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Veröffentlicht am 29.09.2025

Band 2 der Trilogie hat mich genauso gepackt wie Band 1

Frostnacht
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Die komplexe Geschichte der Trilogie wird mit diesem Band noch komplexer. Zu den bisherigen drei Protagonist:innen kommen zwei weitere hinzu.

Orka gehörte früher zu den Blutgeschworenen, hat diese aber ...

Die komplexe Geschichte der Trilogie wird mit diesem Band noch komplexer. Zu den bisherigen drei Protagonist:innen kommen zwei weitere hinzu.

Orka gehörte früher zu den Blutgeschworenen, hat diese aber mit ihrem Mann verlassen, um mit dem gemeinsamen Kind sicherer leben zu können. Die Blutgeschworenen sind alles sogenannte Besessene, das heißt, in ihnen fließt Götterblut, in Orkas Fall ist dies das Blut des Wolfsgottes. Nachdem ihr Mann ermordet und ihr Sohn entführt wurde, geht Orka auf die Jagd nach dem Entführer und Mörder, und gleichzeitig auf die Suche nach ihrem Sohn.

Die Götter hatten in früheren Zeiten gegeneinander gekämpft, und werden mittlerweile größtenteils für tot gehalten. Einige ihrer Gebeine wurden von den Menschen in ihre Städte eingebaut.

Elvar ist die Tochter eines Jarl, doch sie wollte ein anderes Leben als das ihr vorbestimmte und schloss sich den Schlachtgrimmen, einer Söldnergruppe, an.

Varg hat ebenfalls das Blut des Wolfsgottes in sich, und war lange ein Sklave, ein Schicksal, das er vielen sogenannten Besessenen teilte. Doch er konnte sich befreien und hat sich den Blutgeschworenen angeschlossen.

Biórr kennt man bereits aus dem Vorgänger, nun wird er zum Protagonisten. In seinen Adern fließt das Blut des Rattengottes. Er hatte sich bei den Schlachtgrimmen eingeschlichen, und ist nun wieder bei seiner eigentlichen Gruppe, den Rabenfütterer. Diese haben es sich zu Aufgabe gemacht, die Drachengöttin Lik-Rifa zu befreien, viele in ihren Reihen sind Drachengeborenen, in denen das Blut Lik-Rifas fließt.

Guðvarr ist der Neffe einer Jarl und vertritt die Seite derjenigen, die die Herrschaft über das Land haben. Er ist hinterlistig und eher feige, und tut wirklich alles dafür, am Leben zu bleiben.

Ich liebe solche Geschichten, in denen es mehrere Hauptcharaktere gibt, aus deren Perspektiven das Geschehen erzählt wird. Jedes Kapitel wird mit dem entsprechenden Namen betitelt, so dass man immer weiß, bei wem man gerade ist. Es gibt einige Überschneidungen, was ich besonders spannend finde, da sich das auch in der Erzählung wiederspiegelt, nicht nur darin, dass sich verschiedene Charaktere treffen, man sieht auch aufeinanderbauendes Geschehen, und somit auch die jeweils anderen Charaktere aus verschiedenen Blickwinkeln.

Die Welt in der die Protagonist:innen leben, ist der nordischen Mythologie angelehnt. In diesem Band wird erstmals auch der südliche Teil bereist, den man allerdings nicht genauer kennenlernt.

Ansonsten ist die Geschichte wieder äußerst spannend, ich habe viel mitgelitten und meinen Favoriten die Daumen gedrückt. Es gibt einige Kämpfe und einige Verluste, aber auch interessante neue Charaktere. Die wichtigsten Charaktere, auch über die Protagonist:innen hinaus, sind im übrigen alle gut gezeichnet und bleiben in Erinnerung. Der Band endet mit einem Cliffhanger, zum Glück ist der Abschlussband bereits erschienen.

Auch der Mittelband der Trilogie konnte mich wieder sofort packen, er hat alles, was für mich eine gelungene Fantasygeschichte braucht, Charaktere, die einen emotional ansprechen, im negativen wie im positiven, eine gut gebaute Welt und eine sehr spannende Geschichte.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Schöner Roman

Die Hummerfrauen
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Mina fährt mit ihren Eltern und ihrem großen Bruder Christopher jeden Sommer in Urlaub auf die kleine Insel Eagle Island in Maine. Ihr bester Freund dort ist Sam, der Sohn eines Hummerfischers. 1982 soll ...

Mina fährt mit ihren Eltern und ihrem großen Bruder Christopher jeden Sommer in Urlaub auf die kleine Insel Eagle Island in Maine. Ihr bester Freund dort ist Sam, der Sohn eines Hummerfischers. 1982 soll allerdings das letzte Jahr gewesen sein, irgendetwas scheint passiert, doch niemand spricht darüber.

Im Frühjahr 2000 entschließt Mina sich nach dem Tod ihres Bruders, doch noch einmal nach Eagle Island zu reisen, schafft es aber zunächst nur in das nahegelegene Stone Harbor, wo Ann, eine über 70jährige Hummerfischerin, sie aufnimmt.

Ann ist vor Jahren in Stone Harbor gestrandet, hat dort zunächst mit ihrer Freundin Carolyn einen Gemüseladen aufgemacht, und sich nach der Trennung als eine der wenigen Frauen, die auf Hummerfang gehen, etabliert. Einer ihrer Fänge wurde zu einem Haustier, der blaue Hummer Mr. Darcy.

Auch Anns Freundin Julie ist Hummerfischerin. Nach einem schweren Unfall musste sie ihre Karriere aufgeben, und hat sich nach Maine zurückgezogen.

Der Roman wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die Hauptstory, die Geschehnisse in 2000 und 2001 aus Sicht der oben genannten drei Protagonistinnen, deren Leben sich immer mehr verbinden. Es gibt aber auch eine Reihe Rückblenden ins Jahr 1982, die überwiegend aus Sicht Judiths, Minas Mutter, erzählt werden. Prolog und Epilog dagegen spielen ungefähr 2018, hier erfährt man auch, was aus vielen Charakteren geworden ist.

Die drei Protagonistinnen, Ann, Julie und Mina lernt man sehr gut kennen. Ich mochte sie sehr schnell, konnte mit ihnen mitfühlen und habe sie gerne begleitet. Auch andere Charaktere werden wiedererkennbar dargestellt, in der Regel subjektiv gebrochen durch die jeweilige Perspektive. Nicht jede:r ist sympathisch, manche:n lernt man auch erst nach und nach besser kennen. Minas Mutter ist aus ihrer eigenen Perspektive schon nicht sehr sympathisch, liest man von ihr aus Sicht ihrer Tochter, erkennt man erst, wie kalt sie tatsächlich ist. Mina tat mir hier oft sehr leid. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen ganz klar Frauen.

Sehr gut gefallen hat mir das Setting. Der Hummerfang steht in dieser Gegend im Mittelpunkt, dazu kommt noch der Tourismus in den Sommermonaten. Dies alles wird sehr gut dargestellt, ich fühlte mich schnell mittendrin. Auch der Hummerfang selbst wird recht ausführlich aufgezeigt, ebenso wird klar, wie gefährlich er sein kann. Die Autorin lebte selbst eine Zeit lang in Maine, hat einige Hummerfrauen kennengelernt, und ist selbst mit hinausgefahren. Das Ganze hat sie so beeindruckt, dass es zum Thema ihres Debütromans wurde. Sie weiß also, wovon sie erzählt.

Mit dem Ende war ich erst nicht so ganz glücklich, mir persönlich bleibt es etwas zu offen, aber letztlich kann ich damit doch leben, eine eigene Vorstellung habe ich auf jeden Fall.

Wer gerne berührende Lebenswege durchdachter Charaktere begleitet, ist hier genau richtig, dazu gibt es ein interessantes, gut ausgearbeitetes Setting. Nur das Ende hätte ich mir ein bisschen anders gewünscht.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Gut recherchierter Roman über das Rätsel Kaspar Hauser

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten
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1829: Dr. Giuseppe Grimaldi, Arzt und Detektiv, erhält einen Auftrag aus Nürnberg. Dort ist vor einiger Zeit Kaspar Hauser aufgetaucht, ein Junge, der viele Rätsel aufgibt. Nun hat Kaspar Drohbriefe erhalten, ...

1829: Dr. Giuseppe Grimaldi, Arzt und Detektiv, erhält einen Auftrag aus Nürnberg. Dort ist vor einiger Zeit Kaspar Hauser aufgetaucht, ein Junge, der viele Rätsel aufgibt. Nun hat Kaspar Drohbriefe erhalten, und Dr. Grimaldi soll deren Herkunft feststellen. Mit Grimaldi reist dessen 14jährige Tochter Greta, die ihm bei seinen Ermittlungen hilft.

Vor ein, zwei Jahren las ich „Shi Yu“ von Davide Morosinotto, einen sehr spannenden Roman, der mir sehr gut gefallen hat. Ich hatte mir daher einen ähnlich packenden Roman erhofft, bin aber eher enttäuscht worden. Nicht, dass der Roman um Kaspar Hauser gänzlich bei mir durchgefallen ist, möglicherweise waren auch einfach meine Erwartungen zu hoch.

Kaspar Hauser ist mir schon seit meiner Kindheit ein Begriff, allerdings wusste ich nur relativ oberflächlich über ihn Bescheid. Hier nun erfahren ich einiges mehr aus seinem Leben, , der Autor hat gut recherchiert. Ich habe parallel auch ausführlich gegoogelt. Bis heute ist Kaspar ein Rätsel, in diesem Roman werden einige Theorien über ihn angesprochen und auch eine neue über sein Ende entwickelt.

Optisch hat mir der Roman sehr gut gefallen, schon das Cover spricht mich auf gewisse Weise an, innen wird aber noch einiges mehr geboten. Es gibt sehr viele passende schwarz-weiße Illustrationen, sowie eine farbige Karte des historischen Nürnberg, in der die wichtigsten Schauplätze markiert wurden.

Der Roman basiert auf historischen Gegebenheiten, und so sind außer Kaspar Hauser noch einige weitere Charaktere historische Persönlichkeiten. Die fiktiven Geschehnisse harmonieren gut mit den tatsächlichen, und bringen den Leser:innen Kaspar Hauser näher, der unbestreitbar auch heute noch interessant ist. Man lernt ihn hier allerdings nur am Rande kennen, sieht ihn eher durch andere Charaktere, aber ich denke, das passt gut zu diesem rätselhaften jungen Mann. Leider fehlt dem Roman Spannung, diese kommt nur hin und wieder kurz auf.

Erzählt wird aus Gretas Perspektive, sie stromert durch Nürnberg, lernt früh Kaspar und viele der anderen Charaktere kennen, während ihr Vater zunächst nur im Hotel bleibt, und vor allem aus Zeitungensberichten das Rätsel beleuchtet. Für mich störend ist, dass Greta sich verliebt, das wirkt auf mich sehr aufgesetzt. Ich denke, dass der Roman auch ohne das funktioniert hätte. Insgesamt ist mir leider kener der Charaktere wirklich nahe gekommen.

Am Ende gibt es eine, natürlich fiktive, Erklärung für die Bedrohungen. Diese ist okay für mich.

Kaspar Hauser ist bis heute ein Rätsel geblieben, wahrscheinlich wird er das auch in Zukunft sein. Mit diesem Roman erfährt man viel über ihn, lernt Theorien kennen. Der Autor hat in meinen Augen diesen rätselhaften Menschen den Leser:innen gut nahe gebracht. Man wird angeregt, sich mit dem Fall Kaspar Hauser zu beschäftigen, die Theorien zu bewerten, und sich zu überlegen, was man selbst für möglich hält. Leider sind mir die Charaktere nicht nahe gekommen. und leider ist der Roman weniger spannend, als ich gehofft hatte.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Barbies Traum

Sandman - Der Comic zur Netflix-Serie
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Erinnert sich noch jemand an Barbie? Diese Geschichte kommt auf sie und ihren Traum zurück, als Dream das Problem mit dem Traumwirbel hatte. Und nicht nur Barbie trifft man hier wieder, es gibt auch eine ...

Erinnert sich noch jemand an Barbie? Diese Geschichte kommt auf sie und ihren Traum zurück, als Dream das Problem mit dem Traumwirbel hatte. Und nicht nur Barbie trifft man hier wieder, es gibt auch eine Verknüpfung zu der Diner-Episode und man lernt Wanda kennen.

Diese durchgehend erzählte Geschichte wurde nicht in die Serie eingefügt, und sie kommt auch in weiten Teilen ohne Dream aus. Wanda aber, die Transfrau, kennt man aus der zweiten Staffel bzw. ist deren Rolle dort ganz eindeutig an dieser angelehnt. Es gefällt mir sehr gut, dass Wanda dadurch in die Serie übernommen wurde.

Verglichen mit den anderen Bänden gefällt mir dieser nicht ganz so gut. Natürlich ist er immer noch sehr gut, auch die Zeichnungen sind wieder absolut gelungen, aber ganz so packen wie die Vorgängerbände konnte er mich nicht.

Der fünfte Band der Reihe erzählt eine durchgehende Geschichte. Natürlich ist er immer noch sehr gut, hat mir aber, bis auf die Zeichnungen, nicht ganz so gut gefallen wie die vorherigen Bände.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Der vierte Band einer sehr guten Reihe

Sandman - Der Comic zur Netflix-Serie
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Erst muss Dream zu einem Treffen mit seinen Geschwistern, welches einige Dinge in Gang setzt, danach bekommt er eine schier unmögliche Aufgabe aufgebürdet – ganz schön viel Stress!

Da ich gerade die zweite ...

Erst muss Dream zu einem Treffen mit seinen Geschwistern, welches einige Dinge in Gang setzt, danach bekommt er eine schier unmögliche Aufgabe aufgebürdet – ganz schön viel Stress!

Da ich gerade die zweite Staffel der Serie zu Ende geschaut habe, wurde es Zeit die Reihe weiter zu lesen. Ich bin schon sehr gespannt, inwieweit manches ausgespart wurde, da die Serie ja nach Staffel 2 beendet ist und inwieweit die Story für die Serie vielleicht abgeändert wurde. Hier kann man schon ein paar Auslassungen sehen, aber im wesentlichen stimmen Serie und Reihe noch überein. Hier wird nun auch Serie und Reihe zu Lucifer eingeleitet, die ein Spin-off von Sandman ist, und daher im selben Universum spielt.

Endlich macht man auch die Bekanntschaft der anderen Ewigen, Death und auch Desire hatte man ja bereits kennengelernt. Hier erfahren wir auch, dass einer der Sieben quasi desertiert ist, so dass diesen vorerst noch nicht trifft.

Auch interessant ist, wie Dream mit der Aufgabe umgeht, die ihm hier gestellt wird, wie er mit den verschiedenen Wesen, die ihn deswegen aufsuchen, umgeht. Das sind erneut tiefe Einblicke in seinen Charakter.

Eine Zwischenstory kommt ganz ohne einen der Ewigen aus, ist aber eine direkte Folge aus Dreams Handlungen, diese fehlte in der Serie. Dafür tritt in diesem Band, wenn ich nicht irre, erstmals Lucien in der Reihe auf, ein Charakter, der in der Serie von Anfang an eine wichtige Rolle einnimmt.

Die Zeichnungen sind in großen Teilen sehr düster, vor allem auch, wenn Dream mit im Panel ist. Sehr positiv ist mir auch der Detailreichtum aufgefallen. Wie gehabt, passen sie wieder sehr gut.

Gut gefallen haben mir auch die fiktiven und humorvollen Biografien der verschiedenen an dem Band Beteiligten.

Auch dieser Band der Reihe ist wieder sehr gut, sowohl was die Geschichten angeht, als auch die Zeichnungen.

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