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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.12.2024

Grandioser Spannungsaufbau, der am Ende ein bisschen verpufft

Was uns zusammenhält
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Billie und Cassie waren in ihrer Kindheit unzertrennlich - doch etwas hat sich verändert, denn eines Tages wird Cassies Baby aus ihrem New Yorker Appartement entführt und eine Etage tiefer steht Billie ...

Billie und Cassie waren in ihrer Kindheit unzertrennlich - doch etwas hat sich verändert, denn eines Tages wird Cassies Baby aus ihrem New Yorker Appartement entführt und eine Etage tiefer steht Billie und hält das schreiende Kind in den Armen. Wie konnte es zu dieser Tat kommen? Was ist zwischen den beiden Freundinnen vorgefallen?

Ich liebe Geschichten rund zum toxische Freundschaften und bin in diesem Buch voll auf meine Kosten gekommen. Die Beziehung zwischen Billie und Cassie ist definitiv keine gesunde, ausgewogene Freundschaft - nicht in der Gegenwart und auch nicht in der Vergangenheit. Die Geschichte wird abwechselnd sowohl aus der Sicht von Cassie als auch von Billie erzählt, was uns spannende Einblicke in die Gedanken der beiden gibt. Gerade wenn die jeweils andere in das Geschehen der Freundin involviert ist, waren die Kapitel für mich besonders stark. Erzählerisch bewegen wir uns erst auf die Entführung von Cassies Kind zu und entfernen uns dann ab der Hälfte etwa wieder von hier und schauen, wie es von da weitergeht. Das ist sehr spannend gemacht. Und dann gibt es auch immer noch eingeschobene Rückblenden aus Billies Vergangenheit, die uns erzählen, wie diese ungewöhnliche Freundschaft zustande kam und auch wie sie zerbrach.

Billie und Cassie waren zwei Charaktere die ich sehr gerne verfolgt habe - besonders sympathisch war mir keine von beiden, jede hatte so ihre Eigenheiten und Obsessionen, die sie zu schwierigen, nicht unbedingt Personen zum gern haben gemacht haben, aber das wäre hier auch fehl am Platz gewesen und hat so perfekt gepasst. Was mich allerdings ein bisschen gestört hat, war die Entwicklung der Charaktere. Gerade bei Cassie hatte ich ziemliche Schwierigkeiten die Person aus den Rückblenden mit der Cassie der Gegenwart in Einklang zu bringen und hatte eher das Gefühl hier von zwei verschiedenen Personen zu lesen, was ich ein bisschen schade fand.

Inhaltlich war die Handlung wirklich spannend und teilweise konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Die Spannung wurde grandios aufgebaut, nur gegen Ende - und das war leider wirklich schade - ist das Ganze irgendwie ein bisschen verpufft. Ich habe hier noch mit einem großen Knall, gleich ob jetzt in Gegenwart oder Vergangenheit gerechnet, aber der ist ausgeblieben und die Handlung hat sich ein bisschen verlaufen. Das hat mich irgendwie ein bisschen enttäuscht zurückgelassen, weil so nicht alle Verhaltensweisen komplett schlüssig für mich waren.

Insgesamt war "Was uns zusammenhält" aber ein sehr spannender Roman um eine toxischer Freundschaft, der mir sehr viel Spaß gemacht hat zu lesen.

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Veröffentlicht am 11.12.2024

Verführerischer Klassiker

Carmilla
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Laura lebt mit ihrem Vater auf einem Anwesen in der Steiermark. Eines Tages bekommen die beiden Besuch von der rätselhaften Carmilla und ihrer Mutter. Schnell ist Laura fasziniert und regelrecht besessen ...

Laura lebt mit ihrem Vater auf einem Anwesen in der Steiermark. Eines Tages bekommen die beiden Besuch von der rätselhaften Carmilla und ihrer Mutter. Schnell ist Laura fasziniert und regelrecht besessen von der schönen Carmilla und eine intensive Freundschaft entsteht. Wenn Larua nur nicht mit jedem Tag immer schwächer werden würde und da nur nicht all die unheimlichen Albträume von spitzen Eckzähnen und schwarzen Katzen wären ...

"Carmilla" ist ein Klassiker, den ich vor Jahren bereits auf englisch gelesen habe. Über diese Übersetztung, die das Buch den deutschen Lesern auch endlich in einer ansprechenden Aufmachung präsentiert, habe ich mich wirklich gefreut. So macht es Freude, diesen Klassiker der Vampirromane zu entdecken.

Für mich ist es unvergleichbar, wie Sheridan Le Fanu die Faszination von Carmilla beschreibt und auch das Verhältnis in das Laura schlittert. Das schafft eine unheimliche und betörende Atmosphäre, der man sich kaum entziehen kann. Gegen Ende ist es dann doch ein bisschen arg klassischer Vampirroman, aber das tut dem unheimlich starken Hauptteil keinen Abbruch.

So verführerisch habe ich Vampire noch nie erlebt - da können auch Stephanie Meyers Glitzerwesen nicht mithalten. Ganz große Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 11.12.2024

Orientalisch und Slow

We hunt the Flame
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Auf "We Hunt the Flame" von Hafsah Faizal war ich wirklich sehr gespannt, weil ich Geschichten mit orientalischem Setting sehr mag. Und genau das habe ich auch bekommen. Die Autorin hat eine wunderbare ...

Auf "We Hunt the Flame" von Hafsah Faizal war ich wirklich sehr gespannt, weil ich Geschichten mit orientalischem Setting sehr mag. Und genau das habe ich auch bekommen. Die Autorin hat eine wunderbare arabisch angehauchte Welt geschaffen, sodass ich mich beim Lesen wie in 1001 Nacht gefühlt habe. Ein großer Punkt war hier auch die Sprache, die voller (für mich) fremder Begriffe war, die aber super zum Setting gepasst und eine noch orientalischer, fremdere Atmopshäre aufgebaut haben. Gleichzeitig haben die Begriffe das Lesen aber gerade zu Anfang auch ein bisschen mühselig gemacht, weil man immer wieder zurück zum Glossar blättern musste, um zu verstehen, worum es hier gerade geht.

Der Schreibstil ist eher verschnörkelt, ein bisschen verschachtelt, ein bisschen märchenhaft und auf keinen Fall schlicht. Ich habe ein bisschen gebraucht, um mit diesem Stil warm zu werden, nachdem ich mich aber einmal eingelesen hatte, hab ich diese Art des Erzählens sehr gemocht, weil sie einfach den märchenhaften Flair der Geschichte noch mehr unterstrichen hat.

Sowohl die Beziehung zwischen Zafira und Nasir als auch die gesamte Handlung sind eher Slow-Burn. Bei der Beziehung mochte ich das sehr, weil ich da ein großer Fan dieses Tropes bin und ich langsamere, gemächlichere Entwicklungen sehr mag. Bei der Handlung hingegen hätte ich mir manchmal eine etwas schnellere Entwicklung gewünscht, die sich dann aber ab der zweiten Hälfte auch eingestellt hat - und natürlich mit einem fiesen Cliffhanger endete.

Insgesamt ist "We Hunt the Flame" eine spannende Fantasysstory vor einem wunderschönen orientalischen Setting. Ich habe ein bissschen gebraucht, um in die Geschichte reinzufinden, habe sie dann aber sehr gerne gelesen und freue mich auch Band zwei.

Veröffentlicht am 11.12.2024

Spannende Jadgspiele

Dynasty of Hunters, Band 1 - Von dir verraten
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Laelia wurde ihr lebenlang darauf vorbereitet an den Jadgspielen der fünf Adelshäuser in ihrer Welt teilzunehmen. Doch als die Spiele endlich anstehen, wird ihr Name nicht wie erwartet aus dem Topf der ...

Laelia wurde ihr lebenlang darauf vorbereitet an den Jadgspielen der fünf Adelshäuser in ihrer Welt teilzunehmen. Doch als die Spiele endlich anstehen, wird ihr Name nicht wie erwartet aus dem Topf der Jäger gezogen, sondern sie ist plötzlich eine Gejagte - und zwar nicht nur irgendeine, sondern auch noch ausgerechnet die Beute ihres Geliebten Laurent.

"Dystany of Hunters" vereinte viele sehr bekannte Plots - Spiele, Jagd, Adelshäuser, tötlicher Wettkampf - macht daraus aber eine eigene Geschichte, die jetzt in ihrer Neuheit vielleicht nicht weltbewegend ist, aber durchaus Spaß macht. Der Anfang hat sich für mich ein bisschen gezogen und damit es wirklich spannend wurde, musste ich durch etwa gut die Hälfte des Buches kommen, aber dann wurde die Handlung wirklich rasant. Nur, um dann natürlich bei einem offenen Ende abzubrechen, aber das war bei einer Dilogie natürlich zu erwarten ;)

Insgesamt ist die Welt mit all ihren Regeln, ihrer Politik und Magiesystemen durchaus komplex, aber auch nicht immer ganz leicht zu durchschauen und hat auf mich auch nicht immer zu 100% nachvollziehbar oder logisch gewirkt. Auch bei den Charakteren war ich ein bisschen zwiegespalten. Laelia mochte ich sehr gerne, sie war eine starke, mutige und auch sehr sympathische Person, die ich gerne verfolgt habe. Ein bisschen anders sah das bei ihrem Love-Interest Laurent aus - zu ihm konnte ich irgendwie keine richtige Verbindung aufbauen und er ist für mich ein bisschen eindimensional geblieben.

Insgesamt ist "Dynasty of Hunters" ein spannender Auftakt, der sich schnell wegliest und neugierig macht auf den zweiten Teil.

Veröffentlicht am 13.11.2024

Eine hartes, aber lohnenswertes Leseerlebnis

Bright Young Women
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„Bright Young Women“ ist ein Roman über den brutalen Überfall des Serienkillers Ted Bundy auf ein Verbindungshaus in den USA. Ted Bundy selbst wird nie namentlich genannt, die Ereignisse orientieren sich ...

„Bright Young Women“ ist ein Roman über den brutalen Überfall des Serienkillers Ted Bundy auf ein Verbindungshaus in den USA. Ted Bundy selbst wird nie namentlich genannt, die Ereignisse orientieren sich aber stark an den realen Vorgängen. Der Fokus liegt dabei ganz eindeutig nicht auf dem Täter, sondern auf seinen weiblichen Opfern, sowohl den Ermordeten als auch den traumatisierten Frauen, die nicht unmittelbar betroffen, aber jemanden verloren oder einem Anschlag nur knapp entronnen sind. Das ist eine wahnsinnig wichtige Perspektive, die auch wirklich gut umgesetzt wurde! Allein dadurch, dass der Täter nie namentlich genannt wird.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Pamela und Ruth erzählt. Und während wir uns bei Pamela vom Mord Richtung Gerichtsverhandlung bewegen, verläuft die Geschichte von Ruth genau in die entgegengesetzte Richtung, was eine sehr schöne Dynamik geschaffen hat. Gleichzeitig muss ich gestehen, dass ich den Handlungsstrang um Ruth zum Teil etwas sehr ausufernd und fiktionalisiert fand. Natürlich haben wir es hier mit einem Roman zu tun und nicht mit True-Crime, aber irgendwie hat das für mich nicht so richtig gepasst, nachdem die Ereignisse rund um das Verbindungshaus schon sehr nah an den realen Tathergängen war.

Ich hatte schon ein bisschen Sorge, ob das Buch für so einen Schisser wie mich evtl. zu nervenaufreibend werden könnte, aber obwohl es schon harter Tobak war, bin ich mit dem Buch relativ gut klargekommen.

Es fällt mir bei dieser Art Geschichten irgendwie immer schwer zu sagen, dass sie mir gut gefallen - ich meine, wie kann einem, dieser Inhalt gefallen? - aber das, was daraus gemacht wurde, habe ich sehr gemocht. Jessica Knoll hat es geschafft eine wahnsinnig spannende Geschichte zu erzählen und ganz ohne dabei zu reißerisch oder brutal zu werden. Das liegt zum Teil auch an der ruhigen, unaufgeregten Art mit der die Protagonistin Pamela die Ereignisse erzählt.

Insgesamt hat mir „Bright Young Women“ von Jessica Knoll sehr gefallen. Es war eine sehr bereichernde Lektüre, zum Teil auch eine harte Leseerfahrung, aber auf jeden Fall eine, die ich nicht missen möchte. Ein wichtiges Buch.

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