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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2023

Gestalterisch ganz wundervoll!

Die Schneiderin des Nebels
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Rosa näht begehrte Stoffe aus Nebel, welche die Leute tragen, um sich zu verbergen. Sie hängen Rosas Stoffe über Spiegel, um sich selbst nicht mehr betrachten zu müssen, sie verschleiern sich, weil sie ...

Rosa näht begehrte Stoffe aus Nebel, welche die Leute tragen, um sich zu verbergen. Sie hängen Rosas Stoffe über Spiegel, um sich selbst nicht mehr betrachten zu müssen, sie verschleiern sich, weil sie nicht gesehen werden wollen oder die Welt um sich herum nicht wahrnehmen wollen. Auch Rosa hat etwas, das sie im Nebel verbergen will, doch als der Postbote eines Tages etwas für Rosa bringt, kann sie sich nicht mehr verstecken.

Dieses Bilderbuch ist wirklich großartig aufgemacht. Auf nebeliges Transparentpapier sind Teile der Geschichte oder auch Zeichnungen gedruckt, die den Leser selbst fast schon in den Nebel ziehen, den Rosa und ihre Welt umgibt. Wer auf behutsame Weise das Thema Scheidung seinen Kindern und Schützlingen nahebringen will, dem würde ich dieses Buch empfehlen. Gestalterisch wirklich wundervoll gemacht! Wer die Zeichnungen von Valeria Docampo mag, der sollte sich auch dieses Buch ins Regal stellen!

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Die andere Seite der Tür...

Meine Zeit mit Anne Frank
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Gut beschrieben erzählt Miep Gies das "Davor" und "Danach" von Anne Franks Tagebuch. Sie gibt dem Leser einen Einblick in ihr eigenes Leben, bevor sie die Franks kennenlernte, und wie sie sie wie eine ...

Gut beschrieben erzählt Miep Gies das "Davor" und "Danach" von Anne Franks Tagebuch. Sie gibt dem Leser einen Einblick in ihr eigenes Leben, bevor sie die Franks kennenlernte, und wie sie sie wie eine eigene Familie lieben gelernt hat.

Was dem Leser von Anne Franks Tagebuch verständlicherweise an Wissen von der anderen Seite der Tür, außerhalb des Verstecks im Hinterhaus, fehlt, wird von diesem Buch aufgefüllt. Miep Gies' Geschichte erzählt vom Zusammenhalt der Niederländer als Widerstandskämpfer gegen die Nazis, die ihr Land besetzen, und beschreibt die Schwierigkeiten, ihre Untergetauchten zu versorgen nebst der eigenen Versorgung mit Nahrungsmitteln, und ebenso welche Vorsicht sie stets walten lassen muss.

Ich kann dieses Buch all jenen empfehlen, die das Tagebuch der Anne Frank gelesen haben und mehr über das Drumherum erfahren möchten. Es ist ungebrochen interessant, auch, wenn man das Ende schon kennt...

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Von der Wichtigkeit falsche Tugenden abzulegen und mitfühlend zu sein

Parzival
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Parzival ist der Sohn eines berühmten und kühnen Ritters, Gahmuret. Die Geschichte beginnt mit Gahmuret und wie dieser Herzeloide begegnet, die einmal die Mutter von Parzival werden soll.
Gahmuret ist ...

Parzival ist der Sohn eines berühmten und kühnen Ritters, Gahmuret. Die Geschichte beginnt mit Gahmuret und wie dieser Herzeloide begegnet, die einmal die Mutter von Parzival werden soll.
Gahmuret ist ein unsteter Ritter, der ständig das Abenteuer sucht und braucht, ganz gleich, wie sehr er bei seiner Gemahlin bleiben möchte, weil sie ihn bittet. Letztlich kehrt er von seinen Abenteuern nicht zurück. So kommt es, dass Herzeloide ihren Sohn Parzival fernab des höfischen Lebens und der Ritterschaften in einem Wald aufzieht. Doch wie es der Zufall will, kommt Parzival doch in Kontakt mit dieser Welt, in der es so viel Ruhm und Bewunderung zu ernten gibt, und verfällt ihr. Er verlässt seine Mutter, die ihm zum Abschied ein Narrenkleid gibt, in der Hoffnung, er hätte bald genug von der Welt, wenn ihn die Leute nur auslachten.
Es gelingt Parzival, ruhmreich zu werden, und darauf ist er sehr stolz.
Parzival ist dazu erkoren, Gralskönig zu werden, und erreicht auf seinen Reisen die Gralsburg. Er besteht jedoch nicht die Prüfung und zieht nunmehr rastlos durch die Landen, ohne je richtig Frieden zu finden. Es dauert eine lange Zeit, bis er erkennt, dass eine glänzende Rüstung keinen edlen Ritter ausmachen, sondern dazu die Tugenden fehlen.

Es kommt wohl darauf an, wie alt man ist oder wie anspruchsvoll, wenn man dieses Buch liest. Stellenweise ist es sehr einfach geschrieben und wenig beschreibend, so dass man seine Fantasie ohne viel Anleitung spielen lassen muss.
Mir fiel es nicht leicht, mich nach den Abenteuern von Gahmuret auf den neuen Charakter Parzival einzulassen, aber genau dort fängt die eigentliche Geschichte an. Letztlich ist es eine schöne Geschichte, ohne zu viel Schnörkel geschrieben. Sie zeigt oder lehrt, wie wichtig es ist, falsche Tugenden abzulegen und mitfühlend zu sein.

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Mahtab, das heißt "Mondmädchen"

Das Mondmädchen
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Mahtab verlebt glückliche Tage mit ihrer Familie, bis diese fliehen muss. Flucht, Angst und Krieg sind die Themen, die hinter der poetischen Erzählung des Mädchens verschleiert sind und immer dann fantastisch ...

Mahtab verlebt glückliche Tage mit ihrer Familie, bis diese fliehen muss. Flucht, Angst und Krieg sind die Themen, die hinter der poetischen Erzählung des Mädchens verschleiert sind und immer dann fantastisch werden, wenn sie zu erschrecken drohen. Die Geschichte wirkt jedoch zu keinem Zeitpunkt wirklich bedrohlich, sondern märchenhaft mit bösen Königinnen, Feen und weißen Schwänen.

Das Buch beherbergt nicht nur die fantasiereiche Geschichte um Mahtab, das Mondmädchen, sondern ist mit hübschen Schwarz-Weiß-Zeichnungen geschmückt. Es kann uneingeschränkt empfohlen werden für jene, die ihren Kindern oder Schützlingen das Thema Flüchtlinge sorgsam nahebringen wollen.

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Für mich weniger ein Krimi, und dennoch ein gutes Buch.

Das Parfum
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Patrick Süskinds zeitloser Roman ist ein niedergeschriebenes Porträt an Gerüchen, Gestank und Düften, die sein Protagonist Jean-Baptiste Grenouille während der Geschichte mit seiner einzigartigen Nase ...

Patrick Süskinds zeitloser Roman ist ein niedergeschriebenes Porträt an Gerüchen, Gestank und Düften, die sein Protagonist Jean-Baptiste Grenouille während der Geschichte mit seiner einzigartigen Nase erschnuppert, denn darum geht es in seinem Buch in der Hauptsache.
Aus diesem Grunde finde ich den Beititel, "Die Geschichte eines Mörders", etwas unpassend, denn meiner Meinung nach geht es nicht in erster Linie um die Morde, die Grenouille zweifelsfrei begeht, sondern um einerseits das ziemlich menschliche Bedürfnis, gesehen und wahrgenommen zu werden und um den Einfluss von Gerüchen auf unsere innere Erlebniswelt. Aufgrund seiner absoluten Eigengeruchslosigkeit wird Grenouille zumeist gar nicht wahrgenommen zu einer Zeit, in der alles um ihn herum riecht, müffelt und stinkt.
Durch seine Ausbildung als Parfürmeur eignet er sich die Kenntnisse an, die nötig sind, um Düfte herzustellen. Es gelingt ihm schließlich, einen Duft zu kreieren, der so wundervoll ist und seinen Träger so anbetungswürdig macht, dass die Menschen um ihn herum auf der Stelle wie einen Gott verehren. Nach dieser Erkenntnis nimmt er sich auf eine überraschende und grausame Weise das Leben.
Ein gutes Buch, das sich auf jeden Fall zu lesen lohnt, und in dem ich besonders den Teil mit Grenouilles Versuch bewunderte sich soweit als möglich vor der menschlich olfaktorisch wahrnehmbaren Welt zurückzuziehen.

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