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Nilchen

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Veröffentlicht am 15.05.2021

Vorsicht Suchtpotenzial: Kreativ gelandet auf einem anderen Planeten

Alien Academy (Band 1)
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Cody ist ein Kind wie jedes andere, aber Moment mal! Seine Eltern haben einen Rüssel, sind grün, essen Pampekugeln und haben drei (!) Pobacken…da stimmt doch was nicht?! Mmmhhh, also Cody hatte einen Unfall ...

Cody ist ein Kind wie jedes andere, aber Moment mal! Seine Eltern haben einen Rüssel, sind grün, essen Pampekugeln und haben drei (!) Pobacken…da stimmt doch was nicht?! Mmmhhh, also Cody hatte einen Unfall und danach schien alles anders zu sein. Als er dann im Schul-Shuttle viele andere andersartige Schüler:innen trifft, bemerken sie zusammen, dass sie scheinbar ALLE einen Unfall hatten und keiner erinnert sich an das was vor dem Unfall war. Cody geht es mit all seinen neuen Mitschülern auf den Grund.
Besonders ist natürlich das kreative Setting dieses Kinderbuches. Es spielt auf einem fernen Planeten und es kommen allerlei erdachte Alien vor. Allesamt eine wunderbare Ansammlung an Charakteren: da gibt es flauschig mürrisch, kalte Wasserliebende und große Leichtgewichte. Wir fanden sie allesamt herrlich, auch wenn es ein sehr üppiges Figurenpersonal ist. Ein Grund es entweder vorzulesen, verständlich schon ab 6 Jahren aus unserer Sicht oder eben als besser geübter Grundschüler selbst zu lesen. Der Schriftabstand ist groß und gut gewählt. Text pro Seite ist gut verdaulich und bereitet kein Kopfzerbrechen.
Spannend ist es allemal, da will man eh ständig weiterlesen. Es passiert viel phantasievoll Unerwartetes, aber auch witzig bis trauriges. Die emotionale Palette ist lang wodurch das Buch auch sehr kurzweilig ist. Wunderbar wie spielerisch hier mit eingefahrenen Denkmustern umgegangen wird und vor Augen geführt wird das der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind.
Jochen Till hat eine faszinierende neue Welt mit seiner Alien Academy erschaffen, die uns in den Bann gezogen hat und es ist nostalgisch cool von Raimund Frey in Szene gesetzt um die Vorstellung ein wenig zu unterstützen.
Ach, und was ich unbedingt noch loswerden wollte: Nicht nur für Jungs spannend! Meine Tochter fand es mindestens genauso spannend wie mein kleiner Weltraumjäger.
Fazit: Den ersten Band der Alien Academy Reihe empfehlen wir wärmstens allen Sterneguckern, die gerne abgefahrene Außerirdische treffen wollen würden. Aber Achtung, hier könnte der erste Grundstein für Science-Fiction Fans in jungen Jahren gelegt werden.

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Veröffentlicht am 14.05.2021

Bitte nicht hungrig lesen!

Toskanisches Vermächtnis
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Nico Doyle war jahrelang bei der New Yorker Mordkommission und ist nun in die Toskana gezogen nachdem seine Frau verstarb. Sie war Italienerin und ihre Verwandtschaft in Italien ist alles was ihm noch ...

Nico Doyle war jahrelang bei der New Yorker Mordkommission und ist nun in die Toskana gezogen nachdem seine Frau verstarb. Sie war Italienerin und ihre Verwandtschaft in Italien ist alles was ihm noch bleibt nachdem er aus dem Polizeidienst unehrenhaft entlassen wurde. Und dann findet ausgerechnet Nico eine Leiche! Es kommt wie zu erwarten, er wird in die Mordermittlung vom hiesigen Maresciallo hineingezogen. Das Geheimnis um das „Toskanisches Vermächtnis“ wird dann zu guter Letzt gelüftet.
Eine üppige Personallage im Kriminalroman macht es zunächst etwas unübersichtlich, aber dann doch spannend. Denn alle haben ihren Anteil an der Geschichte und sind von Bedeutung. Gelungen ist die Diversität der Charaktere, da sind nicht nur die romantischen Italiener und die attraktiven Italienerinnen am Start, auch viele mit Ecken und Kante. Das gefiel!
Der Roman lebt natürlich auch von dem toskanischen Flair im Chianti mit seiner Landschaft, seinen Bewohnern mit ihrem Charme und vor allem von guter toskanischer Küche! Hier wird noch mehr geschlemmt als bei Donna Leon, da darf man auf gar keinen Fall hungrig sein, sonst kocht man tonnenweise Pasta!
Camilla Trinchieri schreibt aus einer sehr amerikanischen Perspektive, wenn die Wangenküsschen und so manch andere Gepflogenheit erklärend im Text auftauchen, aber das ist in Maßen und somit ok. Ihr Schreibstil ist eingängig und lässt sich gut lesen. Vor allem schimmert die Liebe zu Land und Leuten durch und macht den Krimi zu einem absolut klassichen whodunit mit sehr viel Chiani-Lokalkolorit. Also dann „Chin chin!“
Fazit: Ein solider Krimi, aber etwas zu lang für meinen Geschmack mit sehr eng bedruckten 363 Seiten im Taschenbuch. Da hätte die ein oder andere Passage knackiger ausfallen dürfen!

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Veröffentlicht am 14.05.2021

Großartig!

The Hill We Climb – Den Hügel hinauf: Zweisprachige Ausgabe
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Amanda Gorman trug am 20 Januar 2021 dieses Gedicht „The Hill We Climb“ zur Amtseinführung vom 46. Amerikanischen Präsidenten Joe Biden vor. Nun hat Hoffmann und Campe das Gedicht mit einer sehr guten ...

Amanda Gorman trug am 20 Januar 2021 dieses Gedicht „The Hill We Climb“ zur Amtseinführung vom 46. Amerikanischen Präsidenten Joe Biden vor. Nun hat Hoffmann und Campe das Gedicht mit einer sehr guten Übersetzung und mit erklärenden Anmerkungen am Ende in einem kleinen feinen Buch veröffentlich und zu meiner Freude als Hardcover!
Ich fand es schon vorgetragen beeindruckend wie die junge, aber sehr selbstbewusste Amanda Gorman dieses ergreifende Gedicht vortrug. Nun noch mal gelesen, wirkt es genauso stark, aber ich habe als Leserin andere Details wahrgenommen.
Auch die Gegenüberstellung vom englischen Original zur deutschen Übersetzung hilft der Orientierung und allen deren Englisch (noch) nicht ganz ausreicht um es vollumfänglich zu begreifen.
In der Tat ist dies ein Büchlein, dass jetzt mit seiner Aktualität in den Englischunterricht gehört. Hier vereint sich Englisch, Politik und die Lyrik konzentriert auf wenigen Seiten. Eine Einladung an alle Lehrer:innen die gerne im Hier und Jetzt über wichtiges mit den Schüler:innen diskutieren möchten! But who am I….

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Veröffentlicht am 11.05.2021

Zeit der Metamorphose -man leidet mit Liebe zu seinen Kindern

Pubertät ist voll nice ... Nur blöd, dass wir jetzt die Eltern sind
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Die ewig frisch geblieben Silke Neumayer bringt uns nach den Strapazen mit den Männern in ihren vorherigen „erzählenden Sachbüchern“ nun die grausamste Phase der eigenen Kinder näher: die Pubertät! In ...

Die ewig frisch geblieben Silke Neumayer bringt uns nach den Strapazen mit den Männern in ihren vorherigen „erzählenden Sachbüchern“ nun die grausamste Phase der eigenen Kinder näher: die Pubertät! In „Pubertät voll nice – Nur blöd, dass wir jetzt Eltern sind“ geht es vorrangig um die Tochter der Autorin, Sophie. Diese hat das kritische Alter erreicht in dem die Autorin als Muttertier komplett doof und uncool einstuft wird und wir sind als Leser:innen hautnah dabei.
Natürlich musste ich auch sofort an die Megaseller-Reihe „Das Pupertier“ von Jan Weiler denken, denn auch er hat erfolgreich aus dem heimischen Nähkästchen geplaudert. Wer das gut fand, sollte auch bei Silke Neumayer mal vorbeischauen. Silke Neumayers Buch berichtet uns Grausamstes, aber so amüsant und charmant verpackt, dass man oft lauthals lachen muss oder einfach resigniert angesichts der hormonübersprudelnden Brut.
Kurze Kapitel und knackige Sprache machen es kurzweilig und nett zu lesen. Da ist man blitzschnell durch die 224 Seiten geflogen. Dieses Buch hat nicht den Anspruch zu beraten, sondern zu unterhalten. Weder findet man wie die Zeit der Kindspubertät als Elternteil überstanden werden kann noch wie die Kommunikation verbessert werden könnte, aber es lehrt einen etwas gelassener an die Sache heranzugehen.
Sicherlich am amüsantesten für Eltern, die diese Phase mit den eigenen Kindern schon hinter sich lassen konnten. Weniger amüsant für Eltern wie mich, die es noch vor sich haben (nein, war witzig!). Selbst Menschen ohne Kinder haben sicher hier auch amüsante Momente und freuen sich was ihnen erspart bleibt.
Fazit: Was bin ich froh, dass es (hoffentlich) noch ein paar Jahre dauert bis die Metamorphose einsetzt und wir zwei Badezimmer haben! Aber ich brauch mich dann nicht mehr wundern.

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Veröffentlicht am 11.05.2021

Kerstin Gier mit ein wenig Harry Potter für die etwas Kleineren!

Akademie Fortuna - Wenn Wahrsagen so einfach wäre
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Wer Fan von Kerstin Giers Jugendbüchern ist, findet bei Sarah M. Kempen das kindliche Äquivalent! Die Akademie Fortuna öffnet mit Band 1 seine Pforten für uns und es beginnt sogleich mit einem Donnerschlag. ...

Wer Fan von Kerstin Giers Jugendbüchern ist, findet bei Sarah M. Kempen das kindliche Äquivalent! Die Akademie Fortuna öffnet mit Band 1 seine Pforten für uns und es beginnt sogleich mit einem Donnerschlag. Denn es gibt 9 verschiedene Wahrsager-Disziplinen, die alle hier an der Akademie ihre prestigeträchtige Ausbildung machen in Horror’s Cope. Wie man gleich merkt, die Autorin hat einen Hang zu witzigen und ausgefallenen Namen!
Im Mittelpunkt steht die Tochter der Schulleiterin, Sorry, also eigentlich Anniversary, aber alle nennen sie Sorry. Ihr ist es leider nicht vergönnt ohne Hilfsmittel die großen Vorhersagen zu leisten und muss daher bei ihrer Einschulung bangen. Retten tut sie ein ungebetener Gast, der als verbannte Wahrsager-Disziplin wieder in die Akademie als Schüler aufgenommen werden möchte. Das bringt nicht nur Unruhe, andere Wahrsager-Disziplinen sehen hier ihre Chance wieder die Schulleitung zu übernehmen.
Ein spannender Auftakt zu einer hoffentlich noch länger währenden Reihe. Zwar wirkt es zunächst sehr Komplex mit 9 verschiedenen Wahrsager-Disziplinen und das Buhlen um die Macht sowie die einzelnen Kinder selbst, aber das gute an der Prosa und dem Aufbau des Buches ist es, dass es leicht verständlich und sehr unterhaltsam geschrieben ist.
Sarah M. Kempen schreibt leicht und angenehm. Ein richtiger Pageturner für 10jährige. Vorlesbar schon zu Beginn der Grundschulzeit, für das Selbstlesen sollte man schon sehr geübt sein, denn es ist recht viel Text und die Schwarz-Weiß-Illustrationen sind wenige, aber dafür umso gelungener!
Fazit: Akademie Fortuna – Band 1 „Wenn Wahrsagen so einfach wäre“ ein Page-Turner mit buntem und durchdachtem Setting!

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