Was für ein Roman
Die NamenFlorence Knapp erzählt mit einer beeindruckenden sprachlichen Begabung und dem Blick für kleinste Details drei verschiedene Lebensweg nach.
Cora, die Mutter eines neugeborenen Sohnes, begibt sich zu Beginn ...
Florence Knapp erzählt mit einer beeindruckenden sprachlichen Begabung und dem Blick für kleinste Details drei verschiedene Lebensweg nach.
Cora, die Mutter eines neugeborenen Sohnes, begibt sich zu Beginn des Romanes mit ihrer Tochter Maia zum Standesamt, um den Namen ihres Sohnes eintragen zu lassen. Bear, Julian und Gordon – drei verschiedene Namen, drei verschiedene Lebenswege.
Selbst kleinste Teilstücke der Wege, vom Verhalten gegenüber Frauen und Mitmenschen, über die Berufe, bis hin zum Aussehen, zeichnet die Autorin nach und entwirft insgesamt ein melodiöses, melancholisches und zartes Bild eines Lebens. Sie zeigt eindrücklich, wie sehr die Namensgebung tatsächlich das Leben beeinflussen kann, nur um am Ende die klar zugewiesenen Eigenschaften wieder aufzubrechen. Der starke, mutige, liebevolle Bear, der am Ende zum Himmelsvater wird. Julian, dessen Name eigentlich Himmelsvater bedeutet und der sich schließlich den Mut hat sich seiner Vergangenheit zu stellen. Und Gordon, benannt nach seinem Vater, der entgegen der Angst seiner Mutter, dann doch nicht so ist, wie sein Vater. Florence Knapp zeigt, dass Namensgebung wichtig ist, aber dennoch nicht vor einem „normalen“ Leben bewahrt, denn auf jedem Lebensweg gibt es Glück, Liebe, Trauer, Enttäuschungen, Freude und Schicksalsschläge. Der Roman präsentiert gewichtige und gewaltige Themen, erfüllt uns durch die zarte, melodiöse Sprache mit einer Sehnsucht nach Freiheit und Liebe und danach das Leben auszukosten, bevor es zu spät ist, egal welchen Namen man trägt.