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Veröffentlicht am 15.09.2016

Überzeugendes Debüt

Todeszeichen
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Im Spessartstädtchen Lemanshain geht ein Serienkiller um, er hält seine Opfer, alles Frauen, tagelang gefangen, missbraucht sie und bevor er sie tötet, schneidet er ihnen ein Bild in den Rücken, jeder ...

Im Spessartstädtchen Lemanshain geht ein Serienkiller um, er hält seine Opfer, alles Frauen, tagelang gefangen, missbraucht sie und bevor er sie tötet, schneidet er ihnen ein Bild in den Rücken, jeder ein anderes, weswegen er „Künstler“ genannt wird. Bisher hat der Täter immer darauf geachtet, dass die Toten frühzeitig gefunden werden, wohl damit sein „Kunstwerk“ bewundert werden kann. Doch dann wird eines seiner Opfer nur zufällig gefunden. Warum hat der Täter hier sein Muster unterbrochen? Kommissarin Jennifer Leitner und der neue Staatsanwalt, Oliver Grohmann, machen die Tochter der Toten ausfindig, doch kann sie ihnen weiterhelfen. Und wann wird der „Künstler“ wieder zuschlagen?

Saskia Beerweins Debütroman hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat interessante Charaktere entwickelt, die auch Schwächen haben, aber gerade deshalb authentisch wirken. Besonders gefallen hat mir Charlotte, die als Tochter eines der Opfer, die selbst ein paar Ermittlungen anstellt. Sie hat starke psychische Probleme und ein großes Misstrauen gegenüber der Polizei und ist auf jeden Fall der interessanteste Charakter des Romans, zumal sie auch eine gewisse Entwicklung durchmacht. Ich hoffe sehr, dass ich sie in einem späteren Roman der Autorin noch einmal wiedertreffen kann. Ein weiterer interessanter Charakter ist die Kommissarin, die ebenfalls das eine oder andere Problem mit sich herumträgt. So hat sie z. B. Beziehungsprobleme und trägt eine große Wut mit sich herum, die sie auch schon einmal im Berufsleben beeinträchtigt. Der zweite Ermittler, Staatsanwalt Grohmann, kommt in diesem Roman noch etwas zu kurz, da aber eine Serie geplant ist, werden wir sicher über ihn in späteren Romanen noch mehr erfahren. Eine Leseprobe aus dem zweiten Band lässt da schon hoffen.

Der Täter könnte einem Klischee entsprungen sein, doch Saskia Beerwein gelingt es, seine Geschichte so gut zu verpacken, dass mir die Auflösung trotzdem sehr gut gefällt, sie ist rund, logisch und lässt keine Erklärung offen. Das ist leider nicht bei jedem Kriminalroman so, weswegen ich hier besonders zufrieden mit dem Ende war.

Der Roman ist zudem spannend vom Anfang bis zum Ende. Saskia Beerwein arbeitet mit Perspektivewechseln, mehrere Personen kommen hier zum Zuge. Dass Charlotte dabei viel Raum eingeräumt wird, fand ich überraschend und erhöhte bei mir die Spannung noch zusätzlich, da ich mich dauernd fragte, warum das wohl so ist. Auch hier findet die Autorin eine für mich zufriedenstellende Erklärung. Im Verlauf der Geschichte erscheint allerdings nicht alles realistisch, vor allem in Zusammenhang mit der Polizeiarbeit, dass z. B. Kommunalpolitiker einen solchen Einfluss auf die Polizei, immerhin eine Landesbehörde, haben sollen, kommt mir doch recht zweifelhaft vor. Ich rechne das der dichterischen Freiheit zu, Einfluss auf meine Meinung zum Roman hat es hier nur unwesentlich.

Ein toller Kriminalroman, der viele Leser verdient und den ich uneingeschränkt empfehlen kann. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ich freue mich auf weitere Fälle

Ausgeplappert
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Lissie Sommer wohnt eigentlich in der Stadt, doch hin und wieder zieht es sie in die hessische Provinz, um ihre Eltern und ihren Heimatort zu besuchen. Eines Tages wird die ländliche Idylle gestört: Carla, ...

Lissie Sommer wohnt eigentlich in der Stadt, doch hin und wieder zieht es sie in die hessische Provinz, um ihre Eltern und ihren Heimatort zu besuchen. Eines Tages wird die ländliche Idylle gestört: Carla, Boutiquebesitzerin und größte Klatschtante des Ortes wird ermordet. Lissie, die sie gut kannte, ist neugierig, stellt eigene Untersuchungen an und nervt bald den ermittelnden Kommissar mit ihren Vermutungen und Verdächtigungen. Doch so ganz unrecht hat sie wohl nicht …

Die Autorin scheint eine gute Beobachterin zu sein, öfter habe ich gedacht, dass ich solche Situationen auch kenne und habe mich gerade deswegen oft köstlich amüsiert. Auch die Figuren sind gut getroffen, sehr liebevoll mit all ihren Schrullen gezeichnet, teils zwar überspitzt dargestellt, aber auch hier hat man das Gefühl, dem einen oder anderen schon über den Weg gelaufen zu sein. Besonders gut haben mir Lissies Eltern gefallen.

Die Geschichte wird mit viel trockenem Humor aus Lissies Perspektive erzählt. Man muss sie einfach mögen und ich hoffe, Lissies „erste Leiche“ war noch nicht ihre letze und wir kommen noch recht oft in den Genuss ihrer Fälle. Das Setting liefert zudem viel Lokalkolorit. Der Kriminalfall ist gut aufgebaut und die Lösung logisch. Am Ende mag man das Buch gar nicht aus der Hand legen. Insgesamt ist Katrin Schöns Debüt sehr gelungen, wie gut, dass der Roman tatsächlich den Auftakt einer Reihe darstellt, ich freue mich auf ein Wiedersehen und kann den Roman jedem empfehlen, der gerne humorvolle Kriminalromane liest.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Unterhaltsam

Unguad
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Karin Schneiders Vater feiert seinen 90. Geburtstag im Altenheim Sonnenhügel. Auf der Suche nach einer Blumenvase stolpert Karin über eine Leiche. Dabei handelt es sich um die Altenpflegerin Elvira. Ist ...

Karin Schneiders Vater feiert seinen 90. Geburtstag im Altenheim Sonnenhügel. Auf der Suche nach einer Blumenvase stolpert Karin über eine Leiche. Dabei handelt es sich um die Altenpflegerin Elvira. Ist sie eines natürlichen Todes gestorben oder wurde sie etwa ermordet. Karin Schneider deckt in diesem Roman so einige Geheimnisse auf.

Nach „Niederbayerische Affären“ ist dies schon der zweite Fall für Karin Schneider. Ich habe den ersten Band (noch) nicht gelesen, dennoch kam ich gleich gut in das Geschehen hinein. Karin hat mir gut gefallen, ich finde ihre Bemühungen, den Fall zu klären, durchaus nachvollziehbar, immerhin hat sie die Leiche gefunden und ihre Eltern leben beide in dem Altersheim. Schon fand ich auch, dass Karins Privatleben großen Raum einnahm, so muss sie sich z. B. große Sorgen bzgl. der Treue ihres Mannes machen. Eine recht große Rolle spielt auch Karins Sohn Linus, der mir auch sehr gut gefallen hat, er erfährt im Buch seine erste Liebe und trägt nebenbei tatkräftig zur Lösung des Falles bei, ebenso wie Karins Vater. Gerade aus der Konstellation Linus und sein Großvater ergeben sich einige sehr humorvolle Momente.

Die anderen Charaktere sind zum Teil etwas überzogen dargestellt, vor allem einer der Pfleger war einfach nur unsympathisch. Das Ende des Buches wartet mit einer für dieses Genre typischen Gefahrensituation für einen der Hauptcharaktere auf, hier fand ich das nicht wirklich nötig und auch etwas unglaubwürdig. Schade, aber nicht wirklich schlimm. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, es hat mich richtig gut unterhalten und ich würde gern noch mehr über Karin Schneider lesen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt

Niederbayerische Göttinen
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Karin Schneider schlittert einmal mehr in einen Kriminalfall: Nach einer Wanderung, die ihre Kinder ihr zum Muttertag schenkten, vermisst sie einen Ohrring. Bei der Suche danach findet sie einen Toten ...

Karin Schneider schlittert einmal mehr in einen Kriminalfall: Nach einer Wanderung, die ihre Kinder ihr zum Muttertag schenkten, vermisst sie einen Ohrring. Bei der Suche danach findet sie einen Toten – und das soll nicht die letzte Leiche gewesen sein.

Im bereits vierten Band um die Heilpraktikerin lässt Ingrid Werner ihre Protagonistin wieder selbst zu Wort kommen. Und Karin erzählt wie ihr der Schnabel gewachsen ist, mit Humor, manchmal etwas konfus, hin und wieder naiv und gerne mal gespickt mit bayerischen Worten. In meinem Kopf sieht Karin immer wie die Autorin aus, was wohl an beider Lockenpracht liegt.

Der etwas eigenwillige Titel des Romans kommt daher, dass sich die Autorin mit dem Thema Kelten befasst, die am Schauplatz der Handlung, dem Rottal, lebten und ihre Spuren hinterließen. Gleich drei Protagonistinnen, Großmutter, Mutter und Tochter, treten in die Fußstapfen dieses Volkes und leben deren Religion weiter aus, ja, bezeichnen sich selbst als Göttin. Karin kommt durch ihre Hündin Runa mit der Familie in Kontakt, denn Runa fühlt sich stark von der Ältesten angezogen und läuft Karin mehr als einmal davon. Dies führt dazu, dass Karin immer öfter Kontakt zu diesen Drei aufnehmen muss, ein kluger Schachzug der Autorin, denn dadurch wird Karin auch immer mehr in das Geschehen hineingezogen. Eigentlich will sie nämlich gar nicht mehr ermitteln, doch als ihre Tochter Susa in Verdacht gerät, hält sie nichts mehr.

„Kriminalroman“ ist vielleicht etwas hoch gegriffen. Die Ermittlungen der Polizei bleiben fast gänzlich außen vor, die ermittelnden Beamten tauchen zwar mehrmals, aber nur kurz auf. Karins Ermittlungen sind absolut amateurhaft und alles andere als objektiv. Von Gehörtem schließt sie auf Tatsachen, verdächtigt wird nach Sympathie und konsequent ist sie auch nicht. Die Charaktere bleiben größtenteils blass und sind sowieso durch Karins Meinung subjektiv eingefärbt. Leider muss man recht lange auf Spannung warten, die kommt erst in der zweiten Hälfte auf und dann verbunden mit turbulenten, etwas wirren Situationen, immer wieder wird auch künstlich Dramatik erzeugt.

Für mich ist es nach „Unguad“ der bisher zweite Band der Reihe. Ich kann mich erinnern, dass mir „Unguad“ gut gefiel, aber ich auch dort schon das Ende kritisiert habe. Hier nun hat mich das Ende regelrecht enttäuscht, ich empfand es als albern und sehr unglaubwürdig. Hatte ich schon im Verlauf des Romans öfter das Gefühl von Unlogik, empfand ich andere Stellen als wirr, hielt mich die Geschichte aber mit ihrem Humor und der Frage nach der Auflösung bei der Stange, so habe ich mich am Ende nahezu geärgert. Zukünftige Romane der Serie werde ich wohl nicht mehr lesen.

Das Keltenthema kam mir etwas zu kurz und blieb zu vage, da nützte auch das Nachwort zu Wahrheit und Fiktion nicht mehr viel.

Leider hat der Roman meine Erwartungen nicht erfüllt, vor allem das Ende hat mich enttäuscht. Von mir gibt es daher nur gut gemeinte 2,5 Sterne, die ich aber, wie immer, aufrunde. Eine Empfehlung möchte ich nicht aussprechen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Hat mich im zweiten Anlauf überzeugt

His Dark Materials 1: Der Goldene Kompass
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Lyra wächst in einem College in Oxford, Brytannien, auf. Sie treibt sich viel mit anderen Kindern herum, spielt wilde Spiele und auch gerne einmal Streiche. Als immer mehr Kinder verschwinden und erzählt ...

Lyra wächst in einem College in Oxford, Brytannien, auf. Sie treibt sich viel mit anderen Kindern herum, spielt wilde Spiele und auch gerne einmal Streiche. Als immer mehr Kinder verschwinden und erzählt wird, die „Gobbler“ würden sie holen, ahnt Lyra noch nicht, dass sie bald in diese Geschichte verwickelt werden wird und ein spannendes, aber auch gefährliches Abenteuer auf sie wartet.

Lyras Welt ähnelt der unseren – und ist doch ganz anders, es gibt Magie, die politische Lage ist eine komplett andere, ebenso sind Wissenschaft und Theologie nicht vergleichbar. Jeder Mensch ist von Geburt an mit einem Dæmon verbunden und es gibt noch andere Wesen.

Beim ersten Versuch, den Roman zu lesen, bin ich nur bis Seite 70 gekommen, dann habe ich aufgegeben, weil ich mich langweilte und lieber etwas Anderes lesen wollte. Ich hatte aber das Gefühl, ich sollte dem Roman eine zweite Chance geben, so dass ich jetzt, zwei Jahre später, noch einmal begonnen habe. Dieses Mal hat mich der Roman gepackt, so dass ich ihn zu Ende gelesen habe und ihn sogar ziemlich gut fand.

Der Anfang zieht sich etwas zu sehr, vor allem das dritte Kapitel, in dem ausschweifend von Lyras Spielen und Streichen erzählt wird. Danach wird der Roman aber immer spannender, teilweise sogar etwas gruselig. Die Geschichte nimmt immer mehr Fahrt auf und wird immer phantastischer, zudem wartet sie mit einigen überraschenden Wendungen auf. Mir gefällt die Welt sehr gut, die Philip Pullman entwickelt hat, es ist interessant, nach und nach mehr über sie zu erfahren. Erzählt wird oft sehr ausführlich und bildhaft, manchmal etwas ausschweifend, so werden ausführlich Dinge erzählt, die für die Handlung nicht unbedingt nötig wären, wie etwa eine Schiffsreise. Man muss sich daran gewöhnen, aber dann ist gerade das schön. Spannung kommt dennoch immer wieder auf.

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich. Lyra hat mich lange vor allem genervt, alles will sie wissen, überall dabei sein, meist benimmt sie sich wie ein verzogenes Gör, oft wirkt sie unglaublich naiv, wirklich sympathisch ist sie mir bis zum Ende nicht geworden. Die anderen Charaktere sind teilweise sehr geheimnisvoll, wie z. B. Mrs. Coulter, die sich vorübergehend Lyras annimmt, aber schwer einzuschätzen ist. Auch nachdem man mehr über sie erfahren hat, bleibt nicht nur ein Geheimnis offen. Dann gibt es die Gypter, Fahrende, die den Verlust einiger Kinder zu beklagen haben, und sich auf die Suche machen. Sie haben mir gut gefallen, als Gruppe, aber auch Einzelne unter ihnen. Am liebsten mochte ich Iorek Byrnison, einen Panserbjørn, einen Bären, der sprechen kann und der von seinem Volk verbannt wurde. Er wird zu Lyras Schutz angeheuert.

Der Roman ist der erste Band einer Trilogie, es klärt sich zwar Manches auf, jedoch bleibt das Ende offen, ja, es birgt sogar einen Cliffhanger. Ich werde auf jeden Fall weiterlesen, denn ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

Beim zweiten Anlauf hat mir der Roman gut gefallen, er ist spannend, hat eine interessante Welt zu bieten, ich habe mich gut unterhalten und bin gespannt auf die Fortsetzung. Ich vergebe 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die sich von phantastischen Geschichten angezogen fühlen.