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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.09.2024

Der Autor und seine Lektorin

Literally Love 1. Paperthin Touch
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Clio ist Lektorin in einem kleinen Verlag in Oxford. Als sie mit einem neuen Projekt betraut wird, kann sie ihr Glück kaum fassen. Clio soll das neue Buch des Erfolgsautors Bryn Spurling lektorieren, dessen ...

Clio ist Lektorin in einem kleinen Verlag in Oxford. Als sie mit einem neuen Projekt betraut wird, kann sie ihr Glück kaum fassen. Clio soll das neue Buch des Erfolgsautors Bryn Spurling lektorieren, dessen wahre Identität ein großes Rätsel und der allgemein als wenig umgänglicher Charakter bekannt ist. Die Beiden beginnen über E-Mails miteinander zu korrespondieren und gleich ihr erster Kontakt endet beinahe in einer Katastrophe. Clio will Bryns Roman einen romantischen Anstrich verleihen, von dem der Erfolgsautor ganz und gar nicht überzeugt ist. Doch nach und nach nimmt Clio den mürrischen Bryn für ihre Ideen ein und die Kommentare am Rand des Manuskriptes werden immer persönlicher. Als Bryn nach einem Treffen verlangt, weiß Clio bereits nicht mehr, ob sie Beruf und Privatleben überhaupt noch voneinander trennen kann.

Der Anfang der Geschichte vor allem in Hinblick auf die ungewöhnliche Kommunikation der beiden Protagonisten Clio und Bryn hat mir sehr gutgefallen. Hierbei mochte ich vor allem die Notizen, mit denen sich die Beiden an den Rändern des Romans ausgetauscht haben. Und auch die Art und Weise wie ein Lektor einen Text bearbeitet, empfand ich als sehr interessant. Clio ist ein starker, manchmal etwas zu aufbrausender Charakter und entsprach für mich nicht dem typischen Bild eines Bücherwurmes, was mir insgesamt jedoch gut gefallen hat. Bryn hingegen ist natürlich zunächst sehr geheimnisvoll, da er darauf bedacht ist seine Identität nicht preiszugeben. Durch die Korrespondenz der Beiden zu seinem Buch kommen sie sich näher und gelangen sehr schnell auch auf eine persönliche Ebene, die in einem Treffen endet. Die Entwicklung von Bryn vom mürrischen Schriftsteller zu Jemandem, der sich gegenüber Clio, einer fast Fremden öffnet, ging mir leider deutlich zu schnell und passt nicht zu dem misstrauischen, zurückgezogenen Charakter mit dem Bryn vorgestellt wird. Bryns Geheimnis hingegen wird bis zu seiner Enthüllung sehr lange aufgeschoben, wobei ich den Wirbel darum am Ende gar nicht richtig nachvollziehen konnte. Neben Bryn ist eines von Clios Hauptproblemen die Beziehung zu ihrem Vater. Nach ein paar anfänglichen Szenen mit ihm bleibt dieser Konflikt jedoch fast eine Randnotiz. Auch mit dem Ende der Geschichte konnte ich mich irgendwie nicht richtig anfreunden, da mir die Auflösung zu einfach war.

Alles in allem hat mir der ungewöhnliche Kommunikationsstil am Anfang des Buches sehr gut gefallen. Die Beziehung der Protagonisten entwickelt sich für mich jedoch viel zu schnell und wirkt dadurch unglaubwürdig. Auch die Auflösung des Geheimnisses und das Ende haben mich leider nicht überzeugen können.

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Über den Tod und das Leben

Nicht von dieser Welt
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Seit dem Tod seines Vaters ist Mischas Leben voller Kummer. Seine Mutter versucht alles um ihre kleine Familie über Wasser zu halten und arbeitet hart als Krankenschwester auf der Intensivstation, während ...

Seit dem Tod seines Vaters ist Mischas Leben voller Kummer. Seine Mutter versucht alles um ihre kleine Familie über Wasser zu halten und arbeitet hart als Krankenschwester auf der Intensivstation, während sie eine Wohnung in den Tiefen des Krankenhauses bewohnen. Mischa vertreibt sich die Zeit damit den Patienten und dem Personal beim Eintreffen in die Klinik und damit in ihren schwersten Momenten zu lauschen. Doch eines Tages klingelt das Telefon in der Lobby und am Apparat sind die Verstorbenen, die ihn darum bitten Unerledigtes für sie abzuschließen. Umgeben vom Tod trifft Mischa jedoch auf Sola, die die Welt ganz anders als er zu sehen scheint. Zusammen begeben sich die Beiden auf eine Reise, die ihr Leben verändern wird.

„Trauer ist Liebe, die kein Zuhause mehr hat.“ S. 161

Dies war für mich einer der prägendsten Sätze des ganzen Buches. Die Geschichte von Mischa erzählt von Verlust, Trauer, Schmerz, aber auch dem Erwachsenwerden. Dabei bedient sich der Autor zumindest teilweise seinen eigenen Erfahrungen, besonders was das Aufwachsen in einem Krankenhaus betrifft. Umgeben von Leid und Sterben erscheint es fast natürlich, dass Mischa irgendwann mit den Toten redet, beziehungsweise sie mit ihm reden. Das Buch liest sich insgesamt leicht, obwohl es so viele schwierige Themen behandelt. Für mich waren es sogar fast zu viele Themen, die in den Fokus der Geschichte gestellt werden. Vor allem die Reise nach Halberstadt war mir zu kurz und beinahe oberflächlich für die eigentliche Tiefe des Buches erschienen. Sola bleibt für mich als Charakter fast geheimnisvoll. Grundsätzlich mochte ich die Zitate und Liedtexte, die sie in Gespräche einstreut, doch auch hier war es mir manchmal zu viel des Guten.

Auch wenn mich die Geschichte emotional mitreißen konnte, war sie mir fast ein wenig zu überladen. Trotzdem bleibt es ein schöner Coming-of-Age Roman, der mit emotionaler Tiefe brilliert.

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Liebe in Theorie und Praxis

Love, theoretically
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Elsie muss sich als Assistenzprofessorin in der theoretischen Physik durchschlagen, um die Miete und ihr dringend benötigtes Insulin zu bezahlen. Da ihr mickriges Gehalt kaum zum Leben ausreicht, hat sie ...

Elsie muss sich als Assistenzprofessorin in der theoretischen Physik durchschlagen, um die Miete und ihr dringend benötigtes Insulin zu bezahlen. Da ihr mickriges Gehalt kaum zum Leben ausreicht, hat sie einen Nebenjob als Fake-Date-Begleitung. So lernt sie Greg kennen und gibt sich vor seiner Familie als Freundin und Bibliothekarin aus. Nur sein Bruder Jack scheint Elsie die liebende Freundin nicht abzunehmen. Als Elsie einen neuen Job als theoretische Physikerin in Aussicht hat, trifft sie während ihres Bewerbungsessens unerwartet auf Jack. Dieser ist nicht nur Experimentalphysiker, sondern auch noch derjenige, der vor Jahren die theoretische Physik ins lächerliche gezogen und damit für deren zunehmend schlechten Ruf und deutlich weniger Fördergelder gesorgt hat. Doch je besser sie Jack kennenlernt, desto mehr scheinen sich die Vorurteile, die sie gegen ihn hat, in Luft aufzulösen.

Ich denke, ich habe wahrscheinlich schon zu viele Loblieder auf Ali Hazelwood gesungen. Und auch wenn ich beinahe furchtsam darauf warte, dass mich eines ihrer Bücher irgendwann enttäuschen wird, so ist es ganz sicher nicht dieses. Dieses Mal entführt uns die Königin der RomComs in die komplexen Vorgänge der Physik, wobei besonders der Konflikt zwischen theoretischen und experimentellen Physikern im Vordergrund steht. Elsie hat schon früh gelernt, sich äußerlichen Umständen und Einschränkungen anzupassen. Um wenig aufzufallen und niemanden zu verärgern ist ihre Strategie ihre Persönlichkeit zu verstellen und sich an ihren Gegenüber und dessen Erwartungen anzupassen, wobei sie jedoch sich selbst und ihre Gefühle stetig aus den Augen verliert. Nur Jack scheint durch ihre Fassade blicken zu können. In seiner Gegenwart lernt Elsie für sich selbst und ihre Wünsche einzustehen. Ich mochte es sehr, wie Jack sie kontinuierlich unterstützt und ermutigt hat, sie selbst zu sein. Wie immer war ich auch ein großer Fan des amüsanten Schreibstils. Und auch der kleine Cameo-Auftritt von Olive und Adam hat mir sehr gefallen. Mein Fazit ist wie immer eine klare Leseempfehlung. An all diejenigen, die ihre Bücher noch nicht kennen: da habt ihr bisher wirklich Einiges verpasst!

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Ein unerwartetes Highlight!

Der Rote Palast
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Unehelich geborenen Töchtern stehen im Korea des 18. Jahrhunderts nur wenige Möglichkeiten offen ein eigenständiges und erfüllendes Leben zu führen. Mit viel harter Arbeit hat Hyeon sich einen Posten als ...

Unehelich geborenen Töchtern stehen im Korea des 18. Jahrhunderts nur wenige Möglichkeiten offen ein eigenständiges und erfüllendes Leben zu führen. Mit viel harter Arbeit hat Hyeon sich einen Posten als Palastschwester verdient. Doch die Intrigen des Hofes reichen über die Mauern des Palastes hinaus. Als nach einem Massaker an vier jungen Frauen, Hyeons Mentorin als Täterin in Verdacht gerät, tut sie alles, um deren Unschuld zu beweisen. Nur der junge Polizeiinspektor Eojin scheint ebenfalls an die Unschuld ihrer Mentorin zu glauben und zusammen machen sich die Beiden auf die Suche nach der Wahrheit. Diese ist jedoch tief mit dem Palast verwurzelt, was sowohl für Hyeon als auch Eojin große Gefahren mit sich bringt.

Als erstes bin ich durch das wunderschöne, ausdrucksstarke Cover auf die Geschichte von Eojin und Hyeon aufmerksam geworden. „Der rote Palast“ ist eine Mischung aus Detektivgeschichte, historischem Roman und Liebesgeschichte. Ich war sehr überrascht, wie sehr mir die beiden Protagonisten ans Herz gewachsen sind. Hyeons Streben nach der Wahrheit und Treue zu ihrer Mentorin haben mich wirklich berührt. Trotz der Strafen, die ihr drohen, sollte Jemand von ihrer Einmischung in den Fall erfahren, folgt sie ihrem Herzen. Die Beziehung zwischen ihr und Eojin entwickelt sich beinahe natürlich, trotz der vielen Einschränkungen und Hindernisse, die durch ihre unterschiedlichen Klassen bestehen. Die Suche nach dem Mörder bringt zudem eine unglaubliche Spannung in die Geschichte, sodass ich kaum aufhören konnte weiterzulesen. Ein wundervolles, spannendes und emotionales Buch, dass mich unerwartet in seinen Bann ziehen konnte!

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Ein Traum aus Schokolade

WONKA
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Bereits als Kind träumte Willy Wonka davon seine eigene Schokolade herzustellen und damit andere Menschen glücklich zu machen. Also reist er zu den Galeries Gourmet in denen die größten Schokoladenhersteller ...

Bereits als Kind träumte Willy Wonka davon seine eigene Schokolade herzustellen und damit andere Menschen glücklich zu machen. Also reist er zu den Galeries Gourmet in denen die größten Schokoladenhersteller ihrer Zeit residieren, um dort seinen eigenen Laden zu eröffnen. Doch Willy lernt schnell, dass in dieser Stadt nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Bereits seit Jahren sorgen die drei Schokoladenfabrikanten dafür, dass jedwede Konkurrenz ausgeschaltet wird. So findet sich auch Willy schnell in einer brenzligen Lage wieder. Doch mit ein bisschen Magie und sehr guten Freunden scheint noch nicht alle Hoffnung auf die Erfüllung seines Traumes verloren zu sein.

„Wonka“ erzählt die Vorgeschichte zu der berühmten Erzählung „Charlie und die Schokoladenfabrik“ von Roald Dahl. Sie beruht auf dem gleichnamigen Film, der vor Kurzem in die Kinos gekommen ist. Da ich den Film noch nicht gesehen hatte, war ich sehr gespannt auf die Geschichte von Willy Wonka. Durch die kurzen Kapitel und den gut leserlichen Schreibstil, ist das Buch auf jeden Fall etwas für Kinder und junge Leser. Die Geschichte lebt durch ihre etwas schrulligen Charaktere, sowie fantasievollen und magischen Elemente. Bereits beim Lesen des Buches ist mir bei Willys Schokoladenkreationen das Wasser im Munde zusammengelaufen. Aber vor allem gefiel mir die Botschaft des Buches, an seinen Träumen festzuhalten. Ich glaube, dass der Film die Magie zwischen den Seiten des Buches noch etwas besser zur Geltung bringen kann. Deshalb freue ich mich darauf diesen bald anzuschauen.

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