Dark-Academia meets YA Suspense-Romance
NightshadeVier Jahre ist es her, seit Ophelia ihre Eltern auf tragische Weise verloren hat. Noch immer kämpft die junge Frau tagtäglich mit ihrer Trauer. Und ihrer Wut. Denn Ophelia glaubt nicht an einen Unfall ...
Vier Jahre ist es her, seit Ophelia ihre Eltern auf tragische Weise verloren hat. Noch immer kämpft die junge Frau tagtäglich mit ihrer Trauer. Und ihrer Wut. Denn Ophelia glaubt nicht an einen Unfall und genau deswegen ist sie nun hier, an der Sorrowsong University. Dem Ort, an dem die beiden wichtigen Menschen ihres Lebens gearbeitet haben und an dem der Nachwuchs der gefährlichen Elite umher schwadroniert.
Statt auf einen Abschluss hofft Ophelia auf Antworten – und auf Rache …
Als sie mit Alex Green Bekanntschaft macht, dem Sohn des CEOs, den die Stipendiatin im engeren Kreis der Verdächtigen sieht, ahnt sie nicht, dass es gerade dieses Rich Kid sein wird, der ihr hilft und sie zu beschützen versucht, als ein Stalker ihre Spurensuche gefährdet und das sowieso schon unangenehme Treiben in den abgelegenen Highlands für Ophelia noch düster erscheinen lässt.
Autumn Woods schuf mit „Nightshade“ eine mitreißende Dark-Academia Story, die weniger durch die Überraschungsmomente glänzt als durch die emotionale Zerrissenheit, zahlreiche Intrigen und die dadurch angespannte, erdrückende Stimmung. Die Frage, wer FeindIn ist und wer nicht, durchdringendes Misstrauen und eine schwer deutbare Art der Melancholie erstrecken sich über die Seiten hinweg.
Die Protagonistin ist weder eine klassische Heldin noch begleitet sie eine Opferrolle. Ophelias Verlust leitet sie, verführt sie zu Impulsivität, lässt sie verschlossen und kalt wirken. Ihr Ziel sind weder Bestnoten noch Freundschaften, schon gar nicht die Liebe, sondern einzig die Wahrheit. Für mich war diese Schülerin, mit ihrem Schmerz, dem Drang nach Gerechtigkeit und ihrem gleichzeitigen Sehnen nach Nähe, durchweg authentisch.
Alex nimmt den Posten als überheblicher Bad Boy ein, dabei versteckt sich hinter Arroganz und Berechnung so viel mehr. Als Sohn eines einflussreichen und mächtigen Mannes lasten Erwartungen, Druck und Verantwortung auf ihn.
Nur langsam entsteht zwischen den beiden ein greifbares Mehr und trotz der Inszenierung einer schön zu lesenden, prickelnden Slow Burn-Romance bleibt Argwohn bestehen, anhaltende Vorsicht.
Woods überstürzt nichts, verliert sich nicht in hitzigen Diskussionen, setzt auf gezielte Blicke, Heimlichkeit und das Wissen, dass ein Miteinander für beide Gefährlich werden könnte. Während Ophelia Hinweisen und Ahnungen nachgeht, sich durch den Schulalltag schlägt und dabei Alex' und sein oft ambivalentes Verhalten nicht aus dem Kopf bekommt, wird sie von einem Stalker ins Auge gefasst. Unter anderem durch diese Komponente ist das Vorhanden sein einer subtilen Spannung, dem Hauch Bedrohung, nicht von der Hand zu weisen. Ich mochte die Atmosphäre, die malerische und dichte Inszenierung des Akademie-Settings, wenn mir auch die schottische Umgebung fehlte. Mit einem klaren, einfachen Stil, dem es dennoch gelingt die Emotionen zu umschmeicheln, vergeht die Handlung, die stimmig zwischen Ereignis, Information und Tempo balanciert, wie im Flug. Zwar sind manche Reaktionen gen Ende nicht gänzlich authentisch, doch das Finale lässt mich nun gebannt auf Teil zwei warten.