Profilbild von ReiShimura

ReiShimura

Lesejury Star
offline

ReiShimura ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ReiShimura über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2025

Charmante Idee, schwache Umsetzung – und trotzdem neugierig auf mehr

Mirror: Schön wie Rosen
0

Endlich ist sie da die Fortsetzung der Spieglein, Spieglein Reihe von Lucia Herbst. Gut ein Jahr haben wir jetzt auf dieses Buch warten müssen und ich vermute, wir müssen auch wieder ein weiteres Jahr ...

Endlich ist sie da die Fortsetzung der Spieglein, Spieglein Reihe von Lucia Herbst. Gut ein Jahr haben wir jetzt auf dieses Buch warten müssen und ich vermute, wir müssen auch wieder ein weiteres Jahr auf den nächsten Teil warten. Denn so viel sei schon einmal verraten, die Geschichte ist noch nicht zu ende.
Diese Tatsache hat mich ehrlich gesagt ziemlich aus der Bahn geworfen, denn ich war der Meinung, dass es sich hierbei um eine Dilogie handelt, dies scheint aber offensichtlich nicht der Fall gewesen zu sein. Leider erfreut mich dieser Punkt nicht besonders.
Normalerweise bin ich immer sehr glücklich, wenn ich feststellen darf, dass ich mich nicht gleich wieder von meinen liebgewonnenen Charakteren verabschieden muss. In diesem Fall hätte ich aber wahrscheinlich die Finger von dem Buch gelassen, wenn ich davon gewusst hätte. Bereits der erste Teil hat mich nicht wirklich begeistert, da dem Buch ein wenig an Tiefe gefällt hat. Ähnlich ging es mir auch bei Teil zwei. Dennoch hat die Autorin Lucia Herbst es geschafft mich neugierig zu machen, wie sie manch offenen Handlungsstrang aus dem ersten Teil beenden wird. Daher habe ich mich dazu entschieden, auch den zweiten Teil zu lesen. Leider habe ich noch immer keine Antwort auf meine Fragen, da diese scheinbar erst im dritten Teil geliefert werden.
Das Schema des Buches ist ähnlich wie in „Mirror: Weiß wie Schnee“. Wieder darf eine Protagonistin der Märchenwelt mit einer Frau aus unserer Welt den Platz tauschen. Im Gegensatz zum ersten Teil beschränkt sich die Autorin aber darauf nur eine der beiden Geschichten zu erzählen. Im ersten Teil wurde ja sowohl die Geschichte aus der realen Welt als auch aus Sicht der Märchenwelt erzählt. So konnte man Luna und Lena auf ihrem Weg durch neue Welten und unbekannte Dinge begleiten.
Im ersten Augenblick war ich über den unterschiedlichen Aufbau des Buches ein wenig irritiert. Dann ist mir allerdings klargeworden, dass das Buch nur so Sinn ergibt. Hätte Lucia Herbst das gleiche Erzählschema wie im ersten Band angewandt, wäre es nur ein billiger Abklatsch gewesen. So hebt es sich doch vom ersten Teil ab und führt die Geschichte trotzdem weiter.
Wie bereits erwähnt fehlt es mir auch in diesem Teil wieder ein wenig an Tiefe und an Details. Mit ausufernden und detailreichen Beschreibungen geht die Autorin wieder äußerst sparsam um. Dies trägt einerseits zum raschen Fortschreiten der Geschichte bei, führt aber andererseits aber auch dazu, dass alles ein klein wenig flach bleibt.
Mein größtes Problem war aber die Hauptperson Rosalie, bis zum Schluss bin ich mit ihr nicht warm geworden und würde sie sogar als unsympathisch beschreiben. An manchen Stellen der Geschichte kann man zwar erkennen, dass sie das Herz am rechten Fleck hat, Großteils habe ich sie aber einfach nur als eingebildet und egoistisch empfunden.
Positiv hervorheben möchte ich das Einbinden von feministischen Themen. Damit habe ich in diesem Buch nicht wirklich gerechnet und die Art und Weise wie Lucia Herbst ihre Botschaften rüber bringt hat mir gut gefallen. Der Erzählstil der Autorin ist wie gewohnt leicht und locker und das Buch lässt sich gut nebenbei lesen.
Auch bei diesem Buch kann ich wieder sagen, dass ich ein paar vergnügliche Lesestunden hatte, aber auch nicht mehr. Den dritten und hoffentlich dann auch abschließenden Teil werde ich bestimmt auch noch lesen, weil ich erstens endlich eine Auflösung aller Handlungsfäden haben möchte und neugierig bin, welches Märchen als nächstes von Lucia Herbst über den Haufen geworfen und völlig umgekrempelt wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.09.2025

Veronica Mars trifft britischen Kleinstadtmord – Ein Krimi zum Miträtseln

A Good Girl’s Guide to Murder
1

Bereits Ende 2019 wurde dieses Buch erstmalig veröffentlicht. Aber erst knapp sechs Jahre später kam ich in den Genuss es lesen zu dürfen und wie man aufgrund meiner Wortwahl bereits merkt, war es ein ...

Bereits Ende 2019 wurde dieses Buch erstmalig veröffentlicht. Aber erst knapp sechs Jahre später kam ich in den Genuss es lesen zu dürfen und wie man aufgrund meiner Wortwahl bereits merkt, war es ein großer Erfolg.
Wahrscheinlich habe ich die letzten Jahre unter einem Stein gelebt, denn von Holly Jackson hatte ich davor noch nie etwas gehört. Dabei fällt diese Serie rund um Pippa eigentlich genau in mein Buch-Beuteschema. Auch wenn ich altersmäßig von meiner Jugend bereits etwas weiter entfernt bin, tauche ich gerne immer wieder mal in diese ein. Vor allem wenn mich das Buch sehr an eine meine Lieblingsserien „Veronica Mars“ erinnert.
Von der ersten Seite weg hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und ich habe das Buch nur sehr widerwillig aus der Hand gelegt. Pippa ist unglaublich sympathisch, zielstrebig und auch ein klein wenig nerdig. Altersmäßig könnte ich zwar Pippas Mutter sein, trotzdem habe ich sehr viel von ihr in mir wiedergefunden und konnte mich daher sehr gut mit ihr identifizieren. Ihr analytisches Denken, ihre Sturheit und ihr etwas eigenartiger Humor machen sie so einer ganz besonderen Heldin. Doch eine Heldin braucht auch immer einen Assistenten und Pip findet den in der Gestalt des Bruders des angeblichen Mörders. Ravi und Pip ergänzen sich perfekt und sind in Kombination einfach unschlagbar. Obwohl die Geschichte an vielen Stellen eher düster und manchmal auch traurig ist, haben mich die beiden immer wieder erheitert und zum Lachen gebracht.
Für ihr Schulprojekt rollt Pippa einen Mordfall in ihrer Heimatstadt noch einmal auf. Da sie im Gegensatz zu so ziemlich allen der Meinung ist, dass Sal Singh nicht seine damalige Freundin Andie getötet hat. Besonders gelungen fand ich hierbei, dass die Autorin nicht nur einfach die Geschichte erzählt. Sondern man darf zwischendurch auch Pips Notizen zu dem Fall lesen, es geht Tagebucheinträge, Gesprächsprotokolle und sogar fiktive Links zu Zeitungsartikeln. Dies alles macht das Buch umso realistischer und man bekommt wirklich das Gefühl, dass man an der Lösung des Falls beteiligt ist.
Der Spannungsbogen erstreckt sich sehr gut über das gesamte Buch. Natürlich gibt es immer wieder mal Phasen, an denen es etwas ruhiger wird und die Spannung abflacht, aber im Gegensatz zu anderen Büchern, war ich in diesem Fall sehr froh darüber. Denn dies gab mir die Möglichkeit einmal durchzuatmen und den Fall in meinem Kopf Revue passieren zu lassen.
Meiner Meinung nach merkt man dem Buch sehr deutlich an, dass die Autorin sehr gerne Dokumentationen über Kriminalfälle ansieht. Denn das Buch ist durchwegs logisch aufgebaut und man kann den Ermittlungsprozess sehr gut nachvollziehen. Die Geschichte lädt wirklich dazu ein, dass man sich Gedanken macht, wie es denn wirklich gewesen sein könnte und zu versuchen, ob man den Fall vor Pip und Ravi lösen kann. Denn, und dies ist meiner Meinung nach ein weiterer Pluspunkt in der Art und Weise wie das Buch aufgebaut ist, man weiß als Leserin immer genauso viel wie Pip.
Mir ist bewusst, dass es Erwachsene gibt, die aus Prinzip einen großen Bogen um Jugendliteratur machen, da sie ihrer Meinung nach nicht anspruchsvoll genug ist. Dieses Buch ist für mich aber wieder einmal ein Beweis dafür, dass man dieses Genre nicht unterschätzen darf. Denn ich habe genug Krimis gelesen, die sich dezidiert an Erwachsene richten, die nicht so gut konstruiert, nicht so spannend und sprachlich ausgereift waren.
Ich habe mich nur schwer von Pippa Fitz-Amobi verabschieden können und war wirklich ein wenig traurig, als ich das Buch beendet hatte. Zu meiner großen Freude handelt es sich hierbei aber um den Auftakt einer Serie rund um Pip. Theoretisch könnte man dieses Buch aber als Einzelband lesen, da die Geschichte in sich abgeschlossen ist. Wobei ich stark bezweifle, dass dies jemand tun möchte.
Dieses Buch möchte ich allen ans Herz legen, die gerne Kriminalromane lesen und Spaß daran haben mitzuraten und mitzuermitteln. Denn dieses Buch ist einfach eine perfekte Mischung aus Spannung, Nervenkitzel, Tiefgang und humorvoller Unterhaltung.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 30.09.2025

Zwischen Kaffeeduft und Lebensfragen – ein stiller Ort zum Innehalten

Die Tage im Café Torunka
0

Satoshi Yagisawa hat mich bereits mit seiner Buchhandlung Moriasaki verzaubert, daher habe ich sehr gespannt darauf gewartet, endlich sein Café Torunka besuchen zu dürfen.
Ich bin ein großer Liebhaber ...

Satoshi Yagisawa hat mich bereits mit seiner Buchhandlung Moriasaki verzaubert, daher habe ich sehr gespannt darauf gewartet, endlich sein Café Torunka besuchen zu dürfen.
Ich bin ein großer Liebhaber von asiatischer Literatur, insbesondere den Romanen aus Japan und Korea. Besonders gut gefällt mir der poetische Erzählstil und die leisen Töne. Die Bücher, die ich bis dato gelesen habe, haben alle nachgewirkt und mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben. Gerade im Zusammenhang mit japanischen Romanen wird gerne das Wort Wohlfühlroman verwendet. Auch ich selbst neige dazu dies zu tun. In diesem Fall bin ich mir aber nicht sicher, ob es eine adäquate Beschreibung ist.
Wobei ich nicht sagen möchte, dass mir dieses Buch nicht phasenweise ein gutes Gefühl gegeben hat. Ganz im Gegenteil, ich habe mich in der heimeligen Atmosphäre des Café Torunka unglaublich wohlgefühlt und konnte sogar den Kaffeeduft während des Lesens riechen. Die Charaktere sind sympathisch und am liebsten hätte ich mich auf den Weg nach Tokio gemacht. Dennoch sind die Themen die Yagisawa-san in diesem Buch behandelt keine leichte Kost, wohl aber leicht verpackt. In den drei Geschichten, die mehr oder weniger eigenständig sind, geht es um Liebe, aber auch um Trauer, Verlust, Angst und Reue. Die vage Formulierung mehr oder weniger eigenständig verwende ich deshalb, weil es verbindende Glieder zwischen den Geschichten gibt, wie das Café an sich und die Belegschaft dessen.
Wie so oft in dieser Art von Roman werden nicht alle Fragen beantwortet und es bleibt viel Raum für die eigenen Gedanken. Dadurch wirkt das Gelesene nach und bleibt meiner Meinung nach auch deutlich länger im Gedächtnis. Mir persönlich haben alle drei Geschichten sehr gut gefallen, wobei ich mich mit der einen Episode besser identifizieren konnte als mit einer anderen. Ich denke, dass es (fast) jeden so gehen wird, aber man kann aus allen dreien etwas Wertvolles lernen.
Der Schreib- und Erzählstil von Satoshi Yagisawa gefällt mir sehr gut und lässt sich auch gut lesen. Die japanische Art Geschichten zu erzählen, unterscheidet sich meiner Meinung nach deutlich und entweder man mag diesen Stil oder man sollte besser die Finger davonlassen. Ich persönlich genieße diese ruhigen Töne und die poetische Sprache sehr. Leserinnen und Leser die eher Bücher bevorzugen, die eine komplexe Handlung und viel Action erwarten, werden mit diesem Buch sicher nicht glücklich werden. Denn der Hauptfokus liegt auf Gesprächen, Gefühlen und mehr oder weniger zufälligen Begegnungen.
Das Café, der Besitzer, die Gäste und alle anderen vorkommenden Personen sind so realistisch beschrieben, dass man glauben möchte, dass der Autor wahre Begebenheiten beschreibt. Vielleicht tut er dies ja auch, wer weiß. Ich könnte mir auf jeden Fall vorstellen, dass ich Stammgast im Café Torunka sein könnte. Und eventuell werde ich das auch, wenn uns Autor Satoshi Yagisawa noch einmal die Türen zum Kaffeehaus öffnet. Potential für einen weiteren Band wäre auf jeden Fall vorhanden.
Hierbei handelt es sich wieder einmal um ein Buch, dass ich gerne weiterempfehle und wahrscheinlich auch das eine oder andere Mal verschenken werde. Es eignet sich perfekt für alle, die eingefleischten Fans japanischer Literatur, aber auch für alle die sich erstmalig in dieses Genre vorwagen möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.09.2025

Pleasant Grove: Ein Hexendorf mit Potenzial, das im Bett verloren ging

Spookily Yours
0

Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, da der Klappentext nach einer zauberhaften Geschichte klang. Denn versprochen wurde ein Hexenstädtchen, Herbststimmung und eine romantische Liebesgeschichte. ...

Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, da der Klappentext nach einer zauberhaften Geschichte klang. Denn versprochen wurde ein Hexenstädtchen, Herbststimmung und eine romantische Liebesgeschichte. In Ansätzen habe ich das alles auch bekommen, aber eben nur in Ansätzen. Denn der Großteil des Buches besteht aus einer fadenscheinigen Handlung und ganz viel schlechter Bettgeschichten.
Doch fangen wir ganz von vorne an. Der Einstieg ins Buch hat mir gut gefallen, man lernt Willow, ihre Schwester Luna und das Hexendorf Pleasant Grove kennen. Die Stimmung hat mir gut gefallen und ich war neugierig, wie es weitergehen würde. Ein wenig irritiert war ich aber bereits an diesem Punkt, weil ich das Gefühl hatte, dass die Autorin ein wenig durch die Handlung hetzt. An vielen Stellen hätte ich gern mehr Details und Beschreibungen der Örtlichkeiten oder der Personen gehabt. Dennoch war ich noch guter Dinge und dachte mir, dass dies später sicher noch kommen würde.
Allerdings musste ich recht schnell feststellen, dass dies nicht der Fall ist. Denn nach ca. einem Drittel des (Hör-)Buches war der Großteil der im Klappentext angekündigten Handlung bereits erledigt. Natürlich gab es noch den einen oder andere Handlungsstrang, der nicht vorangekündigt war. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass die Verwandlung vom Dämonenkater Damien bereits so früh und vor allem ohne Schwierigkeiten von der Bühne gehen würde.
An diesem Punkt kamen bei mir die ersten Befürchtungen auf in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Und leider habe ich damit genau ins Schwarze getroffen. Denn ungefähr zwei Drittel des Buches geht es nur darum wie heiß sich die beiden finden und wann sie es endlich tun können. Abgesehen von der Tatsache, dass dies über lange Zeit die einzige Handlung in dem Buch war, waren diese Szenen auch noch wirklich grauenvoll. Für mich war da keine Romantik und keine Liebe spürbar und Wortwahl war einfach unterirdisch. Spätestens an dem Punkt, wo Damien seine Körperflüssigkeiten wieder in Willow zurückschiebt, war es dann endgültig vorbei.
Vor dem Lesen hatte ich die Erwartung, dass Willow eine sympathische und lustige Hexe sein würde, die auf der Suche nach sich selbst und ihrer Bestimmung eben auch zufällig noch ihre große Liebe findet. Leider war davon in dem Buch absolut nichts zu spüren. Verwirrend fand ich auch, dass immer wieder thematisiert wurde, dass sich Hexen nicht mit Dämonen einlassen sollen, Willow aber mehr als bereitwillig mit Damien ins Bett geht, ohne einmal weiter darüber nachzudenken. Warum Damien überhaupt in eine Katze verwandelt wurde, ist mir nach Abschluss des Buches auch noch immer nicht klar.
Ich bin von dem Buch besonders enttäuscht, weil in der Geschichte Potenzial gewesen wäre. Die Charaktere hätten interessant sein können, wenn sich Jennifer Chipman die Mühe gemacht hätte, den beiden etwas Tiefe zu geben und eine Charakterentwicklung im Laufe der Geschichte. Auch das Drum herum, mit dem Hexendorf und der Dämonenwelt hätte man stärker in die Handlung einbinden können.
Positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle aber die Stimmen von Marie Langenfeldt und Leon Wander die das Hörbuch gesprochen haben. Auch wenn die mit dem, was sie gesagt haben, nicht glücklich bin, haben mir zumindest ihre Stimmen gefallen. Dafür gibt es auf jeden Fall Pluspunkte und bewahrt das Hörbuch vor einer 1 Sterne Rezension.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.09.2025

Eierlos glücklich – Vegane Backkunst für alle

Vegan backen! Das Goldene von GU
0

Vor einigen Jahren war vegane Ernährung für die meisten noch etwas ganz Außergewöhnliches und Exotisches. Zum Einkaufen musste man den meist recht teuren Bioladen aufsuchen und essen gehen im Lokal war ...

Vor einigen Jahren war vegane Ernährung für die meisten noch etwas ganz Außergewöhnliches und Exotisches. Zum Einkaufen musste man den meist recht teuren Bioladen aufsuchen und essen gehen im Lokal war fast ein Ding der Unmöglichkeit. In den letzten Jahren hat sich in dem Bereich zum Glück sehr viel zum Positiven verändert und die Bandbreite an so genannten Ersatzprodukten im Supermarkt ist stark gewachsen.
Ich denke dieser Trend ist darauf zurückzuführen, dass sich immer mehr Menschen bewusst mit ihrer Ernährung auseinandersetzen. Für manche ist es eine bewusste Entscheidung komplett auf tierische Produkte zu verzichten, manch einer verzichtet einfach mal hin und wieder und für einige ist es aus gesundheitlichen und medizinischen Gründen eine Notwendigkeit. Meiner Erfahrung nach, ist für die meisten die Umstellung beim Kochen eher weniger ein Problem, denn sehr viele Gerichte sind von Natur aus vegan und braucht nicht auf Ersatzprodukte zurückgreifen.
Anders schaut die Sache aber beim Backen aus. Denn in den meisten Rezepten werden Milchprodukte und Eier verlangt. Ersteres lässt sich noch recht unkompliziert durch Milchersatzprodukte ersetzen, bei Eiern wird es allerdings schon etwas schwieriger. Genau an diesem Punkt kommt dieses Buch ins Spiel.
Das Buch richtet sich an alle, die auf der Suche nach schmackhaften und tierfreien Rezepten sind. Durch eine sehr gut strukturierte und informative Einleitung in das Thema kann jeder die Rezepte leicht nachbacken, sowohl bereits erfahrene Bäckerinnen und Bäcker wie auch Neulinge. Gerade dieser Teil hat mich persönlich besonders angesprochen, da hier Grundrezepte gezeigt und erklärt werden.
Der Verlag hat sich zu meiner großen Freude dafür entschieden, die Gestaltung und den Aufbau im gewohnten Design zu machen. Daher ähnelt dieses Buch sehr stark dem schon länger erhältlichem "Backen - Das goldene von GU". Wer beide Bücher besitzt wird feststellen, dass man auch das eine oder andere Rezept jetzt in zwei verschiedenen Varianten hat, einmal konventionell und einmal vegan.
Die Rezeptauswahl finde ich sehr gelungen und es wird die gesamte Bandbreite abgedeckt. So findet man neben süßen Kleinigkeiten, Torten, Kuchen mit und ohne Obst auch noch pikante Dinge wie Pizza, Brot oder Kleingebäck. Die meisten Zutaten bekommt man in einem gut sortieren Supermarkt oder Discounter. Ein Besuch im Spezialgeschäft oder Bioladen ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Wie bereits erwähnt gibt es viele klassische Rezepte, die man auch aus anderen Backbüchern bereits kennt. Somit muss niemand der sich vegan ernährt auf seinen Lieblingskuchen verzichten. Zusätzlich gibt es aber auch viele moderne und neuartige Rezepte die Lust aufs Nachbacken machen.
Die einzelnen Rezepte sind gewohnt übersichtlich gestaltet und man findet sich schnell zurecht. Die appetitanregenden und sehr ansprechend gemachten Fotos ergänzen das Buch wundervoll.
Dieses Buch ist meiner Meinung nach für all jene geeignet die, so wie ich leidenschaftlich gerne backen oder es gerne lernen wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil