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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2021

Spannend

Winterland
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Am 23. Dezember geht auf einem Weihnachtsmarkt in Kopenhagen eine Bombe hoch. Signe Kristiansen ermittelt, muss aber auch fürchten, dass Ihre Schwester und deren Familie dem Anschlag zum Opfer gefallen ...

Am 23. Dezember geht auf einem Weihnachtsmarkt in Kopenhagen eine Bombe hoch. Signe Kristiansen ermittelt, muss aber auch fürchten, dass Ihre Schwester und deren Familie dem Anschlag zum Opfer gefallen sind.

Martin Junckersen, genannt Juncker, wurde in seinen Heimatort Sandsted versetzt, um dort die neu eingerichtete Polizeidienststelle zu leiten, was ihm auch Gelegenheit gibt, sich um seinen dementen Vater zu kümmern. Dass er innerhalb kurzer Zeit in einem Mord und einem Brand im Flüchtlingsheim ermitteln muss, hatte er allerdings nicht erwartet.

Ich bin ein großer Fan von skandinavischen Kriminalromanen, in Dänemark war ich in diesem Rahmen jedoch noch nicht oft. Auch dieser Roman enthält die gewohnte Mischung aus interessantem Fall und Ermittlern, die mit Problemen im Privatleben zu kämpfen haben. Wenn das so gut kombiniert ist, wie hier, mag ich das.

Kim Faber und Janni Pedersen erzählen aus verschiedenen Perspektiven, der Roman enthält eine ganze Reihe aktueller Probleme, so ist der Roman nicht nur spannend, sondern bietet auch viel Raum zum Nachdenken, und zwar nicht nur bezüglich der Auflösung der Fälle. Die Charaktere sind komplex, man lernt sie gut kennen, entwickelt Sympathien und Antipathien, ich freue mich schon auf die Nachfolgebände und bin gespannt, auf die Entwicklungen, die uns noch erwarten.

Bei mir hat der Roman ganz schnell einen Sog entwickelt, die eindringliche Erzählweise tat ein übriges, und auch mein Kopfkino bekam zu tun. Hin und wieder hatte ich allerdings auch das Gefühl von zu viel Inhalt, wie z. B. dass Juncker sich nicht nur um seinen dementen Vater kümmern muss, was schon allein problematisch genug ist, nein, die beiden hatten auch schon immer ein problematisches Verhältnis. Wirklich ins Gewicht gefallen ist das aber nicht.

Auch atmosphärisch finde ich den Roman gelungen, vor allem, als ein Schneesturm die Ermittlungen erschwert, hat man schnell das Gefühl, mittendrin zu sein.

Wer skandinavische Krimis mag, sollte hier unbedingt zugreifen, er erhält interessante und spannende Fälle, komplexe Charaktere und eine atmosphärische Erzählung. Und am Ende darf man sich auf weitere Bände freuen.

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Sein oder Schein?

Die Kampagne
7

Maggie Costello bekommt von Präsidentschaftskandidat Tom Harrison ein Angebot, in seinem Team mitzuarbeiten, doch sie entscheidet sich, Natasha Winthrop, einer bekannten Anwältin, zur Seite zu stehen, ...

Maggie Costello bekommt von Präsidentschaftskandidat Tom Harrison ein Angebot, in seinem Team mitzuarbeiten, doch sie entscheidet sich, Natasha Winthrop, einer bekannten Anwältin, zur Seite zu stehen, der Probleme ins Haus stehen, da sie einen Mann getötet hat, der sie, nach eigenen Angaben, vergewaltigt hat, jedoch gibt es Anhaltspunkte, dass etwas anderes dahinterstecken könnte. Da Natasha auch eine mögliche Präsidentschaftskandidatin ist, spricht manches dafür, dass ein ungutes Spiel mit ihr gespielt wird.

Bereits die beiden Vorgängerbände haben mir gut gefallen, und so war es keine Frage für mich, Band 3 der Reihe lesen zu wollen. Maggie ist mir mittlerweile ans Herz gewachsen, und ich mag auch die gesellschaftskritischen Anklänge der Reihe, die auch hier wieder vorhanden sind. Im Zentrum steht vor allem die Tatsache, dass Frauen es schwer haben, Vergewaltigungen anzuzeigen und selten eine Bestrafung der Täter erreicht wird. Daneben gibt es, wie bei der Reihe gewohnt, auch Politisches, wie z. B. die Art, wie manche Kandidaten mit ihren Gegner umgehen – wie wir das dieses Jahr auch besonders gut bei der Bundestagswahl in Deutschland sehen konnten.

Natasha Winthrop, die hier neben Maggie im Mittelpunkt steht, ist ein ambivalenter Charakter, nicht alles, was nach und nach ans Licht kommt, ist glaubhaft, aber manches vielleicht doch? Als Leser kann man gut eigene Spekulationen anstellen, die Auflösung ist letztlich nachvollziehbar. Ich bin gespannt, ob es weitere Bände der Reihe geben wird – ich hoffe es.

Band 3 der Reihe ist wieder sehr spannend, punktet erneut mit gesellschaftskritischen Themen und hat mich gut unterhalten. Ich vergebe gerne wieder volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für Genrefans.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 31.10.2021

Hat mich größtenteils gut unterhalten

Am Ende der Welt gibt es Kaffee und Kuchen
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In der Sammlung sind drei Geschichtenbände enthalten: „Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich“, „Ein Gott, drei Könige und zwei Milliarden Verrückte“ sowie „Das Ende der Welt ist auch nicht mehr das, ...

In der Sammlung sind drei Geschichtenbände enthalten: „Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich“, „Ein Gott, drei Könige und zwei Milliarden Verrückte“ sowie „Das Ende der Welt ist auch nicht mehr das, was es mal war“ – man trifft u. a. Martin und seinen Freund, den Tod, die Heiligen Drei Könige, Gott höchstpersönlich, apokalyptischen Reiter und Aliens.

Einige der Geschichten sind in Versform geschrieben (was mich ehrlich gesagt immer etwas abschreckt, so dass ich diese nur überflogen habe), haben alle ihren eigenen Humor (der nicht immer, aber relativ oft getroffen hat), und mehr oder weniger philosophisches zu bieten. Am besten gefallen mir die zwei längeren Geschichten im Ende-der-Welt-Teil, vor allem die apokalyptischen Reiter haben mich zum Schmunzeln gebracht.

Ich hatte bisher noch kein Buch des Autors gelesen, und war gespannt, was ich bei den etwas anderen Titeln bekommen würde. Letztlich habe ich mich gut unterhalten, und werde es wahrscheinlich noch einmal mit einem anderen Buch des Autors probieren. Ich vergebe 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Fans etwas abgedrehten Humors.

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Veröffentlicht am 29.10.2021

Gute Unterhaltung für Genrefans

The Walking Dead: Taifun
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Im „Lichtblick“ hat sich eine größere Menge Menschen zusammengefunden, wo sie einigermaßen in Sicherheit leben kann – doch nun ist eine hundertausende Untoter zählende Horde in ihre Richtung unterwegs ...

Im „Lichtblick“ hat sich eine größere Menge Menschen zusammengefunden, wo sie einigermaßen in Sicherheit leben kann – doch nun ist eine hundertausende Untoter zählende Horde in ihre Richtung unterwegs – ein Taifun.

Walking Dead in China, mir gefällt das Setting, das auch die chinesische Mentalität beachtet. Erzählt wird aus der Sicht dreier Charaktere. Ying Hengyen ist einer der wenigen Berufssoldaten, die überlebt haben, und damit ein wichtiger Bestandteil der Kolonie, er hat die Windläufer unter sich, die in kleinen Gruppen ausschwärmen um benötigte Ressourcen zu finden und in den Lichtblick zu bringen. Eine dieser Gruppen setzt sich aus Zhu, Elena und Bo zusammen. Zhu lebte in der näheren Umgebung, ging aber in die Stadt, wo er zunächst die Schule besuchte und später arbeitete. Dort lernte er Elena kennen, eine amerikanische Touristin, die wegen ihm länger in China blieb, und nach Ausbruch der Seuche nicht mehr nach Hause konnte. Als die Gruppe in Zhus Heimatdorf landen, entdeckt er, dass nicht alle Bewohner tot sind.

Hengyen setzt sich für eine Evakuierung des Lichtblick ein, um die Bewohner zu retten, doch Sekretär Guo nun ranghöchster Regierungsbeamter und Befehlshaber im Lichtblick, entscheidet sich dagegen, man sei der „Revolution der Lebenden“ verpflichtet. Um sich gegen den Taifun wappnen zu können, befiehlt er, alle Menschen, die im Umkreis noch leben, in den Lichtblick zu bringen, freiwillig oder zwangsweise.

Die drei Protagonisten sind gut gezeichnet und haben mich schnell emotional berührt. Besonders Hengyens Perspektive zeigt die Diskrepanz zwischen Befehlsgehorsam und eigener Meinung, letztlich ordnet er sich Guo unter, auch wenn er sicher ist, dass es falsch ist. Aber immerhin hat er auch Verantwortung für viele Menschen, und die Alternative hätte auch viele Nachteile. Zhu muss man einfach mögen, Liebe, Verantwortung und Loyalität prägen sein Handeln. Elenas Entwicklung hat mir nicht so gut gefallen, auch wenn ich ihr Handeln teilweise nachvollziehen kann, letztlich hat sie der Geschichte aber einen spannenden Twist verliehen. Bo ist zwar „nur“ ein Nebencharakter, aber der liebenswerteste des Teams, absolut loyal und eine Leseratte. Auch weitere wichtige Nebencharaktere sind gut gezeichnet, und manchmal trügt der erste Eindruck. Viele Menschen werden am Ende tot sein – wen es trifft, sei hier natürlich nicht verraten.

Wesley Chu erzählt bildhaft und spannend, ich wurde schnell gefangen genommen. Natürlich gibt es bei einer Walking-Dead-Geschichte immer bestimmte Versatzstücke, da aber auch hier der Fokus auf den Charakteren liegt, und man mit diesen auf jeden Fall mitzittern kann, ist das Spannungslevel dennoch hoch.

Mir hat besonders gut das Setting gefallen, nach China passt die Geschichte sehr gut. Spannung, gelungene Charaktere und Mitfiebern zeichnen den Roman aus – ich habe mich gut unterhalten und vergebe gerne volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für Genrefans.

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Veröffentlicht am 28.10.2021

Mir ist der anekdotisch-episodenhafte Charakter des Buches nicht ausreichend

Annette von Droste-Hülshoff. Dichterin zwischen den Feuern
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Annette von Droste-Hülshoff war vielfach begabt, sie dichtete, sie komponierte, sie sang, ihren Namen hat wahrscheinlich fast jeder schon einmal gehört, und in der Schule etwas von ihr gelesen, eines ...

Annette von Droste-Hülshoff war vielfach begabt, sie dichtete, sie komponierte, sie sang, ihren Namen hat wahrscheinlich fast jeder schon einmal gehört, und in der Schule etwas von ihr gelesen, eines ihrer Gedichte vielleicht, oder „Die Judenbuche“. Maria Regina Kaiser erzählt hier auf anekdotischen episodenhafte Weise aus Annettes Leben.

1797 wird Annette zwei Monate zu früh geboren, weil ihre Mutter auf dem Eis lief, sie hat lebenslang gesundheitliche Probleme und stirbt letztlich relativ früh. Dazwischen erschafft sie ein reichhaltiges Werk und lebt das Leben eines adeligen Fräuleins, das klug und talentiert ist, sich aber an die Konventionen ihrer Zeit und ihres Standes zu halten hat. Das ist nicht immer leicht.

Ich hatte eine Romanbiographie erwartet, einen Text, der mir Annettes Leben umfassend näher bringt, und hatte meine Schwierigkeiten mit dem episodenhaften anekdotischen Stil der Autorin, der bei mir immer wieder Fragen aufwirft, die im Roman selbst nicht beantwortet werden. -Es werden Istzustände – oft auch sehr knapp – erzählt, oft ohne dass man erfährt, wie es dazu kommt, mich hat das immer wieder frustriert. Oft kommen dadurch Gedanken, Gefühle und Entscheidungen zu kurz. Liest man das Nachwort, erfährt man vieles dort, aber für mich gehört es dort nicht hin, sondern ganz klar in den Roman selbst. Gerade zu Anfang entstehen oft größere Lücken, später wird das Erzählen engmaschiger und baut eher einmal aufeinander auf. Im Grunde ist es eher eine Art Kurzgeschichtensammlung über Annette von Droste-Hülshoffs Leben als ein Roman/eine Romanbiographie, jedenfalls nach meinem Verständnis.

Gut finde ich, dass immer wieder passend aus ihren Werken/ihre Werke (inkl. Briefe) zitiert werden, wenn z. B. beschrieben wird, wie sie auf die Idee zu „Der Knabe im Moor“ gekommen ist. Auch die Entstehung von „Die Judenbuche“ kann man übrigens nachvollziehen.

Der Bonusteil ist umfassend, außer dem ausführlichen Nachwort gibt es neben Abbildungen, ein Glossar, „Annettes Menschen“, „Annettes Orte“ und „Annettes Werke“, auch Literatur und die Quellen- bzw. Bildnachweise. Dieser Teil des Buches hat mir am besten gefallen und auch am meisten gebracht.
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Mir war zwar schon das eine oder andere aus Annette von Droste-Hülshoffs Leben bekannt, ich wollte aber durch die Lektüre mehr über ihr Leben in Gesamtheit erfahren. Leider komme ich mit dem anekdotisch-episodenhaften Erzählstil nicht gut klar, mir fehlt es oft an Zusammenhängen bzw. Hinleitungen, sowie an Gedanken, Gefühlen und Entscheidungen, auch wenn das im späteren Verlauf etwas besser wird. Dennoch, vor allem auch durch den Bonusteil, konnte ich das eine oder andere über Annette von Droste-Hülshoffs Leben und Werk mitnehmen. Ich würde empfehlen, dieses Buch zu lesen, wenn man schon ein bisschen über die Protagonistin weiß, und vergebe auf Grund meiner Kritikpunkte 3 Sterne.

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