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Veröffentlicht am 03.10.2019

Auch Band 11 macht Spaß

Darf`s ein bisschen Mord sein?
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Loretta fühlt sich wohl in der Gegend, in der sie nun lebt, und hat auch schon eine gute Einkaufsmöglichkeit gefunden, den Tante-Emma-Laden von Gitti Scheffer, mit der sie sich auch bereits angefreundet ...

Loretta fühlt sich wohl in der Gegend, in der sie nun lebt, und hat auch schon eine gute Einkaufsmöglichkeit gefunden, den Tante-Emma-Laden von Gitti Scheffer, mit der sie sich auch bereits angefreundet hat. Als Gitti sich das Schlüsselbein bricht, gibt es für Loretta daher keinen Zweifel: Sie hilft. Und dann kommt es, wie es kommen muss, Loretta landet wieder mitten in einem Verbrechen, auch wenn die Polizei zunächst fest an einen Unfall glaubt und Gitti und Loretta der Fahrlässigkeit bezichtigt.

Das ist tatsächlich schon Band 11 um Loretta Luchs, die bei einer Sexhotline arbeitet und mit ihren Freunden immer wieder in Kriminalfälle stolpert, die sie letztlich meist bravourös löst. Hier zeigt Loretta einmal wieder, wie groß ihr Herz ist, den eigenen Urlaub dafür einzusetzen, um jemand anderem bei dessen Arbeit zu helfen, ist sicher nicht selbstverständlich. Mir gefällt auch Gitti gut, die, sympathisch und schrill wie sie ist, gut zu Lorettas Freundeskreis passen würde – ich hoffe, wir treffen sie in den Folgebänden wieder.

Der Fall selbst hat zwei Komponenten, die aber durchaus zusammen gehören könnten. Zum einen ist da die Tatsache, dass jemand, womöglich zu jedem Preis, Gittis Haus haben möchte, zum anderen ein Toter, für dessen Tod Loretta mit verantwortlich gemacht wird. Die Polizei will nicht helfen, also muss Loretta selbst ran, natürlich nicht, ohne Erwin und Frank einzuspannen. Zusammen mit Frank wird sie auch wieder „andakawwa“ (Originalton Frank) tätig, und der Leser hat etwas zum Schmunzeln.

Schmunzeln ist das Stichwort: Die Reihe ist eine Krimödie, d. h. der Humor kommt nicht zu kurz, und findet sich u. a. in meist sehr treffenden Personenbeschreibungen. Hier ist es z. B. Nachbarin Sievers und ihr Dackel, der immer wieder neue Modekreationen tragen muss, die zuverlässig für eine Schmunzelattacke sorgen. Auch dass Loretta selbst in Ich-Form erzählen darf, trägt zum humorvollen Stil bei. Ganz so lustig wie manche Vorgängerbände fand ich diesen allerdings nicht.

Als Leser kann man wieder gut mitraten, allerdings wird es einem teilweise etwas zu leicht gemacht. Die Auflösung ist zufriedenstellend und das Ende gefällt mir richtig gut. Man darf sich wohl auch auf weitere Romane der Reihe freuen – ich bin dann auf jeden Fall wieder mit dabei.

Auch der elfte Band der Reihe lässt sich wieder gut lesen. Als Kenner der Reihe freut man sich, alte Bekannte wieder zu treffen und mit Loretta neue Leute kennen zu lernen. Wer Krimödien mag, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Veröffentlicht am 29.09.2019

Die Reihe gefällt mir immer besser

Inspektor Takeda und der lächelnde Mörder
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Eine Frau stürzt vor die Bahn, ein Jugendlicher gesteht, sie geschubst zu haben – ein klarer Fall? Nein, denn der Jugendliche, Simon Kallweit, widerruft sein Geständnis und es gibt keine eindeutigen Beweise. ...

Eine Frau stürzt vor die Bahn, ein Jugendlicher gesteht, sie geschubst zu haben – ein klarer Fall? Nein, denn der Jugendliche, Simon Kallweit, widerruft sein Geständnis und es gibt keine eindeutigen Beweise. Doch dann gibt es einen weiteren Mord und Simon ist wieder verdächtig.

Bereits seit dem ersten Band faszinieren mich die Inspektor-Takeda-Romane. Das liegt zum einen daran, dass hier ein japanischer Inspektor für die deutsche Polizei ermittelt und nicht nur seine ganz eigene Art hat, sondern auch darüber nachdenkt, was an Deutschland besonders ist, wo die Unterschiede zwischen den beiden Ländern sind, und immer wieder feststellt, dass er sich in Hamburg sehr wohl fühlt. Das liegt zum anderen aber auch daran, dass der Autor mit ganz besonderen Fällen punktet, die interessant und spannend sind und immer wieder überraschen (und erschrecken). Auch mit diesem dritten Band ist ihm das wieder exzellent gelungen.

Takedas Kollegin ist Claudia Harms, die beiden passen eigentlich so gar nicht zusammen, aber sie haben sich immer mehr aneinander gewöhnt und achten und mögen sich mittlerweile. Claudia ist ein ganz anderer Typ als Takeda, robust und aufbrausend, im Privatleben einsam, aber ebenfalls eine gute Ermittlerin mit dem Herz am rechten Fleck. Meine eigene Beziehung zu Claudia ist übrigens ähnlich wie die Takedas, am Anfang hatte ich so meine Probleme mit ihr. Schön, dass es dem Autor gelungen ist, diese zu entfernen.

Dieser dritte Band gefällt mir bisher am besten. Die Thematik ist hart, der Verdächtige problematisch. Dass Mangas und ihre, zum Teil abstrusen, Auswirkungen Einzug halten, ist passend, auch, weil Takeda sich damit natürlich gut auskennt. Mitraten kann man, allerdings nur eingeschränkt. Auf die Auflösung wäre ich niemals gekommen, sie ist erschreckend, aber nicht unlogisch. Es gibt ein paar sehr überraschende Wendungen, dadurch ist der Roman auf seine Art sehr spannend.

Der dritte Band der Reihe ist der bisher beste, er bietet einen interessanten und erschreckenden Fall, lässt sich kaum aus der Hand legen und zeigt einmal mehr – mal augenzwinkernd, mal gesellschaftskritisch – ein paar „Wahrheiten“ über die Deutschen und die Japaner. Ich vergebe dieses Mal gerne die volle Punktzahl und empfehle die Reihe weiter.

Veröffentlicht am 28.09.2019

Petrus' vierter Fall

O sole mio!
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Papst Petrus schwänzt seinen jährlichen Sommerurlaub auf Castel Gandolfo und vertritt einen Studienfreund incognito als Dorfpfarrer an der Amalfiküste. Aber auch da kommt es, wie es kommen muss: Petrus ...

Papst Petrus schwänzt seinen jährlichen Sommerurlaub auf Castel Gandolfo und vertritt einen Studienfreund incognito als Dorfpfarrer an der Amalfiküste. Aber auch da kommt es, wie es kommen muss: Petrus stolpert über eine Leiche und sieht das als himmlische Fügung, den Todesfall aufzuklären, denn an einen Unfall glaubt er nicht.

Raffaele, der Tote, war der Inhaber der Albergo Azzurro, in den 60er Jahren der Geheimtipp vieler Prominenter,, vor allem nicht (miteinander) verheiratete Paare fühlten sich hier wohl. Hat Raffaele womöglich zu viel gewusst? Aber warum wird er dann erst jetzt getötet? Haben die merkwürdige Schriftstellerin oder der amerikanische Koch, die gerade im Albergo logieren, etwas mit dem Tod zu tun?

Ich habe mir den Roman extra für einen eigenen Urlaub aufgehoben, alle anderen Romane der Reihe habe ich bereits mit Vergnügen gelesen, und nun endlich konnte ich ihn in meiner Leseplanung unterbringen.

Einen Papst wie Petrus würde man sich wirklich wünschen. Natürlich ist er seinem Glauben verhaftet, aber er weiß um die Schwächen seiner Schäfchen, denn er hat selbst so einige. Die will ihm seine Haushälterin Immaculata zwar regelmäßig austreiben, aber Petrus hat so einige Tricks auf Lager. Hier wächst die in Rom verbliebene Immaculata fast über sich hinaus, doch Petrus weiß sich wieder zu helfen – und hat dabei himmlische Hilfe.

Im Kriminalfall sucht er sich dagegen weltliche Hilfe, und wo könnte er die besser finden, als bei bereits bewährten Helfern? Mir machte es großen Spaß, viele berühmte Namen auftauchen zu sehen, Richard Burton, Jackie Kennedy – das Hotel hat in den 60er Jahren viele Stars beherbergt. Ob und wie diese mit Raffaeles Tod zu tun haben, erschließt sich nach und nach, die Auflösung fand ich persönlich allerdings nicht ganz so gelungen wie in den anderen Romanen der Reihe, fast war ich hier ein wenig enttäuscht. Sie ist nicht unlogisch, ich hätte mir aber sowohl einen anderen Täter als auch ein anderes Motiv gewünscht (mehr kann ich leider nicht sagen, ohne zu spoilern).

Aber die Papst-Petrus-Reihe besteht ja nicht nur aus den Kriminalfällen, sondern besticht auch durch ihren Humor (herrlich z. B. die Szene im Agnelli-Zimmer) und den, manchmal etwas skurrilen Charakteren. Trotzdem werde ich hier einen Stern abziehen.

Der vierte Band der Reihe konnte mich zwar nicht ganz so überzeugen wie die anderen Fälle, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Endlich bin ich mit der Reihe wieder up to date und freue mich auf kommende Bände. Ich kann die gesamte Reihe sehr empfehlen, vor allem jenen, die humorvolle Kriminalromane mögen und außergewöhnliche Ermittler schätzen.

Veröffentlicht am 27.09.2019

Spannender Kriminalfall auf Juist

FreiFall für Juist
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Jan de Fries möchte ein romantisches Wochenende mit Freundin Anna auf Juist verbringen. Doch dann müssen sie miterleben, wie ein Flugzeug fast auf Juist abstürzt und nur knapp notlanden kann, wie eine ...

Jan de Fries möchte ein romantisches Wochenende mit Freundin Anna auf Juist verbringen. Doch dann müssen sie miterleben, wie ein Flugzeug fast auf Juist abstürzt und nur knapp notlanden kann, wie eine Möwe erschossen wird, und letztlich auch den Mord an einem Fallschirmspringer. Jan wird von einem Bekannten in die Ermittlungen gezogen, trifft eine alte Liebe und soll als Babysitter für einen hochintelligenten Achtjährigen fungieren.

Ich bin ein großer Juistfan und liebe Romane, die dort spielen, allerdings nur, wenn ich meine Lieblingsinsel auch wiedererkennen kann, Orte sofort vor mir sehe, Wegen folgen kann usw. Ich war sehr froh, als ich schnell erkannte, dass mir das hier auf jeden Fall geboten wird.

Dies ist bereits der sechste Band mit dem Protagonisten, einem ehemaligen Anwalt, für mich war es allerdings der erste, wird aber nicht der letzte bleiben. Jan war mir schnell sympathisch. Der Autor lässt ihn selbst in Ich-Form erzählen, was hier auch sehr gut passt. Jan ist sehr verliebt in Anna und spielt mit dem Gedanken, ihr einen Heiratsantrag zu machen. Die Romanze nimmt relativ viel Raum ein, aber nicht so viel, dass sie den Kriminalfall verdrängt. Sehr gut gefallen hat mir auch die Zimmerwirtin der beiden.

Der Fall ist zunächst recht verzwickt und man kann auch als Leser miträtseln. Nach und nach ergibt sich ein gewisses Bild, wobei ich mich (wieder einmal) gewundert habe, warum Jan sich nicht über die eigentlich offensichtliche Delinquenz eines Charakters in einer bestimmten Beziehung Gedanken gemacht hat. Möglicherweise wäre es dann zu manchem gar nicht gekommen. Auch den Täter hatte ich viel schneller im Blick als Jan, und auch hier hat er nicht wirklich mitgedacht.

Die Auflösung ist okay. Zuletzt war mir allerdings zu viel Tragik (in einer Beziehung) und zu viel (übertriebener) Showdown (in einer anderen). Beides hätte ich mir ein bisschen anders gewünscht. Dennoch hat mir Roman gut gefallen, ich hatte ihn innerhalb kurzer Zeit gelesen, und wenig Lust, ihn zwischendurch aus der Hand zu legen. Ich freue mich daher darauf, weitere Romane der Reihe zu lesen und bin gespannt, ob mir der Protagonist auch außerhalb Juists gefällt.

Ich kann den Roman allen Krimifreunden empfehlen, er ist spannend, mit einem sympathischen Protagonisten ausgestattet, und der Fall bietet Mitratemöglichkeiten. Das Ende ist mir etwas zu übertrieben, Jan hätte ein bisschen mehr mitdenken können, alles in allem bin ich aber zufrieden mit dem Roman. Für mich ein großes Plus ist der Lokalkolorit, ich konnte mich ein bisschen fühlen, als sei ich selbst auf meiner Lieblingsinsel.

Veröffentlicht am 24.09.2019

Eher nichts für mich

Kalte Schuld
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Durch Zufall werden in einem alten Schuppen Körperteile gefunden – wie sich herausstellt gehören sie zu einer Frau, die vor vier Jahren verschwand. Die Polizei sucht im Bekanntenkreis der Toten nach einem ...

Durch Zufall werden in einem alten Schuppen Körperteile gefunden – wie sich herausstellt gehören sie zu einer Frau, die vor vier Jahren verschwand. Die Polizei sucht im Bekanntenkreis der Toten nach einem Motiv.

Über die Reihe um Mara Billinsky hatte ich bereits einiges gehört, und so habe ich die Gelegenheit ergriffen, diesen Kurzroman zu lesen, um zu entscheiden, ob ich mehr von ihr lesen möchte. Die Kommissarin ist auf den ersten Blick interessant, da sie offenbar Gothic ist, etwas das nicht auf Anhieb zu diesem Beruf zu passen scheint. Außer, dass hin und wieder erwähnt wird, dass sie sich als Außenseiterin sieht, wird das in diesem Roman aber nicht weiter thematisiert.Neben ihrer optischen Besonderheit, ist sie auch sonst sehr unangepasst, so dass ihr Kollege sie hin und wieder zügeln muss, und dabei oft wenig erfolgreich ist.

Ich mag auch bei Thrillern, wenn sie zeigen, dass die Ermittler ein Privatleben haben, außerdem mag ich es, mitzuraten und vor allem die Möglichkeit zu erhalten, dies zu tun. Beides habe ich hier leider nicht bekommen. Privates der Ermittler erfährt man nicht, was schade ist, denn wie gesagt, Mara scheint ein interessanter Charakter zu sein und auch in einem Kurzroman hätte es Gelegenheiten gegeben. Und das Mitraten war ganz schnell vorbei, denn ich hatte den Täter bereits bei seinem ersten Auftauchen außerhalb des Prologs enttarnt, wozu leider auch der Prolog beitrug, auf den man besser verzichtet hätte. Die Auflösung ist recht klischeehaft, aber okay.

Was ich nicht mag, ist, wenn vor allem auf Action Wert gelegt wird. Action gibt es hier leider zu viel, mehrere Verfolgungsjagden und Schießereien, für mich hebt das nicht die Spannung sondern eher die Langeweile. Ansonsten ist das Ganze ein 08/15-Thriller, der mich nicht animiert, weitere Bände der Reihe zu lesen.

Leider ist der Roman nichts für mich, dafür steht die Action zu sehr im Vordergrund. Wer das mag, ist hier wahrscheinlich gut aufgehoben. Ich vergebe gerade noch 3 Sterne, in erster Linie wegen der recht interessanten Protagonistin.