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Redrose

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Gymnastik für die Nackenmuskulatur

Ausgartelt
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Revierinspektor Noah Hofer ist zurück und der „Hofnoah“ sorgt dafür, dass ich mir wie ein Wackel-Dackel vorkomme. Ab seinen abstrusen Handlungen und Äußerungen muss ich einfach immer wieder den Kopf schütteln ...

Revierinspektor Noah Hofer ist zurück und der „Hofnoah“ sorgt dafür, dass ich mir wie ein Wackel-Dackel vorkomme. Ab seinen abstrusen Handlungen und Äußerungen muss ich einfach immer wieder den Kopf schütteln 🤣, herrlich.

Noahs Intimfeindin hat dafür gesorgt, dass er im Rahmen eines Austauschprogramms weggelobt wurde und fernab von seiner Mama und ihrem Schweinsbraten muss der Hofnoah in Grieskirchen die Polizei verstärken. Der Preis von 11,50 EUR für eine Leberkässemmel schlägt dem Hofnoah schwer auf den Magen, er vermisst die gute und vor allem kostenlose Küche seiner Mutter und auch mit dem heimischen Bier kann er sich nicht anfreunden. Kurz und gut, trotz Luxusunterkunft verspürt er Heimweh und setzt daher alles daran, den Mord an dem berühmten Biogärtner Klaus Krautwaschl schnellstmöglich aufzuklären, in der Hoffnung, dass er dann endlich wieder zurück darf in sein geliebtes Mühlviertel. Leider sind seine Mittel wie auch seine Intelligenz eher beschränkt und so dauert es eine Weile, bis die Ermittlungen Erfolg zeitigen. Dazwischen habe ich viel Spaß, rätsle selbst und entdecke immer neue zwielichtige Personen und Mordmotive.

Mit dabei sind natürlich wieder die üblichen Verdächtigen, der Hamedinger Roland besucht seinen Spezl und berät ihn in Liebesdingen. Dass der erfolglose Antiquitätenhändler ausgerechnet eine Ärztin nicht für seriös hält, musste ich gleich meiner Freundin berichten, die diesen Beruf ausübt. 😉

Herrlich skurrile Personen, ein Biogärtner, der ausgerechnet tot auf seinem eigenen Komposthaufen liegt und jede Menge abstruse Verhältnisse. Bernhard Winkler hat es wieder geschafft, mich bestens zu unterhalten und ich bin schon sehr gespannt, in welche urkomischen Situationen der Hofnoah als nächstes stolpert.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Über die Fähigkeit, über sich hinauszuwachsen

Der Große Gary
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Benjamin ist ein Sonderling. Er ist zwar erst achtzehn, aber schon von erheblichen Phobien geplagt. Die Geschichte spielt kurz vor dem Corona-Ausbruch in Europa und ich frage mich, wie er wohl damit zurechtgekommen ...

Benjamin ist ein Sonderling. Er ist zwar erst achtzehn, aber schon von erheblichen Phobien geplagt. Die Geschichte spielt kurz vor dem Corona-Ausbruch in Europa und ich frage mich, wie er wohl damit zurechtgekommen wäre. Vermutlich gar nicht so schlecht, da alle Masken tragen und sich desinfizieren und er damit nicht mehr allein wäre 😉.

Seit seine Oma im Krankenhaus liegt, lebt Benjamin allein in einem Caravan Park. Als ihm ein Windhund zuläuft, fürchtet sich Benjamin zunächst davor, dass dieser Hund ihm Dreck und Bazillen in den Wohnwagen bringt, aber so langsam gewöhnt er sich daran, einen Gefährten zu haben.

Mir hat gefallen, wie sich Benjamin entwickelt hat. Zunächst eher belächelt, wegen seiner irrationalen Ängste, stellt er plötzlich das Wohl des Tieres über sein eigenes.

Als die Besitzer den wertvollen Renn-Hund wiederhaben wollen, muss Benjamin seinen ganzen Mut zusammennehmen.

Auch wenn ich eigentlich kein großer Fan von diesen verhungert aussehenden Windhunden bin, sondern lieber Hunde mit flauschigem Fell und etwas mehr Fleisch auf den Rippen bevorzuge, weckt Gary meinen Beschützerinstinkt. Am liebsten würde ich Benjamin und Gary einpacken und dafür sorgen, dass der fiese Eigentümer die Zwei in Ruhe lässt.

Eine Geschichte der leisen Töne, die aber noch nachhallt und berührt und von mir sehr gerne weiterempfohlen wird.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Nachts im Museum-Vibes

Mumien morden mittwochs nie
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Wer kennt nicht den Film mit Ben Stiller, als nachts im Museum die Ausstellungsstücke zum Leben erwachen? Ein wenig fühle ich mich in das Naturkundemuseum in New York versetzt, nur dass wir uns dieses ...

Wer kennt nicht den Film mit Ben Stiller, als nachts im Museum die Ausstellungsstücke zum Leben erwachen? Ein wenig fühle ich mich in das Naturkundemuseum in New York versetzt, nur dass wir uns dieses Mal in einem privaten Museum in Österreich befinden, und zwar tagsüber.

Frau Doktor Apollonia Obermoser, kurz Polly genannt, freut sich auf die Ausstellungseröffnung mit Artefakten aus der siebten Dynastie, die sie selbst in einem Keller eines Schlosses entdeckt hat. Doch während sie der Meinung ist, dass die Ausstellungsstücke sensationell genug sind, macht der Museumsdirektor eine Riesenshow aus dem Ganzen.

Ich fühle mich in den Kopf von Polly versetzt, spüre jedes Augenrollen und den Abscheu, welchen sie gegenüber dem Tamtam verspürt, zu welchem sie gezwungen wird, und kann mein Lachen nicht mehr unterdrücken. Was für eine Show, herrlich.

Und dann nimmt das Drama seinen Verlauf. Während Polly sich noch gegen die wahnwitzige Idee eines Fluchs der Mumie wehrt, kommt ein Teilnehmer der Pressekonferenz ums Leben. Und es bleibt nicht der einzige Tote. Wie von der Autorin gewohnt, ist der Bodycount und das Tempo hoch.

Was für eine wunderbar wahnwitzige Story bietet uns Tatjana Kruse mit „Mumien morden Mittwochs nie“. Es beginnt bereits bei den Kapitelüberschriften, die mich regelmäßig zum Lachen bringen, wie etwa „Wir werden alle älter, aber nicht alle werden erwachsen.“ und die mich auf das Kommende einstimmen. Der Humor, die Ironie, das ist alles ganz meins.

Und während ein Museumsangestellter nach dem anderen auf dramatische Weise sein Leben aushaucht, blättere ich gebannt Seite um Seite um und habe irgendwann aufgegeben, mir die witzigsten Stellen zu notieren, es sind einfach zu viele 😉.

Das alte Ägypten ist überhaupt nicht verstaubt und unmodern, sondern Tatjana Kruse spielt virtuos mit den Gefühlen ihrer Leser und sorgt dabei sogar noch für ein wenig spaßigen Geschichtsunterricht.

Mumien morden mittwochs nie ist ein grandioses Lesevergnügen, welches ich als Therapie empfehle, für alle, die gerne mal wieder ausgiebig lachen möchten.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Ein kulinarischer Kanaren-Krimi mit viel Lanzarote-Flair

Lava und Lügen auf Lanzarote
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Lava und Lügen auf Lanzarote ist für mich der erste Krimi dieses Autoren-Duos. Ich habe diese Insel selbst einmal besucht und fand es super, wie viel davon ich im Buch wiedererkannt habe.

Zentrale Thema ...

Lava und Lügen auf Lanzarote ist für mich der erste Krimi dieses Autoren-Duos. Ich habe diese Insel selbst einmal besucht und fand es super, wie viel davon ich im Buch wiedererkannt habe.

Zentrale Thema ist César Manrique, der größte Künstler der Kanaren hat auf Lanzarote einiges Sehenswertes hinterlassen. Ein Kunstexperte stirbt in einer Lavahöhle und erweckt das Interesse von Journalist Ben und seiner Reisebegleiterin, die Buchhändlerin Naira, die eigentlich nur Urlaub auf Lanzarote machen wollten. Doch die beiden Spürnasen genießen nicht nur die kulinarischen Köstlichkeiten der Insel, bei deren Beschreibung mir regelmäßig das Wasser im Munde zerläuft, sondern bringen sich mit ihren Ermittlungen auch selbst in Gefahr.

Mir gefällt die Beziehung zwischen Ben und Naira, „Sie waren Freunde, deren Seelen einander berührten.“ Und Nairas Beruf als Buchhändlerin macht sie sofort sympathisch. Sie besucht jede Buchhandlung vor Ort, auch für mich sind das Wohlfühlzonen, die ich in jeder Stadt unbedingt von innen sehen muss. 😍

Hier steht nicht die Spannung im Vordergrund, sondern das Erleben der Insel mit allen Sinnen.

Mir hat dieser Krimi Lanzarote noch einmal von einer ganz anderen Seite gezeigt. Fernab von den touristischen Hotspots ist es die Insel wert, in Ruhe erkundet zu werden. Dabei werde ich unbedingt die Restauranttipps beherzigen und freue mich schon auf „verschiedene Wildspargelsorten, iberischen Schinken, getrüffelten Parmentier mit schwarzem Pfeffer und kanarischen Wrackbarsch mit Ananas.“

Anders als Ben und Naira hoffe ich, dass mir keine Leichen begegnen und ich die Spannung nur aus einem Krimi beziehe und nicht im echten Leben. 🤣

Lava und Lügen auf Lanzarote ist cosy crime wie ich es mag und kann ich daher sehr gerne weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Angriff auf meine Tränendrüsen

Wilder than the Sea
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Kyle Bradshaw ist ein arroganter Mistkerl, zumindest in den beiden ersten Teilen dieser Trilogie. Ich konnte kaum glauben, dass es die Autorin schaffen würde, dass ich tatsächlich mit ihm mitleide und ...

Kyle Bradshaw ist ein arroganter Mistkerl, zumindest in den beiden ersten Teilen dieser Trilogie. Ich konnte kaum glauben, dass es die Autorin schaffen würde, dass ich tatsächlich mit ihm mitleide und sogar Verständnis für ihn aufbringe. Am Schluss habe ich Rotz und Wasser geheult und war restlos begeistert, Chapeau.

Mein Herz blutete, wie verraten sich Kyle gefühlt haben muss und wie sensibel und mitfühlend er tatsächlich sein kann.

Natürlich gibt es wieder jede Menge Rettungsschwimmer-Action, die sagenhafte Landschaft Alaskas und dieses wunderbare Gefühl von Freundschaft und Familie, die diese Reihe so auszeichnet.

Ich wäre sehr gerne bei den Chadwicks mit am Frühstückstisch gesessen und hätte die legendären Pancakes probiert. Als Rettungsschwimmer sich in eiskalte Fluten zu stürzen wäre jetzt nicht so mein Ding, aber ich bewundere die Alaskan Coast Guards um ihren Mut und Einsatz.

Eigentlich wollte ich das Buch ja im Buddyread lesen, aber einmal angefangen, konnte ich leider nicht mehr aufhören, sorry Uli 😉.

Tolle Reihe, sympathische Autorin, ich bin gespannt, was sie als nächstes für uns schreibt.

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