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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.12.2019

Wo ist Lea?

Leas Spuren
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Inhalt: Paris 2016. Die Stuttgarterin Marie Bergmann erhält überraschend Post von einem Notar aus Paris. Der verstorbene Franzose Victor Blanc vermacht ihr zusammen mit seinem Enkel Nicolas Blanc eine ...

Inhalt: Paris 2016. Die Stuttgarterin Marie Bergmann erhält überraschend Post von einem Notar aus Paris. Der verstorbene Franzose Victor Blanc vermacht ihr zusammen mit seinem Enkel Nicolas Blanc eine teure Wohnung in Paris. Keiner aus der Familie kannte Victor Blanc, und die Einzige, die einige Zeit in Paris gelebt hat, ist seit 70 Jahren tot: Omas Schwester Charlotte. Doch das Erbe ist an eine Bedingung geknüpft: Marie und Nicolas sollen ein im Zweiten Weltkrieg verschollenes Gemälde von einem jüdischen Künstler finden und es den möglichen Überlebenden seiner Familie zurückgeben.
Die Historikerin Marie und der Journalist Nicolas begeben sich sofort auf Spurensuche und kommen bald einer tragischen Geschichte auf die Spur.

Meine Meinung: Das Buch hat mir von Anfang an gefallen, auch wenn der Spannungsbogen zuerst nur langsam ansteigt. Der Schreibstil ist wirklich mitreißend und sehr flüssig. Die Protagonisten Marie und Nicolas, deren Geschichte in der Gegenwart spielt, sowie auch Charlotte und Victor, von denen die Autorin in der Vergangenheit erzählt, fand ich sehr sympathisch und glaubhaft beschrieben. Ein klein wenig besser hat mir die Geschichte in der Gegenwart gefallen, obwohl ich auch die Ereignisse in Paris während des Krieges sehr interessant fand. Zusammen haben sich beide Geschichten ganz wunderbar ergänzt.
Das Thema - der Kunstraub der Nazis im Zweiten Weltkrieg - war für mich in Romanform neu und von Bettina Storks gut recherchiert und geschrieben.
Fazit: „Leas Spuren“ hat mir sehr gut gefallen. Ein berührender und fesselnder Roman über ein spannendes Thema mit sympathischen Charakteren, verbundenen mit einer tragischen Liebesgeschichte und einem zufriedenstellenden Ende.

Veröffentlicht am 10.12.2019

Urlaub in der Südsee

Hilfe für die Weihnachtsmänner
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Inhalt: „Weihnachtsmänner gibt es nicht!“ Diesen Unsinn müssen die Weihnachtsmänner tatsächlich in der Zeitung lesen. Sie sind erschrocken, aber auch beleidigt und beschließen deshalb, zu streiken und ...

Inhalt: „Weihnachtsmänner gibt es nicht!“ Diesen Unsinn müssen die Weihnachtsmänner tatsächlich in der Zeitung lesen. Sie sind erschrocken, aber auch beleidigt und beschließen deshalb, zu streiken und Urlaub zu machen. Und auch die Kinder sind sehr traurig. Wohin sollen sie ihren Wunschzettel schicken und wer bringt ihnen die Geschenke? Der kleine Anton hatte sich ganz besonders auf Weihnachten gefreut und um ihn etwas aufzuheitern, darf er seinen Vater zu dessen Arbeit bei der Post begleiten. Dort sieht Anton zufällig eine Postkarte von den Weihnachtsmännern an einen Kollegen und findet so heraus, dass die Weihnachtsmänner sich in der Südsee aufhalten. Um Weihnachten zu retten, heuert Anton kurzentschlossen als Schiffsjunge an. Kann er die Weihnachtsmänner überreden zurückzukommen?

Meine Meinung: „Hilfe für die Weihnachtsmänner“ von Ute Krause eignet sich zum Vorlesen für Kinder ab 4 Jahren und ist kindgerecht und humorvoll erzählt. Es ist mal eine ganz andere Weihnachtsgeschichte, mit nicht nur einem, sondern ganz vielen Weihnachtsmännern, die für verschiedene Länder zuständig sind. Außerdem gibt es die Weihnachtsmänner ausnahmsweise auch mal in Badehosen und mit Sonnenbrillen am Strand zu sehen. Die Illustrationen sind großformatig und füllen bis auf wenige Ausnahmen jeweils eine Doppelseite aus. Überall sind kleine und witzige Details zu entdecken, so dass dem Betrachter auch beim wiederholten Anschauen doch noch etwas Neues auffallen kann. Besonders die Illustrationen von den Weihnachtsmännern sind bunt und witzig, so wie auch das tolle Cover.
Dieses Buch ist eine Neuauflage des Klassikers „Die Weihnachtsmänner“ von Ute Krause, der bereits im Jahr 1985 bei Middelhave erschienen ist. Unter dem Titel „Das Weihnachtsmannkomplott“ (Oetinger Verlag) habe ich es auch schon gesehen.

Fazit: Ein gelungenes Weihnachts-Bilderbuch: Originell, unterhaltsam leicht verständlich.

Veröffentlicht am 02.12.2019

Eine Frage der Moral

Das Erbe
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Inhalt: Unverhofft erbt Mona Lang von ihrer entfernten Tante Klara deren großes Jugendstil-Mietshaus in München Schwabing - im Wert von 12 Millionen Euro. Klara hat Mona als Alleinerbin eingesetzt mit ...

Inhalt: Unverhofft erbt Mona Lang von ihrer entfernten Tante Klara deren großes Jugendstil-Mietshaus in München Schwabing - im Wert von 12 Millionen Euro. Klara hat Mona als Alleinerbin eingesetzt mit der Begründung, dass Mona das Richtige tun wird. Über Nacht ist Mona reich und gewöhnt sich ganz langsam an ihr neues Leben, doch sie fragt sich ständig, was Klara gemeint haben könnte. Doch dann kommt sie einer alten Intrige auf die Spur, die sie selbst vor eine schwierige Entscheidung stellt…



Meine Meinung: Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei Monas Geschichte in der Gegenwart die Rahmenhandlung bildet. Da Mona bislang in Berlin gelebt hat, zieht sie kurzentschlossen in das alte Haus und in Klaras Wohnung ein. Monas Familie, zu der sie schon vorher kein gutes Verhältnis hatte, zeigt sich äußerst neidisch und missgünstig. Durch eine bittere Bemerkung ihrer Mutter verunsichert, beginnt Mona in alten Unterlagen zu stöbern und sich mit der Geschichte des Hauses zu beschäftigen. Durch das, was sie dabei erfährt, wird sie vor eine schwierige moralische Entscheidung gestellt und versteht endlich, warum Tante Klara ausgerechnet ihr das Haus vererbt hat.

Eine zweite Erzählperspektive handelt von Sabine und Harry, die beide voll dem Klischee eines Hartz IV Empfängers entsprechen, was mich ziemlich gestört hat. Das war mir einfach zu plump und zu seicht. Beide sind sehr unsympathisch beschrieben, faul und geldgierig, und den Zusammenhang zur Geschichte habe ich nicht sofort erkannt.

Die dritte Handlungsebene spielt in der Vergangenheit und handelt von Klara, beginnend im Jahr 1938, als sie erst 14 Jahre alt war. Diese Kapitel erklären, wie Klaras Familie das Haus erworben hat und was in den darauffolgenden Jahren passiert ist. Obwohl diese Kapitel inhaltlich sehr interessant sind, fand ich sie - vielleicht durch den schnellen Zeitablauf - am unpersönlichsten erzählt und auch zu Klara habe ich keinen näheren Bezug gefunden. Außerdem wurde sie mir im Laufe der Zeit immer unsympathischer und ich konnte einige ihrer Handlungen nicht nachvollziehen. Berührender fand ich dagegen die Briefe, die Mirjam, Klaras jüdische Freundin und Tochter der Vorbesitzer des Hauses, ihr aus England geschrieben hat.

Ellen Sandberg behandelt in „Das Erbe“ eine Thematik, die selten in Unterhaltungsromanen angesprochen wird und die ich sehr interessant fand. Während des Lesens habe ich mir oft die Frage gestellt, wie ich an Monas Stelle handeln würde und die Lösung, die die Autorin für Mona gefunden hat, fand ich sehr gut. Die Geschichte hat einige Wendungen und Überraschungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte und gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse.

Fazit: Eine Geschichte mit einer interessanten Thematik, die allerdings auch einige Schwachpunkte hat. Trotzdem empfehle ich das Buch gerne weiter.

Veröffentlicht am 28.11.2019

Liebe wider Willen

Covent Garden im Schnee
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Inhalt: Tilly Hunter arbeitet als Maskenbildnerin im Londoner Opernhaus. Sie liebt ihren Job und ist künstlerisch sehr begabt, doch leider gehört auch die Arbeit am Computer dazu - für sie ein rotes Tuch! ...

Inhalt: Tilly Hunter arbeitet als Maskenbildnerin im Londoner Opernhaus. Sie liebt ihren Job und ist künstlerisch sehr begabt, doch leider gehört auch die Arbeit am Computer dazu - für sie ein rotes Tuch! Als Tilly aus Versehen die Server des Opernhauses lahmlegt, wird sie dazu verdonnert, bei dem zwar attraktiven, aber äußerst korrekten und ernsten neuen Chef der IT Abteilung Marcus Walker, Nachhilfe zu nehmen. Das gefällt ihr gar nicht, doch wenn sie Ihre Stelle behalten will, muss sie in den sauren Apfel beißen. Und obwohl Tilly ständig mit Marcus aneinandergerät und sie mit Felix verlobt ist, findet sie Marcus wider Willen doch sehr anziehend…

Meine Meinung: Am Anfang habe ich mich mit diesem Buch ziemlich schwer getan, denn ich hatte eine weihnachtliche romantische Komödie erwartet. Zunächst dreht sich die Handlung aber hauptsächlich um Tillys Arbeit im Theater, ihre Kollegen und Freunde und um das Verhältnis zu ihrer Schwester und ihrer Mutter. Doch auch wenn sich der Anfang etwas zieht, ist er wichtig für die weitere Handlung und irgendwann hat die Geschichte mich dann doch noch gepackt. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, humorvoll mit witzigen Dialogen. Nach und nach lernt man alle Charaktere besser kennen und der erste Eindruck den man von den meisten hatte, ändert sich. Tilly macht von allen die größte charakterliche Weiterentwicklung durch, indem sie ihre festgefahrenen Einstellungen überdenkt. Ich mochte sie aber schon von Anfang an. Sie ist etwas schusselig, aber sehr liebenswert. Aber auch Christelle hat mir sehr gut gefallen. Knallhart und professionell in ihren Job, privat eher unsicher, aber auch sehr menschlich und verlässlich und eine große Stütze für Tilly. Und Marcus, der auf den ersten Blick steif und reserviert wirkt, hat natürlich auch eine andere Seite. Die Liebesgeschichte zwischen Tilly und Marcus ist zwar vorhersehbar, aber sie entwickelt sich relativ langsam und ich fand sie ganz witzig.
Fazit: Ein winterlicher Roman, bei dem es nicht nur um eine Liebesgeschichte, sondern auch um Selbstfindung, Selbstvertrauen und Familienzusammenhalt geht.

Veröffentlicht am 18.11.2019

Tod in der Toskana

Der Keller
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Inhalt: Nach einem Hilferuf ihres Vaters fliegt die schwangere Hannah trotz ihrer Flugangst in die Toskana, wo ihre Eltern ein Ferienhaus besitzten, denn ihre Mutter ist depressiv und selbstmordgefährdet. ...

Inhalt: Nach einem Hilferuf ihres Vaters fliegt die schwangere Hannah trotz ihrer Flugangst in die Toskana, wo ihre Eltern ein Ferienhaus besitzten, denn ihre Mutter ist depressiv und selbstmordgefährdet. Schon am Flughafen in Deutschland lernt sie den charmanten Daniel kennen, der sie später zu sich und seiner Frau zu einem Abendessen in seinen Palazzo einlädt. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen mehr von Hannah. Die Polizei nimmt ihr Verschwinden nicht allzu ernst, doch Hannah bleibt nicht die einzige Frau, die in der Toskana plötzlich verschwindet…

Meine Meinung: Sabine Thiesler schreibt so flüssig und mitreißend, dass man nur so durch die Seiten fliegt und ich ihr deshalb diese absurde Geschichte verzeihe.
Nach einem spannenden Beginn im ersten Teil des Buches, erzählt die Autorin im nächsten Teil die Vorgeschichte des Mörders und der Spannungsbogen sinkt etwas ab - aber nicht allzu lange, denn er entwickelt sich zu einem grausamen Psychopathen. Ab da wurde die Geschichte immer spannender, aber auch grausam, sadistisch und - was ich sehr hoffe!!! - unrealistisch. Einige Szenen habe ich wirklich nur widerstrebend gelesen, konnte aber trotzdem das Buch nicht aus der Hand legen.
Wie immer gibt es ein Wiedersehen mit Commissario Neri und seiner Familie, die mehr mit dem Täter zu tun bekommen, als ihnen lieb ist. Weder die italienische, noch die deutsche Polizei bekleckert sich bei diesem Fall mit Ruhm und besonders Neri wird als faul und auch als inkompetent dargestellt.
Auch wenn das Ende besonders spannend war, hat es mich ziemlich geschockt und ich hätte mir einen anderen Verlauf gewünscht.
Fazit: Ein mitreißender und spannender Thriller, aber auch ziemlich grausam und nichts für schwache Nerven.