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Veröffentlicht am 29.08.2023

Warum nicht mal ein Ascheprinz mit einer Nymphe – gelungen und düster!

Davyan (Band 1): Der Aschenprinz
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Der Schreibstil ist flüssig, spannend, düster, abenteuerlich, romantisch, quer (die Zuneigung zwischen gleichgeschlechtlichen Protagonisten fließen ohne großes Aufsehen in den Text ein). Wir erleben mehrere ...

Der Schreibstil ist flüssig, spannend, düster, abenteuerlich, romantisch, quer (die Zuneigung zwischen gleichgeschlechtlichen Protagonisten fließen ohne großes Aufsehen in den Text ein). Wir erleben mehrere Handlungen stränge durch verschiedene Protagonisten geschildert.

Das Cover ist düster und dunkel, faszinierend und passt mit allem wunderbar zum Inhalt des Romans, Karten, Illustrationen und der Farbschnitt (müsste nicht sein, fügt sich aber gut ein) runden das Gesamtpaket ab.

Fazit:
Auch in diesem Auftaktband für uns in die mittlerweile schon bekannte Welt Venera.
Vielleicht ist der Hauptprotagonist Davyan schon dem einen oder anderen begegnet.

Wir lernen in hier in seiner Jugend (!) kennen, er ist ein Knecht auf dem Weingut seiner Stiefmutter Libella und ein niemand, ein nichts, das hat in den gut 30 Jahren begriffen. Äußerlich wirkt er allerdings viel jünger und manche halte ihn deswegen für ein Missgeburt, er altert einfach nur langsamer.
Libella und ihre beiden Söhne behandeln ihn wie Dreck, Prügel sind an der Tagesordnung. Und doch schafft er es nicht, ihnen den Rücken zu kehren. Denn sein Ziehvater ist seit Jahren bettlägerig und ohne Davyans seltsam magische Kräfte, von denen niemand wissen darf, wäre er längst nicht mehr am Leben. Als der junge Mann eines Tages in die Hauptstadt Fayl geschickt wird, um einen Heiler zu holen, eröffnet sich ihm allerdings eine Welt, wie er sie nie geglaubt hat, kennenzulernen. Nicht nur, dass ein mächtiger Magier ihm das Leben rettet – er trifft auch auf einen Menschen, der seinem Schicksal eine Wendung geben könnte, wie es nur in einem Märchen der Fall ist. Aber Märchen … sind nicht für Aschenprinzen bestimmt, oder?

Ihr habt es erkannt eine Märchenadaption zu Aschenbrödel / -puttel im neuen Gewand mit einem jungen Mann, düster und dunkel, romantisch und quer, mit einer großen Portion Magie zusätzlich auch noch ein Reihenauftakt.

Davyan schafft es trotz aller Umstände sich seine Unschuld, Gut- und Selbstlosigkeit zu bewahren. Eigentlich könnte er den Hof verlassen, aber er hängt an seinem bettlägerigen Ziehvater (keiner konnte ihn bisher heilen, Magie ist im Spiel), dem er seine tägliche Fürsorge und Magie zukommen lässt. So ist er weiter den Misshandlungen, Demütigungen, Prügel und Erniedrigungen ausgesetzt. Er ist mutiger und auch magiebegabter als er denkt.

Aber auch eine Menge Nebenprotagonisten runden die Handlung ab: Lucja, die den Leser*innen, die schon in Venera unterwegs waren, bekannt sein dürfte. Sombren, den wir ebenfalls schon kennenlernen durften. Nic, der in seiner Verführer Rolle perfekt ist und natürlich Libella. Okay, normal bin ich sehr friedliebend aber bei dieser Frau hätte ich mich vergessen können – sie verdient alles, was sie am Ende bekommt.

Mir gefällt die ganze Handlung, mit den vielen wunderbaren Wendungen und auch einigen aufgedeckten und noch verborgenen (hoffe auf Band 2) Geheimnissen. Der Spannungsbogen wird immer höher im Laufe des Romans und gipfelt in einem Cliffhanger, der superneugierig macht.

Davyan ist nicht nur ein gelungener Reihenauftakt, der mit seinem Genre Mix Fantasy, Märchenadaption und Romance Lust auf mehr macht, sondern zeigt auch das kontinuierliche Wachstum und Reife der Autorin – die Romane werden immer runder und Lesevergnügen pur ist vorprogrammiert.
Von mir 5 Sterne und ich bin froh, dass es mit Band 2 noch in diesem Jahr weitergeht.

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Veröffentlicht am 28.08.2023

Ein altes Stellwerk, sein dunkles Geheimnis und eine Familientragödie!!

Stellwerk
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Der Schreibstil ist gut zu lesen, flüssig und die Spannung kommt nicht zu kurz.

Das Cover wirkt im Großen ganzen dunkel, im Vordergrund ist eine junge Frau zu sehen im Hintergrund sieht man einen Teil ...

Der Schreibstil ist gut zu lesen, flüssig und die Spannung kommt nicht zu kurz.

Das Cover wirkt im Großen ganzen dunkel, im Vordergrund ist eine junge Frau zu sehen im Hintergrund sieht man einen Teil eines Stellwerks. Schön ist der Schriftzug oben (Edition Moonflower), aber auch sonst passt alles gut und harmonisch zusammen.

Fazit:
Die Edition Moonflower ist eine Mystery-Novellenreihe aus dem Hause Shadodex - Verlag der Schatten. Erscheinungsturnus: Vierteljährlich. Alle Novellen sind in sich abgeschlossen.

Diesmal spielt die Handlung in einem vor vielen Jahren schon aufgegeben Stellwerk nahe der Grenze zur Tschechischen Republik. Diese umgibt ein tragisches Ereignis und ein düsteres Familiengeheimnis.

Clara von Halbrechtshausen ahnt schon lange, dass ihre Mutter ihr etwas verschweigt. Doch was haben ihre Träume von einem kleinen Mädchen und einer Ruine im Wald damit zu tun? Welch dunkler Fleck befindet sich in der Vergangenheit in ihrer Familie?

Ein Roman mit einer gehörigen Portion Gruselfaktor, dunkel und mysteriös, hauptsächlich aus der Sicht des Hauptprotagonisten Clara von Halbrechtshausen erfahren wir von den Geschehnissen als eine Art Rückblick auf die Zeit des aktiven Stellwerks. Ihre Gedanken und Gefühle geben uns Einblicke in die Geschichte des Stellwerks und den Geschehnissen.

Gelungene Novelle und ein wohl nicht seitenstarker, aber spannender Lesegenuss für Zwischendurch, mit Gruselfaktor und Gänsehaut Garantie, von mir 5 Sterne dafür.

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Veröffentlicht am 27.08.2023

Freiheit hat verschiedene Bedeutungen genau wie Gleichheit (manche sind sich gleicher)!

Nordland 2061
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Der Schreibstil ist flüssig und spannend, man kann sich anhand der Beschreibung gut in das Setting von 2061 hineinfinden.

Das Cover wirkt in den Farben freundlicher als Band 1, es scheint die Aufbruchsstimmung ...

Der Schreibstil ist flüssig und spannend, man kann sich anhand der Beschreibung gut in das Setting von 2061 hineinfinden.

Das Cover wirkt in den Farben freundlicher als Band 1, es scheint die Aufbruchsstimmung spürt man auch hier. Im unteren Teil sieht man einen heute bekannten Teil von Hamburg (mit ein Touristenmagnet). Im oberen Teil sieht man vor einem großen Kreis den Romantitel. Es wirkt im Ganzen frischer und modern als Band 1.

Fazit:
Der Roman führt uns in die Zukunft genauer ins Jahr 2061. Und knüpft direkt an die Geschehnisse aus Band der Dilogie an. Eigentlich dachte Lilith jetzt würde sich vieles ändern, leider wird es schlechter. Warum? Sie hat unermüdlich für Freiheit und Gleichheit gekämpft.

Lilith hat mittlerweile als einzige Frau einen Senatssitz inne, nach dem Tod ihres Vaters und der nicht zu Stande gekommen Ehe mit dem Russen Obligaten. Und sie setzt die ganze Kraft ihres Amtes ein um Bo aus dem Gefängnis holen. Es scheint sich auch etwas zu bewegen, eine neue Verfassung wurde ausgearbeitet, die gerechter sein soll, hohe Steuern für Reiche und die Gleichberechtigung für Mädchen und Frauen. Das sind auch die Bedingungen, die das Nachbarland Schweden stellt, bevor sie Nordland ihre Technologie zur Entsalzung von Meerwasser zur Verfügung stellt. Doch der Weg dahin ist steinig und Lilith muss sich nicht nur im Senat beweisen, auch die Rebellen stehen ihr skeptisch gegenüber, vor allem, weil sie auch Entscheidungen treffen muss, die sie in ein schlechtes Licht rücken wird.

Bo, Liliths Verbündeter sitzt im Gefängnis und sie lässt sich auf einen Preis ein, der zu hoch ist und er scheint alles vergessen zu haben nach seiner Freilassung. Scheint neuerdings alles mit ihrem ehemaligen Mitstreiter und besten Freund zu machen – allerdings ganz anders als erhofft. Den Mädchen sind noch weniger wert als früher und werden ausgesetzt, selbst von der Oberschicht. Frauen sind das Eigentum ihres Mannes, Recht- und Geldlos.

Manchmal scheint Liliths Kampf aussichtslos, denn nicht nur die Männer der Oberschicht sind frauenfeindlich, auch in den Reihen der Rebellen ist nicht alles eitel Sonnenschein und nicht einmal alle Frauen stehen auf ihrer Seite, sei es aus Angst oder Bequemlichkeit. Und so muss Lilith viele Niederlagen hinnehmen und sich demütigen lassen, doch aufgeben kommt für sie nicht infrage, sie kämpft für die Freiheit, Gleichheit und ihre Liebe zu Bo (auch wenn es kurzzeitig anders erscheinen mag).

Interessant ist auch die Vidja Technik, bei der die Nachrichten direkt auf die Pupille des Empfängers projektiert werden. Dadurch ist eine schnelle und direkte Kommunikation möglich. Aber natürlich birgt auch diese Technik gewisse Risiken, die ausgenutzt werden können. Man wird unbewusst zum gläsernen Menschen, Gewohnheiten, Aufenthaltsort und mehr ist ständig prüfbar.

Dieser Roman besitzt alles, was einen guten Zukunftsroman (Dystopie) braucht: er ist düster und dunkel, spannend und vor dem Hintergrund der Rohstoffproblematik auch noch dazu superaktuell, realistisch und denkbar. Für mich absolut kein Szenario, in dem ich Leben möchte (vor allem als moderne und selbstdenkende Frau), immer werden wieder neue Intrigen gesponnen, um den Status quo zu erhalten, aber auch in dieser Welt findet sich Liebe, Freundschaft (manchmal sollte man etwas genauer hinsehen) genau wie Hass und Enttäuschung. Ein echt nachdenklich machender und packender Roman
Von mir 5 Sterne für den 2.Band der Dilogie und ein klare Leseempfehlung dafür.

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Veröffentlicht am 27.08.2023

Ein alter Fluch und ein Kürbisfest – Schattenfall hat doch viel zu bieten!

Willkommen in Schattenfall
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Der Schreibstil ist gut zu lesen und flüssig, wie bei ihren meisten Romanen magisch und mystisch, mit einer Portion Humor und vor allem auch spannend.

Das Cover zeit im unteren Teil einen Mann zwischen ...

Der Schreibstil ist gut zu lesen und flüssig, wie bei ihren meisten Romanen magisch und mystisch, mit einer Portion Humor und vor allem auch spannend.

Das Cover zeit im unteren Teil einen Mann zwischen einem Ganter und einem Kürbis – der Lichtschweif lässt die Magie erscheinen. Oben sieht man eine Holztafel auf dem der Romantitel zu lesen ist. Im Hintergrund sieht man viel Wald.

Fazit:
Wir treffen im Roman auf Thomas der eigentlich nur das gestohlene Portemonnaie abgegeben will und dann weiter zu seinem Vater nach Berlin will. Dort musste er für einige Zeit verschwinden denn er hat sich mit gefährlichen Leuten abgeben, mit denen hat er jetzt Stress und wie man schon vermutet nicht unverschuldet.

So landet er in Schattenfall, für ein Großstädter ein absolutes Kaff und Helga, die Besitzerin des Portemonnaies ist unauffindbar. Aber sie hat ihm zwei Dinge zurückgelassen: den Schlüssel zu ihrem Haus und Geronimo, einen besitzergreifenden Ganter mit Hang zum Größenwahn. Die Bewohner Schattenfalls haben ihn erwartet, wenigstens die meisten von ihnen, aber nicht alle sind glücklich das er bleibt. Denn der Ort verbirgt ein düsteres Geheimnis das Thomas lösen soll.

Thomas ist wie ihr alle richtig vermutet in die kriminelle Szene in Berlin abgerutscht, aber er hat noch ein anderes Geheimnis: er ist Wassermagier. Allerdings hat er nie eine Schule dafür besucht, „lerning by doing“ ist eher sein Ding. Ansonsten ist er eher ein Eigenbrötler und dass er hier herausfinden soll, warum Leute in den Wäldern rund um Schattenfell verschwinden, eher gar nicht sein Ding. Dabei ist er keineswegs uncharmant, freundliche mit kessen Sprüchen auf der Lippe stellt er sich mutig den Herausforderungen. Wird es ihm gelingen die verschwundenen Menschen zu finden und den Fluch zu brechen.

Er muss sich den Herausforderungen nicht allein stellen ihm zur Seite steht Elli, das Allroundtalent und die Pizzabäckerin des Dorfes, die Hexe Rosalinde und der Ganter Geronimo. Und als wäre das alles noch nicht genug erklärt er sich noch bereit bis zum Kürbisfest zu bleiben und einen eigenen Stand zu betreuen.

Zwischen Kürbisfest und lokalen Fehden, Magie und Mythen, Abenteuer und mehr lernen wir die Protagonisten und Einwohner von Schattenfell zu schätzen. Thomas Entwicklung weiter verfolgen zu können darauf freue ich mich den dieser Band ist erst der Auftakt zu einer Reihe. Ich vergebe gerne 5 Sterne dafür.

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Veröffentlicht am 20.08.2023

In eine Welt ohne Schatten – kehrt die Dunkelheit zurück – als Fluch!

Das Erbe von Eis und Rauch
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Der Schreibstil war im Großen und Ganzen flüssig und bildhaft, so dass man gut in die Handlung eintauchen konnte. Leider gab es gerade in der ersten Hälfte des Romans doch einige Längen, die aber in der ...

Der Schreibstil war im Großen und Ganzen flüssig und bildhaft, so dass man gut in die Handlung eintauchen konnte. Leider gab es gerade in der ersten Hälfte des Romans doch einige Längen, die aber in der zweiten Hälfte nicht mehr zu bemerken waren.

Das Cover wirkt warm und kalt zu gleich, zweigeteilt. Im oberen Bereich wird es von der Farbe blau und Kristallen beherrscht die magisch erscheinen. Im unteren Bereich wirkt es mehr rotorange und Rauchschwaden steigen auf. In riesiger Schrift und gut angepasst lesen wird den Titel, es passt gut zum Roman.

Fazit:
Wir finden uns in einer Welt wieder in der die Schatten verschwunden sind doch kehrt nun die Dunkelheit als Fluch zurück. Wir landen in einer Kampfschule und lerne einige Völker kennen. Die Atmosphäre wirkt dunkel und düster, man konnte die Bedrohung spüren.

Und hier treffen wir aus Myrra, sie ist ein Sonderling, hat ein verfluchtes Bein was sie immer wieder mit Schmerzen und mehr quält. Aus diesem Grund nimmt sie auch nicht an der magischen Zeremonie teil denn dies würde ihr weiteres Leben bestimmen. Statt vielleicht einer glorreichen Zukunft als Magierin zieht sie das Leben in der Kampfschule mit ihrer Familie vor. Doch dann wird ihr Großvater von einem Fluch getroffen, der nur durch Magie gebrochen werden kann. Nun muss sich Myrra ihren Ängsten stellen.
Ihre einzige Hoffnung sieht sie in den Braumeistern, fähigen Magiern, die mächtige Tränke herstellen können. Um mit diesen in Kontakt zu treten, muss sie nicht nur die Zeremonie über sich ergehen lassen, sondern auch mit einem Hexer zusammenarbeiten, der alles verkörpert, was Myrra verabscheut - und der ihr Herz dennoch schneller schlagen lässt. Gemeinsam stürzen sie sich in eine Welt voller Intrigen, verlorener Geheimnisse und dunkler Hexenmächte.

Myrra ist ein echter Familien Mensch, loyal und opferbreit, wenn sie dort helfen kann, ansonsten gibt sie mehr den Sonderling, stur und hartnäckig. Aber dies kann ihr dann auch helfen das Gegenmittel gegen den Fluch, der ihren Großvater befallen hat zu lösen. Sie muss über ihren Schatten springen und auch Vertrauen.

Roran hat ein Geheimnis, aber er taucht immer im richtigen Moment auf, um Myrra zu helfen. Er riskiert viel für sie und man gewinnt schnell das Gefühl, das sie ihm etwas bedeutet.

Bis auf die Längen zu Anfang ist der Roman recht gelungen, bildhaft werden wir durch die Welt geführt, sympathische Haupt- und Nebencharaktere runden das ganze ab. Die Handlung hält unerwartet Wendungen und Überraschungen bereit. Und ich bin gespannt, wie es in Band 2 weitergehen wird, für diesen Auftaktband von mir 4 Sterne.

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