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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2020

Die Schlafgewohnheiten der Tiere

Die Koalas träumen hoch oben in den Bäumen
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Alle müden Kinder gehen abends in ihr Bettchen. Aber weißt du auch, wo kleine Koalabären schlafen? Wie kuscheln sich die Elefanten zusammen, wenn sie müde sind? Wo träumt wohl das dicke Nilpferd am liebsten?

„Die ...

Alle müden Kinder gehen abends in ihr Bettchen. Aber weißt du auch, wo kleine Koalabären schlafen? Wie kuscheln sich die Elefanten zusammen, wenn sie müde sind? Wo träumt wohl das dicke Nilpferd am liebsten?

„Die Koalas träumen hoch oben in den Bäumen“ ist ein niedliches Bilderbuch für das abendliche Einschlafritual. Auf den großformatigen Doppelseiten erzählt die Autorin Sabine Ludwig, die schon zahlreiche Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht hat, in kurzen und witzigen Reimen von den verschiedenen Eigenschaften und Schlafgewohnheiten von Krokodil, Koala, Nilpferd, Elefant, Gazelle, Otter und Kolibri. Die großen und farbenfrohen Illustrationen von Kerstin Schoene runden das Buch wunderbar ab. Kerstin Schoene war mir schon gut bekannt von einigen anderen Bilderbüchern, z.B. der „Siebenschläfer-Reihe“. Besonders gut gefällt mir an den Illustrationen, dass auch schon kleine Kinder an der Mimik der Tiere deren Stimmungslage ablesen können. Bei manchen Bildern und Ausdrücken gibt es etwas Erklärungsbedarf, doch beim Betrachten und Lesen von Bilderbüchern finde ich einen Austausch sowieso immer angebracht. Auf dem letzten Bild sind alle Tiere zusammen als Kuscheltiere im Bett des Kindes zu sehen. Eine wirklich schöne Idee, doch die Illustration ist mir persönlich zu kitschig und hat mich etwas enttäuscht. Kinder haben da aber wahrscheinlich eine andere Wahrnehmung, denn mein Enkel (2;3 Jahre) hat sich nicht darüber beschwert.

Fazit: Ein süßes und liebevoll gemachtes Bilderbuch, vom Verlag empfohlen für Kinder ab 3 Jahren.

Veröffentlicht am 09.10.2020

Der beste Teil der Reihe

Die Knochennadel
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Inhalt: Zusammen mit seiner Freundin Elisabeth und seiner Nichte Tatjana möchte Privatdetektiv Peter Hogart einen Kurzurlaub in Paris machen. Doch zuerst hat Elisabeth, eine Kunsthistorikerin, noch etwas ...

Inhalt: Zusammen mit seiner Freundin Elisabeth und seiner Nichte Tatjana möchte Privatdetektiv Peter Hogart einen Kurzurlaub in Paris machen. Doch zuerst hat Elisabeth, eine Kunsthistorikerin, noch etwas Berufliches zu erledigen. Als Auktionarin leitet sie eine Veranstaltung in der Opéra Garnier, bei der die millionenschwere „Knochennadel“, ein mittelalterliches Artefakt, versteigert wird. Als Hogart nach der Auktion zusammen mit Tatjana auf Elisabeth wartet, taucht sie jedoch nicht auf. Sie ist spurlos verschwunden - genauso wie die Knochennadel. Wenig später wird ein Kunstsammler, der auf der Auktion mitgeboten hatte, ermordet. Doch das ist nur der Anfang einer fieberhaften Suche nach Elisabeth und der Knochennadel...

Meine Meinung: „Die Knochennadel“ ist bereits der dritte Fall für Peter Hogart, doch problemlos als Einzelband zu lesen.
Die Geschichte beginnt sofort fesselnd mit dem Prolog und hält fast ununterbrochen das Tempo. Die Grundidee des Buches - die Suche nach einem mittelalterlichen Artefakt - hat mir gut gefallen. Andreas Gruber hat einfach einen mitreißenden und bildhaften Schreibstil und seine Thriller enthalten auch immer eine ganz kleine Prise Humor. Seine Charaktere beschreibt er vielschichtig, detailliert und interessant. Wie immer hält sich Hogart nicht unbedingt an die Dienstvorschriften und geht seinen eigenen Weg, weil ihm die Polizei zu langsam reagiert. Bei seinen Nachforschungen muss er mehr als einmal Prügel einstecken, doch davon lässt er sich nicht besonders beeindrucken und behält immer sein Ziel vor Augen, die Knochennadel und damit auch Elisabeth zu finden. Eine rasante Hetzjagd durch Paris und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Andreas Gruber hat dabei wirklich nicht an Leichen gespart. Leider werden einige Morde sehr blutig und brutal geschildert, was ich nicht so gern mag.
Schon relativ früh kann man gewisse Zusammenhänge erahnen, doch das beeinträchtigt keineswegs die Spannung.

Fazit: Ein temporeicher und spannender Thriller. Für mich der beste Teil der Peter Hogart Reihe.

Veröffentlicht am 05.10.2020

Spannend und verwirrend

Dein kaltes Herz
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Inhalt: Felicity ist Glaziologin und arbeitet in Cambridge für das British Antarctic Survey. Doch aus Angst vor ihrem Ehemann Freddie nimmt sie eine Stelle auf einer kleinen arktischen Insel in Südgeorgien ...

Inhalt: Felicity ist Glaziologin und arbeitet in Cambridge für das British Antarctic Survey. Doch aus Angst vor ihrem Ehemann Freddie nimmt sie eine Stelle auf einer kleinen arktischen Insel in Südgeorgien an - so weit weg wie möglich. Aber auch dort lebt sie in ständiger Angst und kontrolliert panisch die Passagierlisten der Kreuzfahrtschiffe, die regelmäßig die Insel anlaufen. Schließlich läuft das letzte Schiff vor der Winterpause ein - und tatsächlich ist Freddie an Bord…

Meine Meinung: Die Geschichte ist geschickt aufgebaut. Sie ist in vier Teile unterteilt und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Teil 1 und 4 spielen in Südgeorgien und schildern Felicitys atemlose Flucht vor Freddie in der unwirtlichen und gefährlichen Eislandschaft von Südgeorgien. Dabei verstärkt das eisige Setting die düstere und beklemmende Atmosphäre.
Teil 2 und 3 sind dagegen Rückblicke auf die Monate vor Felicitys Flucht. Wegen ihrer Blackouts und Ängste hat Felicity regelmäßig Therapiesitzungen bei dem jungen Dr. Joe Grant. Im Lauf der Zeit und vor allem während einer Hypnosesitzung werden erschreckende Erinnerungen in ihr geweckt. Auch nach ihrer Abreise lässt Joe Felicitys Schicksal keine Ruhe und er forscht weiter in ihrer Vergangenheit. So klärt sich endlich einiges auf. Als dann seine Mutter Delilah, eine Polizeibeamtin, einen unglaublichen Verdacht äußert, reisen beide Felicity nach.
Felicity ist eine undurchschaubare junge Frau, die äußerst kompetent in ihrem Beruf ist, aber privat unter gravierenden Gedächtnislücken leidet und oft unberechenbar handelt, so dass sie mir nicht immer sympathisch war. Joe mochte ich dagegen sehr gerne. Er engagiert sich in seiner Freizeit für Obdachlose und schafft es nicht immer, eine professionelle Distanz zu wahren, genauso wenig, wie bei seiner Patientin Felicity, von der er sich stärker angezogen fühlt, als es für einen Therapeuten angemessen wäre. Aber er wirkt offen und ehrlich. Auch Joes Mutter Delilah, zu der er eine enge Beziehung hat und die als leitende Ermittlerin den Mord an einer Obdachlosen aufzuklären hat, fand ich interessant. Sie ist unkonventionell und etwas verschroben.
Der Schreibstil von Sharon Bolton ist wie immer flüssig und mitreißend und die Geschichte wirft viele Fragen auf, die aber letztendlich alle geklärt werden. Auch wenn mir nicht alles ganz realistisch und nachvollziehbar erschien, so diente es doch dem Spannungsaufbau.

Fazit: Ein spannender und verwirrender Thriller mit sehr vielen Überraschungen und unvorhersehbaren Wendungen, der aber leider auch - vor allem in Teil 2 - einige Längen hat.

Veröffentlicht am 05.10.2020

Ein einzigartiger Fall

Wohin der Himmel uns führt
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Inhalt: Tim und Beth Brandon haben wegen Tims Krebserkrankung in einer Kinderwunschklinik Embyonen konservieren lassen. Doch die ersten Versuche schwanger zu werden misslingen. Nur ein einziger Embryo ...

Inhalt: Tim und Beth Brandon haben wegen Tims Krebserkrankung in einer Kinderwunschklinik Embyonen konservieren lassen. Doch die ersten Versuche schwanger zu werden misslingen. Nur ein einziger Embryo ist noch übrig und fünf Jahre nach Tims Tod entschließt sich Beth dazu, einen letzten Versuch zu wagen.
Izzy und Pete ist dagegen schon vor acht Jahren gelungen, auf diese Weise Eltern zu werden und ihr Sohn Noah ist ihr größtes Glück. Leider hat ihre Ehe nicht gehalten und seit einiger Zeit leben sie getrennt. Doch dann ändert ein einziger Anruf alles…

Meine Meinung: Dani Atkins hat mit diesem Roman ein sehr emotionales Thema aufgegriffen, das mich (als Mutter) sehr berührt und zum Nachdenken gebracht hat. Wie würde ich selber in dieser Situation fühlen und handeln? Einfach unvorstellbar! Der Roman ist mitreißend und einfühlsam geschrieben und lässt sich super flüssig lesen, doch an manchen Stellen, vor allem gegen Ende war mir die Geschichte doch etwas zu rührselig. Auch gibt es ein paar Längen. Izzy und Beth sind zwei starke Protagonistinnen, die ich beide sofort gerne mochte und für die ich Verständnis hatte und mitfühlen konnte. Auch Liam, den Beth zufällig auf dem Friedhof kennenlernt, war mir sehr sympathisch. Die sehr starke emotionale Bindung, die Beth noch zu ihrem vor fünf Jahren verstorbenen Ehemann hat, genauso wie Liam zu seiner verstorbenen Frau, wird mir viel zu ausführlich und zu oft thematisiert. Das nervte mich mit der Zeit.
Die Entscheidung, die schließlich getroffen wird, hat mich zufriedengestellt und das Ende ist so, wie ich es erwartet hatte.

Fazit: Ein unterhaltsamer und emotionaler Roman über einen einzigartigen Fall, der jedoch nicht in die Tiefe geht. Für Fans von Dani Atkins ein Muss!

Veröffentlicht am 01.10.2020

Helles persönlichster Fall

Helle und der falsche Prophet
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Inhalt: Auch im Urlaub in Südfrankreich ist Skagens Polizeichefin Helle Jespers für ihre Kollegen erreichbar und so bekommt sie ausgerechnet dort die traurige Nachricht, dass Merle, eine gute Freundin ...

Inhalt: Auch im Urlaub in Südfrankreich ist Skagens Polizeichefin Helle Jespers für ihre Kollegen erreichbar und so bekommt sie ausgerechnet dort die traurige Nachricht, dass Merle, eine gute Freundin ihres Sohnes Leif, tot aufgefunden wurde. Helle bricht sofort den Urlaub ab um nach Dänemark zurückzukehren und die Ermittlungen aufzunehmen. Auf dem Überwachungsbild einer Tankstelle ist die 19 jährige Merle zusammen mit einem jungen Pärchen zu sehen. Die beiden jungen Leute scheinen auf der Flucht zu sein und hinterlassen deutliche Spuren der Verwüstung. Und dass ein Kollege von Helle wichtige Hinweise zurückhält, lässt den Fall schließlich eskalieren...

Meine Meinung: „Helle und der falsche Prophet“ ist bereits der dritte Fall für Helle Jespers und ihr Team, aber ohne Weiteres ohne Vorkenntnisse zu lesen. Schon die anderen beiden Bücher haben mir gut gefallen, aber dieser Teil toppt sie noch! Auch das Thema Sekte fand ich sehr interessant und erschreckend.
Helle ist einfach eine tolle Protagonistin! Sie ist Anfang 50, bodenständig, eigenwillig, empathisch und hat ihre kleinen Schwächen. Sie ist glücklich verheiratet und hat zwei Kinder. Ihre Familie ist ihr Rückhalt und sehr wichtig für sie und sie liebt ihren alten Hund Emil über alles. Endlich einmal eine ganz normale Ermittlerin! Helle und auch die Einblicke in ihr Privatleben sind vor allem der Grund, warum ich die Dänemark-Krimis von Judith Arendt so sehr mag. Auch alle anderen Charaktere sind gut beschrieben und wirken authentisch. Der Schreibstil ist ruhig, angenehm und flüssig zu lesen. Durch viele Perspektivwechsel wird die Dynamik erhöht und die Spannung steigt kontinuierlich an. Dass dieser Fall für Helle sehr persönlich wird, macht ihn noch dramatischer.

Fazit: Ein spannender dritter Teil mit einem sehr sympathischen Ermittlerteam und der typisch düsteren dänischen Krimi Atmosphäre. Ich hoffe, es gibt im nächsten Jahr einen vierten Teil.