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Norbi_liest

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2026

Viel Potenzial im Chaos verloren

Chaos
1

Das Cover wirkt modern und zugleich etwas rätselhaft, was gut zur Grundstimmung des Romans passt. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die sich mit familiären Altlasten, persönlichen Krisen und den Folgen ...

Das Cover wirkt modern und zugleich etwas rätselhaft, was gut zur Grundstimmung des Romans passt. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die sich mit familiären Altlasten, persönlichen Krisen und den Folgen ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss. Die Autorin greift dabei anspruchsvolle Themen auf und zeigt eindrucksvoll, wie stark Kindheitserfahrungen das spätere Leben prägen können. Besonders die Familiengeschichte rund um den Vater besitzt eine gewisse Faszination und verleiht dem Roman Tiefe.
Schwierigkeiten bereitete jedoch die Erzählstruktur. Die häufigen Wechsel zwischen verschiedenen Zeitebenen machten es nicht immer leicht, der Handlung zu folgen. Über weite Strecken fehlte ein klar erkennbarer roter Faden, sodass Zusammenhänge erst spät oder gar nicht greifbar wurden. Die Figuren blieben für mich überraschend distanziert. Vor allem zu Hedda konnte ich nur schwer eine emotionale Verbindung aufbauen.
Der Schreibstil liest sich grundsätzlich flüssig und enthält einige starke Beobachtungen. Gleichzeitig verstärkte die sprunghafte Erzählweise das Gefühl der Orientierungslosigkeit. Die beklemmende Atmosphäre ist der Autorin jedoch zweifellos gelungen.
Am Ende bleibt für mich ein Roman mit interessanten Ansätzen und wichtigen Themen, dessen Umsetzung mich jedoch nicht vollständig erreichen konnte. Wer experimentelle Erzählformen schätzt, wird vermutlich mehr Freude daran haben als ich.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 01.06.2026

Mordermittlungen zwischen Schnapsbrennerei und Dorfidylle

Mord mit Schwips
3

Schweinhütt wirkt zunächst wie ein Ort, an dem nicht viel Aufregendes passiert. Umso größer ist die Überraschung, als ein Mord die Dorfgemeinschaft erschüttert. Romy Fuchs gerät dadurch erneut in die Welt ...

Schweinhütt wirkt zunächst wie ein Ort, an dem nicht viel Aufregendes passiert. Umso größer ist die Überraschung, als ein Mord die Dorfgemeinschaft erschüttert. Romy Fuchs gerät dadurch erneut in die Welt der Recherchen und Ermittlungen, obwohl sie eigentlich einen Neuanfang gesucht hat.
Die Handlung entwickelt sich in einem angenehmen Tempo und bietet immer wieder neue Hinweise und Verdachtsmomente. Besonders gut gefallen hat mir, dass der Täter nicht sofort offensichtlich war und verschiedene Figuren als mögliche Verdächtige infrage kommen.
Romy und Ben bilden ein interessantes Gespann. Ihre gemeinsame Vergangenheit schwingt ständig mit und sorgt für zusätzliche Spannung neben den eigentlichen Ermittlungen. Gleichzeitig bleibt der Kriminalfall stets im Mittelpunkt.
Der Schreibstil ist klar, flüssig und sehr zugänglich. Die Kapitel lassen sich zügig lesen und die Handlung bleibt jederzeit nachvollziehbar. Auch die Rückblicke tragen dazu bei, die Hintergründe einzelner Figuren besser zu verstehen.
Die Atmosphäre des Bayerischen Waldes wurde überzeugend eingefangen. Man merkt, dass die Autorin ihre Schauplätze kennt und gerne beschreibt. Das stimmungsvolle Cover passt sehr gut zu dieser regionalen Kulisse.
Wer einen klassischen Cozy Krimi mit sympathischen Figuren, einer soliden Handlung und einer schönen Portion bayerischem Flair sucht, wird hier bestens unterhalten. Mich hat das Buch auf jeden Fall überzeugt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 30.05.2026

Ein herrlich turbulenter Lesespaß

Die Olchis und das Sams. Die kaputte Wunschmaschine
0

Das liebevoll gestaltete Buch zieht bereits auf den ersten Blick die Aufmerksamkeit auf sich und verspricht ein ganz besonderes Zusammentreffen. Die Geschichte führt das beliebte Sams und die berühmten ...

Das liebevoll gestaltete Buch zieht bereits auf den ersten Blick die Aufmerksamkeit auf sich und verspricht ein ganz besonderes Zusammentreffen. Die Geschichte führt das beliebte Sams und die berühmten Olchis in einem turbulenten Abenteuer zusammen, das durch ein Missgeschick im Labor ausgelöst wird. Weil die Wunschmaschine defekt ist und Herr Taschenbier versehentlich verwandelt wird, ist schnelle Hilfe gefragt. Auf der Suche nach Ersatzteilen und einer Lösung gerät die ungleiche Truppe von einer komischen Situation in die nächste. Der sprachliche Stil ist wunderbar flüssig zu lesen und besticht durch Reime sowie den einzigartigen Humor der verschiedenen Charaktere. Die farbigen Zeichnungen untermalen das Geschehen auf jeder Seite sehr charmant. Das Abenteuer ist perfekt in kurze Kapitel unterteilt, wodurch sich die Erzählung hervorragend zum gemeinsamen Vorlesen oder für geübte Leseanfänger eignet.
Mich hat dieser gelungene Reihenauftakt komplett begeistert, da die Zusammenführung der unterschiedlichen Figuren einfach perfekt harmoniert und unglaublich viel Freude beim Lesen bereitet.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.05.2026

Zwischen Nähe und Entfernung

Fast ein Leben
0

Kiran Millwood Hargrave erzählt in diesem Roman nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern zugleich ein intensives Porträt zweier Menschen, die über Jahrzehnte hinweg miteinander verbunden bleiben. Die Handlung ...

Kiran Millwood Hargrave erzählt in diesem Roman nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern zugleich ein intensives Porträt zweier Menschen, die über Jahrzehnte hinweg miteinander verbunden bleiben. Die Handlung beginnt im Paris der späten siebziger Jahre und entwickelt sich danach über viele Jahre hinweg weiter, ohne jemals an emotionaler Wirkung zu verlieren.
Besonders gelungen ist die Art, wie gesellschaftliche Entwicklungen und persönliche Lebenswege ineinandergreifen. Die politischen Veränderungen, die Atmosphäre der einzelnen Jahrzehnte und die Herausforderungen des jeweiligen Zeitgeists fließen ganz selbstverständlich in die Geschichte ein. Dadurch wirkt der Roman glaubwürdig und vielschichtig.
Erica und Laure stehen dabei weniger für eine klassische Romanze als vielmehr für die Frage, wie sehr bestimmte Begegnungen das eigene Leben prägen können. Beide Figuren bleiben angenehm unperfekt. Ihre Zweifel, ihre Unsicherheiten und ihr Schweigen machen sie menschlich und nahbar.
Der Schreibstil wirkt ruhig und anspruchsvoll, zugleich aber sehr zugänglich. Viele Passagen entfalten ihre Wirkung erst zwischen den Zeilen. Besonders die stillen Szenen und unausgesprochenen Gefühle hinterlassen Eindruck. Trotz des Umfangs bleibt die Geschichte fesselnd, weil die Autorin ihren Figuren Raum zur Entwicklung gibt. Manche Kapitel wirken beinahe wie Momentaufnahmen eines ganzen Lebens und genau darin liegt die Stärke dieses Romans.
Mich hat vor allem beeindruckt, wie fein hier über verpasste Möglichkeiten, Sehnsucht und Erinnerung geschrieben wird. Ein kluger, atmosphärischer Roman, der lange nach dem Lesen im Kopf bleibt.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Wollige Ermittlungen

Widdersehen
0

Schon das Cover wirkt wie eine liebevolle Einladung zurück nach Glennkill, wo die Schafe erneut im Mittelpunkt eines ungewöhnlichen Kriminalfalls stehen. Die vertraute Herde rund um Miss Maple kehrt voller ...

Schon das Cover wirkt wie eine liebevolle Einladung zurück nach Glennkill, wo die Schafe erneut im Mittelpunkt eines ungewöhnlichen Kriminalfalls stehen. Die vertraute Herde rund um Miss Maple kehrt voller Erwartungen auf ihre alte Weide zurück, doch die Idylle aus der Erinnerung zeigt schnell Risse. Fremde Schafe, ein veränderter Ort und eine spürbar seltsame Atmosphäre lassen die Rückkehr alles andere als heimelig wirken. Als dann auch noch die Schäferin Rebecca verschwindet und ein verstörender Hinweis im Schäferwagen zurückbleibt, kippt die Stimmung endgültig ins Rätselhafte. Die Geschichte entfaltet sich mit einer Mischung aus feinem Humor und unterschwelliger Spannung, die sich leise steigert. Besonders reizvoll bleibt der Blick aus der Perspektive der Schafe, die menschliche Geschehnisse mit entwaffnender Logik deuten. Charakterlich überzeugt erneut die Vielfalt der Herde, allen voran die kluge Miss Maple und die charmant eigenwillige Madouc. Der Schreibstil wirkt leicht, bildhaft und voller liebevoller Wortspielereien, die immer wieder ein Schmunzeln hervorrufen. Auch die irische Kulisse wird atmosphärisch eingefangen und trägt viel zur besonderen Stimmung bei. Die Handlung bleibt dabei eher gemütlich als rasant, lebt aber von ihrer Idee und den Figuren. Kleine humorvolle Spitzen lockern ernste Momente gekonnt auf. Im Verlauf entsteht ein warmes, beinahe vertrautes Lesegefühl, das sich langsam entfaltet.
Im Fazit überzeugt der Roman als liebevoller, humorvoller Cozy Crime, der mit origineller Perspektive und warmem Erzählton vor allem durch seine besondere Atmosphäre glänzt.

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