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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.08.2025

Fragmentierte Erinnerungen und stille Emotionen

Onigiri
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In der letzten Zeit habe ich vermehrt das Gefühl, dass die japanischen Romane, welche eine deutsche Übersetzung bekommen, grob in zwei Kategorien eingeteilt werden können. Da gibt es die Wohlfühlromane, ...

In der letzten Zeit habe ich vermehrt das Gefühl, dass die japanischen Romane, welche eine deutsche Übersetzung bekommen, grob in zwei Kategorien eingeteilt werden können. Da gibt es die Wohlfühlromane, wie z. B. „Die Magnolienkatzen“, „Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen“ oder „Das kleine Café der zweiten Chancen“. Bücher, die einem zwar zum Nachdenken anregen, aber den Leser oder die Leserin mit einem positiven Gefühl zurücklassen. Und gibt es da die Romane, wie z.B. „Vermissen auf Japanisch“ oder „Kankos Reise“, die meistens ein schwieriges Thema behandeln, einen leicht verwirrenden Aufbau haben und eher ein leicht bedrückendes Gefühl hinterlassen.
„Onigiri“ zählt hierbei für mich ganz klar zur zweiten Kategorie. Wobei diese Einteilung noch nichts über die Qualität des Buches aussagt. Ich finde es nur wichtig dies zu erwähnen, um etwaige Enttäuschungen vorzubeugen. Wer einen japanischen Wohlfühlroman sucht, wird mit diesem Buch wohl eher nicht glücklich werden.
Autorin Yuko Kuhn erzählt hier auf sehr eindrucksvolle und empathische Weise eine deutsch-japanische Familiengeschichte. Die beiden Hauptschwerpunkte der Geschichte, der Tod der in Japan lebenden Großmutter und die Demenzerkrankung der Mutter, welche man bereits dem Klappentext entnehmen kann, geben dabei aber nur einen groben Rahmen vor. Wie bereits zu Beginn meiner Rezension angedeutet, ist der Aufbau des Romans ein wenig verwirrend und gewöhnungsbedürftig. Dies liegt vor allem daran, dass die Erlebnisse nicht chronologisch erzählt werden. Dies ist selbstverständlich in vielen Romanen der Fall, Yuko Kuhn geht aber noch einen Schritt weiter. Indem sie nämlich ohne Kennzeichnung die zeitliche Ebene von einem Absatz zum nächsten wechselt. Für manch einen mag dies befremdlich sein und den Lesefluss stören. Ich bin dies allerdings bereits aus anderen Romanen gewohnt und konnte mich daher schnell darauf einstellen. Gerade in Kombination mit der Demenzerkrankung von Akis Mutter, fand ich dies ein sehr gut gewähltes Stilmittel.
Yuko Kuhn schafft den, meiner Meinung nach äußerst schwierigen, Spagat zwischen Emotionalität und Nüchternheit. Für manche mag ihre Art die Geschichte zu erzählen vielleicht ein wenig zu distanziert und kühl wirken. Dies ist mir bereits in mehreren japanischen Romanen aufgefallen und ich würde es auch hier wieder dem kulturellen Hintergrund der Autorin zuordnen. Dennoch steckt in den Zeilen so viel Gefühl. Man braucht nur eben einen Augenblick, um dies zu merken. Genauso wie man ein wenig braucht, um die Geschichte im Kopf zusammensetzen zu können. Für mich waren die einzelnen Episoden wie kleine Puzzlestücke die verstreut auf einem Tisch liegen. Erst nach und nach haben sie sich in meinem Kopf zusammengesetzt und dann ein Gesamtbild ergeben.
Dies ist kein Roman, den man einfach so mal zwischendurch lesen kann. Dies ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte, sowohl während als auch nach dem Lesen. Den das Gelesene berührt einen, gibt einem zu denken und lässt einen so schnell nicht mehr los. Jedenfalls ist es mir so ergangen.
Besonders berührend empfand ich die Beschreibungen und den Umgang mit der Demenzerkrankung von Keiko. Obwohl die Krankheit maßgeblichen Einfluss auf Keikos Verhalten und die gesamte Familiendynamik hat, wird sie nie als Kranke dargestellt. Also nicht in dem Sinne, dass die Krankheit sie definiert und ausmacht.
Zusammengefasst kann man sagen, dass es sich hierbei um ein, auf vielen Ebenen, schwieriges Buch handelt. Meiner Meinung nach ist die Lektüre der Geschichte aber eine lohnende Erfahrung.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Spice & Story – Nicht ganz mein Geschmack

Mr. Fixer Upper
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Mein erstes Buch der Autorin, Story of my life, habe ich Anfang des Jahres gelesen und war auf Anhieb begeistert. Ihr humorvoller Schreibstil hat mir gut gefallen und auch das Setting rundherum hat gut ...

Mein erstes Buch der Autorin, Story of my life, habe ich Anfang des Jahres gelesen und war auf Anhieb begeistert. Ihr humorvoller Schreibstil hat mir gut gefallen und auch das Setting rundherum hat gut für mich gepasst. Schon damals war für mich klar, dass sicher wieder ein Buch oder Hörbuch von Lucy Score auf meine Leseliste wandern wird. Nun war es endlich so weit, doch meine Euphorie hat einen deutlichen Dämpfer bekommen. Denn dieses Hörbuch hat mich nicht so begeistert wie ich es erhofft hatte, sondern mich sehr zwiegespalten zurückgelassen.
Der Schreib- und Erzählstil der Autorin hat mir auch in diesem Buch wieder sehr gut gefallen. Die Mischung aus humorvoller und leichter Erzählung kombiniert mit einigen ernsteren Passagen und zum Nachdenken anregenden Themen fand ich sehr gelungen. Gelesen wird das Hörbuch von Simone Terbrack. Nach Beendigung des Hörbuchs kann ich sagen, dass mir ihre Stimme sehr zugesagt hat. Zu Beginn sah das allerdings ein wenig anders aus. Ich hatte kurz vorher ein anderes Hörbuch beendet und noch die liebliche Stimme von Viola Müller im Ohr. Simone Terbracks Art das Buch zu lesen, kam mir da am Anfang des Buches im Vergleich fast ein wenig zu harsch und würde fast sagen zu aggressiv vor. Dieser Eindruck hat sich aber im Laufe der Zeit gemildert und ich konnte mich mit ihrer Stimme und ihrer Art die Dinge zu betonen anfreunden.
Weniger gut gefallen haben mir die pikanten Szenen in dem Buch. Mir war bewusst, dass dieses vorkommen werden, da es wie gesagt nicht mein erstes Buch von Lucy Score war. Ich bin kein großer Fan von zu viel Spice, wie man das heutzutage scheinbar nennt, daher freue ich mich immer, wenn diese Dinge eher eine Randerscheinung sind. Wobei mich dieses Mal weniger die Anzahl der Szenen, sondern eher wie diese beschrieben und dargestellt werden. Denn wie so oft wurde hier ganz tief in die Klischeekiste gegriffen. Natürlich ist das beste Stück von Gannon wieder einmal überdurchschnittlich groß und selbstverständlich erlebt auch Paige jedes Mal einen Höhepunkt. Mir ist bewusst, dass niemand an dieser Stelle zu viel Realität haben möchte. Dennoch denke ich mir, dass ein klein wenig Realität der ganzen Sache guttun würde.
Der fehlende Realismus bezüglich der körperlichen Liebe stößt mir bei diesem Buch besonders sauer auf, da die Autorin einige feministische Themen in die Geschichte einfließen lässt. Sie spricht dabei vor allem die Benachteiligung von Frauen in der Filmbranche an, aber auch wie oft Frauen auf Äußerlichkeiten reduziert werden. Hier ist für mich eine Diskrepanz entstanden, die mir die Freude an dem Buch ein wenig genommen hat.
Die Charaktere an sich fand ich, abgesehen von ihrer überbordenden Schönheit und Perfektion, gelungen und Großteils sympathisch. Wie so oft sind es die Nebencharaktere die den besonderen Charme ausmachen. Doch auch hier habe ich wieder einen kleinen Kritikpunkt. Für meinen Geschmack gab es einfach viel zu viele Ähnlichkeiten zwischen Gannon und Campbell. Campbell ist männliche Protagonist aus Story of my life, dem anderen Buch der Autorin, welches ich Anfang des Jahres gelesen habe. Die Ähnlichkeit der beiden ging nämlich leider so weit, dass sie auch den gleichen Spitznamen für ihr jeweilige Angebetete verwendet haben. Hier hätte ich mir etwas mehr Kreativität von der Autorin erwartet.
Mir ist bewusst, dass viele meiner Kritikpunkte für andere keine Rolle spielen, wie etwa meine Abneigung gegen zu viele und zu unrealistische pikante Szenen. Auch der Vergleich mit anderen Büchern von Lucy Score ist für viele irrelevant. Trotzdem muss ich diese Dinge in meine Bewertung miteinfließen lassen.
Abschließend möchte ich aber sagen, dass ich mich wirklich gut unterhalten gefühlt habe und phasenweise wirklich viel Spaß beim Hören hatte.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Wie eine RomCom der 90er – warmherzig, verschachtelt, wunderbar

Storybook Ending - Bis ans Ende aller Seiten
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Dieses Hörbuch hat mich, obwohl es stellenweise einige Längen aufweist, wirklich begeistert und mich ein wenig nostalgisch werden lassen. Dies liegt vor allem an der Art und Weise wie die Geschichte aufgebaut ...

Dieses Hörbuch hat mich, obwohl es stellenweise einige Längen aufweist, wirklich begeistert und mich ein wenig nostalgisch werden lassen. Dies liegt vor allem an der Art und Weise wie die Geschichte aufgebaut ist und an den vielen Anspielungen an die romantischen Komödien der Neunziger Jahre. Da ich diese Filme damals sehr geliebt habe, vielleicht könnte man sich die ja sogar wieder einmal anschauen, hat das Hörbuch angenehme und schön Erinnerungen hervorgebracht.
Erzählt wird die Geschichte vornehmlich aus der Sicht der 3 Hauptcharaktere April. Laura und Westley. Dazu kommen dann immer wieder mal kleine Episoden bzw. Kapitel, die aus der Sicht der vielen Nebencharaktere erzählt werden. An manchen Stellen hatte ich so meine Schwierigkeiten hierbei den Überblick zu behalten, aber dies lag weniger an einem verwirrenden Aufbau des Buches, sondern, dass ich die Angewohnheit habe, verschiedene Dinge während dem Hören eines Hörbuches zu erledigen.
Die Geschichte baut sich langsam auf und wie bereits anfangs erwähnt gibt es durchaus einige Stellen, die sich ein wenig gezogen haben. Des Weiteren hatte ich auf mit den kurzen Erzählungen der Nebencharaktere so meine Probleme, da ich nicht gleich von Anfang an verstanden habe, wie sich das in das große Ganze einfügen soll. Ich denke aber, dass dies von der Autorin Moira Macdonald so gewünscht ist. Das Buch erinnert mich vom Aufbau her an einige bekannte Filme wie z.B. „Love Actually“, „Happy New Year“ und „Valentinsday“. Auch dort hat man das Gefühl, dass parallel mehrere Geschichten erzählt werden und erst nach und nach verweben sich die Geschichten miteinander und ergeben ein großes Ganzes. Genauso diesen Kunstgriff erlaubt sich auch Moira Macdonald in ihrem Buch.
Das Buch besticht durch seine leisen und sanften Töne und vermittelt einem beim Lesen oder Hören ein wohlig warmes Gefühl. Dennoch wird nicht alles durch die rosarote Brille betrachtet und verschönert dargestellt. Die Autorin spricht einige ernstere Themen an und hin und wieder kommt durchaus eine eher melancholische Stimmung auf. Ich würde aber nicht so weit gehen und behaupten, dass es sich um ein trauriges Buch handelt. Denn die Autorin schafft es sehr gut die Balance zu halten und es gibt neben den melancholischen auch einige sehr erheiternde Passagen.
Gelesen wird das Hörbuch von Viola Müller. Für mich war es überraschend, dass sich der Argon Verlag dazu entschieden hat, für dieses Buch nur eine Sprecherin zu engagieren. Ich hätte eher damit gerechnet, dass zumindest April, Laura und Westley eine eigene Stimme bekommen. Doch bereits nach kurzer Zeit habe ich feststellen müssen, dass ich die Entscheidung des Verlages befürworten kann. Viola Müller erledigt ihre Aufgabe mit Bravour und macht das Hörerlebnis zu einem wahren Genuss.
Man spürt in jedem ihrer Worte, dass Moira Macdonald eine besondere Liebe für Bücher, Buchhandlungen und romantische Komödien hat. Mit viel Fingerspitzengefühl baut sie Referenzen und Anspielungen an diese Filme ein. Manche sind natürlich sehr offensichtlich, bei manchen habe ich ein klein wenig länger gebraucht, um dies zu erkennen. Wobei mir hierbei wichtig ist zu betonen, dass es sich bei dieser Geschichte um keinen billigen Abklatsch von was auch immer handelt.
Ich möchte dieses Buch allen ans Herz legen, die wie Moira Macdonald und ich, RomComs lieben und ein Faible für verwinkelte Geschichten haben. Mich hat dieses Buch auf jeden Fall absolut überzeugt.

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Ein Buch wie eine Kuscheldecke – nur schwer wieder loszulassen

Falling Like Leaves
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Es gibt Bücher, in die taucht man nicht einfach nur ein, sondern von denen wird man eingesaugt. Man kann es kaum erwarten zu erfahren, wie das Buch ausgeht, aber wenn man dann feststellt, dass es sich ...

Es gibt Bücher, in die taucht man nicht einfach nur ein, sondern von denen wird man eingesaugt. Man kann es kaum erwarten zu erfahren, wie das Buch ausgeht, aber wenn man dann feststellt, dass es sich wirklich dem Ende neigt, überkommt einen eine unglaubliche Traurigkeit. Genau so ist es mir mit diesem Buch gegangen.
Obwohl ich alterstechnisch nicht mehr zur Zielgruppe von Young Adult zähle, greife ich hin und wieder gerne zu Büchern dieses Genres. Meine Erwartungen sind dabei meistens eher gering, was den literarischen Anspruch betrifft, aber nicht immer muss es hohe Literatur sein.
Misty Wilson hat mich mit ihrem Roman aber wirklich umgeworfen. Ihre detaillierten Beschreibungen der Kleinstadt Bramble Falls haben mich das Städtchen wirklich vor meinem inneren Auge sehen lassen und ich konnte zusammen mit Ellis und Cooper durch die Straßen streifen. Aber auch die ganze Herbstatmosphäre war so glaubwürdig und eindrucksvoll beschrieben, dass ich jegliches Gefühl für Zeit und Raum verloren habe. Dies ging bei mir so weit, dass ich phasenweise über die Außentemperatur am Balkon überrascht war, wenn ich eine Lesepause eingelegt habe. Im ersten Augenblick konnte ich nicht nachvollziehen, warum es über 30 Grad hat, bis ich mir wieder einfiel, dass in der "richtigen" Welt gerade Hochsommer ist.
Doch nicht nur das ganze Drumherum hat dazu geführt, dass mich dieses Buch so begeistert hat. Auch mit den Charakteren hat die Autorin genau ins Schwarze getroffen. Natürlich erscheint vor allem Ellis auf den ersten Blick manchmal etwas naiv, störrisch und kindisch. Doch hier muss man sich immer wieder das Alter der Charaktere und auch der Zielgruppe vor Augen rufen. Denn wenn man dies berücksichtigt, sind sowohl das Verhalten von Ellis als auch ihre Sorgen, Ängste und Kommunikationsschwierigkeiten verständlich und nachvollziehbar.
Cooper ist der klassische Teenagerschwarm, herzensgut, freundlich, hilfsbereit und natürlich unglaublich gutaussehend. Hier hätte man fast das Gefühl bekommen können, dass die Autorin ein klein wenig zu sehr in die Klischeekiste greift. Doch Misty Wilson hat auch hier wieder elegant die Kurve bekommen und Cooper ein paar unerwartete Details eingebaut. Auf diese möchte ich aber, aufgrund von Spoilergefahr, nicht näher eingehen.
Apropos Spoilergefahr: Die Geschichte an sich ist an vielen Stellen vorhersehbar und es gibt nur einige wenige Überraschungen. Bei einem Liebesroman, der sich an ein erwachsenes Publikum richtet, hätte mich dies vielleicht dazu verleitet, dass ich bei der Bewertung Punkte abziehe. In diesem Fall hat es mich aber nicht gestört. Dies liegt vor allem daran, dass es eben doch die eine oder andere mehr oder weniger unerwartete Wendung gab. Andererseits finde ich aber bei Young Adult Büchern eher die Charakterentwicklung ausschlaggebend. Auch diesen Punkt konnte Misty Wilson meiner Meinung nach mit Bravour erledigen.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und wie bereits anfangs erwähnt, konnte sie die herbstliche Stimmung und das Kleinstadtlebensgefühl perfekt einfangen. Beides ist ein absoluter Pluspunkt des Buches und hebt es auch von anderen Büchern dieses Genres ab. Das Einzige, dass mir ein klein wenig sauer aufstößt ist, dass ich das Buch leider schon beendet habe und mich von Bramble Falls und von ganz vielen liebgewonnen Charakteren verabschieden musste. Denn auch die Nebencharaktere haben sich einen Platz in meinem Herzen erobert.
Für dieses Buch möchte ich wirklich von ganzem Herzen eine Leseempfehlung aussprechen. Und zwar besonders auch für Personen die eigentlich nicht zur Zielgruppe gehören. Dieses Buch ist perfekt für alle, die die deutsche Erstausstrahlung von Gilmore Girls, One Tree Hill und ähnlichen Serien erlebt haben.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Herbstzauber mit Hufspuren

Ein Einhorn namens Oktober
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Obwohl der kleine Leser bereits eine ziemlich umfangreiche Kinderbuchsammlung hat, muss ich zugeben, dass bis dato noch kein Buch über Einhörner dabei war. Dies lag vor allem daran, dass mir die meisten ...

Obwohl der kleine Leser bereits eine ziemlich umfangreiche Kinderbuchsammlung hat, muss ich zugeben, dass bis dato noch kein Buch über Einhörner dabei war. Dies lag vor allem daran, dass mir die meisten Einhörner zu grell und zu kitschig waren. Dieses Buch hat mich vor allem dadurch angesprochen, neben dem sehr interessanten Klappentext, dass die Farbgestaltung eher ein wenig gedeckt und zurückhaltend ist. Und glücklicherweise hat mich der erste Eindruck nicht in die Irre geführt und das Buch konnte uns wirklich verzaubern.
Dieses Buch vermittelt für mich ein wunderbares Herbstgefühl und lässt mich in der Sommerhitze von flauschigen Decken, langen Spaziergängen im Wald und warmen Tee träumen. Die Illustrationen von Juliana Kralik sind wirklich stimmungsvoll und passen hervorragend zu der Geschichte. Die Farben hat sie mit Bedacht ausgewählt und durchwegs dominieren die Braun, Gold und Rosatöne. Natürlich darf aber auch das eine oder andere kitschig-bunte Detail nicht fehlen und auch der unvermeidliche Regenbogen findet seinen Platz.
Die Autorin Maria Höck hat mit Oktober einen wirklich entzückenden Charakter erschaffen. Der obwohl natürlich als Fantasiewesen nicht real, doch für die kleinen Leser greifbar und verständlich ist. Doch natürlich muss Oktober sein Abenteuer nicht allein bestehen und so dürfen wir noch viele weitere magische Wesen, darunter natürlich vornehmlich Einhörner, kennenlernen. Gerade Oktobers bester Freund hat mich besonders begeistert. Wobei ich hier nicht zu sehr ins Detail gehen möchte, um nicht unabsichtlich zu spoilern.
Die Geschichte ist wohldurchdacht und auf jeden Fall kindgerecht verfasst, aber auch als Erwachsene hat man Spaß am Betrachten der Bilder und am Vorlesen der Geschichte. Die Texte sind nicht in Reimform verfasst und haben durchaus eine beachtliche Länge. Wobei ich dies für das empfohlene Lesealter von 4 Jahren als angemessen empfinde. Das Buch eignet sich meiner Meinung nach aber auch für jüngere Kinder. Je nach Bucherfahrung der Kinder kann es aber eventuell vorteilhaft oder notwendig sein, dass Buch auf mehreren Etappen zu lesen. Der kleine Leser mit gut zwei Jahren und relativ viel Bucherfahrung hatte aber keine Probleme mit der Länge der Texte und viel Spaß mit dem Buch.
"Ein Einhorn namens Oktober" besticht aber nicht nur durch die Optik und einer netten Geschichte. Wie in Kinderbüchern üblich und meiner Meinung nach auch notwendig und sinnvoll, gibt es eine Moral von der Geschichte. Auch an dieser Stelle möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen, um nicht zu spoilern. Uns hat die Aussage des Buches aber sehr gut gefallen und was fast noch viel wichtiger ist, es handelt sich um eine sehr wertvolle und wichtige Lektion, die man in diesem Buch lernen kann.
Obwohl das Buch eindeutig ein Herbstbuch ist, kann es meiner Meinung nach auch unabhängig von der Jahreszeit gelesen werden. In unserem Fall wird dies auch durchaus der Fall sein, denn Oktober und die suche nach seiner Zauberkraft hat uns einfach verzaubert.
Dies ist wieder einmal ein Kinderbuch, das ich von ganzem Herzen weiterempfehlen kann. Und zwar nicht nur Fans von Einhörnern.

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