Profilbild von Pepale

Pepale

Lesejury Star
offline

Pepale ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Pepale über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2025

Geburtshilfe in den 50er Jahren

Call the Midwife - Ruf des Lebens
0

In den späten 50er Jahren verschlägt es Jennifer Worth ins Londoner East End-Viertel. Sie tritt dort eine Stelle als Hebamme im Nonnatus House an, in dem vor allem Nonnen mit Krankenschwester- und Hebammenausbildung ...

In den späten 50er Jahren verschlägt es Jennifer Worth ins Londoner East End-Viertel. Sie tritt dort eine Stelle als Hebamme im Nonnatus House an, in dem vor allem Nonnen mit Krankenschwester- und Hebammenausbildung arbeiten und leben. Im East End lebt die sozial nieder gestellte Schicht, in teilweise menschenunwürdigen Verhältnissen. Das Viertel wird beherrscht von Armut, Prostitution, Misshandlungen, Krankheiten und weiterem Elend. Die Autorin erzählt von ihren Erlebnissen während ihrer Arbeit dort und wie ihr die Menschen mit der Zeit ans Herz wachsen. Es sind berührende und bewegende Geschichten, mit vielen verschiedenen Schicksalen. Die Erzählungen sind nahegehend und unterhaltsam.
Man bekommt einen Einblick in das Leben, die Medizin und vor allem die Geburtshilfe der damaligen Zeit. Jennifer Worth beschreibt auch die unterschiedlichen Charaktere ihrer Kolleginnen und der Nonnen. Die Beschreibungen sind lebendig und authentisch dargestellt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2025

Spannende und emotionale Geschichte

Im Nordlicht
0

Hamburg 1914: Alice sucht mit Hilfe von John und Jaris ihre 5-jährige Tochter Rosa. Henk hat sie vor ihr versteckt. Gleichzeitig läuft der Prozess wegen ihrer Scheidung von Henk und dem Sorgerecht für ...

Hamburg 1914: Alice sucht mit Hilfe von John und Jaris ihre 5-jährige Tochter Rosa. Henk hat sie vor ihr versteckt. Gleichzeitig läuft der Prozess wegen ihrer Scheidung von Henk und dem Sorgerecht für Rosa. Alice arbeitet währenddessen als Dienstmädchen bei der Familie Reeven, jeden Tag mit der Anwesenheit von John konfrontiert und dem Wissen das er bald Evelyn heiraten wird.
Die Geschichte hat mich sehr berührt. Das Schicksal von Alice ist hart. Man erfährt in Rückblicken immer wieder kleine Abschnitte aus ihrer Kindheit und Jugendzeit.
Alle Familienmitglieder der Familie Reeven haben ihr Päckchen zu tragen. Sie sind alle irgendwie mit ihrem Leben unzufrieden. Das ganze Unglück welches in kürzester Zeit, alles im Jahr 1914, über die Familie Reeven hereinbricht wirkt auf mich nicht wirklich authentisch. Teilweise sind auch die Handlungen der Protagonisten schwer begreiflich.
Auch das Ende der Geschichte ist sehr offen gehalten, nicht wirklich zu Ende gebracht.
Das Frauenbild, welches in der hier beschrieben Zeit herrscht, wurde derweil sehr gut beschrieben. Frauen hatten keine Rechte, sie hatten Pflichten. Das Recht war auf den Seiten der Männer.
Wenngleich ich die Geschichte um die Familie Reeven auch für etwas überzogen halte, so hat mir der Roman insgesamt doch gut gefallen.
Der Schreibstil ist leicht und gut lesbar. Die Geschichte war spannend und emotional. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2025

Geschichte mit Potenzial, Schwache Umsetzung

Die Glücksfrauen – Das Geheimnis der Rosen
0

Tansania 2024: June und Sanrdra wandeln nun zusammen mit Wendy, der Enkeltochter von Anni, auf den Spuren der Vergangenheit ihrer Großmütter. Wendy lebt in Tansania, auf der Rosenfarm, die einst Anni gegründet ...

Tansania 2024: June und Sanrdra wandeln nun zusammen mit Wendy, der Enkeltochter von Anni, auf den Spuren der Vergangenheit ihrer Großmütter. Wendy lebt in Tansania, auf der Rosenfarm, die einst Anni gegründet hat. Was hat Luise schreckliches getan, dass es zum Bruch der drei Freundinnen gekommen ist …?
Deutschland 1938: Anni ist mit ihrem Siegfried glücklich. Sie hofft bald auf einen Heiratsantrag von ihm. Doch in der Zwischenzeit möchte auch Anni etwas tun, einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen. Als Siegfried ihr die Möglichkeit zu einer Tätigkeit gibt, ist sie überglücklich etwas für ihn tun zu können. Ein schrecklicher Betrug zwingt Anni jedoch schließlich zu einer plötzlichen Flucht ...

Es handelt sich hier um den dritten Band der „Glücksfrauen“ in dem das Geheimnis, welche Schuld Luise auf sich geladen hat, endlich gelüftet wurde. Die ersten beiden Bände dieser Reihe zeigten schon Schwächen. So ahnte ich schon, dass die Aufklärung dieser Schuld am Ende konstruiert sein könnte …, und so kam es dann auch. Die Aufklärung ist um einige Ecken gedacht und sehr unbefriedigend. Mich hat auch gestört, dass die Kinder von Maria und Jakob einfach verschwunden blieben. Im zweiten Band gab es keine Erklärung zu ihnen. Ich hoffte nun im dritten Band auf eine Aufklärung wo sie geblieben sind. Weil Sandra die beiden sonderbarerweise gar nicht kannte, obwohl sie doch Tante und Onkel von ihr gewesen sind und sogar noch hätten leben können.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was das Potenzial dieser Geschichte sehr beeinträchtigt. Hätte man auf die Gegenwart verzichtet und die Geschichte nur in der Vergangenheit erzählt, wären es vielleicht nur zwei Bände geworden, aber vieles wäre schlüssiger und glaubwürdiger gewesen. Nicht nur die Erklärung von Luises Schuld ist unzufriedenstellend, auch wie es zu der Aufklärung kam, dass eine Massai, die damals selbst noch ein Kind war, so viel von Annis Schicksal erzählen konnte ist nicht authentisch. Auch die Darstellung von Anni als Agentin hat mich nicht überzeugt. So naiv wie sie erst dargestellt wurde, sollte sie sich plötzlich total gewandelt haben.
Die Gegenwart mit den ständigen Lovestorys und Beziehungsproblemen der Enkelinnen plätschert meistens so vor sich hin.
Um die Geschichte zu verstehen, ist es notwendig auch die ersten beiden Bände in der richtigen Reihenfolge gelesen zu haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2025

Rokesby - Der Earl mit den eisblauen Augen

Rokesby - Der Earl mit den eisblauen Augen
0

Kent, England 1779: Miss Billie Bridgerton weiß genau, dass sie Edward oder Andrew Rokesby heiraten wird. Seit Kindertagen sind sie und die Nachbarssöhne beste Freunde. Wen Billie dagegen bestimmt nicht ...

Kent, England 1779: Miss Billie Bridgerton weiß genau, dass sie Edward oder Andrew Rokesby heiraten wird. Seit Kindertagen sind sie und die Nachbarssöhne beste Freunde. Wen Billie dagegen bestimmt nicht heiraten wird, ist George, den ältesten Sohn der Rokesbys! Die arroganten Blicke aus seinen eisblauen Augen zeigen ihr: Er kann sie genauso wenig ausstehen wie sie ihn. Aber seit der attraktive Earl sie nach einem Unfall auf seinen starken Armen getragen hat, hat sich etwas geändert. Früher hat sich Billie mit George Wortgefechte geliefert - jetzt wünscht sie sich, in seinen kühlen blauen Augen Leidenschaft zu sehen … (Klappentext)
Der Schreibstil ist leicht und flüssig, die Protagonisten für die damalige Zeit wenig authentisch dargestellt. Der Geschichte fehlt die Tiefe. Ich konnte mit keiner der Figuren mitfühlen.
Die Gespräche zwischen Billie und George waren teilweise humorvoll, die meiste Zeit gingen sie mir jedoch auf die Nerven. Die Kabbeleien waren zu lang gezogen, manche Situationen ergaben für mich keinen Sinn. Als George von Lord Arbuthnot einen schon sehr seltsamen Auftrag erhält und in die Falle tappt. Die ganze Situation in dem Etablissement, in das George von Lady Weatherby geführt wird, ist mir schleierhaft. Ich erkenne auch nicht, dass geeignete Maßnahmen getroffen werden, die der Suche nach Edward dienen könnten.
Die ganze Geschichte plätschert ausdruckslos vor sich hin. Sie ist monoton, ohne Spannung und vorhersehbar.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.12.2024

Geballte Frauenpower

Die Familienangelegenheiten der Johanne Johansen
0

Johanne Johansen ist 65 Jahre und geht in den wohlverdienten Ruhestand. Die Ruhe ist jedoch nicht von langer Dauer, als sie erfährt dass das traditionsreiche Familienunternehmen, die Elbreederei Kurt Johansen ...

Johanne Johansen ist 65 Jahre und geht in den wohlverdienten Ruhestand. Die Ruhe ist jedoch nicht von langer Dauer, als sie erfährt dass das traditionsreiche Familienunternehmen, die Elbreederei Kurt Johansen & Söhne, kurz vor der Pleite steht. Es geht um das Lebenswerk ihrer Eltern. Doch alleine wird sie den Karren nicht aus dem Dreck ziehen können …, sie benötigt Hilfe.
Johannes Cousine Luise Gehrke ist zehn Jahre jünger als Johanne und glücklich verheiratet mit Thilo-Alexander, dem Geschäftsführer der Reederei. Als Luises Mann einen schrecklichen Unfall hat, kommen Geheimnisse ans Licht, von denen bisher niemand etwas geahnt hat.
Johanne und Luise sind sehr unterschiedliche Charaktere, haben aber beide Firmenanteile. So müssen sie nun wohl oder übel die Reederei gemeinsam retten.
Johannes Art ist einfach einmalig. Sie ist schroff gegenüber ihren Mitmenschen und doch charmant dargestellt. Für schöne Dinge hat Johanne kein Auge. Luise ist das Gegenteil. Sie ist immer perfekt gestylt und genießt die schönen Dinge im Leben. Sie hat den Blick für das Schöne.
Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Ich konnte das Buch gar nicht wieder aus der Hand legen. Die Protagonisten sind sympathisch. Die unterschiedlichen Charaktere sind vortrefflich beschreiben. Sie entwickeln sich im Laufe der Geschichte.
Das Cover passt gut zur Geschichte. Der Schreibstil ist leicht und locker. Ich war bis zur letzten Seite an das Buch gefesselt. Dora Heldt hat hier einen wunderbaren und unterhaltsamen Familienroman geschaffen. Gerne würde ich noch mehr von Johanne und ihrer Familie lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere