entwicklungen durch, die der Leser ebenso mitmacht, was ich so selten erlebe. Man lernt über und mit den Figuren einfach so viel fundiert und wird dadurch zum Nachdenken angeregt.
Gerade der Schreibstil der Autorin ermöglicht es, nahezu sofort, Empathie für völlig fremde Figuren zu empfinden. Er ist so besonders, dass man ihn so schnell nicht vergisst. Hier erlebt man, dass auch Autoren Künstler sind, weiß Linda Schipp es doch gekonnt und klischeefrei, poetisches, wie Metaphern, mit bitterernsten Themen zu kombinieren und den Leser damit enorm zu berühren. Man wechselt zwischen Philosophie und Pragmatismus und ist dadurch so unfassbar an die Geschichte gefesselt, dass man sie definitiv nicht missen möchte.
Wie nicht anders zu erwarten, vergebe ich 5 / 5 Sternen, auch wenn ich liebend gerne mehr vergeben würde. Dieses Buch gibt einem einfach so viel und wird mich so schnell nicht wieder loslassen. Es wird unfassbar genial zwischen dem nötigen Ernst, Hoffnung und jeder Menge Emotionen jongliert, sodass man unabhängig davon, ob man es wollte oder nicht, einfach in den Sog dieses Buch gezogen wird. <3