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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2025

Gut geeignet

Craniosacral-Selbstbehandlung
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2012 kam ich das erste Mal mit der craniosacralen Behandlung in Berührung, und seitdem gehört sie mit zu meiner Physiotherapie. Das Wort „Selbstbehandlung“ im Titel lockte mich, wäre es nicht schön, zusätzlich ...

2012 kam ich das erste Mal mit der craniosacralen Behandlung in Berührung, und seitdem gehört sie mit zu meiner Physiotherapie. Das Wort „Selbstbehandlung“ im Titel lockte mich, wäre es nicht schön, zusätzlich auch noch selbst Hand anlegen zu können?

Das Buch scheint mir dazu gut geeignet, ich habe aber den Eindruck, man sollte schon ein bisschen Hintergrundwissen haben, sowohl anatomisches als auch in der Weise, dass man weiß, wie es sich anfühlt, craniosacral behandelt zu werden. Ich bin übrigens alles andere als esoterisch eingestellt, aber, ich probiere gerne aus, und merke dann auch schnell, was mir hilft. Und, siehe oben, hier wusste ich es bereits nach einer Behandlung.

Man bekommt einen guten Einblick in die Theorie, und eine Menge Übungen zum Ausprobieren, die auch auf gewisse Weise aufeinander aufbauen, es macht für mich Sinn, sie, zumindest am Anfang, der Reihe nach anzugehen. Natürlich habe ich noch nicht alle Übungen durch, das dauert seine Zeit, aber ich kann sagen, dass sie gut erklärt sind, und durch die zusätzliche Illustration mit Bildern anschaulich dargestellt werden. Besonders gut finde ich die farbige Darstellung am Knochen, so dass man ganz genau weiß, welche Stelle(n) man berühren soll. Ob sie einem wirklich helfen können, muss jede:r für sich selbst feststellen, denn es gehört auch dazu, dass man sich auf sie einlässt. Einen Versuch ist es aber allemal wert.

Viel Vorbereitung braucht man zudem nicht, die Übungen können auch zwischendurch gemacht werden, man kann sitzen oder liegen, teilweise auch stehen. Für manche:n mag es etwas zu viele medizinische Fachbegriffe geben, diese sind aber, wenn nicht direkt im Text, im angehängten Glossar erklärt. Auch ein Literaturverzeichnis und eine Internetadressenliste findet man dort.

Die Übungen in diesem Buch können nicht nur der Gesundheit dienen, sondern unterstützen auch die Achtsamkeit. Dadurch kann Stress reduziert werden, man wieder ein bisschen mehr zu sich selbst finden und seinen Körper neu kennenlernen.

Veröffentlicht am 18.02.2025

Klassischer japanischer Kriminalroman

Tokio Express
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Am Strand der Bucht von Hakata wird ein totes Paar gefunden, die Polizei tippt schnell auf Doppelselbstmord. Doch der altgediente Polizist Jutaro Torigal ist nicht ganz überzeugt, denn für ihn gibt es ...

Am Strand der Bucht von Hakata wird ein totes Paar gefunden, die Polizei tippt schnell auf Doppelselbstmord. Doch der altgediente Polizist Jutaro Torigal ist nicht ganz überzeugt, denn für ihn gibt es ein ungeklärtes Detail. Da der tote junge Mann eine gewisse Rolle in einem Korruptionsfall hatte, ist man bei der ermittelnden Dienststelle in Tokio nicht sehr glücklich über seinen Tod, doch Torigals Zweifel stößt auch hier neue Ermittlungen an.

Diese Ermittlungen Kiichi Miharas sind von Höhen und Tiefen geprägt, immer wieder steht er mit vielversprechenden Ansätzen vor dem Nichts, gibt aber nicht auf, so dass er am Ende den Fall zufriedenstellend lösen kann. Da das Ganze viel mit Zugfahrplänen zu tun hat, die erste deutsche Übersetzung 1958 hatte daher auch den Titel „Spiel mit dem Fahrplan“, kann das manchmal beim Lesen etwas verwirren, ein bisschen Aufmerksamkeit ist da schon von Nöten. Dann kann man als Leser:in aber auch miträtseln, und vielleicht selbst hinter das eine oder andere Geheimnis kommen. Dennoch gibt es natürlich auch hier unerwartete Wendungen und Sackgassen. Die beiden Karten zu Beginn des Romans erleichtern es, den diversen Reisebewegungen zu folgen.

Der Protagonist ist eindeutig Kiichi Mihara, auch wenn dieser nicht von Anfang an dabei ist. Er war mir schnell sympathisch, und ich habe mit ihm mitgefühlt, wenn er das Gefühl hatte, nicht weiter zu wissen. Auch Jutaro Torigal lernt man ein bisschen besser kennen, großen Raum im Roman nimmt er zwar nicht ein, dafür bringt er wichtige Ideen ein. Weitere Charaktere bleiben blass, spielen aber auch nur Nebenrollen. Man muss auch bedenken, wie kurz der Roman ist.

Mich hat neben dem Titel auch das Cover angesprochen, erst im Nachhinein habe ich herausgefunden, dass der Roman bereits fast 70 Jahre alt ist, das Original wurde 1958 veröffentlicht. Es handelt sich also um einen klassischen japanischen Kriminalfall, der produktive Autor ist zudem in Japan sehr bekannt, wurde bisher aber noch wenig auf Deutsch veröffentlicht. Vielleicht ändert sich das nun.

„Tokio Express“ ist ein älterer Kriminalroman, der nun neu aufgelegt wurde. Im Grunde erscheint er mir zeitlos zu sein. Ich habe ihn gespannt gelesen und hoffe auf weitere deutsche Veröffentlichungen Seicho Matsumotos.

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Veröffentlicht am 15.02.2025

Ich bin begeistert!

We hunt the Flame
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Früher gab es in Arawiya Magie, doch dann verschwand diese und verschiedene Flüche kamen über die Kalifate. Gleichzeitig entstand der Arz, ein Wald, in dem Finsternis herrscht, wer in ihn geht, kommt normalerweise ...

Früher gab es in Arawiya Magie, doch dann verschwand diese und verschiedene Flüche kamen über die Kalifate. Gleichzeitig entstand der Arz, ein Wald, in dem Finsternis herrscht, wer in ihn geht, kommt normalerweise nicht mehr heraus.

Das Kalifat Demenhur ist die Heimat Zafiras, hier herrscht nun Kälte und Schnee. Zafira gelingt es als einzige, den Arz zu betreten und ihn heil wieder zu verlassen. So wurde sie zum Jäger, der seine Leute mit im Arz gejagtem Wild versorgt. Dass sie eine Frau ist, muss sie verheimlichen, denn Frauen sind in diesem Kalifat wenig wert.

Nasir ist der Kronprinz von Sarasin, aber auch der Prinz des Todes, denn er wurde zum Haschaschinen, zum Meuchelmörder ausgebildet, und wird von seinem Vater, dem Sultan, auf dessen Feinde angesetzt.

Beide, Zafira und Nasir, erhalten jeweils den Auftrag ein Buch von der Insel Sharr zu holen, eine Insel voller Monster. Nasirs Auftrag enthält außerdem den Tod Zafiras.

Der Roman spielt in einem orientalischen Setting und erzählt die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven Nasirs und Zafiras. Die Autorin geht dabei tief in beider Gedanken und Emotionen, so dass man ihnen sehr nahe kommt, auch Nasir, denn hinter ihm steckt mehr als nur ein Mörder.

Neben den beiden gibt es weitere Charaktere, über die man ebenfalls viel erfährt, und die durchaus auch Überraschungen zu bieten haben. Im Laufe der Geschichte habe ich immer mehr gehofft, dass alle das Geschehen heil überstehen. Haben sie das? Nun, am besten lest ihr selbst die Geschichte.

Eine Geschichte übrigens, die sehr spannend ist, hatte mich zunächst vor allem das Setting gepackt, war es auch bald die Entwicklung, die die Erzählung nimmt. Es handelt sich hier übrigens um den ersten Band einer Dilogie, so dass die Geschichte am Ende noch nicht auserzählt ist. Zum Glück ist der zweite Band ebenfalls schon erschienen, so dass man direkt weiterlesen kann.

Neben den einführenden Charakterillustrationen zu Zafira und Nasir gibt es eine Karte, und im Anhang ein Glossar, in dem auch die Personen und die Orte aufgeführt sind. Die Illustrationen hatte ich schnell vergessen, und mir die Charaktere selbst anders vorgestellt. Das Glossar kann hilfreich sein, im Text gibt es zum Beispiel immer wieder orientalische Worte. Allerdings werden diese entweder direkt erklärt, ihre Bedeutungen ergeben sich aus dem Kontext oder können leicht erraten werden.

Der erste Band der Dilogie punktet mit einem interessanten Setting, gelungenen Charakteren und einer spannenden Geschichte. Ich bin begeistert!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.02.2025

Wunderschön

Das letzte Einhorn
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Ich glaube, die Geschichte um das vermeintlich letzte Einhorn und den Roten Stier kennt jede:r, oder? Ich verzichte also dieses Mal auf eine Kurzzusammenfassung.

Bisher kannte ich selbst nur den Film, ...

Ich glaube, die Geschichte um das vermeintlich letzte Einhorn und den Roten Stier kennt jede:r, oder? Ich verzichte also dieses Mal auf eine Kurzzusammenfassung.

Bisher kannte ich selbst nur den Film, mehrfach gesehen, immer sehr gemocht, auch wenn er manchmal bedrückend ist, aber auch einfach schön. Auch die Animation an sich mochte ich immer sehr. Den Roman habe ich bisher noch nicht gelesen, wird aber sicher nicht mehr lange dauern, denn nun bin ich wieder einmal sehr neugierig auf ihn.

Auch diese Graphic Novel ist wirklich wunderschön, die Zeichnungen erinnern an den Film, haben aber auch ihren eigenen Charme. Schnell haben sie mich gefangen genommen, und viele Panele würde ich mir so direkt an die Wand hängen. Die Zeichnungen sind sehr ausdrucksstark, und vor allem das Einhorn, in seinen zwei Formen, wunderschön. Auch wenn man die Geschichte ja schon kennt, liest und schaut man hier sehr gerne.

Über die Geschichte muss man wohl nichts mehr sagen, sie ist einfach schön und geht ans Herz, das wird hier auch noch einmal deutlich.

Am Ende gibt es ein paar Extras: Zeichnungen und Interviews mit Peter S. Beagle und Peter Gilis.

Die Graphic Novel zu Peter S. Beagles Geschichte um das letzte Einhorn ist wunderbar gelungen, schöne, ausdrucksstarke Zeichnungen machen sie zu einem wahren Schmuckstück.

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Es gibt bessere Anthologien zum Thema

Alle Morde wieder
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Die Anthologie enthält dreizehn Geschichten mit kriminellem Touch, die mehr oder weniger mit Weihnachten oder zumindest Winter zu tun haben.

Die Autor:innen sind zum großen Teil deutschsprachig, zum Beispiel ...

Die Anthologie enthält dreizehn Geschichten mit kriminellem Touch, die mehr oder weniger mit Weihnachten oder zumindest Winter zu tun haben.

Die Autor:innen sind zum großen Teil deutschsprachig, zum Beispiel finden sich hier Sandra Lüpkes, Inge Löhnig und Ursula Poznanski, es sind aber auch ein paar nichtdeutschsprachige dabei, wie Ann Cleeves oder Leena Lehtolainen. Als einziger Mann ist Wulf Dorn vertreten. Nicht alle kannte ich vorher, manche zumindest namentlich, nur von relativ wenigen kannte ich bereits andere Werke.

Zunächst hat mich die Anthologie ziemlich enttäuscht, keine Erzählung wollte mir so recht gefallen, bis ich zur sechsten kam, Leena Lehtolainens „Die drei Josefs“ wendeten das Blatt, und auch danach gab es ein paar, die mir wirklich gut gefallen haben.

Als Anhang gibt es die Viten der Autor:innen.

Die Weihnachtsanthologie bietet Geschichten mit kriminellem Touch, die zur Weihnachtszeit spielen. Leider ist die Anzahl guter Erzählungen eher gering, dafür sind diese richtig gut. Kann man, muss man aber nicht lesen, es gibt bessere Anthologien zum Thema.