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Veröffentlicht am 01.06.2021

sehr aktuelle Urban Fantasy

All Our Hidden Gifts - Die Macht der Karten (All Our Hidden Gifts 1)
5

"All our Hidden Gifts"von Carolin OˋDonoghue ist ein alles andere als durchschnittlicher Urban-Fantasy Roman. Er handelt von der 16-jährigen Maeve, die auf ein altes Tarot-Karten Set stößt und plötzlich ...

"All our Hidden Gifts"von Carolin OˋDonoghue ist ein alles andere als durchschnittlicher Urban-Fantasy Roman. Er handelt von der 16-jährigen Maeve, die auf ein altes Tarot-Karten Set stößt und plötzlich ihr Talent für das Legen der Karten uns aussprechen erstaunlich akkurater Vorhersagen entdeckt. Recht bald läuft das ganze allerdings etwas aus dem Ruder und ihre ehemaligen Freundin Lily verschwindet.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen, da auch schon ziemlich schnell die Karten ins Spiel kommen und von Beginn an ein Spannungsbogen erzeugt wurde. Nur mit der Protagonistin hatte ich direkt einen schwierigen Start, da sie schon auf den ersten Seiten einen ziemlich unreifen und unreflektierten Eindruck macht. Leider kamen dann im lauf der Geschichte noch einige Informationen hinzu, die sie mir regelrecht unsympathisch machten, sodass ich auch zum Ende des Buches und trotz einiger Einsichten ihrerseits nicht so richtig warm geworden bin.
Einer der Hauptgründe, dieses Buch zu lesen, war für mich die Sache mit den Tarotkarten und den wahren Vorhersagen. Leider nahm der Relevanz für die Geschichte mit fortschreitender Handlung immer mehr ab, was ich sehr schade finde, da das Ganze noch mehr Potenzial gehabt hätte. Zumal Maeves Auskünfte teilweise auch recht allgemein waren.
Abgesehen davon machte das die Handlung aber auch rech unvorhersehbar, und ich hatte keine Vermutungen, worauf das alles hinauslaufen würde. Es gab noch einige Nebenhandlungen, die teilweise etwas von der Suche nach Lily und der Magie der Karten abgelenkt haben, aber sehr aktuelle gesellschaftliche Themen umfassen, wie ich es in einem Urban-Fantasy Roman noch nicht gelesen habe. Und diese Themen waren gut und wichtig, es ging um Toleranz, den Mut zu ich selbst zu stehen und um Rassismus und Diskriminierung. Wie gesagt, alles Themen, die sehr wichtig sind und gerade in der Jugendliteratur einen guten Einfluss ausüben dürften. Mir persönlich hat das alles jedoch fast zu viel Raum eingenommen und die Verknüpfung mit der Haupthandlung, wirkte dann beinahe etwas zu gewollt.Vielleicht bin ich auch einfach mit falschen Erwartungen in das Buch gestartet, denn zu dem Zeitpunkt wollte ich mich einfach nur von Tarotkarten verzaubern lassen und keine Gesellschaftskritik lesen. Definitv ist es aber lobenswert, was die Autorin hier alles integriert hat, vor allem Roe hat finde ich wirklich eine Vorbildfunktion.
Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass sich das Buch sehr gut und sehr schnell gelesen hat, aber mit der Sprache ging es mir ähnlich wie mit Maeve. Sie war sehr jugendlich und ich bin einfach nicht hundertprozentig mit ihr warm geworden, auch wenn sie keinesfalls schlecht war.
Die Geschichte des Buches ist an sich abgeschlossen, aber es wird wohl zumindest noch eine Fortsetzung geben. Ob ich diese noch lese, weiß ich nicht, aber da zum Ende dieses Bandes wieder mehr Magie auftauchte, gebe ich ihm vielleicht noch eine Chance.

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Veröffentlicht am 14.05.2021

Spannung für Zwischendurch

Die Nacht der Acht
1

„Die Nacht der Acht" ist ein Horror- Thriller für Jugendliche des französischen Autors Philip Le Roy.

Es geht dabei um eine Gruppe Teenager, die in einer abgeschiedenen Villa in den Bergen feiern wollen ...

„Die Nacht der Acht" ist ein Horror- Thriller für Jugendliche des französischen Autors Philip Le Roy.

Es geht dabei um eine Gruppe Teenager, die in einer abgeschiedenen Villa in den Bergen feiern wollen und dabei versuchen, sich gegenseitig zu erschrecken, um einen Grund zum Trinken zu haben. Das Ganze wäre eh schon keine Party gewesen, bei der ich gerne teilnehmen würde, aber dann geht der echte Horror los, mit Spuk, Blut und gekappten Telefonleitungen.

Man sollte meinen, dass das Szenario einer Gruppe Halbwüchsiger, die sich von der Zivilisation entfernen und ihr blaues Wunder erleben, inzwischen etwas abgedroschen wäre, weil es inzwischen einfach so viele Horrorstreifen gibt, in welchen besagte Gruppe in unzähligen Varianten nach und nach dezimiert und traumatisiert wird. Man sollte auch meinen, dass solche Gruppen irgendwann etwas von ihren Vorgängern gelernt hätten und es einfach vermeiden würden, sich in solche Situationen zu begeben. Aber gut, wenn man darüber hinwegsehen kann, dass solche Aktionen in etwa so schlau sind wie das Treten gegen ein Tischbein, nachdem man sich daran gestoßen hat, sind diese Geschichten ziemlich unterhaltsam.

So war es auch mit diesem Buch. Über das Ausgangsszenario habe ich ursprünglich etwas den Kopf geschüttelt, aber natürlich war ich neugierig, was hinter dem mysteriösen Schrecken steckt. Und auch wenn das ein oder andere Klischee bedient wurde und auch die Figuren recht stereotypisch waren (Streber, Blondine, Clown,…), war es durchweg spannend und ich habe auf die Auflösung hin gefiebert. Man muss sich bewusst sein, dass die Geschichte nicht darauf ausgelegt ist, besonders tiefgründig zu sein oder das Rad neu zu erfinden. Sie will schockieren, fesseln und beim Lesen den Adrenalinspiegel erhöhen. Und bei mir hat sie das geschafft.

Mich hat es deshalb auch nicht gestört, dass die Charaktere austauschbar waren; die Idee war insgesamt  gut umgesetzt und der Autor hat es auch sprachlich geschafft, die richtige Atmosphäre zu erzeugen. Ab und an bin ich etwas über die Jugendsprache gestolpert, aber tatsächlich findet sich hinten im Buch ein Glossar, in welchem manche Ausdrücke erklärt werden. So etwas hab ich noch nie gesehen und ich finde es ziemlich lustig, in einem Jugendbuch eine Vokabelliste für Jugendsprache zu finden- vielleicht hat das etwas damit zu tun, dass es aus dem Französischen übersetzt wurde? Wer aber nach etwas Nervenkitzel sucht oder ein schnelles, spannendes Buch lesen möchte, dem kann ich dieses nur blutigst empfehlen.

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Veröffentlicht am 11.05.2021

Brutal, aber mit Hoffnung

Der Junge, der das Universum verschlang
1

"Der Junge, der das Universum verschlang" ist eine fiktive Coming of Age Story, die vom Jungen Eli Bell handelt und ihn insbesondere in seinen Teenager Jahren begleitet. Er wächst in einem Ghetto auf und ...

"Der Junge, der das Universum verschlang" ist eine fiktive Coming of Age Story, die vom Jungen Eli Bell handelt und ihn insbesondere in seinen Teenager Jahren begleitet. Er wächst in einem Ghetto auf und die Bedingungen zum Start ins Leben sind alles andere als ideal, nichtsdestotrotz hat Eli Hoffnung. Dieses Buch erzählt ungeschminkt von Drogen und Mord, Gewalt und Armut, da sollte man sich von dem farbenfrohen Cover nicht täuschen lassen.
Was dieses Buch aber so besonders macht, ist der Schreibstil, die Sprache. Der Autor schafft es, den Charakter und die Gefühlswelt von Eli einzufangen, dennoch mutet die Erzählung teilweise poetisch an. Viele Sätze sind etwas komplizierter gebaut, sodass ich sie teilweise mehrfach gelesen habe und dazu gezwungen war, über das Gelesene nachzudenken. Auch gibt es stellenweise fast philosophische Abschnitte, die einen besonderen Kontrast zu der doch eher düsteren Handlung dargestellt haben. Diese Kombination hat mir sehr gut gefallen!
Alles in allem wurde mit diesem Buch sicher nicht das Rad neu erfunden, aber die Umsetzung ist wirklich gelungen. Ich könnte nicht jeden Tag etwas von diesem Kaliber lesen, aber es war eine gute Abwechslung, die im Gedächtnis bleiben wird.

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Veröffentlicht am 06.04.2021

Magie, Wissenschaft und atemlose Spannung!

Kaleidra - Wer die Seele berührt (Band 2)
1

Achtung, da es sich um die Fortsetzung einer Reihe handelt, sind Spoiler zum Vorgänger enthalten!
Nachdem „Kaleidra - Wer das Dunkle ruft" von Kira Lich mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger geendet hat, ...

Achtung, da es sich um die Fortsetzung einer Reihe handelt, sind Spoiler zum Vorgänger enthalten!
Nachdem „Kaleidra - Wer das Dunkle ruft" von Kira Lich mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger geendet hat, setzt der 2. Band nun endlich diese unglaubliche Geschichte fort. Die Handlung fängt so ziemlich genau da an, wo der erste Band geendet hat, nur dass Emilia sich mittlerweile in Washington befindet, bei der berüchtigten Quecksilberloge.

Wie es dazu gekommen ist? Tja, das ist ein ziemlicher Knaller und ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe, dass das in einer Urban Fantasy Geschichte noch nie da gewesen ist und mich ziemlich aus den Socken gehauen hat. Schon im 1. Band gab es ja viele wissenschaftliche Erklärungen für die magischen Aspekte, aber hier geht es sogar teilweise in Richtung Science Fiction und die Kombination hat mich echt begeistert.

Emilia und Ben werden nun dazu gezwungen, die Suche nach dem Wasser des Lebens fortzusetzen, und auch hier hat Kira Lich wieder hervorragende Arbeit geleistet, was Recherche und innovative Ideen betrifft. Auch eine Reise in das mysteriöse Kaleidra steht endlich an, und nachdem ich mir im 1. Teil noch nicht so viel darunter vorstellen konnte, war ich nun absolut fasziniert von diesem Konzept, welches auch das Fantasylevel nochmal steigert.

Man erfährt auch mehr über die sogenannten Twins, die dunkle Seite der Persönlichkeit jedes Alchemisten, und einer speziell hat mich des Öfteren ziemlich zum Lachen gebracht. Für lustige Momente, die die teilweise doch etwas düstere Geschichte auflockern, hat auch wieder Emilia mit ihrer unnachahmlichen Art gesorgt; sie ist einfach eine starke, mutige und sehr intelligente junge Frau, die sagt was sie denkt und von der ich sehr gerne gelesen habe.

Ein bisschen schade fand ich, dass diesmal die anderen Mitglieder der Goldloge eine kleinere Rolle gespielt haben, aber das war für die Handlung notwendig und die Autorin hat einige neue Charaktere geschaffen, die einen gut vertrösten. Schön ist dabei auch, dass es jetzt einen richtigen „Bösewicht“ gibt, der eine konkrete Bedrohung darstellt und auch als Person gut gelungen ist.

Am Ende dieses erneut absolut überzeugenden, magischen und sehr durchdachten Buches steht wieder … ein fieser Cliffhanger. Wie sollte es auch anders sein? Dieses Mal war das Finale sogar noch verstörender und ich bin wahnsinnig gespannt, wie die Autorin das Ganze auflöst.

Zum Schluss muss ich leider noch einen kleinen Kritikpunkt geben, der sich eher an das Lektorat richtet: Immer wieder finden sich Rechtschreib- oder Grammatikfehler, die mich normalerweise kaum stören würden, aber es waren insgesamt doch einige und gerade bei diesem Schmuckstück von Buch finde ich es doch etwas schade. Hier ein Beispiel: „[…] sein gelehrtes Glas […]“ (S.240).
Nichtsdestotrotz: Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.03.2021

Wundervolle Welt und spannende Geschichte!

The Run 1: Die Prüfung der Götter
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„The Run – Die Prüfung der Götter“ von Dana Müller-Braun ist mein erstes und definitiv nicht mein letztes Buch von dieser unglaublich talentierten deutschsprachigen Autorin gewesen.

Es handelt von der ...

„The Run – Die Prüfung der Götter“ von Dana Müller-Braun ist mein erstes und definitiv nicht mein letztes Buch von dieser unglaublich talentierten deutschsprachigen Autorin gewesen.

Es handelt von der mutigen, selbstlosen und starken Sari, die wie alle anderen 18-jährigen an einem gefährlichen Lauf voller Prüfungen durch die vier Königreiche teilnehmen muss, um ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu werden. Dieser Lauf hängt eng mit der Schöpfungsgeschichte der Länder und ihrer Götter zusammen und es zeigt sich schon bald, dass Saris Schicksal ebenfalls mit diesen Gegebenheiten verknüpft ist. Problematisch ist dabei auch, dass sich inzwischen ein Monarch für alle vier Reiche aufgeschwungen hat, den sich Sari relativ zügig zum Feind macht… Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt Kheeran, ein Schattenbringer, der von mehr Geheimnissen umgeben ist, als man normalerweise bei knapp 400 Seiten vermuten würde.

Aber der Autorin gelingt es, all diese Zusammenhänge und Mysterien nach und nach im Verlauf der Geschichte zu lüften, ohne dass Spannung verloren geht oder etwas übereilt wird. Sie hat wirklich die perfekte Balance gefunden, um actionreiche Szenen mit emotionalen Momenten und der Offenbarung einiger Informationsfragmente abzuwechseln, sodass ich mich etwa nach der Hälfte des Buches regelrecht zwingen musste, mal eine Pause zu machen und mir noch etwas von dieser fantastischen Geschichte aufzuheben. Das war auch gut, denn es ging bis zum Ende in rasantem Tempo weiter und eine Überraschung folgte auf die nächste.

Meine Begeisterung liegt auch an der handwerklichen Umsetzung der Story. Zu Beginn der Kapitel (meist aus der Ich-Perspektive von Sari erzählt) gibt es Textausschnitte, die sich mit der Geschichte der Götter, ihren Beziehungen untereinander oder den von ihnen geschaffenen Königreichen befassen. Diese sind nicht nur sprachlich schön, sondern haben auch einen historischen und kulturellen Hintergrund erzeugt, der die Welt so lebhaft wie komplex macht und meist sogar einen konkreten Bezug zu den im Kapitel folgenden Ereignissen hatte. Auch hat die Autorin nicht nur die für High-Fantasy inzwischen fast üblichen außergewöhnliche Namen kreiert, sondern auch Grundlagen einer neuen Sprache erdacht! Und die ist wirklich sehr wohlklingend und passt perfekt in die Atmosphäre. Abgerundet wird diese neue Buchwelt durch eine liebevolle Karte im Einband, die einem sehr hilft, den Lauf und nochmal einige Besonderheiten der Länder nachzuvollziehen -seien es das Königreich des blauen Eises mit den Schneestürmen und Greifen oder das Gefängnis der Asche mit verlorenen Seelen. Das ganze Konzept war für mich einfach stimmig und sowohl der Verlauf der Geschichte als auch die Details drumherum wirkten sehr durchdacht.

Zum Abschluss möchte ich noch einmal loben, was die Autorin in den 400 Seiten alles möglich gemacht hat. Sie hat nicht nur eine überzeugende, neue Welt geschrieben, eine in sich abgeschlossene Handlung reingepackt, die ich so noch nicht in etlichen Variante gelesen habe, sondern auch noch Figuren geschaffen, die von den Protagonisten bis zu den Nebencharakteren allesamt greifbar und gut ausgearbeitet waren. Das Potential dieses Buches wurde meines Erachtens voll ausgeschöpft und ich kann es jedem Fantasy-Fan sehr empfehlen!

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