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Ritja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2025

Spannend, aber zu viel

Unendlicher Friede
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Ein Therapeut, der sich in seine Patientin und in die Frau eines Anderen verliebt. Ein Psychiater, der Angst hat zu sterben, wenn sein Kind zur Welt kommt und ein Experiment, welches ethisch sehr fragwürdig ...

Ein Therapeut, der sich in seine Patientin und in die Frau eines Anderen verliebt. Ein Psychiater, der Angst hat zu sterben, wenn sein Kind zur Welt kommt und ein Experiment, welches ethisch sehr fragwürdig ist.

Die Ansätze fand ich gut, aber zu oberflächlich. Jedoch sorgten sie trotzdem für eine gewisse Spannung und Verwirrung. Bis zum Schluss konnte man sich nicht sicher sein, wer von den Charakteren nun lügt, wer wirklich erkrankt ist und wer wen manipuliert. Immer wieder rückte ein anderer Charakter in den Mittelpunkt, schien glaubhaft seinen Standpunkt zu erklären und doch ging am Ende vieles anders aus als gedacht.

Die Grundidee der Geschichte, die Manipulation des Gedächtnisses, ist gut und spannend, aber auch erschreckend. Der dargestellte Missbrauch der Behandlung zeigt auf, wie riskant diese Behandlungen sein könnten. Die Liebesgeschichte zwischen dem Therapeuten und seiner Patientin fand ich leider nicht sehr glaubhaft. Sie lenkte zudem von der eigentlichen Geschichte ab. Der Autor packte zu viele Themen in diese Geschichte. Aus meiner Sicht wäre hier "etwas weniger ist mehr" gut gewesen.

Veröffentlicht am 11.02.2025

Eine ruhige Geschichte

Jeongmin töpfert das Glück
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Jeongmin hadert mit sich und ihrem Leben. Sie verkriecht sich in ihre Wohnung und meidet jeden Außenkontakt. Ihr bisheriges Leben war gezeichnet von vielen Umzügen und einem stressigen Job in der Fernsehwelt. ...

Jeongmin hadert mit sich und ihrem Leben. Sie verkriecht sich in ihre Wohnung und meidet jeden Außenkontakt. Ihr bisheriges Leben war gezeichnet von vielen Umzügen und einem stressigen Job in der Fernsehwelt. Sie war Texterin und brannte in ihrem Job völlig aus. Ein weiterer Umzug bringt die Wende in ihrem Leben. Sie kommt an einer Töpferei vorbei und betritt eine, für sie, völlig neue Welt.

Das Arbeiten mit dem Lehm und die Entstehung von den verschiedenen Keramiken lassen sie zurückkehren. Zurück in ihr Leben, zurück zur inneren Ruhe und zurück zu den Menschen, die wie sie, mit vielen kleinen und großen Problemen zu kämpfen haben.

Es ist eine ruhige Geschichte, die nur wenig Tempo hat und seine Protagonisten öffnen sich nur langsam dem Lesenden. Der Schreibstil ist gut und schön zu lesen, allerdings war mir das Tempo zu gering. Auch die Charaktere berührten mich kaum. Ich konnte keine Bindung zu ihnen aufbauen. Ich fühlte mich beim Lesen als Beobachterin und Außenstehende. Das Abtauchen in die Geschichte war mir leider nur phasenweise gelungen. Dadurch ging etwas der Zauber von der Ruhe und Gelassenheit verloren.

Veröffentlicht am 09.02.2025

Interessantes Sachbuch

Die heilende Kraft des Vagus
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Ich muss zugeben, dass ich bis zu diesem Buch nicht wusste, was der/ein Vagusnerv ist und welche Bedeutung er für unseren Körper hat.

Im ersten Teil führt der Autor den Lesenden in die Welt des Nervensystems ...

Ich muss zugeben, dass ich bis zu diesem Buch nicht wusste, was der/ein Vagusnerv ist und welche Bedeutung er für unseren Körper hat.

Im ersten Teil führt der Autor den Lesenden in die Welt des Nervensystems und die Kraft des Schlafes ein und belegt seine Angaben mit Quellen und Studien. Alle Angaben kann man am Ende des Buches nachlesen. Die Bilder sind (aus meiner Sicht) von nicht so guter Qualität, aber sie erfüllen ihren Zweck. Ein Laie wird sich nur schwer daraus Erkenntnisse ziehen können. Generell ist das Buch für einen Nichtwissenschaftler nicht so einfach zu lesen. Es werden sehr viele Fachbegriffe und Fremdwörter verwendet und nur zum Teil näher erklärt, so dass man doch (ab und an) an die Grenzen des Verständnisses stoßen kann.

Der zweite Teil, aus meiner Sicht, der „praktische“ Teil ist leichter zu lesen und verständlicher. Hier gibt der Autor Übungen und Hilfestellungen für den Lesenden, um den eigenen Vagusnerv zu beruhigen und zu stärken. Ich war überrascht, welche kleinen Stellschrauben man nur drehen muss, um dem Körper etwas Gutes zu tun. Viele Übungen wie z.B. Dankbarkeitsübung, inneres Lächeln, Atmenübungen kannte ich schon aus einem anderen Kontext und waren so für mich leicht nachzuvollziehen.

Insgesamt fand ich das Buch interessant und gerade die Übungen und die Erinnerung an die Notwendigkeit seinem Körper mehr Aufmerksamkeit zu geben, waren hilfreich.

Veröffentlicht am 09.02.2025

Gemüse und Obst aus eigenen Anbau

Das große Gemüse- und Obstgartenbuch
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Die Wintermonate sind für mich die Zeit, in der ich gern in Gartenbücher schmökere, um mich für das nächste Gartenjahr inspirieren zu lassen. Oft nutze ich auch Gartenbücher, um etwas nachzuschauen, wie ...

Die Wintermonate sind für mich die Zeit, in der ich gern in Gartenbücher schmökere, um mich für das nächste Gartenjahr inspirieren zu lassen. Oft nutze ich auch Gartenbücher, um etwas nachzuschauen, wie ich etwas anbauen kann, ob sich die Gemüsearten "verstehen" und wie ich der Nacktschnecke zuvor kommen kann.

Joachim Mayer startet sein Gartenbuch schon mit einer wunderbaren Übersicht - einem Arbeitskalender für den Garten. Man klappt die Broschur auf und sieht eine kompakte Übersicht für das erste Halbjahr. Das zweite Halbjahr befindet sich am Ende des Buches. Wer ganz neu im "Gartengame" ist, dem helfen die ersten Kapitel "Planung, Einrichtung und Zubehör" sowie "Vorbereiten und Anlegen". Danach geht es in die Gemüse- und Kräuterpraxis und in die Obstgartenpraxis.

Neben den schönen Seiten des Gärtnerns muss man sich auch mit den unschönen Seiten auseinandersetzen. Den Schädlingen und Krankheiten, die die Pflanzen befallen können. Jeder, der einen Garten hat, weiß, dass diese Faktoren manchmal für einen ordentlichen Frust sorgen können. Deshalb fand ich die Beschreibungen und die Tipps sehr hilfreich und gut.

Zum Schluss kommt (wie so oft) das Beste, die Porträts der Gemüse und Kräuter sowie des Obstes. Schöne gezeichnete Bilder und gute, kurze Beschreibungen sorgen für den schnellen Überblick und der Erkenntnis, dass der Garten viel zu klein für all diese leckeren Sorten ist.

Ich kann mich mit diesen Gartenbüchern stundenlang beschäftigen und entdecke immer wieder etwas Neues, was ich ausprobieren bzw. verbessern kann.

Veröffentlicht am 09.02.2025

Interessante Geschichte

Die Illusion des Getrenntseins
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Es ist ein schmales Buch, aber es spannt seine Geschichte von 1944 bis 2010. Der Autor erzählt in vielen kleinen Kapiteln die Geschichten der Protagonisten.

Der Autor springt zwischen dem ersten Weltkrieg ...

Es ist ein schmales Buch, aber es spannt seine Geschichte von 1944 bis 2010. Der Autor erzählt in vielen kleinen Kapiteln die Geschichten der Protagonisten.

Der Autor springt zwischen dem ersten Weltkrieg und den Zweitausender hin und her. Anfangs ist es etwas gewöhnungsbedürftig, da man nur wenige Seiten pro Kapitel hat. Zudem wechseln in jedem Kapitel die Perspektiven, so dass ich am Anfang der Geschichte noch etwas verwirrt war, da ich kaum Anknüpfungspunkte zwischen den Protagonisten erkannt habe. Erst nach einigen Kapiteln entstand ein Bild, welches die verschiedenen Charaktere miteinander verknüpfte. Immer wieder werden kleine Puzzleteile hinzugefügt, so dass bereits Geschriebenes auf einmal viel klarer und nachvollziehbarer wurde.

Die Passagen, welche 1944 spielen, sind nicht als Nachtlektüre zu empfehlen, aber sie spiegeln das Grauen der Zeit gut wider.

Der Autor hat einen wunderbar zu lesenden Schreibstil und seine Art diese Geschichte zu erzählen, hat mir, trotz anfänglicher Verwirrung, gut gefallen. Man muss sich darauf einlassen und am besten nimmt man sich die Zeit und liest das Buch mit wenigen Unterbrechungen.