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Veröffentlicht am 09.01.2026

Zwischen Klassenzimmer und Rotlicht

Wie man in Japan Go-go-Girl wird
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Anna Sanner berichtet zum zweiten Mal über ihr Leben in Japan. Ihr erstes Buch "Wie man in Japan Ninja" wird habe ich nicht gelesen, die Vorkenntnisse sind für dieses Buch aber auch nicht notwendig. Die ...

Anna Sanner berichtet zum zweiten Mal über ihr Leben in Japan. Ihr erstes Buch "Wie man in Japan Ninja" wird habe ich nicht gelesen, die Vorkenntnisse sind für dieses Buch aber auch nicht notwendig. Die Autorin gibt einen sehr persönlichen Einblick in ihr Leben und lässt die Leser:innen an ihrem Doppelleben zwischen ihrem Dasein als Lehrerin und Go Go Girl teilnehmen. Das Buch ist kein literarisches Meisterwerk, aber durchaus eine interessante Lektüre.

Über den Inhalt des Buches werde ich nicht viele Worte verlieren. Vor allem werde ich mir nicht anmaßen die Handlung des Buches zu bewerten. Immerhin handelt es sich hierbei um ein autobiographisches Werk und meiner Meinung nach, steht es mir nicht zu darüber eine Wertung abzugeben.

Dieses Buch ist definitiv kein klassischer Reisebericht. Man merkt in jeder Zeile, dass Anna in diesem Land wirklich viel Zeit verbracht hat und dort wirklich gelebt und vielleicht zu einem gewissen Grad auch angekommen ist. Sie berichtet ehrlich und ungeschönt über ihre Erlebnisse im Rotlichtmilieu Japans. Diese Ehrlichkeit mag vielen Japan-Fans, die ihr Lieblingsland vergöttern und nur durch die rosarote Brille sehen, vielleicht sauer aufstoßen, dennoch bin ich der Meinung, dass Anna Sanner dabei immer mit dem gewissen Maß an Respekt und Achtung agiert. Für mich war das Buch auf jeden Fall eine spannende Erfahrung und ich habe einiges über Japan und seine Gepflogenheiten dazugelernt. Dinge die mir in einem klassischen Reiseführer oder -bericht sicher nicht untergekommen wären.

Den Schreibstil von Anna Sanner würde ich als eher einfach bezeichnen und wie bereits anfangs erwähnt, darf man sich hier kein literarisches Meisterwerk erwarten. Die Personen die Anna in ihrem Beruf als Go Go Tänzerin trifft sind teilweise derart skurril, dass man nur den Kopf schütteln kann. An manchen Stellen hätte ich mir mehr Tiefgang oder Hintergrundinformationen erwartet, aber Anna schreibt einfach, wie ihr der Schnabel gewachsen ist würde ich sagen. Obwohl mir das Buch im Großen und Ganzen recht gut gefallen hat, hat mich das Buch nicht so sehr begeistert, als dass ich nachträglich auch noch Annas erstes Buch lesen möchte.

Ich möchte dem Buch wohlgemeinte 3 von 5 Sternen geben, da es für mich eine nette Erfahrung, aber eben auch nicht mehr war. Dieses Buch eignet sich meiner Meinung nach für all jene, die eine etwas andere Seite von Japan kennenlernen möchten.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Vegane Vielfalt für Neulinge

Carlottas vegane Küche
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Man muss nicht vegan leben, um vegan zu kochen. Klingt vielleicht im ersten Augenblick ein wenig seltsam, aber damit meine ich, dass wir kein veganer Haushalt sind, ich aber dennoch sehr gerne vegane Gerichte ...

Man muss nicht vegan leben, um vegan zu kochen. Klingt vielleicht im ersten Augenblick ein wenig seltsam, aber damit meine ich, dass wir kein veganer Haushalt sind, ich aber dennoch sehr gerne vegane Gerichte koche. Da ich gerne koche und Abwechslung liebe, bin ich immer wieder auf der Suche nach neuen Inspirationen, so bin ich auch über dieses Kochbuch gestolpert.
Die Ankündigung und Aufmachung des Buches waren sehr vielversprechend und da ich die italienische Küche liebe, habe ich den Versuch gewagt.

Ein wenig überrascht war ich über den Einleitungsteil des Buches. Dieser umfasst immerhin 60 Seiten und behandelt neben dem klassischen Vorwort und einigen einleitenden Worten zur veganen Küche auch Themen wie Organisation in der Küche, Decluttering, Meal Prep und wie man Gemüse kocht. Für mich persönlich hat diese lange Einleitung wenig Neues gezeigt, mir ist aber bewusst, dass dies für Neulinge in der Küche sicher einen Mehrwert hat.

Der Eindruck, dass sich dieses Buch vor allem an Küchenanfänger im allgemeinen und Neulinge in der veganen Küche richtet hat sich dann auch im Rezeptteil fortgesetzt. Denn unter den 80 Rezepten, die dieses Buch beinhaltet sind, auch sehr viel Grundlagenrezepte dabei, u.a. gibt es ein Rezept für Hummus, für den perfekten Toast, Müsliriegel und Energiebällchen.

Das Buch selbst ist hochwertig verarbeitet und die Aufmachung des Buches kommt sehr wertig daher. Die Fotos der Gerichte sind appetitanregend, ansprechend und machen Lust aufs Nachkochen. Hinweise zu den Nährwertangaben gibt es leider keine und wie so oft sind die Zubereitungszeit und Kochzeit sehr optimistisch. Vielleicht liegt aber letzteres auch an mir und ich habe in der Küche einfach ein schlechtes Zeitmanagement. Denn es gibt kaum ein Kochbuch, bei dem ich mit den angegebenen Zeiten hinkommen würde.

Die bis dato nachgekochten Rezepte, es waren einige, aber natürlich nicht alle, waren geschmacklich sehr gut. Leider habe ich aber feststellen müssen, dass die angegebenen Zutatenmengen nicht immer passend sind, obwohl ich mich beim Erstversuch immer wirklich akribisch ans Rezept halte.

Alles in allem ist dies wirklich ein schön gestaltetes Kochbuch, dass ich vor allem Anfängern weiterempfehlen würde. Personen, die bereits über sehr viel Kocherfahrung und eine große Sammlung an Kochbüchern zur veganen Küche verfügen, werden meiner Meinung nach nur wenig neues finden.

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Ein Abschluss mit Licht und Schatten

Rebel Witch. Der rote Nachtfalter, Band 2
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Mit großen Erwartungen habe ich dem Erscheinungstermin des Buches entgegengefiebert, denn auch wenn der erste Teil mich nicht vollständig überzeugen konnte, wollte ich doch wissen, wie die Geschichte ausgeht. ...

Mit großen Erwartungen habe ich dem Erscheinungstermin des Buches entgegengefiebert, denn auch wenn der erste Teil mich nicht vollständig überzeugen konnte, wollte ich doch wissen, wie die Geschichte ausgeht. Autorin Kristen Ciccarelli hat einen doch recht würdevollen Abschluss für ihre Dilogie gefunden, aber leider war dieses Buch schwächer als das erste. Daher kann ich dem Buch auch leider nur 3 von 5 Sternen geben.

Ich hatte ein wenig Angst, dass ich nicht mehr gut in die Geschichte rein finden würde, da doch mehr als ein halbes Jahr und viele andere Bücher zwischen dem ersten und zweiten Band lagen. Glücklicherweise war diese Angst aber unbegründet, denn bereits nach wenigen Minuten war ich wieder vollkommen in der Geschichte angekommen. Der Anfang des Buches ist der Autorin hervorragend gelungen und die Spannung war von Beginn an hoch.

Das Hauptaugenmerk liegt auch in diesem Buch wieder auf der Beziehung von Rune und Gideon und natürlich ist das ganze wieder überhaupt nicht einfach. Jedes Mal, wenn man denkt, dass nun alles geklärt ist, kommt das nächste Missverständnis und das Vertrauen ist wieder dahin. Wie sagt man: Ein Schritt nach vorne und zwei zurück. Ab einem gewissen Punkt hatte ich das Gefühl, dass die beiden sich nur mehr im Kreis drehen und ich war ein klein wenig genervt.

Ich hätte es schön gefunden, wenn Kristen Ciccarelli weniger Energie in die komplizierte Beziehung zwischen Rune und Gideon gesteckt hätte und dafür mehr in die Beschreibung und Erklärung der Welt, in der sich die Geschichte abspielt. Dies habe ich bereits beim ersten Teil bekrittelt und leider muss ich dies wieder tun. Ein klein wenig mehr Informationen bekommt man zwar, aber viel ist es nicht. Die Welt und auch die meisten Charaktere bleiben blass und zweidimensional.

Obwohl sich die Autorin viel Mühe gegeben hat einige Wendungen in die Geschichte einzubauen, muss ich doch sagen, dass die wenigsten davon unerwartet kamen. Besonders schade fand ich allerdings, dass das eigentlich spannende, die Revolution und die Bekämpfung der bösen Hexen zu sehr in den Hintergrund geraten ist. Da fiebert man zwei Bücher lang darauf hin und dann wird alles in gefühlt Windeseile und wenigen Sätzen abgehandelt.
Gelesen wird das Hörbuch, gleich wie der erste Teil, von Henriette Schreuers und Moritz Frinberg. Die beiden haben mich bereits bei Heartless Hunter begeistert und auch in diesem Teil haben sie dem Buch mit ihren Stimmen wieder Leben eingehaucht und die Emotionen wunderbar übermittelt.

Rebel Witch ist zwar ein solider, aber doch ein wenig enttäuschender Abschluss der "Der rote Nachtfalter" Dilogie. Meine Erwartungen an das Buch waren nach dem doch sehr guten, wenn auch nicht überragenden, Auftakt deutlich höher. Dennoch bin ich froh, dass ich miterleben durfte, wie die Geschichte rund um Rune und Gideon endet.
Dieses Buch bzw. diese Dilogie, denn ohne Kenntnis des ersten Teiles macht es keinen Sinn dieses Buch zu lesen, würde ich all jenen empfehlen, denn bei Romantasybüchern vor allem der Romance Teil wichtig ist.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Dystopische Stärke trifft romantische Schwäche

To Cage a Wild Bird
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Brooke Fast hätte mit ihrem Debütroman einen soliden, dystopisch-düsteren Roman abliefern können, wenn sie nicht alles mit einer deplatzierten und unglaubwürdigen Liebesgeschichte ruiniert hätte.

Der ...

Brooke Fast hätte mit ihrem Debütroman einen soliden, dystopisch-düsteren Roman abliefern können, wenn sie nicht alles mit einer deplatzierten und unglaubwürdigen Liebesgeschichte ruiniert hätte.

Der Einstieg ins Buch hat mir sehr gut gefallen und Raven, eine Kopfgeldjägerin war mir, auch wenn es komisch klingen mag angesichts ihres Berufes von Anfang an sympathisch und ich wollte mehr über ihre Geschichte erfahren. Das Tempo des Buches war von Beginn an hoch, auch dies hat mir sehr gut gefallen und die Spannungskurve hat eindeutig nach oben gezeigt.

Sobald Raven dann allerdings in der Haftanstalt Endlock inhaftiert ist, verringert sich das Tempo ziemlich. Man diesem Umschwung hätte ich noch keine Probleme gehabt, wenn die Autorin dafür die Zeit für die Beschreibung und der Vertiefung der Charaktere genutzt hätte. Leider hat sie dies nicht getan und viele der Protagonisten sind bis zum Ende eher blass und zweidimensional geblieben. An einigen Stellen hat sie dann auch auf die typischen Klischees zurückgegriffen, so sind die bösen Wärter natürlich nicht besonders gutaussehend und haben noch dazu schlechte Manieren.

Diese ganzen Kleinigkeiten hätte ich Brooke Fast noch verziehen, da sie es geschafft hat mich in den Bann der Geschichte zu ziehen und ich die düstere und bedrohliche Stimmung teilweise fast körperlich spüren konnte. Ihre teilweise sehr plakativen Beschreibungen von gewaltvollen Szenen sind wirklich gut gemacht, wenn man das in diesem Zusammenhang so formulieren darf.

Ich konnte bei meiner kurzen Internetrecherche nicht herausfinden auf wie viele Bände die Serie rund um Raven und Dividium ausgelegt ist. Daher habe ich der Autorin auch verziehen, dass sie nur gelegentlich Hinweise zu der Welt, in der das Buch spielt, gibt. Eine ungefähre Vorstellung von der Politik und der Mehrklassengesellschaft habe ich zumindest bekommen. Ich vermute, dass im nächsten Band weitere Einzelheiten bekanntgegeben werden.

Mein Hauptkritikpunkt an diesem Buch ist aber die Liebesgeschichte. Wobei mich nicht die Tatsache stört, dass es eine gibt, denn dies wusste ich bereits durch die Ankündigung des Buches, da es als Fantasy-Romance Buch vermarktet wird. Mein Problem besteht darin, dass der romantische Teil für meinen Geschmack viel zu schnell voranschreitet und was noch viel schlimmer ist, die Szenen an völlig unpassenden Stellen eingestreut sind. Dadurch wirkt das ganze konstruiert, fehl am Platz und unrealistisch.

Brooke Fast hat es geschafft, dass ich neugierig bin, wie es mit Raven und ihren Begleiter:innen weitergeht, auch wenn mich ihr Debütroman nicht komplett überzeugen konnte. Ich empfehle dieses Buch allen, die gerne dystopische Romane lesen und kein Problem mit einer Liebesgeschichte und ein wenig Spice haben. Wer mit letzterem nichts anfangen kann, sollte meiner Meinung nach besser die Finger von diesem Buch lassen.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Steampunk, Spannung und skurrile Weisheiten

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen
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Zu Beginn möchte ich feststellen, dass es sich hierbei um eine Rezension aus einer erwachsenen Sicht handelt und ich keinen sinnvollen Beitrag leisten kann, wie dieses Buch bei der eigentlichen Zielgruppe ...

Zu Beginn möchte ich feststellen, dass es sich hierbei um eine Rezension aus einer erwachsenen Sicht handelt und ich keinen sinnvollen Beitrag leisten kann, wie dieses Buch bei der eigentlichen Zielgruppe ankommen würde. Denn auch wenn es für manche vielleicht komisch oder kindisch ist, lese ich als Erwachsene manchmal trotzdem gerne Kinderbücher.

In diesem Fall hat mich der Klappentext angesprochen und insbesondere die Ankündigung, dass es sich bei diesem Buch um eine Kriminalgeschichte im Stile von Enola Holmes handelt.

Der Schreibstil war wie nicht anders bei einem Kinderbuch eher einfach gehalten und lies sich für mich als Erwachsene natürlich sehr leicht lesen. Die Geschichte nimmt nach einer kurzen Einführung in die Umgebung und die Charaktere auch relativ schnell Fahrt auf und es bleibt dann eigentlich auch durchgehend interessant und spannend. Das Tempo des Buches würde ich als eher hoch bezeichnen. Dies tut der Spannung des Buches natürlich sehr gut, gefühlsmäßig leidet die Charakterentwicklung aber ein klein wenig darunter. Damit meine ich, dass die Charaktere zwar äußerlich sehr gut beschrieben werden, aber trotzdem bis zum Ende oft zweidimensional und flach bleiben. Mich persönlich hat es jetzt weniger gestört, ich könnte mir aber vorstellen, dass die eigentliche Zielgruppe Probleme damit haben könnte, da es schwerer ist sich mit einer der Personen zu identifizieren.

Die Stadt, in der die Geschichte spielt, wird nicht namentlich genannt und es scheint sich auch um keine reale Stadt zu handeln. Lustigerweise musste ich trotzdem die ganze Zeit an London denken, warum kann ich auch nicht genau sagen. Das ganze Setting des Buches ist eine Mischung aus Realität und Fiktion, es gibt neben Fantasieelementen auch ein klein wenig Übernatürliches und auch ein bisserl Steampunk. Eine interessante Mischung, wobei es am Ende vielleicht ein wenig viel war, dies ist aber möglicherweise auch wieder nur eine Erwachsenenmeinung. Der Steampunk Anteil hat mir sehr gut gefallen und dieser hätte meiner Meinung nach gerne größer sein können.

Sehr überraschend fand ich, dass sehr viele Illustrationen in dem Buch vorhanden sind. Diese haben mir optisch sehr gut gefallen und sie haben sich auch harmonisch in das Gesamtbild eingefügt. Erwartet hatte ich diese Bilder aber bei einem Buch mit einer Altersempfehlung ab 10 Jahren aber eigentlich nicht mehr.

Als kleinen Bonus gibt es in dem Buch auch noch "Nützliche Dinge, die jedes Mädchen wissen sollte". Hierbei handelt es sich um Auszüge aus einem Buch, dass die Schulleiterin von Midwatch geschrieben hat. Einige der Tipps sind sehr skurril und lustig, z.B. wie man sich aus Treibsand befreit, andere wiederum auch im echten Leben wirklich nützlich, z.B. die Anleitungen für verschiedene Knoten.

Abschließend kann ich sagen, dass mir dieses Buch auch als Erwachsene sehr gut gefallen hat und ich denke auch, dass Kinder, ja meiner Meinung nach auch Jungs, im passenden Alter viel Freude mit dem Buch haben können. Wer gerne Kriminalgeschichten mit einem gewissen Touch liest und kein Problem mit Übernatürlichem und fantasiereichen Elementen hat, wird mit diesem Buch sicher viel Spaß haben.

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