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Veröffentlicht am 13.09.2025

Papiermüll

Wer Wind sät (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 5)
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Pia Kirchhoff ist gerade nach ihrem Urlaub wieder in Deutschland gelandet, als sie einen Anruf erhält. Ihr Chef Oliver von Bodenstein bittet sie, an einen Tatort zu fahren, da er selbst wegen der Hochzeit ...

Pia Kirchhoff ist gerade nach ihrem Urlaub wieder in Deutschland gelandet, als sie einen Anruf erhält. Ihr Chef Oliver von Bodenstein bittet sie, an einen Tatort zu fahren, da er selbst wegen der Hochzeit seines Sohnes verhindert ist. Der Tote ist der Nachtwächter einer Firma, die Windparks baut. Zunächst ist noch unklar, ob es sich um einen Unfall handelt, doch schnell stellt sich heraus, dass noch jemand beteiligt gewesen sein muss.

Dieser Roman hat mich auf mehreren Ebenen enttäuscht, teilweise sogar regelrecht entsetzt. Ich habe bisher fast alle Romane Nele Neuhaus‘ gelesen, jetzt fehlt mir nur noch ein älterer, und meist fand ich sie gut. Dieser hier kommt, sobald ich diese Rezension fertig geschrieben habe, in den Papiermüll, denn ich möchte nicht, dass ihn noch jemand anderes liest.

Zunächst wurde ich schon vom Krimi an sich enttäuscht. Es gibt einiges an Personal in dieser Geschichte, die Ermittler, zu denen in diesem Roman neu Cem Altunay stößt, einige Mitarbeiter:innen der Windpark-Firma, eine Bürgerinitiative, Oliver von Bodensteins Familie, die nicht nur, weil dieser nach der Trennung von Cosima auf dem Guthof der Familie wohnt, in den Fall involviert ist, und eine Reihe Taunus-Bewohner:innen.

Natürlich tritt nur ein Teil davon in wesentlichem Umfang auf, darunter ist aber kaum jemand, mit dem oder der ich mitfühlen konnte. Die meisten sind sehr unangenehme Menschen, viele haben Hintergedanken. Besonders unangenehm finde ich hier auch Oliver von Bodenstein, dessen Handeln und Fühlen mich einfach nur zum Kopfschütteln brachte, und dessen fehlendes Pflichtbewusstsein mich sehr genervt hat.

Die Ermittlungen und die Auflösung wirken auf mich wirr und ebenfalls wenig nachvollziehbar, vieles auch aufgesetzt, oft fragte ich mich, was das jetzt soll.

Am schlimmsten ist für mich allerdings, wie die Autorin mit dem Thema umgeht. Das übergeordnete Thema dieses Romans ist die Klimakrise. Der Roman stammt aus dem Jahr 2011, aber auch damals gab es schon Menschen, die jeden Unsinn glauben, Schwurbler, Fake News und ähnliches. Dass die Autorin die Klimakrise hier als Fake beschreibt, ist für mich unglaublich. Wenn sie schon ein solch politisches Thema so in einem Roman auslegt, erwarte ich mindestens in einem Nachwort eine ordentliche Einordnung und Aufarbeitung des Themas. Das fehlt gänzlich. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Leute das nach dem Lesen dieses Machwerks für bare Münze nehmen. Schon in einem anderen Roman der Autorin, in dem es um Organtransplantationen ging, habe ich das kritisiert, auch da gab es keinerlei Einordnung.

Leider ist der fünfte Band der Reihe weder ein guter Krimi, noch ist akzeptabel, wie die Autorin hier mit einem wichtigen politischen Thema umgeht. Für mich ein Fall für den Papiermüll!

Veröffentlicht am 12.09.2025

Der Abschlussband der ersten Trilogie

Das Gesetz der Orks
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Die Orkbrüder Balbok und Rammar konnten ihre Gier nicht beherrschen und sind von jetzt auf gleich auf einer fremden Insel gelandet. Schnell stellen sie fest, dass es kein guter Ort ist, hier werden Orks ...

Die Orkbrüder Balbok und Rammar konnten ihre Gier nicht beherrschen und sind von jetzt auf gleich auf einer fremden Insel gelandet. Schnell stellen sie fest, dass es kein guter Ort ist, hier werden Orks versklavt und Elfen sind böse und grausame Herrscher. Das geht natürlich gar nicht, das müssen Balbok und Rammar wieder in die richtigen Bahnen lenken

An dem Ort, von dem die beiden Orks verschwanden, tauchen dafür wie aus dem Nichts mehrere Elfen auf, Elfen, die so gar nicht den Elfen, die man bisher auf Erdwelt kannte, gleichen. Das müssen auch Alannah und Corwyn bald feststellen. Und diese Elfen, die schnell als Dunkelelfen erkannt werden, sind nicht die einzige Überraschung für die beiden Herrscher, denn es tritt auch ein Zauberer in ihr Leben, der Alannah offenbar von früher kennt, auch wenn sie sich nicht an erinnern kann.

Der Abschlussband der Trilogie bringt eine ganze Reihe Überraschungen mit, und leitet zudem zur nächsten Trilogie des Autors über, in der es um Zauberer geht, und die Jahrhunderte vorher spielt. In diesem Band erhält man schon eine gewisse Ahnung davon, um was es dort gehen könnte. Diese Trilogie ist bereits komplett erschienen. Und auch Rammar und Balbok haben bereits weitere Romane erhalten, es gibt also noch einiges zu lesen.

Wenn Balbok und Rammar mit im Spiel sind, geht es nicht ohne Humor, die beiden, vor allem Rammar, sind einfach zu durchgeknallt. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch sehr spannend werden kann. Denn die beiden, und nicht nur sie, kommen immer wieder in gefährliche Situationen, im Falle der beiden Orks sind diese oft sogar regelrecht wahnwitzig. Ich mag es, auf welche skurrilen Ideen Michael Peinkofer manchmal kommt.

Die Kapitelüberschriften sind, ich mag diese Idee, alle auf Orkisch. Damit man sie, und auch die Wörter, die Balbok und Rammar mitunter benutzen, verstehen kann, findet man im Anhang die Übersetzungen, sowie einiges Wissenswerte über die Sprache der Orks. Man kann aber auch einfach weiterlesen und den Lesefluss ungestört lassen. Balbok und Rammar versteht man in der Regel auch aus dem Kontext. Ebenfalls im Anhang findet man ein Orkisches Rezept, die Zutaten dürften aber eine Herausforderung sein.

Der Abschlussband dieser Trilogie ist noch nicht das Ende der Geschichte der beiden Orks. Mittlerweile sind weitere Bände erschienen. Die Trilogie hat trotzdem einen guten Abschluss erhalten, es werden Geheimnisse gelüftet, Gefahren bestanden, und die Bruderliebe der beiden ist weiterhin besonders … Wer Fantasy mit Humor mag, sollte es einmal mit diesen Orks versuchen.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Hat mich sehr gut unterhalten

The Deer and the Dragon
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Marlow kommt aus armen Verhältnissen, hat als Escort gearbeitet und damit viel Geld verdient, ist nun Bestsellerautorin – und hat seit ihrer Kindheit einen imaginären Freund. Letzteres wird nun in Frage ...

Marlow kommt aus armen Verhältnissen, hat als Escort gearbeitet und damit viel Geld verdient, ist nun Bestsellerautorin – und hat seit ihrer Kindheit einen imaginären Freund. Letzteres wird nun in Frage gestellt, und nicht nur das, Marlows gesamtes Weltbild wird erschüttert.

Ich hatte nur die erste Seite der Leseprobe gelesen, und mir das Ebook direkt gekauft. Nach etwa einem Viertel des Romans habe ich mich dann gefragt, warum ich ihn mir eigentlich geholt habe, denn er schien so gar nicht meinem Beuteschema zu entsprechen. Klappentexte vergesse ich, gerade bei Ebooks, meistens schnell. Nicht, dass mir der Roman bis dahin nicht gefallen hat, im Gegenteil, Piper Cjs Schreibstil spricht mich sehr an. Kurz danach wusste ich es dann wieder, denn natürlich fällt er in mein Beuteschema, warum hätte ich sonst die Leseprobe gelesen.

Etwa bei 30 % nämlich wurde klar, dass Marlow in einer Welt lebt, die neben den Menschen auch von anderen Wesen bevölkert wird, Götter, Dämonen, Engel, ganze Pantheons. Und so lernen wir hier auch zum Beispiel Fauna kennen, das ist natürlich nicht ihr echter Name, den behält man in so einer Welt nämlich besser für sich, die der nordischen Mythologie entsprungen ist. Fauna ist ein Charakter, wie ich ihn mag, ein bisschen durchgeknallt, aber sehr sympathisch. Sie bleibt natürlich nicht das einzige Wesen, das wir näher kennenlernen, und natürlich sind nicht alle so nett wie sie.

Marlow erzählt ihre Geschichte selbst in Ich-Form, es gibt auch Rückblenden, zum Beispiel in ihre unglückliche Kindheit. Auch Marlow mag ich, auch wenn sie sich nicht immer sehr geschickt anstellt, aber wer würde das wohl, an ihrer Stelle.

Der Roman bringt auch einiges an Spice mit, etwas war ich nicht unbedingt in meiner Lektüre brauche, aber hier passt es gut zur Geschichte, und wirkt auch nicht übertrieben oder aufgesetzt. Natürlich sind die männlichen Protagonisten besonders gut gebaut, aber was erwartet man von Engeln, Göttern und Dämonen auch anderes. Naja, eigentlich sollten sie es nicht unbedingt nötig haben, aber immerhin ist das ein Roman mit Spice!

Ihr merkt es wahrscheinlich schon: Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Ich mag die Mischung aus Humor, Spannung und Pantheons sehr gerne. Und ich mag auch die Protagonist:innen, finde die Antagonist:innen interessant und bin gespannt, als was sich die Wesen, die man noch nicht richtig einordnen kann, entpuppen werden. Der Roman ist ein erster Band, und er endet mit einem Cliffhanger. Der zweite Band ist bereits auf Deutsch erschienen, im Original ist bereits ein dritter Band angekündigt und laut Homepage Piper Cjs wird es auch einen vierten geben.

Der Roman hat mich sehr gut unterhalten, Humor, Spice und Spannung sind perfekt gemixt, die Welt und die Charaktere sind interessant, der Einbezug vieler verschiedener Religionen, Mythologien und Legenden gefällt mir gut. Ich bin gespannt auf die weiteren Bände und spreche gerne eine Leseempfehlung für erwachsene Genrefans aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.09.2025

Empfehlung für erwachsene Leser:innen

Die Schlacht der Berge und Meere 1
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Die Menschen sind am Ende der Nahrungskette, haben keinen Fressfeind zu fürchten, was sich leider auch in ihrem Handeln anderen Lebewesen gegenüber ausdrückt. Doch eines Tages erscheinen die scharlachroten ...

Die Menschen sind am Ende der Nahrungskette, haben keinen Fressfeind zu fürchten, was sich leider auch in ihrem Handeln anderen Lebewesen gegenüber ausdrückt. Doch eines Tages erscheinen die scharlachroten Nebel, die alle Menschen, die sich in ihnen befinden, tötetn Die wenigen Überlebenden fliehen nach oben auf die Berge, wo sie ihre neue Heimat etablieren. Dreihundert Jahre später gibt es drei Reiche:Tieliu, Danzhu und Qingpiu.

Zwischen den Herrscherhäusern der Tieliu und Qingpiu wird eine Heirat vereinbart, zu diesem Zweck ist ein Treffen der zukünftigen Brautleute geplant. Dabei passieren schlimme Dinge, der Nebel erscheint, Feinde greifen an, es gibt Tote.

Die Geschichte basiert auf der chinesischen Folklore. Sie ist nicht immer leicht zu lesen, ich brauchte etwas, um die Zusammenhänge zu verstehen, manche Szenenwechsel machten es mir schwer, auch neue Personen konnte ich nicht immer gleich zuordnen. Doch davon sollte man sich nicht abhalten lassen, insgesamt hat mich die Geschichte gefesselt.

Zeichnungen, Erzählweise und Geschichte passen sehr gut zusammen. Neben dem ernsten Thema gibt es auch humorvolle Szenen, oft ist es aber eher brutal und blutig. Im Anhang findet man einige Konzeptzeichnungen, die noch einmal die Qualität der Zeichnungen zeigen.

Ich brauchte ein bisschen um in die Geschichte zu finden, habe nach dem Lesen noch länger darüber nachgedacht. Insgesamt hat mich der Band gefesselt, ich bin gespannt, wie es weitergehen wird. Wegen der doch oft blutigen Szenen empfehle ich den Band für erwachsene Leser:innen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 05.09.2025

Leider wurde das Potential nicht ausgeschöpft

Die Sprache der Drachen
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Britannia, 1923: Die 17jährige Vivien Featherswallow möchte nichts lieber, als an der Akademie für Drachenlinguistik aufgenommen zu werden, dafür tut sie wirklich alles. Als die Kanzlerin der Akademie, ...

Britannia, 1923: Die 17jährige Vivien Featherswallow möchte nichts lieber, als an der Akademie für Drachenlinguistik aufgenommen zu werden, dafür tut sie wirklich alles. Als die Kanzlerin der Akademie, Rita Hollingsworth, zu ihrer Familie zu Besuch kommt, hofft sie, diese von sich überzeugen zu können, doch dann kommt alles ganz anders, denn ihre Eltern werden als Rebellen verhaftet, und Vivien und ihrer kleinen Schwester Ursa droht der Absturz in die unterste Gesellschaftsklasse.

Der Roman spielt in einer Parallelwelt zu unserer, neben Menschen bevölkern Drachen die Erde, erst vor nicht allzu langer Zeit endete in Britannia, unserem Großbritannien, ein Krieg zwischen diesen beiden Völkern, nun gibt es ein Friedensabkommen, das allerdings für beide Seiten auch Nachteile mit sich bringt, weswegen sich Rebellen etabliert haben.

Menschen und Drachen sprechen zwar unterschiedliche Sprachen, doch es gibt in beiden Völkern welche, die die jeweils andere Sprache sprechen. Vivien ist darin besonders begabt. Sie bekommt daher noch eine Chance. Mit mehreren anderen jungen Menschen soll sie bestimmte Drachenfähigkeiten näher erforschen, sie selbst soll eine besondere Drachensprache nutzbar machen.

Der Plot klingt sehr interessant, Drachen und die Besonderheiten von Sprachen finde ich interessant, ich mag auch Welten, die nah an unserer eigenen sind. Und in diesen Bereichen konnte der Roman mich auch abholen. Die Drachen sind so unterschiedlich wie Menschen, jedes Individuum ist anders. Es gibt ein paar, die man ein bisschen näher, aber leider nur eine Drachin, die man relativ gut kennenlernt. Die Autorin ist selbst Dolmetscherin, sie weiß, dass es nicht damit getan ist, Sprachen wörtlich zu übersetzen, das fließt auch sehr gelungen in die Geschichte ein. Die besondere Sprache der Drachen, wird nach und nach aufgedeckt, ihre Besonderheiten gefallen mir gut. Auch die Welt ist der Autorin gut gelungen, selbst wollte ich aber nicht in ihr leben, vor allem nicht in diesem Britannia.

Weniger abholen konnte mich der Roman mit seiner Protagonistin. Diese ist in meinen Augen sehr unsympathisch, unglaublich, was sie aus Selbstbezogenheit bereit ist, zu tun. Die Autorin lässt sie selbst in Ich-Form erzählen, dadurch war es für noch schwieriger, ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehen zu können. Durch und durch indoktriniert konnte sie sich kaum anderen Meinungen und Gedankengängen öffnen, und wenn doch, war das Warum für mich wenig nachvollziehbar, wirkte zu aufgesetzt. Leider kamen mir auch die anderen Charaktere nicht nahe, nur bei ein, zwei gelang das ein Stück weit. Das sorgte leider dafür, dass ich emotional kaum angesprochen wurde. Die Liebesgeschichte zwischen Vivien und einem der anderen Jugendlichen konnte ich weder nachvollziehen noch nachfühlen. Schwierig finde ich auch die doch sehr explizite Gewalt, auf die man hier in vielfacher Form trifft. Schon das Gesellschaftssystem an sich mit seinem ungerechten Klassensystem gehört dazu, es wird aber noch deutlich unangenehmer.

Im Anschluss an den Roman enthält das Buch noch ein Bonuskapitel, in dem die erste Begegnung mit Vivien aus Sicht des anderen Parts der Liebesgeschichte berichtet wird. Das Ende des Romans ist leider noch nicht das Ende der Geschichte. Ob ich weiterlesen möchte, weiß ich noch.

„Die Sprache der Drachen“ lässt mich zwiegespalten zurück. Der Plot ist interessant, ebenso die Welt sowie die Drachen und ihre Sprachen. Mit der Protagonistin wurde ich dagegen gar nicht warm, und auch die anderen Charaktere blieben mir zu oberflächlich und berührten mich bis auf wenige Ausnahmen kaum. Es fällt mir schwer, den Roman abschließend zu beurteilen, aber ich fürchte mehr als gute 3 Sterne bleiben nicht übrig. Das Potential der Geschichte wurde nicht ausgeschöpft.