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Nilchen

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Veröffentlicht am 03.07.2021

Kraftvolle Innenansicht

Schicksal
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„Das Leben drängt nach vorne, aber erst im Rückblick kann man es verstehen.“ (Seite 362)
Zeruya Schalev hat mit Schicksal einen kraftvollen Roman geschrieben über eine Frau, Atara, die wie der Titel sagt ...

„Das Leben drängt nach vorne, aber erst im Rückblick kann man es verstehen.“ (Seite 362)
Zeruya Schalev hat mit Schicksal einen kraftvollen Roman geschrieben über eine Frau, Atara, die wie der Titel sagt vom Schicksal be- bzw getroffen ist. Zunächst stirbt ihr Vater, der ihr ein schweres mentales Erbe mitgibt auf den letzten Metern, denn es gab in seinem Leben eine Ehefrau vor ihrer Mutter – Rachel. Diese zu finden ist eine intensive Bestimmung für Atara. Doch dann schlägt das Schicksal anderweitig zu und aus meiner Sicht liegt der Fokus nicht in der Suche und der Aufarbeitung der Vergangenheit des Vaters, wie es der Klappentext leider vermuten lässt. Nein, dieser Roman ist Trauerbewältigung und Annahme des Schicksals.
„Bei keiner Wahl, die wir treffen, verstehen wir bis ins Letzte, was sie für uns bedeutet.“ (Seite 251)

Der Roman spielt in Israel, wo auch die Autorin Zeruya Shalev in Haifa zu Hause ist. Diese Geschichte ist stark in den Makrokontext Israels eingebaut und ist ohne diesen Überbau undenkbar. Denn es kommen auch starke geschichtliche Elemente vor, die den Mikrokosmos Ataras bestimmen. Auch ist der Roman sehr jüdisch geprägt. Mich hat besonders ein Abschnitt über das traditionelle Schiv’a (Trauerwoche sitzen). Trotz dieses Settings hätte es aus meiner Sicht, auch in Hinblick auf die zu erwartende Geschichte tiefe historsiche Einblicke sein können.
Vielleicht deshalb prasseln die Wörter so hastig aus ihrem Mund, verheddern sich, ein Wort tritt das andere, rollt nach vorne, zieht sich wieder zurück, aber sie macht weiter, sie wird nichts auslassen. (Seite 142)
Was den Roman auszeichnet ist die fulminante Sprache, diese feurige Prosa die Zeruya Shalev uns Leser:innen offenbart. Sie nimmt uns mit in die dunklen und die hellen Winkel der Protagonistin und das mit Worten, die passender nicht aneinander gereiht sein könnten.
Fazit: Ein gelungenes Buch, aber eher für eine ausgewählte Leserschaft.

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Veröffentlicht am 28.06.2021

Bandenstarker Auftakt

Bruno Bratwurst und die tierisch wilde Meute (Bruno Bratwurst 1)
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Bruno Bratwurst ist ein Hund, dem so langweilig ist, dass er mit seinem Nachbar, dem dicken Boxer Bubi, eine Hundebande gründen will, die nur Schlimmes im Schilde führen will. Der Plan reift vor sich hin ...

Bruno Bratwurst ist ein Hund, dem so langweilig ist, dass er mit seinem Nachbar, dem dicken Boxer Bubi, eine Hundebande gründen will, die nur Schlimmes im Schilde führen will. Der Plan reift vor sich hin und gewinnt ein weiteres Bandenmitglied, Dackel Balduin von Wieselfingen! Leider gibt es da noch unliebsame Streunerkatzen, die seit kurzem ihr Unwesen in der Stadt führen und dagegen wollen die 3 nun angehen! Ob das gelingt?
Insgesamt ein nettes Erstleserbuch für schon etwas bessere Leser:innen, denn die Schrift ist groß und das Buch reichlich bebildert. Aber ich muss auch sagen, dass es etwas langweilig ist, eine sehr unaufgeregte Geschichte, die amüsant und wortspielreich ist, aber eben wenig spannend.
Bruno Bratwurst und die tierisch wilde Meute ist der Auftaktband einer neuen Reihe.
Das Buch wurde unter einem Pseudonym publiziert: Janne Nilsson, die eigentlich Dagmar H. Mueller heißt und schon über 100 Kinder- und Jugendbücher verfasst hat wie beispielsweise die Chaosschwestern. Warum nun unter einem Pseudonym publiziert wird, ist unklar, denn die Autorin hat in der Branche einen guten Ruf!
Fazit: Netter Lesestoff für Grundschulkinder, die es weniger aufregend mögen und Hunde lieben!

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Veröffentlicht am 28.06.2021

Oh je! Die eigenen Eltern entführt!?!

Joscha & Marie und die Frage, wie man seine Eltern rettet, ohne einen Urknall auszulösen
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Oh je! Die eigenen Eltern entführt!?! Was macht man da bloß? Genau, man heuert eine:n Detektiv:in an! In unserem Fall ist Joscha in der blöden Situation, dass seine Eltern von Gangstern entführt wurden ...

Oh je! Die eigenen Eltern entführt!?! Was macht man da bloß? Genau, man heuert eine:n Detektiv:in an! In unserem Fall ist Joscha in der blöden Situation, dass seine Eltern von Gangstern entführt wurden und sie eine Formel von ihm erpressen wollen, die seine Mutter erfunden hat. Polizei soll es keine geben, also sucht er eine:n Detektiv:in und so kommt Marie ins Spiel. Ein Mädchen, dass herrlich erfrischend ist, noch dazu Erfinderin mit Sozialphobie, die aber schier furchtlos erscheint. Eine gelungene Protagonistenkombination. Mal was anderes, nicht nur die ungewöhnliche Idee vom Autor Jens Baumeister der entführten Eltern sondern auch das Ermittlerduo ist gut gewählt und fern ab jeglicher Klischees.
Ein rasantes Kinderbuch, dass man ab der 3./4. Klasse gut lesen kann. Was irritieren könnte, sind Einschübe die in Form einer dritten Stimme in Kästen zwischen den Text gestellt sind. Mich hat es nicht gestört, könnten aber für schlechtere Leser in der Tat ein Thema sein um der Geschichte folgen zu können. Wenn man es mag, ist es gar unterhalsam.
Alles in allem ist „Joscha & Marie und die Frage, wie man seine Eltern rettet, ohne einen Urknall auszulösen“ aus meiner Sicht sehr gelungenes witziges Kinderbuch!

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Veröffentlicht am 28.06.2021

Hier werden Kinder zu Detektivgeschichten-Liebhaber

Dachs im Dickicht – Hasenhunger
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Selten kommen mir Kinderbücher aus dem russischen übersetzt in die Hände und dann noch von einer Autorin die als russische Antwort auf Stephan King gehandelt wird! Das macht neugierig oder? Die Autorin ...

Selten kommen mir Kinderbücher aus dem russischen übersetzt in die Hände und dann noch von einer Autorin die als russische Antwort auf Stephan King gehandelt wird! Das macht neugierig oder? Die Autorin Anna Starobinets hat eine neue Kinderbuchserie erfunden die sich „Dachs im Dickicht“ nennt und der Auftaktwaldkrimi heißt: Hasenhunger. Sehr treffend, denn es geht in der Tat um einen gefressenen Hasen und wer es wohl war. Der weise Dachs-Kommissar untersucht alle Spuren und Indizien genau und lässt sich nicht von populistisch schnellen Anschuldigungen in die Irre führen.
Ein sehr gelungener Mitratekrimi für Kinder in denen ausschließlich Tiere vorkommen, die aber das menschliche Leben amüsierend abbilden. Bilder gibt es nur wenige und der Text ist auch recht umfangreich und anspruchsvoll, denn hier wird in der Tat a la Sherlock Holmes ermittelt. Sprich, nicht nur sollte man einigermaßen lesen könne, sondern muss auch die verschiedenen Indizien und Aspekte des Falls im Hinterkopf behalten. Der dünn wirkende Band hat 150 Seiten und ist aus meiner Sicht ab der 3./4. Klasse zum Selbstlesen geeignet. Davor eher was zum gemeinsamen Vorlesen in Klasse 1 & 2. Band 2 wird voraussichtlich im Herbst 2021 erscheinen mit dem Titel „Das letzte Huhn“.

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Veröffentlicht am 18.06.2021

Atemberaubende Welt unter Wasser

Das Museum des Meeres
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Hereinspaziert hereinspaziert, hier im „Museum des Meeres“ gibt es viel zu entdecken, dass ihr so sicherlich noch nicht entdeckt habt!
Loveday Trinick hat wundervolle Texte zu den atemberaubenden großformatigen ...

Hereinspaziert hereinspaziert, hier im „Museum des Meeres“ gibt es viel zu entdecken, dass ihr so sicherlich noch nicht entdeckt habt!
Loveday Trinick hat wundervolle Texte zu den atemberaubenden großformatigen Illustrationen von Teagan White geschrieben. Loveday Trinick arbeitet im National Marine Aquarium und ist eine britische Meeresbiologin. Ihren Beschreibungen und ihrer Texte merkt man die Leidenschaft für das Thema Lebensraum Meer an.
Dieses großformatige Bilderbuch ist zwar im klassischen Sinn ein Bilderbuch, aber es ist mit Nichten nur für Kinder oder gar kleine Kinder. Eher ein Bilderbuch für große Kinder und begeisterungsfähige Erwachsene! Denn dieses Buch strotzt vor Wissen und lädt und ein die verschiedensten Tiergruppen zu erkunden. Es beginnt bei den kleinsten, dem Plankton, wird größer bei den Nesseltieren, dann in Saal 3 erkunden wir die Weichtiere und Stachelhäuter. Gefolgt von Gliederfüßlern und dann endlich die offensichtlichste Gruppe: Fische. Abgerundet mit den Säugetieren, Vögeln und Reptilien. Hinzu kommt, dass in jeder Tierart-Sektion auch ein jeweiliger Lebensraum unter die Lupe genommen wird, wie beispielsweise die Mangroven oder der Tangwald.
Das Buch hat knapp unter 100 Seiten und lädt immer wieder zum Aufschlagen und Entdecken ein.
Besonders macht das Buch die schon erwähnten großartigen Illustrationen von Teagan White mit einer Liebe zum Detail gezeichnet! Die Fülle an Abbildungen ist man einfach nach dem Blättern Sattgeguckt! Genial.
Mich persönlich hat die Doppelseite zu den Kopffüßlern am meisten fasziniert!
Fazit: Hier lassen sich die vielen Meeresbewohner ohne Luftanhalten erkunden!

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