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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2022

Sehr unterhaltsam!

X - Du entscheidest
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„Du entscheidest“ ist das unabhängig lesbare Spielbuch zur dystopischen „X-Reihe“ von A. L. Kahnau und durchgängig sehr unterhaltsam.

„Wenn Lebensmittel und Medikamente knapp werden, werden Menschen zu ...

„Du entscheidest“ ist das unabhängig lesbare Spielbuch zur dystopischen „X-Reihe“ von A. L. Kahnau und durchgängig sehr unterhaltsam.

„Wenn Lebensmittel und Medikamente knapp werden, werden Menschen zu Ungeheuern, die weitaus schlimmer sind als Untote.“

Die Autorin spricht den Leser direkt an, führt ihn und gibt nebenbei, natürlich nur in Situationen, in denen man sich erlauben kann, kurz durchzuatmen, Überlebenstipps, erwähnt No-Gos während einer Zombieapokalypse, wirft Fakten über Untote oder interessante Anekdoten zu ihrer Reihe in die Stille. Es fühlte sich an, als würde eine Freundin nebenher trotten, während man selbst den einen oder anderen Zombie killt — oder eben selbst dran glauben muss.

Ehrlich gesagt bin ich bereits nach zehn Minuten „Game over“ gegangen. Beim zweiten Mal war das Ergebnis befriedigend — heißt, ich habe überlebt, aber nicht den eigentlich Auftrag erfüllt. Erst beim dritten Anlauf konnte ich mir auf die Schulter klopfen, wenn auch mit zahlreichen Verletzungen und ohne Schuhe.

Was habe ich geschmunzelt, als mich A. L. Kahnau in einem humorvollen Stil angetrieben hat, mich durch ihre bildliche Story leitete. Vor jeder Entscheidung steigt der Nervenkitzel und, ehrlich, im Gegensatz zu den üblichen Büchern ist es eine Abwechslung, den Verlauf selbst zu bestimmen.

Ganz wunderbar fand ich auch die detaillierte Aufmachung dieser interaktiven und kreativen Geschichte. Ein absolutes Vergnügen.

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Veröffentlicht am 17.10.2022

Bewegend, atmosphärisch und anrührend.

Das Leuchten der Rentiere
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Winter 2008: Elsa, damals neun Jahre, wird Zeugin einer Grausamkeit, die sie ihr ganzes Leben lang nicht mehr loslässt. Sie erkennt den Mörder, der für den sinnlosen Tod eines unschuldigen Renkalbs aus ...

Winter 2008: Elsa, damals neun Jahre, wird Zeugin einer Grausamkeit, die sie ihr ganzes Leben lang nicht mehr loslässt. Sie erkennt den Mörder, der für den sinnlosen Tod eines unschuldigen Renkalbs aus der Zucht ihrer Eltern verantwortlich ist, doch schweigt. Denn wenn sie ein Wort über ihn verliert, wird auch sie sterben.
Von da an setzt sich das Mädchen, das zu dem „samischen Volk“, dem letzten Indigenen Europas, gehört, für die Gerechtigkeit und die Rentiere ein.

Denn Wilderei sowie taube Ohren der Behörden sind in diesem Umfeld genauso selbstverständlich, wie altbewährte Traditionen und eigenbrötlerische Verhaltensweisen der erwachsenen „Samen“.
Neben all der Ungerechtigkeit wird auch der Klimawandel thematisiert, der bei der Rentierzucht, eine der Lebensgrundlagen des Volkes, eine wichtige Rolle spielt. Hinzu kommen authentische Einblicke und Hintergrundinformationen über das Leben der indigenen Menschen.

Ann-Helén Laestadius schreibt in einer ruhigen und einnehmenden Art, erzählt von langen Wintern und einer, für uns weit entfernten, Gemeinschaft. Von Wilderei, alten Riten und Verzicht, von Ungerechtigkeiten und Tod. Obwohl sich die Spannung samt Veränderungen erst im weiteren Verlauf zeigt, der Fokus eher auf den Schilderungen der extremen Umstände liegt, schafft es die Autorin das Interesse durch malerische und bewegende Schilderungen aufrechtzuerhalten. Psychische Gewalt und Tierquälerei entfachen ebensolche Wut wie das nicht vorhandene Interesse der Behörden. Elsas Weg, ihre Entwicklungen und der wachsende Mut sind beeindruckend und betrachten wir das Nachwort, das auf die Realität dieses Romans verweist, hinterlässt „Das Leuchten der Rentiere“ einen faden, schockierenden Beigeschmack.

Ich bin dankbar für diesen Roman, zeigt er doch das Leben im hohen, kalten Norden auf eine echte Weise ohne verklärte Romantik.

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Veröffentlicht am 01.10.2022

Eine besondere Freundschaft...

Feather & Rose, Band 1: Ein Sturm zieht auf (geheime Elemente-Magie an einer Eliteschule ab 10 Jahren)
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„Feather & Rose. Ein Sturm zieht auf“ ist Band eins der neuen Urban-Fantasy Dilogie von Claudia Siegmann und erzählt den Beginn einer intensiven Mädchen-Freundschaft, die Eingewöhnung auf einem besonderen ...

„Feather & Rose. Ein Sturm zieht auf“ ist Band eins der neuen Urban-Fantasy Dilogie von Claudia Siegmann und erzählt den Beginn einer intensiven Mädchen-Freundschaft, die Eingewöhnung auf einem besonderen Internat und von zauberhaften Kräften.


Als Feathers Wut sich in einem beeindruckenden Sturm entlädt, bringt ihr Papa sie kurzentschlossen auf die Wingdale Academy — eine geheime Eliteschule für Magiebegabte.

Zu Beginn lernen wir Feather kennen, erfahren wichtige Dinge über ihr Leben und ihre Verluste, die den unbeherrschten Zorn, ihr Gefühlschaos erklären. Mit dem Wechsel des Settings greift die Autorin eine altersgerechte, typische Academy-Atmosphäre auf, die durch klassische Zickereien unter MitschülerInnen sowie schwierige Lehrer, Fehlverhalten und Unzufriedenheit untermauert wird. Auch Silver, der Junge, der Feathers Herz höher schlagen lässt, stellt das Mädchen vor Probleme …
In Rose findet Feather eine stimmige Ergänzung, die, ebenso wie die innige Beziehung zu ihrem Vater, sehr ausdrucksstark zur Geltung kommt, sich nachvollziehbar und echt aufbaut.

Band eins der Dilogie ist hauptsächlich ein Kennenlernen und Zurechtfinden, zeigt die Entwicklung einer wundersamen Freundschaft und gibt Einblicke in die Elementarmagie. Claudia Siegmann schreibt der Zielgruppe angemessen, vorstellbar und detailliert.
Humor und ein spannendes, offenes Ende lassen auf den zweiten Band, der im April erscheinen soll, hinfiebern.

Dieses Kinder-&Jugendbuch kommt sowohl innerlich wie äußerlich liebevoll gestaltet daher, und beschert jedem, der sich an der Wingdale Academy einschreibt, um Feather & Rose zu begleiten, unterhaltsame Lesestunden.

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Veröffentlicht am 01.10.2022

Ein wirklich besonderer Roman.

Wohin die Wahrheit mich führt
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„Wohin die Wahrheit mich führt“ trägt Penny Rosso raus aus einer Rolle, die sich schon immer falsch anfühlte, hinein in ein Abenteuer, das zu einem neuen Leben(sgefühl) wird.

Jane Aiven erzählt in ihrem ...

„Wohin die Wahrheit mich führt“ trägt Penny Rosso raus aus einer Rolle, die sich schon immer falsch anfühlte, hinein in ein Abenteuer, das zu einem neuen Leben(sgefühl) wird.

Jane Aiven erzählt in ihrem gefühlvollen Debüt von der mitreißenden Suche nach den eigenen Wurzeln, von Selbstfindung und Träumen.

Bereits die ersten Kapitel zeigen, dass die Autorin eine Atmosphäre gekonnt einzufangen vermag, Gefühle, authentisch und echt, aufleben lassen kann.
Von Beginn an war ich hingerissen, neugierig und fasziniert.

In „Wohin die Wahrheit mich führt“ zeigt sich eine Seite des Zirkuslebens, der „Attraktionen“, über die ich mir nie Gedanken machte, und bin froh, dass Jane dieses Thema zur Sprache bringt. Es war, dank des klaren, intensiven Schreibstils, den poetischen und authentischen Formulierungen ein emotionales Auf und Ab, dabei wurde auf Drama und Kitsch verzichtet, sodass es eine Freude war, Penny / Vicky kennenzulernen: selbstlos, verzweifelt, hoffnungsvoll. Und bei all dem, was sich auf ihrem Weg verändert, ist es doch sie, die Entscheidungen immer öfter dem Herzen überlässt, ohne Sicherheitsnetz.

Dieser Roman lässt mich beeindruckt zurück, ist der Weg, den wir verfolgen, doch ebenso mutig wie riskant. Trotz melancholischer Momente, Verlusten und Rückschlägen gehen Hoffnung und Zuversicht nie verloren. All das, was Pennys Neuanfang ebnet, lähmt sie nicht. Nichtmal die Vergangenheit, die urplötzlich wieder da ist …
Das Café »Doppio« wurde zu einem heimeligen, besonderen Ort, die fein kreierte Handlung wirkt lebendig und die Menschen, die Penny in London auffingen, sprühen vor Lebensfreude und Tatendrang.

Ein Neuanfang, der geprägt ist von schicksalhaften Fügungen, entscheidenden Momenten, Leidenschaft und Wahrheiten.
Ein Roman mit Tiefe und Bedeutung, in dessen Botschaften sich LeserInnen wiederfinden können.
Lasst uns öfter mutig sein und mit dem Herzen entscheiden.
Jetzt. Lebe.

„Irgendwann klopft das Schicksal an Deine Tür und teilt Dir mit, dass es an der Zeit ist, dass Du glücklich wirst.“

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Veröffentlicht am 20.09.2022

Mit diesem Roman konnte mich der Autor begeistern.

Fairy Tale
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Wie lange braucht es, bis eine Geschichte losgeht? Wer Bücher von Stephen King kennt, kennt die Antwort: lange.

„Fairy Tale“ beginnt mit einer Vorstadt-Idylle, dem Kennenlernen des jungen Protagonisten ...

Wie lange braucht es, bis eine Geschichte losgeht? Wer Bücher von Stephen King kennt, kennt die Antwort: lange.

„Fairy Tale“ beginnt mit einer Vorstadt-Idylle, dem Kennenlernen des jungen Protagonisten und mündet in einer ebenso märchenhaften wie modernen Erzählung. Obwohl klassische Elemente aufgegriffen, Brücken zu bekannter Phantastik und vorigen Werken gebaut wurden, verbindet der Autor diese gekonnt mit neuen Ideen, aktuellem Stuff und rückt seine Geschichte dadurch in verständliche, nachvollziehbare Sphären, in denen sich LeserInnen im Jetzt wiederfinden.

Charlie, der für sein Alter bemerkenswert souverän und verantwortungsbewusst auftritt, was den Umständen seiner schwierigen Kindheit zu verdanken ist, und der verschrobene, eigenwillige Mister Bowditch könnten gegensätzlicher nicht sein. Und doch empfand ich die Dynamik als stimmig und interessant, denn der alte Mann hat Geheimnisse, die Charlie eine unglaubliche Welt offenbaren. In der er Retter und Abenteurer sein muss, um zauberhafte Figuren von einem Fluch und der Unterdrückung dunkler Wesen zu befreien.

Stephen King verzichtet in diesem wundersamen Roman auf durchdringenden Grusel und Horror, jedoch nicht auf einen detailliert ausgeschmückten, sorgsam ausgearbeiteten Verlauf. Neben einer geheimnisvollen Atmosphäre, Anspannung und Erwartungen, die das Geschehen durchweg begleiten, konnte ich mich durch den recht einfachen, nicht minder mitreißenden, Stil, in den der Autor dieses Mal verfällt, vollkommen in die Handlung fallen lassen. Trotz der bekannten Längen, die die Spannung öfter unterdrücken, verging „Fairy Tale“ dank der Fülle an Bildern, Eindrücken und dem hier vorzufindenden Einfallsreichtum, der zum Staunen bringt, wie im Flug.

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