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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

Mut um hinzusehen

Kleine Dinge wie diese
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Irland, Winter 1985: In der Kleinstadt New Ross steht ein Kloster, in dem es auch eine Wäscherei gibt. Die Bewohner des Ortes lassen dort ihre Wäsche säubern. Laut Gerücht sollen dort moralisch fragwürdige ...

Irland, Winter 1985: In der Kleinstadt New Ross steht ein Kloster, in dem es auch eine Wäscherei gibt. Die Bewohner des Ortes lassen dort ihre Wäsche säubern. Laut Gerücht sollen dort moralisch fragwürdige Mädchen wohnen, die dort Buße tun und von früh bis spät die Schmutzwäsche waschen. Die neugeborenen Babys der Mädchen sollen ins Ausland verkauft werden.
Bill Furlong ist Kohlenhändler. Durch Zufall macht er eines Tages im Kohleschuppen des Klosters eine zutiefst verstörende Entdeckung, die ihn nicht mehr los lässt und in Gewissenskonflikte bringt. Er hat Leid gesehen und kommt nicht mehr zur Ruhe. Seine Töchter besuchen die angesehene Internatsschule und die Nonnen sind einflussreich. Wie soll er sich entscheiden?
Der Schreibstil ist leicht und ich konnte mir alles bildhaft vorstellen. Es handelt sich um eine berührende Geschichte. Der Text macht nachdenklich, wie schnell weggeschaut wird.
Das Buch hat mir gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Ich empfehle diese Lektüre gerne weiter.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Ein Stück deutsche Geschichte

Deutsches Haus
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Frankfurt 1963: Eva ist Dolmetscherin. Durch einen Zufall kommt sie an eine Job als Übersetzerin für Polnisch beim Auschwitz Prozess. Unbedarft und naiv stürzt sie sich in ihre Arbeit, ohne zu ahnen was ...

Frankfurt 1963: Eva ist Dolmetscherin. Durch einen Zufall kommt sie an eine Job als Übersetzerin für Polnisch beim Auschwitz Prozess. Unbedarft und naiv stürzt sie sich in ihre Arbeit, ohne zu ahnen was sie dort erwartet. Die Berichte der Zeugen wie Juden ermordet, gedemütigt, gefoltert wurden, setzen Eva schwer zu. Evas Eltern hatten ihr abgeraten diesen Job zu übernehmen. Am Ende sind ihre Eltern in das ganze Geschehen verknüpft und die Familie zerstört.
Mit ihrem Verlobten führt sie eine typische Beziehung, wie es in den 1960er Jahren verbreitet war, sie ordnet sich ihm unter. Das Gesellschaftliche Rollenbild sah es so vor, sonst galten Frauen als „unweiblich“.
Annegret, die ältere Schwester von Eva, leidet unter dem Helden-Syndrom (Profilneurose). Als Säuglingsschwester infiziert sie Babys mit Bakterien um sie hinterher wieder gesund zu pflegen und dafür Lob und Geschenke zu bekommen.
Die Autorin hat gut recherchiert.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Die Geschichte ist fesselnd und bewegend. Die Protagonisten sind gut beschrieben und entwickeln sich weiter.
Es handelt sich um eine gelungene Geschichte.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Flüssig und spannend geschrieben

Kommissar Gennat und der Raubmord am Ku’damm
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Bei einem Überfall im Januar 1936 wird ein Geldbote tödlich verletzt. Kommissar Gennat übernimmt die Ermittlungen. Unterstützt wird er wieder einmal von Max Kaminski, der aufgrund seiner jüdischen Herkunft ...

Bei einem Überfall im Januar 1936 wird ein Geldbote tödlich verletzt. Kommissar Gennat übernimmt die Ermittlungen. Unterstützt wird er wieder einmal von Max Kaminski, der aufgrund seiner jüdischen Herkunft nicht mehr als Reporter arbeiten darf. Die Fahndung nach den Tätern, die auf der Suche nach ärztlicher Hilfe in der Stadt untergetaucht sind, erweist sich als brisantes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem erst Kaminskis Frau Lissy die Ermittler letztlich auf die richtige Spur bringt. (Klappentext)
Der Druck für Kommissar Gennat ist hoch. Der Fall spielt kurz vor den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen. Die NSDAP möchte ein makelloses Deutschland präsentieren. Sogar die Schilder „Für Juden Verboten“ wurden von Park-Bänken entfernt.
Ich habe gut in die Geschichte hineingefunden. Der Schreibstil der Autorin liest sich leicht und flüssig. Dieser Roman ist interessant und spannend.
Bei den Gennat-Krimis von Regina Stürickow handelt es sich um authentische Fälle für die die Autorin sehr viel Recherchen betreibt. Durch die Nachforschungen fließen auch historische Fakten mit ein. Der Einblick ins das Berlin der 1930er Jahre hat mir gut gefallen. Für dieses Buch vergebe ich gerne eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Eine bewegende Geschichte

Das dritte Licht
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Irland Anfang der 1980er Jahre: Ein Vater bringt seine 9-jährige Tochter zu Pflegeeltern bei denen sie die Ferien verbringen wird. Das Mädchen lebt in einer Großfamilie, die Mutter ist wieder schwanger ...

Irland Anfang der 1980er Jahre: Ein Vater bringt seine 9-jährige Tochter zu Pflegeeltern bei denen sie die Ferien verbringen wird. Das Mädchen lebt in einer Großfamilie, die Mutter ist wieder schwanger und sieht der baldigen Niederkunft entgegen. Das Geld ist immer knapp, die soziale Lebenssituation schlecht.
Das Mädchen lebt sich bei den Kinsellas ein, erfährt Liebe und Zuwendung und lernt auch eine andere soziale Lebensweise kennen. Sie hilft der Frau im Haushalt und der Mann lässt sie manchmal auch ein wenig auf dem Hof helfen. Um den normalen Alltag zu bestreiten ist auch immer genug Geld da. Sie entwickelt sich, lernt viel für ihr weiteres Leben und fühlt sich bei den Kinsellas wohl. Trotz der Fürsorge die die Pflegeeltern dem Mädchen entgegenbringen, haben sie ihrerseits einen schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten. Als die Ferien zu Ende sind und sie wieder nach Hause kommt, ist hin- und hergerissen zwischen ihren Gefühlen ...
Der Schreibstil ist leicht und ich konnte mir alles bildhaft vorstellen. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive des Mädchens erzählt. Das Mädchen hat in der Geschichte keinen Namen, es wird nie einer erwähnt. Das Ende ist abrupt und lässt Raum für eigene Gedanken. Eine schöne Geschichte, aber leider zu kurz.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Geschichte ohne Tiefe

Reichlich spät
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Misogynie - Unterordnung der Frau
Es ist ein ganz normaler Tag im Alltag von Cathal. Nach seiner Arbeit im Büro fährt er mit dem Bus nach Hause. Als er im Bus den Duft (Parfum) einer Frau riecht, erinnert ...

Misogynie - Unterordnung der Frau
Es ist ein ganz normaler Tag im Alltag von Cathal. Nach seiner Arbeit im Büro fährt er mit dem Bus nach Hause. Als er im Bus den Duft (Parfum) einer Frau riecht, erinnert er sich an die Beziehung mit Sabine. Wie die Beziehung begann und was während ihr geschah. Mit der Zeit wird immer deutlicher, dass heute der Hochzeitstag von Sabine und Cathal gewesen wäre.
Eines Tages, als Sabine wieder einmal gutes Essen zubereitet, macht Cathal ihr den Vorschlag zu heiraten. Nachdem Sabine den Antrag angenommen hat ziehen sie auch so bald wie möglich zusammen. Beim Einzug bringt Sabine für Cathal`s Geschmack zu viele eigene Möbel und Utensilien mit. Sie beansprucht Platz in seinem Haus und in seinem Leben. Es wird immer offensichtlicher, dass Cathel mit einem frauenfeindlichen Bild aufwuchs und auch bis in sein Erwachsenenalter diesbezüglich nicht an sich gearbeitet hat.
Das Buch hat nur etwa 50 Seiten, ausreichend um die Geschichte zu verstehen, aber mir war sie dann doch zu kurz gehalten. Beide Protagonisten konnten mich in dieser Geschichte nicht überzeugen, ich konnte keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Es wurden nicht einmal Gespräche zwischen Cathal und Sabine geführt, was sich hätte ändern müssen und was zur Trennung führte. Die Geschichte hätte mehr in Tiefe gehen müssen. Da haben mir ein paar mehr Seiten für dieses Buch gefehlt.

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