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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2018

Nützlicher Reiseführer

Reise Know-How Reiseführer Juist
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Dieses Jahr hat es mich endlich wieder nach Juist verschlagen und aus diesem Anlass kaufte ich mir einen aktuellen Juist-Führer.

Juist ist klein, man hat es sich schnell selbst erschlossen, nützlich sind ...

Dieses Jahr hat es mich endlich wieder nach Juist verschlagen und aus diesem Anlass kaufte ich mir einen aktuellen Juist-Führer.

Juist ist klein, man hat es sich schnell selbst erschlossen, nützlich sind aber immer „Geheimtipps“ und Hintergrundinformationen z. B. zur Geschichte der Insel. Diese sind in diesem Buch recht nett aufgemacht und bieten auch die eine oder andere Anekdote. Man erfährt einiges über die gefahrvolle Geschichte der Insel, die im Grund nur eine Sandbank ist, über ihre Zeit als Seebad, und über Aktuelles wie der Zugehörigkeit zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Auch über Flora und Fauna sind Informationen enthalten. Der Autor erzählt dem Leser auch etwas über die Sehenswürdigkeiten der Insel.

All das ist recht interessant zu lesen, auch wenn man die Insel schon kennt, kann man womöglich Neues entdecken. Mir und meiner Reisebegleitung bot das Buch zudem den einen oder anderen Gesprächsstoff.

Leider gibt es ein, zwei Dinge, die nicht mehr ganz aktuell sind, deren Änderungen aber offenbar den Redaktionsschluss verfehlt haben, und daher nicht mehr mit einbezogen werden konnten. Dem Nutzen des Reiseführers schadet das aber nur marginal.

Insgesamt kann man diesen Juist-Reiseführer durchaus empfehlen, ich vergebe 4 Sterne.

Veröffentlicht am 30.04.2018

Prima geeignet für den Juist-Urlaub

Tod in den Dünen
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Während man sich auf Juist auf ein Cluedo-Festival vorbereitet, geschehen Morde in Cluedo-Manier. Kriminalschriftsteller Leo Marquardt, der persönlich involviert ist, kann nicht umhin, sich an den Ermittlungen ...

Während man sich auf Juist auf ein Cluedo-Festival vorbereitet, geschehen Morde in Cluedo-Manier. Kriminalschriftsteller Leo Marquardt, der persönlich involviert ist, kann nicht umhin, sich an den Ermittlungen zu beteiligen.

Ich las den Roman während eines Urlaubsaufenthaltes auf Juist, und das ist meiner Meinung nach der passende Ort dafür, es macht Spaß, wenn die Charaktere sich an Orten aufhalten, die man kennt und an denen man selbst schon war, an die man sich sogar direkt begeben kann:

Aber auch darüber hinaus hat mich der Kriminalroman unterhalten, ich mag die Charaktere, allen voran Leo Marquardt und seine Haushälterin, die Baronin Morgana Nobel von Nobelsdorff-Felsenstein-Hochburg, aber auch sonst sind der Autorin echte Charaktertypen gelungen, vielleicht etwas überspitzt gezeichnet, aber gerade deshalb erinnerungswürdig.

Der Fall ist ein typischer Whodunit, bei dem man als Leser gut mitraten kann. Man darf hier keinen raffiniert konstruierten Kriminalfall erwarten, sondern einen Cosy-Crime mit Inselfeeling – für mich eine gute Urlaubslektüre. Mehr will dieser Roman, glaube ich, auch gar nicht sein.

Wer keinen allzu anspruchsvollen und komplexen Roman erwartet, sich einfach nur unterhalten will, womöglich sogar gerade auf Juist verweilt, sollte einen Blick riskieren, von mir gibt es 4 Sterne.

Veröffentlicht am 30.04.2018

Ich habe mich verliebt ...

Die Dämonenkriege
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Vor 3.000 Jahren wurde die Welt von Dämonen zerstört, die Menschen wurden versklavt und Magie wurde für sie nutzbar. Vor 1.000 Jahren gelang es Magiern die Welt neu zu formen und die Dämonen in ihre Welt, ...

Vor 3.000 Jahren wurde die Welt von Dämonen zerstört, die Menschen wurden versklavt und Magie wurde für sie nutzbar. Vor 1.000 Jahren gelang es Magiern die Welt neu zu formen und die Dämonen in ihre Welt, die Gegenwelt, zu verbannen, nur Animalia, Tierdämonen, gelingt es hin und wieder die Barriere zu überwinden.

Jetzt aber trifft der Dämonenjäger Ryk Vangur auf einen Humanos, einen Menschendämon, und auch Ishan con Femen, Prinz von Sharigor, bekommt es mit einem zu tun – eigentlich unmöglich, da die Barriere diese bisher zuverlässig abhielt.

Michael Hamannts Fantasydebüt hat mich von der ersten Seite an gepackt. Die Welt, die er erschaffen hat, ist ihm gut gelungen, man kann sie sich gut vorstellen, sie lässt aber noch genug Raum für weitere Informationen offen, der sicher im Folgeband ausgefüllt wird. Und sicher bin ich nicht die einzige, die darüber spekuliert, wie die Ursprungswelt aussah.

Sehr gut gefallen mir auch die vier Protagonisten, sie sind interessante, tiefgründige Charaktere. Ryk hat viel Erfahrung mit Dämonen und ist einer der wenigen, der alle Magiearten beherrscht. Er ist mir von Anfang an sympathisch gewesen. Ishan ist noch sehr jung und wird plötzlich aus seinem Leben als Kronprinz herauskatapultiert. Er ist oft zu impulsiv und auf Grund seines bisherigen Rangs etwas überheblich – er muss noch viel lernen. Catara Fiers ist eine Keesa, entstammt somit einem Volk, das von einem Dämon verflucht wurde. Das beschert ihr unter anderem eine besondere Fähigkeit, die sie als Assassine gut nutzen kann, und die dem Leser einiges Grauen und Ekel beschert. Catara ist der ambivalenteste Charakter. Noch nicht allzu viel Raum erhält Kela Mal'Dhun, sie ist eine Veydra, wodurch sie etwas Dunkles in sich hat. Außerdem ist sie eine alte Freundin Ryks, der sie um Hilfe bittet.

Nicht nur diese Vier erhalten eine tiefgehende Charakterisierung, sondern auch weitere Charaktere lernt man als Leser gut kennen und entwickelt – nicht immer positive – Gefühle für sie, so dass deren Schicksal bzw. deren Handeln den Leser emotional aufwühlen kann.

Der Autor erzählt sehr anschaulich, bildhaft und atmosphärisch, das Kopfkino bekommt viel zu tun, Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven, vor allem, aber nicht nur, aus Sicht der Protagonisten. So ist man nah am Geschehen und weiß teilweise mehr als die Protagonisten selbst.

Ich bin jemand, der bei Kämpfen schon mal quer liest, weil ich sie oftmals langweilig finde. Hier habe ich sie gerne gelesen, sie sind nicht allzu ausschweifend erzählt und ich kann sie gut nachvollziehen.

Als Leser kann man sich seine Gedanken machen und spekulieren, was hinter diesem und jenem stecken mag, mir hat das sehr gut gefallen und die Spannung noch erhöht. Denn spannend ist das Ganze sehr, man mag den Roman kaum aus der Hand legen und das Warten auf den nächsten Band wird nicht leicht.

Wie viele gute Fantasyromane wartet auch dieser mit Boni auf, es gibt zwei Karten und ein Personenregister, beides sehr nützlich.

Was soll ich sagen, ich habe mich sehr schnell in diesen Roman verliebt, kann es kaum erwarten, den zweiten Band zu lesen und „Die Dämonenkriege“ jedem Genrefan nur wärmstens empfehlen. Von mir gibt es selbstverständlich volle Punktzahl!

Veröffentlicht am 15.04.2018

Gelungener Roman über eine interessante Nebenfigur der Geschichte

Revolution im Herzen
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Helena, genannt Lenchen, Demuth wächst in St. Wendel in ärmlichen Verhältnissen auf und geht nach dem Tod ihres Vaters zum Dienen in die Stadt. Durch einen glücklichen Zufall bekommt sie in Trier eine ...

Helena, genannt Lenchen, Demuth wächst in St. Wendel in ärmlichen Verhältnissen auf und geht nach dem Tod ihres Vaters zum Dienen in die Stadt. Durch einen glücklichen Zufall bekommt sie in Trier eine Stellung bei der Familie von Westphalen, wo sie nicht nur mit Jenny, der Tochter des Hauses, eine freundschaftliche Beziehung aufbaut, sondern auch den jungen Karl Marx kennen lernt, Jennys späteren Ehemann. Während des Brüsseler Aufenthaltes der Marxens, wird Helena zu ihnen geschickt, und verlässt die Familie fortan nicht mehr.

Helena Demuth ist eine historische Person, die eng mit Karl Marx' Familie verbunden und schnell mehr als nur deren Dienstmädchen war. Dass Claudia und Nadja Beinert anlässlich des 200. Geburtstags des berühmten Trierers ein Buch über Lenchen Demuth schrieben, begrüße ich sehr. Karl Marx erhält sicher genug andere Würdigungen, Lenchen aber hat es verdient, dass man sich an sie erinnert. Erst kürzlich traf ich sie in einem anderen Roman (Und Marx stand still in Darwins Garten), der mich neugierig auf diese Frau machte. Schön, dass die Beinert-Schwestern nach Margarethe Luder im letzten Jahr nun einer weiteren historischen Nebenfigur Stimme geben.

Und das ist wörtlich gemeint, denn die Autorinnen lassen Lenchen selbst in ich-Form sprechen, was dem Buch eine ganz besondere Atmosphäre gibt, man betrachtet Karl und Jenny Marx, Friedrich Engels und andere aus ihren Augen. Natürlich spielt Marx' Theorie und sein Werk dennoch eine große Rolle, denn Lenchen interessierte sich sehr dafür und diskutierte auch mit.

Es waren schlimme Zeiten damals, nicht nur für die Fabrikarbeiter, Marx' Proletariat – ich denke, jeder kann hier nachvollziehen, wie Marx zu seinen Theorien kam. Da Karl Marx keine feste Anstellung hatte, lebte auch seine Familie immer wieder in Armut, und Lenchen mit ihnen, sie gehörte mittlerweile zur Familie und teilte Freud und Leid mit ihr. All das erlebt der Leser zusammen mit Lenchen, die Autorinnen nehmen ihn mit in die Mitte des 19. Jahrhunderts, mit in die Familie Marx, man hat das Gefühl mit dabei zu sein, leidet, trauert, freut sich mit ihnen. In einem sehr lesenswerten Nachwort erfährt der Leser die „wahre“ Geschichte bzw. inwiefern die Autorinnen ihre künstlerische Freiheit nutzten.

Die Charaktere sind den Autorinnen gut gelungen, wirken authentisch und lebendig, vor allem die Kinder sind bezaubernd und wachsen dem Leser schnell ans Herz. Mit Lenchen lernt der Leser eine ganze Reihe interessanter, teilweise sehr liebenswürdiger Charaktere kennen, hat aber auch ein paar unangenehme Begegnungen. Mit Lenchen allerdings habe ich ein kleines Problem, immer wenn ein Charakterzug auftritt, den ich schon an Uta von Naumburg, einem Charakter aus einem der anderen Romane der Autorinnen, nicht mochte, nämlich das Vorsichhinmurmeln. Offenbar haben die Beinert-Schwestern eine bestimmte Vorliebe für murmelnde Protagonisten.

Der Roman schildert nicht Lenchens ganzes Leben, sondern endet 1855, er erzählt aber einen sehr wesentlichen Teil nicht nur des Lebens der Protagonistin sondern auch der Familie Marx. Vielleicht lassen die Autorinnen ja irgendwann einmal einen zweiten Band folgen, mich würde es freuen und Stoff wäre sicher auch noch vorhanden.

Neben dem bereits erwähnten Nachwort finden sich weitere Boni: Eine Karte Sohos, wo die Marxens eine Zeit lang lebten und ein großer Teil des Romans stattfindet, ein Glossar, ein Personenverzeichnis, bei dem historische Personen extra kenntlich gemacht wurden, bibliographische Hinweise sowie ein Lied, das im Roman eine Rolle spielt. Sehr interessant sind auch die Auszüge aus der Preußischen Gesindeordnung.

Mir hat der Roman gut gefallen, mich stellenweise sehr berührt. Lenchen Demuths Leben und die historischen Ereignisse, an denen sie teilhatte, werden auch im Roman gut miteinander verwoben. Ich vergebe 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung für Genrefans.

Veröffentlicht am 13.04.2018

Die Reihe wird immer besser

Schwiegerzorn - Konrad von Kamms 4. Fall
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Konrad von Kamm hat nicht nur einen kniffeligen Fall zu lösen, sondern steht auch vor mehr als einer schwerwiegenden Entscheidung, die sein Leben sowohl beruflich als auch privat sehr verändern könnte. ...

Konrad von Kamm hat nicht nur einen kniffeligen Fall zu lösen, sondern steht auch vor mehr als einer schwerwiegenden Entscheidung, die sein Leben sowohl beruflich als auch privat sehr verändern könnte.

Zurück aus dem Urlaub muss er sich direkt mit dem Mord an einem jungen Mann auseinandersetzen, dem bald darauf ein weiterer Todesfall folgt – haben die beiden Taten etwas miteinander zu tun? Möglich ist es, denn die beiden Toten lebten auf demselben Campingplatz. Wie gut, dass von Kamms neue Kollegin Ilga Richter Erfahrung im Campen hat.

Antonia Günder-Freytags Krimireihe lese ich schon von Anfang an, mittlerweile sind wir beim vierten Fall angekommen. Für mich hat sich die Reihe von Band zu Band gesteigert und der Protagonist ist mir immer mehr ans Herz gewachsen. Immer gab es interessante Settings, packende Fälle und mittendrin Konrad von Kamm mit seinem schwierigen Privatleben – all das bietet auch der neue Band.

Der Roman lässt sich durchaus auch lesen, wenn man die Reihe noch nicht kennt, es ist aber sicher unterhaltsamer, hat man die Vorgängerbände gelesen und die Entwicklungen mitverfolgt, die es dort gab. Der Protagonist gefiel mir von Band zu Band besser, obwohl er sicher kein einfacher Mensch ist. In diesem Band mag ich vor allem die neue Kollegin und hoffe, von ihr zukünftig noch mehr lesen zu können.

Der Fall lädt wieder zum Mitraten ein, was mir immer gut gefällt, und hält eine zufriedenstellende Auflösung bereit. Bis dahin hat man einige vergnügliche Lesestunden, ist manchmal dezent, manchmal auch erheblich geschockt, amüsiert oder ärgert sich über so manches Verhalten, und auch das Kopfkino bekommt zu tun, vor allem bei den Szenen auf dem Campingplatz. Dieses Setting gefällt mir übrigens ausgesprochen gut.

Der Titel des Romans ist Programm, Schwiegerkinder/-eltern-Probleme gibt es gleich in mehrfacher Ausführung, und man kann sich überlegen, ob diese auch für den Fall relevant sein könnten.

Die Entscheidungen, die von Kamm hier zu treffen hat, könnten sich zudem auch auf die Reihe an sich auswirken … Am Ende muss man sich fragen, ob es weitergehen wird oder nicht.

Ich kann nicht nur diesen Roman, sondern auch den Rest der Reihe empfehlen, und vergebe gute 4 Sterne. Wer Kriminalromane mag, bei denen das Privatleben der Ermittler nicht nur am Rande erwähnt wird, die aber trotzdem spannende und interessante Fälle bieten, ist hier sicher nicht verkehrt.