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Owlmuffin

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.09.2022

Stimmige, schöne Geschichte.

Huskyküsse zu Weihnachten
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Kurzweilig, wunderschön und winterlich – Maria Winters „Huskyküsse“

Hailey soll ihren Chef Alex auf der Ranch seines Bruders vertreten – diese drei Wochen Alaska kommen der introvertierten, kontrollierten ...

Kurzweilig, wunderschön und winterlich – Maria Winters „Huskyküsse“

Hailey soll ihren Chef Alex auf der Ranch seines Bruders vertreten – diese drei Wochen Alaska kommen der introvertierten, kontrollierten jungen Frau gelegen, umgeht sie so doch die Feiertage mit ihrer Familie. Unglücklicherweise warten bei ihrer Ankunft nicht nur ein mürrischer Cole, sondern auch Haileys persönlicher Alptraum …

„Huskyküsse“ ist eine wunderbare, atmosphärische Geschichte, die ohne Drama und übertriebenen Kitsch auskommt, dennoch Romantik ausstrahlt und zum Träumen einlädt.

Erzählt wird unregelmäßig aus wechselnder Perspektive, Cole und Hailey haben in der Vergangenheit bereits schreckliche Erfahrungen machen müssen und nähern sich einander nur langsam an. Ich fand die Protagonisten absolut authentisch und sympathisch, sie gingen verständnisvoll miteinander um und das verschneite, eiskalte Setting kam einladend zur Geltung. Maria ließ die Huskys lebendig werden, Coles Liebe und Leidenschaft für diese Geschöpfe waren ebenso ansteckend, wie Haileys Begeisterung für die Kulisse.
Obwohl „Huskyküsse“ recht kurz ist, fehlt es der Handlung weder an Tiefe, Gemütlichkeit noch an Humor.

Zwischen friedlicher Abgeschiedenheit, heißem Kakao mit Schuss und ihrem ersten Blizzard entdeckt Hailey Dun in Alaska die Werte, die wirklich zählen, überwindet tiefe Ängste und geht ein unbekanntes Wagnis ein.

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Veröffentlicht am 20.09.2022

Das Böse — im Deckmantel des Glaubens.

Blutvogel
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… wenn der Glaube als Ausrede dient.

Auch in ihrem neuen Psychothriller bedient sich Astrid Korten einer wahren Begebenheit und baut der Geschichte über die Familie Wolkows dadurch eine erschreckende ...

… wenn der Glaube als Ausrede dient.

Auch in ihrem neuen Psychothriller bedient sich Astrid Korten einer wahren Begebenheit und baut der Geschichte über die Familie Wolkows dadurch eine erschreckende Grundlage, die Gänsehaut verursacht.
Greift die Autorin doch wieder Themen auf, die gerne übersehen werden — wie oft wird unter Verschleierung des Glaubens Strafe begangen?
Mittlerweile dement, hat der Vater, den wir in rückblickenden Schilderungen als grausamen, strengen und gewalttätigen Menschen kennenlernen, bleibenden Schaden bei seinen fünf Kindern angerichtet. Während ein Teil dieser im Erwachsenenalter gottesfürchtig lebt, hat sich David der Bibel entsagt und macht aus seiner Verachtung keinen Hehl. Aljona, das Mädchen, das für einen Tanz im Wald grauenvoll bestraft wurde, ist für die Pflege ihres tyrannischen Vaters verantwortlich. Die Routine der Familie wird jäh unterbrochen, als Aljona einem Unfall zum Opfer fällt, der Aufklärungen ins Rollen bringt, die erschüttern.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, was zu Beginn etwas schwierig ist, denn auch die Sicht der ermittelnden, äußerst interessanten, LKA Beamtin Hilke Fuchs, die hofft, mit diesem komplexen Fall noch einen längst vergangenen aufklären zu können, gesellt sich in den Strudel aus Eindrücken. Von Beginn war eine Atmosphäre gegeben, die lauernd wirkt, Anspannung auslöst, schwer und düster. Der nüchterne Ausdruck, der die Geschehnisse, damalige sowie aktuelle, samt Gedanken detailliert wiedergibt, spiegelt eine Palette unterschiedlicher Emotionen wider und unterstützt die authentische Inszenierung. Fragen werden aufgeworfen, nach Wahrheiten und Antworten gesucht, Geheimnisse, die lange verschwiegen wurden, dringen ans Licht — Taten, verborgen unter dem Deckmantel des Glaubens, verheimlicht, von gottesfürchtigen Monstern.

Sehr bewegend fand ich die klaren Zeilen, die Aljona in den Briefen an ihren Vater formulierte. Diese ermöglichen dem Leser ein eindringliches Gefühl der verlorenen Kindheiten, geprägt aus Angst und Vorsicht. Aber auch von dem, was sich im Inneren verändert hat. Was solch einschränkende, gewaltvolle Erziehung, die Vermittlung falscher — ja, falscher! — Werte auslösen ist tragisch und zeigt sich in den verschiedensten Charakteren dieses Buchs. Hass, Wut, Rachegelüste schwelen in „Blutvogel“, bis sie überbrodeln.
Gelungen ist der Aufbau sowie die nicht immer ausformulierte, doch ausreichend angedeutete, erschütternde Grausamkeit. Das Unheil wiegt schwer. Denn, vergesst nicht, es ist real.

Packender Psychothriller, der mitleiden lässt.

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Veröffentlicht am 19.09.2022

Von Anfang bis Ende absolut gelungen.

Fake – Wer soll dir jetzt noch glauben?
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Wieder ein Strobel der mich überzeugen konnte.

Erstmal: der Schauplatz, mitten im Herzen Thüringens, hat mich begeistert, wohne ich doch nur wenige Kilometer entfernt und kannte etliche der erwähnten ...

Wieder ein Strobel der mich überzeugen konnte.

Erstmal: der Schauplatz, mitten im Herzen Thüringens, hat mich begeistert, wohne ich doch nur wenige Kilometer entfernt und kannte etliche der erwähnten Orte. Auch Sascha Rotermund, der diesen Thriller mit seiner angenehmen Stimmfarbe perfekt und mitreißend eingesprochen, hat, frei von Monotonie, sollte lobend erwähnt werden!

Die Storyline von „Fake-Wer soll dir jetzt noch glauben?“ war unvorhersehbar und temporeich, Arno Strobel verzichtet auf unnötige Längen und nebensächliche Informationen, fokussiert sich auf die vermeintlichen Fakten und Figuren. Obwohl mich der Prolog gefesselt hat, vergaß ich diesen, bis er wieder wichtig wurde. Denn die Anklage gegen Patrick Dosterts, die Ermittler, denen ich keinen Deut traute, seine Freunde, Nachbarn und Kollegen forderten meine Aufmerksamkeit.
Von Anfang an war ich interessiert, die Spannung ließ keine Minute nach, und die besonders missliche, scheinbar ausweglose Lage, in der sich der Protagonist befindet, lässt wohl jeden mitfühlen -und fiebern. Der Autor lässt Patrick seine Erinnerungen aus der 3. Person schildern. Mit dieser frischen Taktik gelang eine unberechenbare, authentische Handlung — die den Leser Fakten vergessen lässt und zahlreiche Verdächtige samt Motiven, Misstrauen und Ungereimtheiten schafft.
Alle Beweise sprechen gegen den Inhaftierten und letztendlich stehen nur noch sein Star-Anwalt und ein engagierter Privatdetektiv hinter Dosdorf …

Trotz etlicher Charaktere, die mehr oder minder wichtig schienen, überdeutlicher Indizien gegen den Beschuldigten und der Fülle an Verdachtsmomenten war es leicht, dem Verlauf zu folgen. Das Ende war unglaublich überraschend und der Plotttwist schaudererregend inszeniert. Absolute Empfehlung!



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Veröffentlicht am 19.09.2022

Gutes Weltraumabenteuer.

Interspace One
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„Interspace One“ ist kein Roman, zudem ich üblicherweise gegriffen hätte, aber für mich ist es unerlässlich, hin und wieder eigene Komfortzonen zu verlassen.

Der Klappentext zum neusten Werk des erfolgreichen ...

„Interspace One“ ist kein Roman, zudem ich üblicherweise gegriffen hätte, aber für mich ist es unerlässlich, hin und wieder eigene Komfortzonen zu verlassen.

Der Klappentext zum neusten Werk des erfolgreichen Autors Andreas Suchanek assoziiert eine spannende Mörderjagd in fremden Sphären, ungeahnte Bedrohungen und einen verzweifelten Kampf ums Überleben — und um die Heimreise.

„Interspace One“ beginnt mit einem Einstieg, der den Leser die Möglichkeit verschafft, sich mit Charakteren und aktuellen Gegebenheiten vertraut zu machen und sogleich Fragen und Mutmaßungen aufwirft. Die Suche nach demjenigen, der für Leiche und Sabotage verantwortlich ist, steht bei dem rasanten Verlauf nicht durchgängig im Vordergrund.

Andreas schreibt einfach und trotz verschiedener Handlungsstränge gelingt es problemlos, dem Verlauf zu folgen, denn die Anzahl der „getunten“ Protagonisten ist übersichtlich. Alle der fünf erwachten Mitglieder der EXPO-EA-93 erhielten eine eigene Geschichte samt Motivationen, mich konnte die Ausarbeitung der unterschiedlichen Figuren dennoch emotional nicht überzeugen.

Ereignisse, Gefahren und Twists reihen sich aneinander, Lücken werden mit interessanten Themen, wie dem Klonen, welches eine tolle Grundlage für (eigene) Diskussionen bildet, und Zukunftsvorstellungen gefüllt. Szenen und das allgemeine Setting waren vorstellbar geschildert, aber die Masse an technischen Begrifflichkeiten, detaillierten Erklärungen und einigen Tippfehler dämpfte öfter meine Aufmerksamkeit.

Wer denkt, dass mit der Identifizierung des Mörders die schwierigste Hürde gemeistert wurde, irrt. Commander Liam und seine Crew müssen ihre Mission erfüllen, eine Lösung für ihre Heimreise finden und sich gegen die Gefahren dieses Planeten stellen — und hier warten etliche Überraschungen.
Was in diesem Roman lauert beschert unangenehme Gefühle, Anspannung und Ungewissheit weichen nur selten kurzweiligem Durchatmen.

Fremde Wesen, ein gut inszenierter Schauplatz und ein Verlauf, der nacheinander Twists abfeuert, fesseln trotz einiger Schwächen an dieses Weltraumabenteuer.

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Veröffentlicht am 19.09.2022

Originelle Idee, fade Umsetzung.

Lindenherz - 824 Jahre durch die Zeit
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Wenn nach 300 Seiten immer noch nichts geklärt wurde …

„Lindenherz: 824 Jahre durch die Zeit“

… leider widerspricht meine persönliche Meinung jenen der vorigen Leserschaft. Ich fand den Schreibstil von ...

Wenn nach 300 Seiten immer noch nichts geklärt wurde …

„Lindenherz: 824 Jahre durch die Zeit“

… leider widerspricht meine persönliche Meinung jenen der vorigen Leserschaft. Ich fand den Schreibstil von Tala T. Alsted durchweg distanziert und oberflächlich, die Dialoge gestellt und die Protagonistin kindlich und naiv, sogar nervig. Die übernatürlichen Gegebenheiten - das Portal zu einer anderen Zeit - wurden von Katharina, ebenso wie die Ausflüchte und ausweichenden Antworten ihrer Großmutter, akzeptiert. Ist ja nicht weiter wichtig, dass mitten in einem Raum ein Tor in die Vergangenheit existiert – für Katharina ist das zumindest kein Grund, verwirrt oder ängstlich zu sein, mit Beharrlichkeit ein Gespräch zu suchen, Antworten zu verlangen. Der Verlauf ist von einfachen, unpassenden Reaktionen und Edis Stillschweigen geprägt. Was hier wohl die Spannung und Neugier anstacheln sollte, war für mich lediglich ermüdend. Auch Johann passte nicht so recht, wobei mir der junge Mann aus der rauen Vergangenheit erwachsener, deutlich reifer, auch neugieriger und offener erschien. "Lindenherz" hätte sicherlich von einem Perspektivwechsel, der frische Eindrücke und eine fremde Sichtweise bringt, profitiert. Doch über der hier kreierten Handlung lag ein verstaubter, monotoner Filter, die Charaktere blieben platt, unlogische Verhaltensweisen, stupides ausharren sowie nebensächliche und irrelevante Informationen ziehen die Handlung, der Potenzial inne liegt, zäh in die Länge. Lediglich die Vergangenheit wurde durch die damaligen Konventionen, Regeln und die Stellung der Frau, die strenge Atmosphäre authentisch aufgegriffen.

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