Platzhalter für Profilbild

Nilchen

Lesejury Star
offline

Nilchen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Nilchen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.12.2023

Schmerz der zur Enthüllung führt

24 Wege nach Hause
0

Weihnachten lädt geradezu ein Wolldecken-Bücher zu lesen, die einen gewissen Wohlfühlfaktor haben. Ich habe dieses Jahr sehr bewusst zu Jenny Fagerlund gegriffen. Denn diesen Sommer waren wir in Schweden ...

Weihnachten lädt geradezu ein Wolldecken-Bücher zu lesen, die einen gewissen Wohlfühlfaktor haben. Ich habe dieses Jahr sehr bewusst zu Jenny Fagerlund gegriffen. Denn diesen Sommer waren wir in Schweden und unter anderem auch in Stockholm, wo ich „Briefe an Moa“ las von dieser Autorin.
Sie schafft es herzerwärmende Geschichten zu schreiben, ohne dass es seicht wird, ohne dass die Protagonistinnen in mir den Wunsch erwecken sie mal ordentlich durchzuschütteln. Ich kann mich mit den Charakteren empathisch verbinden und vor allem gibt es auch Zwischentöne. Jeder Mensch ist facettenreich und Jenny Fagerlund schafft solche zu erschaffen.
Dieses Mal begleiten wir Petra, nachdem Verlust ihrer Schwester, sind nur noch sie und ihre Teenager-Nichte aus der Familie übrig. Petra war so vereinnahmt von der Erkrankung ihrer Schwester, dass sie ihren selbstständig aufgebauten Friseursalon in die Insolvenz trieb und ihr irischer Freund Nick scheint auch nicht so unterstützend zu sein, wie sie dachte. Als dann noch die Wohnung weg ist, flieht sie mit ihrer Nichte Charly aufs Land, wo noch eine Wohnung im Besitz ihrer Familie ist auf einem Hof mit Gärtnerei und Café.
Das Setting könnte nach triefenden Taschentüchern schreien, aber tut es nicht. Es gibt natürlich überraschende Elemente und weihnachtliches Ambiente, aber sehr sehr angenehm! Ich kann dieses tolle weihnachtliches Buch allen nur wärmstens empfehlen. Mich hat es eingenommen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2023

Ein Roman zum abtauchen

Adas Fest
0

Wer den Sommer herbeisehnt und sich dabei einen kleinen malerischen Ort an der französischen Atlantikküste vorstellt, könnte mit dem Roman „Adas Fest“ einen Volltreffer landen. In Summe ein Familienroman, ...

Wer den Sommer herbeisehnt und sich dabei einen kleinen malerischen Ort an der französischen Atlantikküste vorstellt, könnte mit dem Roman „Adas Fest“ einen Volltreffer landen. In Summe ein Familienroman, der die Dynamiken in einer Kernfamilie beleuchtet und das kombiniert mit dem Klimawandel.
Denn Ada besitzt ein Sommerhaus in einem kleine Küstenort südlich von Bordeaux. Dieses Haus müsste abgerissen werden um den dahinterliegenden Ort zu retten, denn dort wo das Haus steht, braucht es mehr Schutz. Ada willigt ein, möchte aber ein letztes großes rauschendes Fest feiern in diesem Sommerhaus, wie in alten Tagen als ihr verstorbener Mann noch lebte. Dieser war Maler und hatte hier im Sommerhaus ein Atelier.
Also reist die 74jährige Dame dort hin, genauso wie ihre drei sehr unterschiedlichen Töchter. Es soll eine Art revival sein, endet aber in emotionalen Zerwürfnissen, aufgedeckten Geheimnissen und Auseinandersetzungen wie viel ein Mensch geben kann ohne zu nehmen. Ada steht klar im Mittelpunkt dieses Romans.
Mir hat der Roman beim Lesen Freude bereitet, da er mich an einen sommerlichen fernen Ort getragen hat und zeigt wie fragil ein familiäres Equilibrium doch ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.12.2023

Wie möchte ich auf andere einwirken?

Good Inside - Das Gute sehen
0

Ich weiß, dass viele Eltern-Ratgeber für verschwendet halten, sei es das Papier auf denen sie gedruckt sind oder die Zeit, die das lesen in Anspruch nimmt. Aber bitte, einige sind herausragend, auch wenn ...

Ich weiß, dass viele Eltern-Ratgeber für verschwendet halten, sei es das Papier auf denen sie gedruckt sind oder die Zeit, die das lesen in Anspruch nimmt. Aber bitte, einige sind herausragend, auch wenn sie oft das offensichtliche transportieren. Auch ich habe so einiges schon gelesen, wo ich hinter eher mehr verwirrt war als vorher oder wo ich nichts mitgenommen habe.
Anders bei Dr. Becky Kennedy! Sie hat mit ihrem Ratgeber ‚Good Inside‘ ein Buch geschrieben, dass nicht nur Eltern weiterhilft. Meine Kinder sind schon vergleichsweise groß und daher war ich skeptisch, ob ich für mich hier noch was rausziehen kann. Und ja, kann ich!
Im Grunde geht es ihr um die Sicht auf die Dinge und was passiert. Der Untertitel des Buches lautet: Das Gute sehen. Und genau das ist aus meiner Sicht ihre Kernbotschaft: Entkoppelt das WAS eure Kinder tun mit dem WER ist euer Kind kombiniert es mit konsequenter Erziehung.
Zunächst lernen wir die 10 Grundprinzipien der guten Erziehung kennen um dann das erworbene Wissen anzuwenden in der Sektion Verbundenheit aufbauen und Verhaltensweisen angehen. Klar, hier könnte man weniger kategorisch titulieren, 10 Grundprinzipien, aber der Inhalt ist wirklich gut.
Becky Kennedy beschreibt alles so kurzweilig und macht sehr gute Beispiele in ihrem Buch, dass man dem Inhalt gut folgen kann. In mir hat es lange nachgearbeitet und ich zerre vor allem vom ersten Teil des Buches, dass ich nicht nur auf den Umgang mit meinen Kindern versuche anzuwenden. Es bietet sich übrigens an, dass Buch von Cover zu Cover zu lesen, da es aufeinander aufbaut und auch auf Vorangegangenes Bezug nimmt. Psychologisch beispielsweise gut gemacht, dass erst ein Kapitel „Die ersten Jahre sind entscheidet“ gefolgt wird von „Es ist nie zu spät“. Gut strukturiert, einfach zu lesen und randvoll mit Beispielen.
Fazit: Ein Buch, dass eine positive Reflektion in Gang setzt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.12.2023

Großartig illustriert & informativ für 6-99 Jahre!

Das Museum der Bäume
0


Wieder mal Lust auf Museum, aber die Ausstellungen sind momentan nicht nach deinem Geschmack? Oder einfach weit weg? Dann kann ich sehr herzlich die Reihe „Eintritt frei“ empfehlen aus dem Prestel Verlag ...


Wieder mal Lust auf Museum, aber die Ausstellungen sind momentan nicht nach deinem Geschmack? Oder einfach weit weg? Dann kann ich sehr herzlich die Reihe „Eintritt frei“ empfehlen aus dem Prestel Verlag wo schon unzählige gute Museen erschienen sind.
Bei uns begann es mit dem „Planetarium“ und wir haben uns seitdem auch in Pilze und das Meer vertieft. Und nun ein neuer Zuwachs: Bäume!
Seit es in den letzten Jahren so extrem trocken war und unsere Bäume und Wälder sichtlich leiden, liegen mir die langen Stämme noch mehr am Herzen. Dieses sehr großformatige tolle Buch, ist ein wunderbar illustrierter Band über die Vielfalt auf unserem Planeten.
Aber es beginnt mit: Was ist ein Baum?, wie kommunizieren sie und in Kürze wie ihre Evolution von statten ging. Danach folgen alle „Säle“, so nennen sich hier die Kapitel, denn wir sind ja im Museum. Traumhaft illustriert tauchen wir ab in Nadelwälder, Laubwälder, Mediterrane Wälder, Tropische Feucht- und Trockenwälder und zu guter Letzt noch in menschengemachte Parks und Gärten!
Wir sind wieder sehr begeistert als Familie von diesem Buch. Es wirkt wie ein Bilderbuch und hat den Fokus auch auf den Illustrationen, aber dieses Buch ist alterslos und kann jedem eine Freude bereiten, der sich gerne mit dem Thema „Baum“ beschäftigt.
Aber nun genug der Lobenshymne, ich muss mal raus! ;0)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.12.2023

Setting hätte mehr Tiefe hergegeben

Die Postbotin
0

Wer auf der Suche nach einer leichten und unterhaltsamen Lektüre ist, die wenig mit dem alltäglichen Grauen der Gegenwart zu tun hat, der ist mit „Der Postbotin“ gut aufgestellt. Im Fokus dieser Geschichte ...

Wer auf der Suche nach einer leichten und unterhaltsamen Lektüre ist, die wenig mit dem alltäglichen Grauen der Gegenwart zu tun hat, der ist mit „Der Postbotin“ gut aufgestellt. Im Fokus dieser Geschichte steht die Protagonistin Regine und Eva. Beide arbeiten im Postamt und sind gerne unabhängig, brauche das Geld allerdings auch um überhaupt über die Runden zu kommen. Es ist nämlich das Jahr 1919, der erste Weltkrieg ist vorüber und das Leid groß.
Nun hat sich das Blatt für die Frauen gewandelt, alle die zu Kriegszeiten Jobs gemacht habe, weil die Männer an der Front waren, sollen nun ihre Arbeitsplätze wiederbekommen und die Frauen zurück in die Heimarbeit. Das wollen und können die Frauen oft nicht, denn sind sie zu den Ernährerinnen ihrer Familien geworden und viele Heimkehrer nicht mehr in der lange, sei es durch Verwundungen oder physischer Probleme, zu arbeiten.
Regine ist Postbotin, macht ihre Touren gerne und steuert damit maßgeblich zum Familienunterhalt bei. Sie ist eine der tragenden Figuren um sich gegen die Kündigungswelle zu erheben und nimmt Kontakt mit einer Gewerkschaft auf. Außerdem sucht sie noch fortwährend nach ihrem Bruder, der nicht aus dem Krieg nach Hause kam.
Evi arbeitet im Postamt in der Schaltzentrale und stellt Telefonverbindungen her. Sie hatte ein Verhältnis mit einem der Vorgesetzten und misst die Zuneigung in vielerlei Hinsicht.
Leider ist der Roman sehr flach geblieben was die Ausgestaltung der Charakteren anbelangt, alle ein wenig Schablonenhaft. Insgesamt bleibt der Text weit hinter seinen Möglichkeiten. Weder die Nachkriegssituation wird weiter vertieft und was das sowohl wirtschaftlich als auch psychologisch mit den Menschen machte. Auch die Streikwilligkeit der Frauen und das über die Kriegsjahre geschöpfte Selbstbewusstsein wurde angedeutet, aber war schwacher als es hätte sein können. Getoppt von Liebeleien und Frauen, die schmachten.
Berlin Mitte ist Schauplatz und wird auch beschrieben mit seinen Lokalitäten. Das ist eines der positiven Aspekte der Geschichte.
Leider ist mir auch das Ende zu abrupt und mir scheint, hier hätte man ein wenig fulminanter ein können.
Aus meiner Sicht keine erstrebenswerte Lektüre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere