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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2020

Ratlose Leserin, verwirrend und etwas Humor

Memoiren und Falschinformationen
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Dieses Buch lässt mich gerade etwas ratlos zurück. Was war das denn? Ich wusste zwar, dass Jim Carrey keine Biografie abliefern wird, aber mit diesem Ergebnis habe ich zugegebenermaßen auch nicht gerechnet. ...

Dieses Buch lässt mich gerade etwas ratlos zurück. Was war das denn? Ich wusste zwar, dass Jim Carrey keine Biografie abliefern wird, aber mit diesem Ergebnis habe ich zugegebenermaßen auch nicht gerechnet.

Ich schätze den Schauspieler Jim Carrey (gerade in den ernsteren Rollen fand ich ihn gut) und er hat ja schon früher oft erwähnt, dass er sich in Hollywood unwohl und unterschätzt fühlt. Er kann mehr als er zeigen darf. Er ist abonniert auf den Komiker und Spaßmacher stets und ständig und zu jeder Zeit. Kräftezehrend.

In dem Roman wird dies auch beschrieben, aber nur zwischen den Zeilen und in einer sehr wirren Geschichte. Ich fand mich nur schwer in der Geschichte zurecht und dieses ständige hin und her löste bei mir wenig Lesefreude aus. Auch wusste man nie, was nun real und was fiktiv war. Die Personen schwirrten durch das Buch, dass man kaum hinterher kam. Der Schreibstil und die Sprache bzw. die Wortwahl waren gewöhnungsbedürftig und für mich recht ermüdend. Einzig sein Humor, seine Spitzen gegen Hollywood und die kleinen privaten (die man erkannte) Anekdoten sorgten dafür, dass ich das Buch gelesen habe.

Ein Vergnügen war es aber nicht und ich ziehe eindeutig eine reale Biografie vor.

Veröffentlicht am 13.12.2020

Eine Liebegeschichte aus der Sicht eines Mannes

Charmanter Mann aus Erstbesitz
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Die Suche nach einer neuen Liebe mal aus der Sicht eines Mannes. Diese Idee fand ich gut und sie wurde auch von der Autorin gut umgesetzt. Natürlich gibt es ein paar Klischees, aber diese sorgten für ...

Die Suche nach einer neuen Liebe mal aus der Sicht eines Mannes. Diese Idee fand ich gut und sie wurde auch von der Autorin gut umgesetzt. Natürlich gibt es ein paar Klischees, aber diese sorgten für eine leichtere Lesestimmung. Denn die Autorin hat keinen lustigen Witwer erschaffen, sondern einen trauernden Mann, der sich nur schwer von seiner verstorbenen Frau und ihren Sachen trennen kann. Er merkt schnell, dass er an seine Grenzen kommt. Im Kopf ist er noch nicht bereit für die neue Liebe, auch wenn die Familie und die Freunde um ihn herum der Meinung sind, dass er nun schon zu lange allein ist.

Es gibt einige bedrückende und traurige Passagen, die den Schmerz von Edward sehr deutlich beschreiben. Man leidet etwas mit ihm, aber man lacht auch mit ihm. Die Autorin lässt ihn immer nur kurz in Selbstmitleid versinken und schickt ihn dann zu den Dates mit den Damen. Herrlich, wie er überfordert ist, wenn die Damen zum Angriff pfeifen. So viele Dinge muss er wieder lernen und sich auf so viele neue Details einstellen, dass er dabei manchmal schnell frustriert ist und dann geht nichts mehr.

Der Humor ist während der gesamten Geschichte vorhanden und man kann schön mit und über Edward schmunzeln. Auch einzelne Familienmitglieder sorgen für Unruhe und Chaos in seinem Leben, aber sie schützen ihn auch vor Einsamkeit und Trauer.

Für mich war es eine gute und unterhaltsame (Liebes-)Geschichte, die aber auch die Trauer durch den Verlust des Partners nicht klein redet, sondern zu lässt ohne rührselig oder kitschig zu werden.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.12.2020

Leichte unterhaltsame Geschichte für die dunklen Tage im Jahr

Ziemlich hitzige Zeiten
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Herrlich gelacht, oft geschmunzelt, manchmal mit den Augen gerollt und den Kopf geschüttelt.

Es war in dieser Geschichte alles dabei. Die ersten Seiten der Geschichte waren sehr unterhaltsam. Die Nahtoderfahrung ...

Herrlich gelacht, oft geschmunzelt, manchmal mit den Augen gerollt und den Kopf geschüttelt.

Es war in dieser Geschichte alles dabei. Die ersten Seiten der Geschichte waren sehr unterhaltsam. Die Nahtoderfahrung der Hauptfigur Anna bei der gemeinsamen Autofahrt mit der Tochter (die Tochter fährt nach bestandener Führerscheinprüfung) hat bei mir einige Erinnerungen wachgerufen. Angelika Schwarzhuber kann ihre Charaktere so gut beschrieben, dass man direkt ein Bild im Kopf hat und sich auch schnell in der Geschichte zurechtfindet.

Sie verbindet eine gute Alltagsgeschichte mit Humor und typischen Klischees für Frauen von 40+. Sie lässt sie häufig in Fettnäpfchen (manchmal etwas überzogen) treten, gönnt ihnen aber auch die langersehnte Romantik, das kleine Abenteuer und die Bestätigung, die sie brauchen. Der Weg zum großen Glück ist lang und manchmal auch etwas langatmig und mit zu vielen gewollten Zwischenfällen. Trotzdem wird man von dieser leichten und herzlichen Geschichte gut unterhalten, da die Charaktere nahbar sind. Jeder wird wohl eine Figur finden, die er/sie besonders mag, der man das Glück und die Liebe gönnt. Es gibt (wie so oft) die Freundinnenclique, die eine große Rolle spielt und die Männer, die eine noch größere Rolle spielen.

Die Wirrungen und Irrungen sind nicht neu oder überraschend, aber gut in die Geschichte eingebaut und somit kann man ganz entspannt durch dieses Buch gleiten, den Frauen folgen und dabei einen schönen Tee oder Sekt trinken. Es ist eine leichte unterhaltsame Geschichte für die dunklen Tage im Jahr.

Veröffentlicht am 06.12.2020

Hörfreude nicht nur für Kinder

Kuschelflosse und seine Freunde
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Ich bin ganz klar Team Kuschelflosse. Jetzt ist es raus. Ich stehe dazu, denn diese kleine Truppe bringt mich zum Schmunzeln und Schwärmen und die Jüngsten zum Lachen und Staunen.

Die Geschichten sind ...

Ich bin ganz klar Team Kuschelflosse. Jetzt ist es raus. Ich stehe dazu, denn diese kleine Truppe bringt mich zum Schmunzeln und Schwärmen und die Jüngsten zum Lachen und Staunen.

Die Geschichten sind herrlich skurril und doch nachvollziehbar und kindgerecht. Sie sind voller Abenteuer, Mut und Freundschaft und vor allem zeigen sie eins: Zusammen ist man am stärksten.

Ralf Schmitz gibt den vier Freunden Kuschelflosse, Seebrillchen Sebi, Herrn Kofferfisch und Schwimmerdbeere Emmi unverwechselbare Stimmen und formt sie zu liebenswerten Charakteren mit wunderbaren Schwächen und Macken. Für jeden Minimalisten ist Herr Kofferfisch ein Graus, denn er sammelt alles in seinem Koffer, weil er nämlich aufräumen doof findet und wenn er dann etwas sucht, staunt man, was er alles bei sich trägt. Seebrillchen Sebi ist ein großer Bücherfan und durch sein angelesenes Wissen schafft er es immer wieder seine Freunde auf den richtigen Weg zu bringen. Emmi ist das einzige Mädchen in der Truppe, aber genauso tapfer wie die Jungen, nur kichert sie ganz oft und macht ständig Purzelbäume. Und dann gibt es noch Kuschelflosse, der ganz weich ist und ein Haustier hat. Er isst gern Pfannkuchen und liebt Musik.

Die Charaktere sind so verschieden wie die Kinder selbst, so dass fast jedes Kind sich in einem Charakter wiederfindet und mit seinem Liebling mitfiebern kann. Und weil Kuschelflosse Musik so mag, wird diese auch immer wieder mit eingebaut. Auch gibt es viele Hintergrundgeräusche, knarren und blubbern, schmatzen und zischen, rauschen und trommeln.

Die Geschichten gehen im Durchschnitt 90 Minuten und sind in viele kleinere Tracks aufgeteilt, so dass man die Geschichte gut über den Tag aufteilen kann. Sie sind sehr unterhaltsam, witzig und stets mit einer kleinen versteckten Botschaft. Es macht einfach Spaß Ralf Schmitz zuzuhören und in die große Unterwasserwelt abzutauchen.

Liebe Nina Müller, bitte noch mehr von diesen tollen Geschichten. Bis jetzt gibt es sechs Bände und alle machen einfach nur Spaß.

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Veröffentlicht am 04.12.2020

Das Leben von Harold

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
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Wer mit Harold reist, muss die Langsamkeit mögen. Er läuft quer durch England, um sich von seiner Kollegin zu verabschieden. Eigentlich will er sie retten - vor dem Tod. Man muss nur fest daran glauben. ...

Wer mit Harold reist, muss die Langsamkeit mögen. Er läuft quer durch England, um sich von seiner Kollegin zu verabschieden. Eigentlich will er sie retten - vor dem Tod. Man muss nur fest daran glauben. Beim Laufen erfährt der Zuhörer vieles aus dem Leben von Harold. Viele traurige Stationen aus seinem Leben dringen an die Oberfläche. Die "Flucht" der Mutter vor ihm und seinem Vater, die vielen Momente, wo er versagt hat. Nicht nur beruflich, sondern auch privat. Seine kaputte Ehe mit Maureen und die fehlende Kraft sie zu beenden. Das Fehlen von Liebe, Zuneigung und Vertrauen in fast allen Lebenssituationen, seine Unfähigkeit das Richtige zur richtigen Zeit zu tun.

Ich schwankte immer zwischen Mitleid für Harold und seinem ziemlich bedrückenden Leben und Kopfschütteln über so viel Unfähigkeit, aber irgendwie wollte ich ihn auch bis zum Schluss begleiten. Während seiner Tour wird er eine kleine Berühmtheit, die er nicht sein will und die verschiedensten Menschen folgen und begleiten ihn ein Stück. Nicht immer war es gut für die Geschichte, denn sie schweiften ein wenig ab, aber Harold fand stets wieder den richtigen Weg. Und während er seinen Ballast immer mehr abwirft, wird auch Maureen immer nachdenklicher und fängt an, sich und ihr gemeinsames Leben zu reflektieren.

Der Sprecher Heikko Deutschmann hat mit seiner Stimme Harold so gut herausgearbeitet, dass man seine Langsamkeit und seine Gedanken gut über sieben Stunden ertragen konnte.