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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2025

Solider Krimi mit französischem Lokalkolorit

Der Kommissar und das Rätsel von Biscarrosse
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Dieses Buch ist Teil der "Kommissar Philippe Lagarde", welche mittlerweile bereits 14 Bände umfasst. Der vorliegende ist hierbei Band 8. Besonders gut gefällt mir, dass alle Bücher in sich abgeschlossen ...

Dieses Buch ist Teil der "Kommissar Philippe Lagarde", welche mittlerweile bereits 14 Bände umfasst. Der vorliegende ist hierbei Band 8. Besonders gut gefällt mir, dass alle Bücher in sich abgeschlossen sind und unabhängig voneinander gelesen werden können. Denn für mich war es das erste Buch, welches ich von der Autorin gelesen habe.
Erhofft hatte ich mir von diesem Buch ein paar vergnügliche und spannende Lesestunden in der wunderbaren Landschaft Frankreichs. So viel sei schon zu Beginn verraten, dies habe ich auch bekommen, auch wenn ich ein paar kleine Abzüge bezüglich vergnüglich und spannend machen muss.
Die Geschichte ist sehr gut und wohldurchdacht konstruiert, an manchen Stellen wirkte es auf mich aber ein wenig zu konstruiert. Da habe ich schon Krimis gelesen, die besser abgestimmt waren. Trotzdem liegt hier eine solide Handlung vor, mit durchaus sehr interessanten und sympathischen Charakteren. Das Lokalkolorit ist durchwegs spürbar und man hat fast das Gefühl die raue Seeluft des Atlantiks riechen zu können. Auch wie nicht anders zu erwarten, wird der Kulinarik viel Platz eingeräumt. Die Franzosen lieben gutes Essen und da ist auch Kommissar Philippe Lagarde keine Ausnahme.
Obwohl die Morde an und für sich recht brutal und blutig sind, ist die Stimmung des Buches meistens eher ruhig, entspannt und auch ein wenig heiter. Dies scheint ein Widerspruch in sich zu sein, aber die Autorin Maria Dries schafft hier einen wunderbaren Spagat.
Der Erzählstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und vor allem ihre anschaulichen Beschreibungen der Landschaft und des Essens sind mir positiv aufgefallen. Im Vergleich zu anderen Regionalkrimis muss ich sagen, dass ich sowohl witzigere, als auch spannendere gelesen habe. Dieses Buch reiht sich in allen Kategorien solide im Mittelfeld ein. Dies ist eines jener Bücher, die man perfekt an einem freien Tag lesen kann und sich sicher sein kann, dass man damit nichts falsch machen wird.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Im Hier und Jetzt liegt das Glück

Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen
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Die Anzahl der Bücher von japanischen Autorinnen und Autoren am deutschsprachigen Markt hat in den letzten Jahren gefühlsmäßig stark zugenommen. Und stechen vor allem die vielen eher in ruhigen Tönen verfassten ...

Die Anzahl der Bücher von japanischen Autorinnen und Autoren am deutschsprachigen Markt hat in den letzten Jahren gefühlsmäßig stark zugenommen. Und stechen vor allem die vielen eher in ruhigen Tönen verfassten und meist etwas poetisch angehauchten Bücher heraus. Ich vermute, das liegt daran, dass sie das japanische Lebensgefühl sehr gut transportieren können.
Auch "Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen" gehört genau zu dieser Kategorie von Büchern. Autorin Ito Ogawa-san beschreibt hier auf zauberhafte und manchmal auch ein wenig melancholische Weise ein Jahr im Leben von Hatoko-san. Welche nach dem Tod ihrer Vorgängerin den Schreibwarenladen übernimmt. Jedes der vier Kapitel ist dabei einer Jahreszeit gewidmet und demzufolge sind die Kapitel verhältnismäßig lang. Für Menschen, die ein Buch nicht mitten im Kapitel weglegen wollen, kann dies zu Problemen führen.
Das Tempo des Buches kann man meiner Meinung nach einfach nur als ruhig und langsam beschreiben. Eine Spannungskurve gibt es nicht wirklich, habe ich mir aber auch nicht erwartet. Böse Zungen würden vielleicht sogar behaupten, dass in diesem Buch nicht viel passiert. Bis zu einem gewissen Grad stimmt das wahrscheinlich auch. Aber eben nur bis zu einem gewissen Grad, denn wir dürfen miterleben, wie Hatoko-san sich selbst findet, obwohl ihr nicht mal bewusst war, dass sie sich verloren hat. Wir dürfen erleben, wie der heiße Sommer langsam in den kühleren Herbst übergeht, welcher von einem kalten Winter abgelöst wird, bei dem man glauben könnte, dass er nie endet, bis dann ganz langsam und zaghaft der Frühling Einzug hält.
Auch Ito Ogawa-san nimmt sich, wie ich es schon häufig in japanischen Romanen bemerkt habe, Zeit für die Beschreibung der Natur und der Umgebung. Während des Lesens hatte ich oft das Gefühl, dass ich die Blumen riechen kann, die sie beschreibt. Genauso intensiv und gefühlvoll wie die Autorin die Menschen und Pflanzen in dem Buch beschreibt, beschreibt sich auch die Arbeitsgeräte von Hatoko-san. Man merkt in jedem Satz die Liebe zum Detail, wenn die Hauptperson sich Zeit nimmt um für jeden Brief nicht nur die richtigen Worte, sondern auch das richtige Papier, das perfekte Schreibgeräte und auch die passende Briefmarke zu finden. Dies zeigt wieder einmal wie wichtig in Japan die kleinen Dinge des Lebens sind.
Besonders authentisch wird das Ganze, da die Briefe die Hatoko-san schreibt auch im Buch abgedruckt sind. Sowohl im japanischen Original als auch natürlich in einer deutschen Übersetzung.
Hatoko, QP, Madame Barbara und Panty sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich finde es sehr schade, dass ich mich mit dem Abschluss des Buches von ihnen verabschieden musste. Es war mir eine große Freude sie ein kleines Stück ihres Lebenswegs begleiten zu dürfen und zu sehen, wie sie sich Stück für Stück weiterentwickeln.
Man merkt es vielleicht in jedem meiner Worte, ich bin absolut entzückt von diesem Buch und kann es wirklich nur von Herzen weiterempfehlen. Wer auf der Suche nach einem herzerwärmenden Roman ist, der den eigenen Fokus vielleicht ein wenig verändert, wird hier auf jeden Fall fündig.

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Veröffentlicht am 09.04.2025

Sprachliche Verwirrung

Russische Spezialitäten
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Es gibt Bücher die muss ich unbedingt lesen und bei manchen ist es mir egal ob ich das Buch selbst lese oder es vorgelesen bekomme. Es gibt auch Bücher, die ich zuerst gelesen habe und mir danach das Hörbuch ...

Es gibt Bücher die muss ich unbedingt lesen und bei manchen ist es mir egal ob ich das Buch selbst lese oder es vorgelesen bekomme. Es gibt auch Bücher, die ich zuerst gelesen habe und mir danach das Hörbuch angehört habe. Normalerweise bin ich bei dem Thema Buch oder Hörbuch sehr flexibel. Bei diesem Buch bin ich im Nachhinein aber sehr froh, dass ich mich für das Hörbuch entschieden habe.
Dies liegt vor allem daran, dass der Autor, der auch der Sprecher des Hörbuches ist, sehr viele russische und auch ukrainische Wörter verwendet. Ich habe die Vermutung, dass ich beim Lesen große Schwierigkeiten damit gehabt hätte. Man könnte jetzt behaupten, dass es vielleicht besser gewesen wäre, wenn die Wörter und Ausdrücke übersetzt worden wären. Dann wäre aber meiner Meinung nach ein wichtiger Teil der Geschichte weggefallen und das Buch hätte an Authentizität verloren.
Das Dmitrij Kapitelman kein ausgebildeter Sprecher ist, merkt man im Laufe der Zeit immer wieder. An manchen Stellen wirkt es ein wenig holprig, das macht das ganze aber nur umso sympathischer. Die Stimmmelodie von Dmitrij habe ich als sehr angenehm empfunden und ihm wirklich gerne zugehört.
Doch nun kommen wir zum wichtigsten: Zum Inhalt des Buches und meinem Eindruck davon. Selten ist mir die Bewertung von einem Buch so schwergefallen. Denn obwohl ich mir ausnahmsweise mehrere Tage Zeit gelassen habe und wirklich intensiv über das gehört nachgedacht habe, weiß ich noch immer nicht, was ich davon halten soll.
Ich denke, dass ich im Großen und Ganzen schon verstanden habe, was der Autor mir mit seinem Werk sagen möchte. Und auch wenn ich es nicht aus persönlicher Erfahrung kenne, ich sein Gefühl der Entfremdung nachvollziehen kann. Ich fand es unglaublich faszinierend und tragisch mitzuverfolgen, wie der Krieg in der Ukraine Familien und Freunde entzweit. Allerdings habe ich so einige Probleme mit dem vom Autor gewählten Stilmittel. Seine übertrieben bildliche Sprache, in der dann plötzlich Fische oder Maschinengewehre zu sprechen beginnen, haben mich doch sehr verwirrt und ratlos zurückgelassen.
Eine Empfehlung kann ich nicht wirklich für das Buch aussprechen, ich wüsste nämlich nicht, wem ich das Buch empfehlen sollte. Abraten möchte ich aber auch niemanden, denn auf einer gewissen Ebene hat mich das Buch doch berührt und zum Nachdenken gebracht.

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Auf den Wolf gekommen

Wolfsküsse
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Das Wichtigste zuerst: Dies ist kein Sach-, geschweige denn ein Fachbuch. Es ist eine sehr persönliche Erzählung der Autorin wie sie ihre Liebe und Leidenschaft für Wölfe entdeckt hat. Natürlich werden ...

Das Wichtigste zuerst: Dies ist kein Sach-, geschweige denn ein Fachbuch. Es ist eine sehr persönliche Erzählung der Autorin wie sie ihre Liebe und Leidenschaft für Wölfe entdeckt hat. Natürlich werden einige wissenschaftliche Fakten erwähnt, aber wer wirklich ein fundiertes Buch zum Thema Wolf lesen möchte, ist hier an der falschen Adresse.
Das Buch ist mehr oder weniger eine Ode an den Wolf, aber auch ein wenig Selbsthilfebuch. Für mich hat es sich so angefühlt, als würde die Autorin mit diesem Buch auch die Such nach sich selbst beschreiben und auch verarbeiten. Die Natur und insbesondere die Wölfe haben ihr dabei sehr geholfen. Dies klingt jetzt vielleicht ein wenig komisch und pathetisch, ergibt aber, wenn man das Buch gelesen hat, durchaus Sinn.
Elli H. Radinger hat in den letzten 30 Jahren viel dafür getan, das doch eher schlechte Image des Wolfes zu verbessern. Denn der Ruf, der dem Wolf vorauseilt, ist in den meisten Fällen kein guter. Dies liegt sicher auch daran, dass er bereits im Kinderzimmer, dank diverser Märchen, als Bösewicht eingeführt wird. Sie hat sich intensiv mit dem Beobachten von „wilden“ Wölfen beschäftigt.
Obwohl die Autorin ihrer Leidenschaft nachgeht und mit ganzer Seele für das Thema brennt, kommen ihre Worte im Buch relativ nüchtern und distanziert rüber. Dies liegt sicher daran, dass eine die ersten Lektionen des Wolfbeobachtens ist, dass man seine Gefühle ignorieren muss. Nur an wenigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass ich hinter die Fassade der Autorin blicken kann.
Wölfe sind für mich auch faszinierende Tiere und während der Lektüre des Buches hätte ich am liebsten meine Sachen gepackt und mich auf den Weg in den Yellowstone Nationalpark gemacht. Wo sonst kann man so „einfach“ wilde Wölfe in freier Wildbahn beobachten. Doch dann stelle ich mir wieder die Frage, sind das wirklich noch wilde Wölfe? Denn obwohl die Menschen augenscheinlich nicht eingreifen, also die Wölfe weder füttern noch medizinisch versorgen, sind sie doch omnipräsent und stören bis zu einem gewissen Grad die Wölfe in ihrem Leben. Leider habe ich auch durch das Buch keine Antwort auf diese Fragen gefunden.
Das Buch war für mich eine recht angenehme Lektüre, wenn ich auch ein wenig mehr erwartet habe. Mehr Wissen und Fakten über Wölfe und weniger Selbstsuche und Sinnkrise. Der Erzählstil der Autorin war für mich in Ordnung, wenn auch nicht überragend fesselnd oder spannend.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Liebesglück zwischen Mobbing und Body Shaming

After Work
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Das Cover des Buches ist normalerweise kein Thema bei meinen Rezensionen, da ich die Beurteilung des Inhalts des Buches als wichtiger erachte. In diesem Fall mache ich aber eine Ausnahme. Denn das Cover ...

Das Cover des Buches ist normalerweise kein Thema bei meinen Rezensionen, da ich die Beurteilung des Inhalts des Buches als wichtiger erachte. In diesem Fall mache ich aber eine Ausnahme. Denn das Cover stößt mir ein wenig sauer auf. Auf den ersten Blick passt es ja wirklich gut zum Titel des Buches, aber leider nur bedingt zum Inhalt. Denn die Themen Gewicht, body shaming und falsche Schönheitsideale in der Werbung sind zentrale Punkte in der Geschichte. Und trotzdem tappt der Verlag hier in die gleiche Falle und wählt ein ausnehmend schlankes Model für das Cover. Sehr schade.
Mit Lexia Vikander konnte ich mich recht schnell anfreunden und mich auch in sie hineinversetzen. Ihre Unsicherheiten und Unzulänglichkeiten sind manchmal ein wenig anstrengend und nervig, machen sie auf der anderen Seite aber auch realistisch, menschlich und sympathisch. Ähnliches gilt für Adam Nylund. Bei ihm war meine Sympathie sehr stark davon abhängig welche seiner vielen Seiten er gerade gezeigt hat. Den harten Hund in geschäftlichen Dingen fand ich nicht immer sympathisch, konnte seine Handlungen aber verstehen. Nicht nachvollziehen konnte ich seine Gedanken bezüglich seiner Exfreundin, diese waren für mich völlig aus der Luft gegriffen und haben für die Geschichte keinen Mehrwert geliefert. Außer die Seitenzahl zu erhöhen und das Ganze ein wenig in die Länge zu ziehen.
Autorin Simona Ahrnstedt spricht in ihrem Buch sehr viele wichtige Themen an. Manche davon sind heute nicht mehr ganz so relevant. Die Werbung ist in den letzten Jahren, das Buch ist immerhin bereits 2018 erschienen, durchaus vielfältiger und diverser geworden. Andere Themen werden wahrscheinlich nie an Aktualität verlieren, auch wenn es wünschenswert wäre. Body positivity wird zwar überall propagiert, so ganz ist das in den Köpfen der Menschen aber noch nicht angekommen. Fälle von body shaming und Mobbing wegen eines von der Norm abweichenden Aussehen sind ist gerade in den sozialen Medien noch immer gang und gäbe.
Bei mir hinterlässt das Buch ein wenig das Gefühl, dass die Autorin es mit den "schwierigen" Themen ein klein wenig übertrieben hat. Da wurde für meinen Geschmack zu viel reingepackt, vor allem Dinge, die für die Geschichte keinen Mehrwert bringen, sondern nur dazu dienen, dass das Buch politisch korrekt ist und sich jede und jeder mitgemeint fühlt.
Die Liebesgeschichte zwischen Lexia und Adam würde ich als glaubwürdig bezeichnen, was für mich persönlich immer sehr wichtig ist. Die pikanten Szenen kommen natürlich vor, sind aber durchaus akzeptabel formuliert und nehmen nicht zu viel Raum ein.
Der Erzählstil der Autorin gefällt mir und sie konnte das Gefühlschaos der Protagonisten glaubwürdig transportieren. Leider sind viele der Nebencharaktere nur platte Randfiguren. Da wird tief in die Klischeekiste gegriffen und wie oben bereits erwähnt, versucht möglichst viele Randgruppen und Minderheiten auch noch zu integrieren. Einige der Personen hätten auch Potential gehabt, kamen in der Geschichte aber ein wenig zu kurz.
Alles in allem war es ein angenehmes, teilweise aber auch langatmiges Leseerlebnis. Ich hätte aber auch nichts dagegen einzuwenden gehabt, wenn der eine oder andere Handlungsstrang gefehlt hätte.

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