Zwischen Klassenzimmer und Rotlicht
Wie man in Japan Go-go-Girl wirdAnna Sanner berichtet zum zweiten Mal über ihr Leben in Japan. Ihr erstes Buch "Wie man in Japan Ninja" wird habe ich nicht gelesen, die Vorkenntnisse sind für dieses Buch aber auch nicht notwendig. Die ...
Anna Sanner berichtet zum zweiten Mal über ihr Leben in Japan. Ihr erstes Buch "Wie man in Japan Ninja" wird habe ich nicht gelesen, die Vorkenntnisse sind für dieses Buch aber auch nicht notwendig. Die Autorin gibt einen sehr persönlichen Einblick in ihr Leben und lässt die Leser:innen an ihrem Doppelleben zwischen ihrem Dasein als Lehrerin und Go Go Girl teilnehmen. Das Buch ist kein literarisches Meisterwerk, aber durchaus eine interessante Lektüre.
Über den Inhalt des Buches werde ich nicht viele Worte verlieren. Vor allem werde ich mir nicht anmaßen die Handlung des Buches zu bewerten. Immerhin handelt es sich hierbei um ein autobiographisches Werk und meiner Meinung nach, steht es mir nicht zu darüber eine Wertung abzugeben.
Dieses Buch ist definitiv kein klassischer Reisebericht. Man merkt in jeder Zeile, dass Anna in diesem Land wirklich viel Zeit verbracht hat und dort wirklich gelebt und vielleicht zu einem gewissen Grad auch angekommen ist. Sie berichtet ehrlich und ungeschönt über ihre Erlebnisse im Rotlichtmilieu Japans. Diese Ehrlichkeit mag vielen Japan-Fans, die ihr Lieblingsland vergöttern und nur durch die rosarote Brille sehen, vielleicht sauer aufstoßen, dennoch bin ich der Meinung, dass Anna Sanner dabei immer mit dem gewissen Maß an Respekt und Achtung agiert. Für mich war das Buch auf jeden Fall eine spannende Erfahrung und ich habe einiges über Japan und seine Gepflogenheiten dazugelernt. Dinge die mir in einem klassischen Reiseführer oder -bericht sicher nicht untergekommen wären.
Den Schreibstil von Anna Sanner würde ich als eher einfach bezeichnen und wie bereits anfangs erwähnt, darf man sich hier kein literarisches Meisterwerk erwarten. Die Personen die Anna in ihrem Beruf als Go Go Tänzerin trifft sind teilweise derart skurril, dass man nur den Kopf schütteln kann. An manchen Stellen hätte ich mir mehr Tiefgang oder Hintergrundinformationen erwartet, aber Anna schreibt einfach, wie ihr der Schnabel gewachsen ist würde ich sagen. Obwohl mir das Buch im Großen und Ganzen recht gut gefallen hat, hat mich das Buch nicht so sehr begeistert, als dass ich nachträglich auch noch Annas erstes Buch lesen möchte.
Ich möchte dem Buch wohlgemeinte 3 von 5 Sternen geben, da es für mich eine nette Erfahrung, aber eben auch nicht mehr war. Dieses Buch eignet sich meiner Meinung nach für all jene, die eine etwas andere Seite von Japan kennenlernen möchten.