Profilbild von ReiShimura

ReiShimura

Lesejury Star
offline

ReiShimura ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ReiShimura über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2025

Authentisch und unterhaltsam

Die Abenteuer der Cluny Brown
0

Nach den heutigen Maßstäben klingt es absurd, dass eine Frau gegen die gesellschaftlichen Konventionen verstößt, nur weil sie allein im Ritz Tee getrunken hat. Doch genau das hat Clover, genannt Cluny, ...

Nach den heutigen Maßstäben klingt es absurd, dass eine Frau gegen die gesellschaftlichen Konventionen verstößt, nur weil sie allein im Ritz Tee getrunken hat. Doch genau das hat Clover, genannt Cluny, Brown getan. Sie hat allein im Ritz Tee getrunken und sich damit Ärger mit ihrem Onkel und gesetzlichen Vormund eingehandelt.
„Die Abenteuer der Cluny Brown“ ist eine charmante und wundervolle Wiederentdeckung des Eisele Verlages. Die Geschichte spielt in England Ende der 30iger Jahre und erschien erstmals 1944. Sowohl die behandelten Themen wie auch der Schreibstil erscheinen an manchen Stellen für unsere heutige Zeit zwar etwas altbacken und verstaubt, versprühen aber auf der anderen Seite einen ganz besonderen Charme.
Heutzutage wäre Cluny Brown wahrscheinlich ein normales, unauffälliges Mädchen. Zu ihrer Zeit aber war ihre Unangepasstheit und ihre Unbeschwertheit fast schon skandalös. Es klingt zwar schwer vorstellbar, doch trotz der unterschiedlichen Moralvorstellung der damaligen und heutigen Zeit, ist Cluny Brown eine Protagonistin, in die man sich gut hineinversetzen kann.
Obwohl Cluny Brown natürlich der unangefochtene Star des Buches ist, gibt es noch einen weiteren Erzählstrang, der sich erst nach und nach mit Clunys Geschichte verbindet. Die Geschichte rund um Andrew, der Sohn von Cluny Browns Arbeitgeber, und Mr. Belinski. Mit diesem Handlungsstrang hatte ich zwischendurch so meine Schwierigkeiten, da er im Vergleich eher düster, getragen und melancholisch daherkommt. Kein Wunder, denn hierbei geht es auch um den zweiten Weltkrieg bzw. die Angst das ein Krieg kommen wird. Faszinierend fand ich hier vor allem, dass obwohl die Vorboten sichtbar waren, viele der Protagonisten die Augen davor verschlossen haben und so etwas für unwahrscheinlich hielten.
Das Buch entsprach im Ganzen nicht ganz meinen Erwartungen, dennoch war es in Summe gesehen ein angenehmes Leseerlebnis. Das Buch und die darin vorkommenden Charaktere sind authentisch, teilweise skurril und überaus unterhaltsam. Ein wunderbarer Blick in eine Zeit, die wir sonst nur aus Geschichtsbüchern kennen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2025

Da wäre deutlich mehr drinnen gewesen

Iron Flowers – Die Rebellinnen
0

Das Cover des Buches hat mich sofort in seinen Bann gezogen und auch der Klappentext klang ansprechend und spannend. Daher war für mich sofort klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Leider wurden meine ...

Das Cover des Buches hat mich sofort in seinen Bann gezogen und auch der Klappentext klang ansprechend und spannend. Daher war für mich sofort klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.
Das Buch spielt in der Fantasiewelt Viridia, die leider für mich bis zum Schluss nicht wirklich greifbar war. Dies liegt vor allem an den doch eher spärlichen Beschreibungen der Welt. Die Autorin hat sich leider nicht die Mühe gemacht und die Welt zu durchdenken und zu beschreiben, sondern streut nur vereinzelte Brocken über die Geschichte und die Geografie Viridia ein. Sehr schade, denn für mich gehört zu einem gelungenen Fantasiebuch auch eine durchdachte Umgebung dazu.
Auch bezüglich der Charaktere hat sich es Autorin Tracy Banghart eher leicht gemacht. Ihre Beschreibungen der Schwestern Nomi und Serena sind zwar noch halbwegs akzeptabel, aber die meisten Nebencharaktere blieben für mich flache Gestalten ohne Tiefgang.
Die Geschichte selbst fand ich sehr interessant und fesselnd, wenn auch an vielen Stellen durchschaubar und vorhersehbar. Manche Dinge kamen mir auch aus anderen Büchern bereits bekannt vor. Dies passiert, aber natürlich immer wieder, vor allem wenn man viele Bücher aus dem gleichen Genre liest. In den meisten Fällen kann ich über den Punkt hinwegsehen, wenn die Charaktere und die Fantasiewelt vernünftig herausgearbeitet wurden.
Nomi und Serena waren für mich zu Beginn der Geschichte zwei interessant Charaktere, von denen ich mir viel erwartet habe. Vor allem in Nomi habe ich meine Hoffnungen gesetzt und ihr sturer, nicht angepasster Charakter hat mir gut gefallen. Leider hat sich dies sehr schnell geändert. Nomis Stärke verblasste über die Zeit immer mehr und sie wurde zu einem Spielball des Thronfolgers und seines Bruders. Gerade ihr hätte ich mehr Verstand und Skepsis gegenüber den höfischen Spielen zugetraut.
Das Thema Feminismus und Unterdrückung von Frauen ist allgegenwärtig, wenn auch sehr einfach gehalten und teilweise ein wenig klischeehaft. Dies kann ich der Autorin aber dahin gehend verzeihen, da es sich hierbei ja um ein Jugendbuch handelt und das empfohlene Lesealter bei 14 Jahren liegt.
Leider wird auch dieses Thema ein wenig zunichte gemacht, in dem beide Schwestern sich in mehr oder weniger kürzester Zeit in einen Mann verlieben bzw. sich von ihm abhängig machen. Die Stärke der beiden geht dadurch ein wenig verloren.
Meiner Meinung nach hat Autorin Tracy Banghart einiges an Potential ungenutzt gelassen und hätte aus der Geschichte und vor allem aus Serena und Nomi mehr machen können. Nichtsdestotrotz hat mich die Geschichte gefesselt und ich werde definitiv auch noch den zweiten Teil lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2025

Gutes Grundlagenbuch

21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest - Kapitalanlage, Versicherungen & Altersvorsorge
0

Leider gilt heutzutage noch immer der Spruch: "Über Geld spricht man nicht". Umso wichtiger sind Bücher wie dieses, die auf einfache und verständliche Art und Weise dem Leser/ der Leserin das Thema Finanzen ...

Leider gilt heutzutage noch immer der Spruch: "Über Geld spricht man nicht". Umso wichtiger sind Bücher wie dieses, die auf einfache und verständliche Art und Weise dem Leser/ der Leserin das Thema Finanzen näherbringen.
Das Buch besticht dabei einerseits mit seiner Übersichtlichkeit und seiner kompakten Art und Weise das Wissen zu vermitteln. Dabei kann das Buch entweder in einem Rutsch durchgelesen werden oder man sucht sich die Themen aus, die einem am meisten interessieren. Auch dies ist aufgrund der sehr guten Einteilung des Buches möglich.
Autor Matthias Kowalski richtet sich meiner Meinung nach vornehmlich an eine Leserschaft, die sich bis jetzt noch nicht wirklich mit dem Thema beschäftigt hat. Die einzelnen Themen wie Depot, Sparplan, Tagesgeldkonto, ETF etc. werden von Grund auf in leicht verständlichen Worten erklärt. Das Ganze kommt aber logischerweise nicht ohne die branchentypischen Fachbegriffe aus. Aber auch hier muss man keine Berührungsängste haben, denn alles wird im Text sehr gut erläutert. Zusätzlich gibt es am Ende des Buches noch ein Glossar zum Nachlesen.
Der Fokus des Buches liegt vor allem auf dem Thema Vermögensaufbau und hierbei wird, für mich persönlich wenig überraschen, zu einer Kombination aus Tagesgeldkonto und MSCI Word ETF geraten. Die Bereiche Schuldenabbau und Ausgabenoptimierung werden zwar angeschnitten, aber relativ schnell abgearbeitet.
Einige Kapitel, wie zum Beispiel das über Förderungen, habe ich nur überflogen, da sie sich auf Deutschland beziehen und für mich als Österreicherin nicht relevant sind.
Im Buch sind einige Links aufgeführt, die zu Vergleichen und Tests von Stiftung Warentest führen. Leider sind all diese Dinge kostenpflichtig. Einerseits verständlich, aber andererseits wurde ja bereits Geld für das Buch ausgegeben.
Ich persönlich fand das Buch sehr interessant, konnte aber, da ich mich schon länger mit dem Thema auseinander setze kaum etwas Neues lernen. Schade, dass es dieses Buch nicht gab, als ich mit dem Thema gestartet habe, denn dann wäre mir sicher vieles leichter gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 15.01.2025

Gut für Montessori Einsteiger

Ich kann das selber machen
0

Autorin Juliane Jakubek gibt in ihrem guten Buch einen sehr guten Überblick in welchen Bereichen man eine Montessori-inspirierte Erziehung anwenden kann. Sie zeigt Ideen und Strategien auf mit denen Eltern ...

Autorin Juliane Jakubek gibt in ihrem guten Buch einen sehr guten Überblick in welchen Bereichen man eine Montessori-inspirierte Erziehung anwenden kann. Sie zeigt Ideen und Strategien auf mit denen Eltern ihren Kindern helfen können selbstständig und selbstbestimmt aufzuwachsen. Hier bei hält sie sich an den Montessori Grundsatz „Hilf mir es selbst zu tun“.
Im Vordergrund stehen natürlich die Bedürfnisse des Kindes, trotzdem werden auch die Bedürfnisse der Eltern berücksichtigt. Im Vergleich zu anderen Büchern erwähnt Juliane Jakubek immer wieder, dass es normal und natürlich ist, dass man die Strategien nicht immer zur vollsten Zufriedenheit umsetzen kann. Es gibt Situationen, in denen man keine Zeit für lange Erklärungen hat und auch mal über dem Kopf des Kindes hinweg entscheidet.
Auf Altersangaben verzichtet die Autorin bei ihren Ideen und Strategien ganz bewusst. Für mich im ersten Augenblick ein wenig irritierend und ungewohnt. Die Herangehensweise finde ich aber eigentlich sehr gut, denn Kinder sind eben individuell in ihrer Entwicklung und nicht jeder zweijährige hat die gleichen Fähigkeiten und Bedürfnisse.
Da ich bereits mehrere Bücher zum Thema Montessori gelesen habe, konnte ich in diesem Buch kaum Neues für mich entdecken. Für Neulinge in dem Bereich gibt das Buch aber einen sehr guten Überblick und ist meiner Meinung der perfekte Einstieg.
Viele der gezeigten Ideen sind bei begrenztem Wohnraum nur schwer umsetzbar. Das schöne ist aber, dass jeder für sich entscheiden kann, was passend ist und was nicht.
Einzig das letzte Kapitel zum Thema außer Haus Betreuung hat mich nicht überzeugt. Hier kommt dann doch noch der erhobene Zeigefinger Vorschein und zerstört ein klein wenig den guten Gesamteindruck.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
Veröffentlicht am 15.01.2025

Kaum Zeit zum Verschnaufen

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
0

Autor Richard Osman ist kein Unbekannter und sein Donnerstagsmordclub erfreut sich großer Beliebtheit. So jedenfalls habe ich es im Internet gelesen, denn bis dato kannte ich weder Richard Osman noch seine ...

Autor Richard Osman ist kein Unbekannter und sein Donnerstagsmordclub erfreut sich großer Beliebtheit. So jedenfalls habe ich es im Internet gelesen, denn bis dato kannte ich weder Richard Osman noch seine berühmten Bücher. Ich denke aber, dass sich das in Zukunft ändern wird. Denn eines gleich vorweg, mir gefällt der Stil des Autors sehr gut.

Das Tempo des Buches ist von Anfang an sehr hoch. Dies zeigt sich einerseits an einer Fülle von handelnden Personen, die innerhalb weniger Kapitel eingeführt werden. Und natürlich befindet sich so ziemlich jede Person an einem anderen Ort. Daher springt die Geschichte von Kapitel zu Kapitel von einem Ort zum nächsten. Zu Beginn war dies für mich sehr irritierend und auch die Masse an Namen hat mich fast ein wenig Erschlagen. Glücklicherweise konnte ich mich dann aber ziemlich schnell in den etwas ungewöhnlichen Erzählstil einlesen und den Überblick bewahren.
Neben dem großen Haupterzählstrang gibt es sehr viele Nebenstränge, die eine Zeit lang einfach, wie lose Fäden herumflattern. Erst nach und nach finden die Fäden zusammen und ergeben ein großes ganzes. Das Tempo bleibt fast das gesamte Buch über hoch. Nur im Mittelteil, wie bei so vielen Büchern, flacht die Spannungskurve ab.

Ausnahmsweise war ich gar nicht sonderlich böse darüber, denn es wurde weder besonders langatmig noch langweilig. Viel mehr konnte man diesen Teil nutzen, um ein wenig zu Verschnaufen und die Gedanken zu sortieren.
Das Dreiergespann, Personenschützerin Amy Wheeler, ihr Schwiegervater Steve Wheeler und Autorin Rosie D'Antonio habe ich mehr oder weniger sofort ins Herz geschlossen. Vor allem Steve und Rosie finde ich auf ihre skurrile und schrullige Art wirklich zum Schießen. Bei Amy bin ich mir noch nicht so ganz sicher. Sie ist nicht wirklich unsympathisch, aber für mich noch immer ein wenig unnahbar. Ich hoffe aber, dass sich dieses Gefühl bei den nächsten Büchern ein wenig mildern wird, wenn man vielleicht auch mehr über Amys Vergangenheit erfährt.

Wie bereits anfangs erwähnt, gefällt mir der etwas ungewöhnliche Erzählstil des Autors sehr gut. Sein Witz und seine Komik sind ein wenig gewöhnungsbedürftig und an manchen Stellen vielleicht unerwartet und ein klein wenig unpassend. Im Großen und Ganzen hat Richard Osman aber einen Nerv bei mir getroffen und ich habe mich sehr gut amüsiert.
Überraschend war für mich auch die hohe Anzahl an Kapiteln und den damit eingehenden ständigen Wechseln der Perspektive und des Ortes. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob dies wirklich notwendig ist und auch bei diesem Punkt bin ich gespannt, ob sich das im Laufe der Serie ändern wird oder nicht. Andererseits finde ich die oft sehr kurzen Kapitel auch sehr angenehm, da ich ungern mitten in einem Kapitel zu lesen aufhöre.

Für mich ist das Buch ein sehr gelungener Auftakt einer neuen Reihe und ich freue mich schon darauf wieder mit Amy, Steve und Rosie auf Mörderjagd zu gehen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere