Ein Sommer voller Selbstfindung
Little HollywoodDer Roman begleitet Leonie, genannt Leo, nach dem Abi auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden, zwischen familiären Verpflichtungen und der Sehnsucht nach einem eigenen Leben. Die Figuren wirken lebendig und ...
Der Roman begleitet Leonie, genannt Leo, nach dem Abi auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden, zwischen familiären Verpflichtungen und der Sehnsucht nach einem eigenen Leben. Die Figuren wirken lebendig und nahbar, besonders Leo, Jo und ihr kleiner Bruder Ben, deren Beziehungen von Zuneigung, Unsicherheit und ersten Gefühlen geprägt sind. Auch Nebenfiguren wie die Mutter oder Theo fügen sich stimmig in die Geschichte ein, selbst wenn sie etwas im Hintergrund bleiben. Die 90er-Jahre-Atmosphäre wird durch die Videothek „Little Hollywood“, Musik und Filmzitate sehr stimmungsvoll eingefangen und weckt eine angenehme Nostalgie.
Der Schreibstil ist leicht und fließend, zugleich aber auch gefühlvoll und bildhaft, sodass man sich gut in die Szenen hineinversetzen kann. Die Handlung lebt weniger von großen Wendungen, sondern vielmehr von leisen Momenten, inneren Konflikten und kleinen Entwicklungen. Gerade diese ruhige Erzählweise sorgt für eine authentische und greifbare Stimmung. Leos Weg, ihren Platz im Leben zu finden, steht dabei klar im Mittelpunkt.
Auch wenn am Ende nicht alle Fragen vollständig beantwortet werden und einige Entwicklungen etwas offen bleiben, entsteht ein insgesamt stimmiger Eindruck. Die Geschichte überzeugt vor allem durch ihre Atmosphäre, die Figuren und die sanfte Entwicklung der Ereignisse. Es ist ein einfühlsamer Coming-of-Age-Roman, der die Unsicherheiten und Entscheidungen dieser Lebensphase gut einfängt und Raum für eigene Gedanken lässt.