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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2025

Auch der zweite Band überzeugt mich komplett

West Fantasy. Band 2
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Als die Schamanin Isha nach Hause kommt, findet sie ihr ganzes Dorf ermordet vor. Durch einen Zauber erfährt sie, wer die Täter sind, und setzt sich auf deren Spur. Sie will Rache! Derweil erhält Marshal ...

Als die Schamanin Isha nach Hause kommt, findet sie ihr ganzes Dorf ermordet vor. Durch einen Zauber erfährt sie, wer die Täter sind, und setzt sich auf deren Spur. Sie will Rache! Derweil erhält Marshal Douglas Reeves den Auftrag einen kriminellen Troll zu stellen. Auf dem Weg schließt sich ihm der Totengräber Schiinkel Ac‘Nite an.

Schiinkel ist der einzige Protagonist, den man aus dem Vorgängerband schon kennt. Auch hier findet er einen Begleiter, der zu ihm passt. Dass der Marshal ein Geheimnis mit sich trägt, kann man schnell ahnen, auf die Auflösung wäre ich zunächst nicht gekommen, sie passt aber gut zu ihm. In diesem Band ist er der Ich-Erzähler.

Dass die indigene Bevölkerung in dieser Parallelwelt der USA Elfen sind, finde ich auch sehr passend. Isha ist eine starke Protagonistin, die weiß, was sie will, und stolz auf sich und ihre Herkunft ist. Dass sie dennoch versucht, sich dort anzupassen, wo es nötig ist, und ihr entgegen kommt, spricht für sie.

Die Antagonist:innen können ebenfalls überzeugen, ihre Hintergrundgeschichte, die man im späteren Verlauf erfährt, zeigt, dass es auch in ihnen Grautöne gibt, was aber ihre Taten nicht wirklich relativieren kann.

Wie schon im ersten Band sollte man das Making-of auf keinen Fall überblättern.

Auch in diesem zweiten Band sind sowohl Text als auch Illustrationen sehr ausdrucksstark, passen gut ins Setting und machen die Geschichte rund.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Faszinierend und glaubhaft

Und hoffentlich zu lernen ...
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Nachdem die Menschen die Möglichkeit gefunden hat, ihre Körper so zu verändern, dass sie sich an die Verhältnisse auf anderen Himmelskörpern anpassen können, ist damit eine Voraussetzung gegeben, das eigene ...

Nachdem die Menschen die Möglichkeit gefunden hat, ihre Körper so zu verändern, dass sie sich an die Verhältnisse auf anderen Himmelskörpern anpassen können, ist damit eine Voraussetzung gegeben, das eigene Sonnensystem zu verlassen und nach Leben außerhalb davon zu suchen.

Die Ich-Erzählerin ist eine der Astronaut:innen, die dafür ausgebildet wurden, mit drei anderen bereist sie an Bord ihres Raumschiffes vier ganz unterschiedliche Himmelskörper und macht erstaunliche Entdeckungen.

Becky Chambers ist von ihrem ersten Roman an eine meiner Lieblingsautorinnen. Sie versteht es authentische außerirdische Welten zu erschaffen, vor allem die Lebewesen, die diese bevölkern, finde ich immer sehr faszinierend. Mit ihren Eltern, einer Astrobiologin und einem Luft- und Raumfahrttechniker, hat sie einen perfekten Hintergrund dafür.

Im Gegensatz zu ihrem Wayfarer-Vierteilers sind die nachfolgenden Bände deutlich dünner ausgefallen, aber dadurch nicht weniger faszinierend. Jedes Mal bin nach Beendigung eines der Romane gespannt, was mich im nächsten erwartet.

Dieser nun ist tatsächlich derjenige, der mir ein bisschen weniger gefallen hat als die anderen, was aber Meckern auf hohem Niveau ist, da ich alle Vorgänger fantastisch fand, und diesen immer noch sehr gut. Auch er hat mich gefesselt, schon alleine, weil die Autorin vier ganz unterschiedliche Planeten und Monde entworfen hat, auf denen die Protagonist:innen Station machen, daher dort jeweils ganz andere Verhältnisse herrschen, und daraus jeweils andere Erkenntnisse erwachsen. Allerdings gibt es hier weniger Einblicke in das nichtmenschliche Wesen als in den bisherigen Bänden, was ich ein bisschen schade finde, auch wenn es hier gar nicht gepasst hätte. Ich habe es dennoch ein bisschen vermisst.

Becky Chambers ist und bleibt eine meiner Lieblingsautorinnen. Auch „Und hoffentlich zu lernen“ ist ein wunderbarer Roman, der mich in unbekannte Welten entführt hat, und sich immer glaubhaft lesen lässt.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Absolut wow!

Sandman - Der Comic zur Netflix-Serie
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Ein verrückt gewordener Stern führt das Ende der Welt herbei. Dream von den Ewigen, der daran nicht ganz unschuldig ist, versucht dem Untergang zuvor zu kommen.

Dieser Band ist ein Prequel zur Sandman-Reihe, ...

Ein verrückt gewordener Stern führt das Ende der Welt herbei. Dream von den Ewigen, der daran nicht ganz unschuldig ist, versucht dem Untergang zuvor zu kommen.

Dieser Band ist ein Prequel zur Sandman-Reihe, der lange vorher spielt, aber erst nach Ende der Reihe erschienen ist. Passend zur ziemlich abgefahrenen Geschichte gibt es sehr fantastische Zeichnungen J. H. Williams III, oft, aber nicht nur, sehr bunt, manchmal fast psychedelisch, aber immer wunderschön.

Mich hat dieser Comicband absolut geflasht. Wer die Sandman-Reihe noch nicht kennt, sollte diesen Band erst nach der Reihe lesen, es wäre sonst wahrscheinlich zu verwirrend. Man sollte Dream und die anderen Ewigen, aber auch einige Inhalte der zehn Bände der Reihe kennen.

Wunderbar fantastischer Prequel-Einzelband zur Sandman-Reihe, den man nicht auslassen, aber erst im Anschluss an die Reihe lesen sollte.

Veröffentlicht am 17.12.2025

Die wilde Buchbranche

Yellowface
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Athena Liu und Juniper Hayward kennen sich seit dem ersten Semester ihres Studiums, und haben beide davon geträumt, eine erfolgreiche Schriftstellerin zu werden. Für Athena ging dieser Traum in Erfüllung, ...

Athena Liu und Juniper Hayward kennen sich seit dem ersten Semester ihres Studiums, und haben beide davon geträumt, eine erfolgreiche Schriftstellerin zu werden. Für Athena ging dieser Traum in Erfüllung, während Junipers Debüt keinerlei Aufsehen erregte. Als Athena in Junipers Gegenwart stirbt, nimmt diese deren neuestes Manuskript mit, überarbeitet es, gibt es als ihr Werk aus, und hat endlich den Erfolg, den sie sich gewünscht hat. Doch Erfolg gebiert auch Neider, wie Juniper eigentlich wissen sollte.

Der Roman wird in Ich-Form komplett aus Junipers Perspektive erzählt. Ich stelle mir vor, dass es gar nicht einfach gewesen sein kann, das zu schreiben. Denn Juniper ist nicht die sympathischste Protagonistin, und sie weiß sich ihre Tat, das Manuskript einer anderen als ihr eigenes auszugeben, gut schönzureden.

Doch der Roman handelt nicht nur davon, denn er nimmt sich die gesamte Buchbranche vor, inklusive der Kritiker:innen. Wie man am Titel schon erkennen kann, steht außerdem die amerikanisch-chinesische Community mit im Fokus, denn Athena Liu war chinesischstämmig, während Juniper weiß ist. Brisanterweise handelt der Roman, den sie nach Athenas Manuskript veröffentlicht von den chinesischen Arbeitern, die im ersten Weltkrieg die Allierten unterstützten, und deren Rassismuserfahrungen. So wird Juniper unter anderem unterstellt, über Erfahrungen mit Rassismus gar nicht authentisch erzählen zu können.

Wie ich schon erwähnte, ist Juniper nicht gerade sympathisch. Trotzdem drückte ich ihr mehr als einmal die Daumen, das hat die Autorin gut hinbekommen, liegt aber womöglich auch daran, dass es auch sonst so gut wie keinen sympathischen Charakter gibt. Sympathien hatte ich am ehesten für Athenas Mutter.

Nachdem mich „Babel“ fasziniert hatte, war ich sehr gespannt auf den nächsten Roman der Autorin. „Yellowface“ ist ganz anders, vor allem gibt es hier keine phantastische Komponente, auch wenn es gegen Ende fast so scheint, als wäre es anders. Aber auch dieser Roman hat mich gefesselt, auf andere Weise zwar, aber ich war mehr als gespannt, wie es sich am Ende auflösen würde. Leider fand ich den Roman gegen Ende zu überzogen, auch wegen dieses möglichen phantastischen Einbezuges, den ich kein bisschen ernst nehmen konnte. Insgesamt fand ich den Roman auch etwas zu langatmig, und das, obwohl er keine 400 Seiten hat. Etwas geraffter hätte er mich sicher mehr überzeugt.

„Yellowface“ ist ganz anders als „Babel“, was ich sehr interessant finde, auch in Bezug auf die weiteren Romane der Autorin. Leider ist er etwas zu langatmig geraten, und erschien mir gegen Ende zu überzogen. Gut gelungen ist der Autorin, mir die eher unsympathische Protagonistin doch auf gewisse Weise nahezubringen, so dass ich öfter mit ihr mitfühlen konnte.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Gequält, gefürchtet, ausgebeutet

Medea
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Medea, eine Person aus der griechischen Mythologie, der man das schlimmste nachsagt, was eine Mutter tun kann – wahrscheinlich kennen viele zumindest Teile ihrer Geschichte. Rosie Hewlett hat ihr mit diesem ...

Medea, eine Person aus der griechischen Mythologie, der man das schlimmste nachsagt, was eine Mutter tun kann – wahrscheinlich kennen viele zumindest Teile ihrer Geschichte. Rosie Hewlett hat ihr mit diesem Roman eine Stimme gegeben, und am Ende wird man Medea vielleicht besser verstehen können.

Die Autorin lässt Medea selbst in Ich-Form erzählen, das ist meiner Meinung auch notwendig, denn es ist wichtig, sie nicht nur von außen beobachten zu können, sondern auch ihre Gedanken und Emotionen hautnah mitzuerleben. Der Roman beginnt mit der kindlichen Protagonistin, die Magie in sich trägt, diese aber noch nicht wirklich versteht. Ein Zauber an ihrem Bruder führt dazu, dass Medea Furcht und Hass entgegengebracht wird, auch durch ihre Familie, nur Chalkiope, ihr Schwester hat noch positive Gefühle für sie.

Medea ist eine Nichte Circes, und diese kommt, um Medea zu lehren, ihre Magie zu verstehen und sinnvoll zu nutzen. Als Medea älter wird, zwingt ihr Vater, der Herrscher von Kolchis, sie, ihre Magie für seine Zwecke einzusetzen. Medea hofft immer mehr darauf, ihre Heimat verlassen zu können, und als die Argonauten in Kolchis haltmachen, sieht sie ihre Chance gekommen.

Die griechische Mythologie hat mich schon immer sehr fasziniert, und so habe ich mich gefreut, dass in den letzten Jahren immer mehr Romane über mythologische Frauen erschienen sind. In manchen ist mir Medea auch bereits begegnet, so in einem Roman über Circe und einem über Atalante, die beide hier auch eine größere Rolle spielen. Mir gefallen solche Verknüpfungen gut, man bekommt andere Perspektiven und neue Erkenntnisse. Alle diese Romane werden von Frauen geschrieben, und haben jeweils eine feministische Ebene, so auch dieser.

Nicht immer kann man Medeas Gedanken und Handlungen nachvollziehen, was aber vielleicht auch daran liegt, dass man weiß, was ihr bevorsteht, zumindest ging es mir so. Andererseits gibt es auch vieles, was man verstehen oder wenigstens nachempfinden kann. Der Autorin ist es gut gelungen, Medea lebendig und vor allem glaubhaft zu gestalten. Auch die anderen Charaktere sind gut gezeichnet.

Am Ende wechselt die Perspektive, auch das fand ich nachvollziehbar und sogar notwendig. Während der Erzählung gibt es zudem drei Zeitsprünge, auch diese sind gut gesetzt und der Geschichte geschuldet. Leider gibt es kein Nachwort, in dem die Autorin näher auf den Roman eingeht.

Medeas Geschichte ist tragisch, Rosie Hewletts Roman spiegelt dies gut wieder, Medea wird greifbar dargestellt. Darüberhinaus hatte ich erneut Freude daran, tief in die griechische Mythologie einzutauchen.