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Ritja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.07.2018

kein Thriller

Der Schatten
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Es war kein Thriller, dafür hat es an Spannung gefehlt.
Mir hat zwar der Schreibstil von Melanie Raabe ganz gut gefallen, aber die Spannung und das Tempo waren mir zu wenig. Ich fand die Idee hinter der ...

Es war kein Thriller, dafür hat es an Spannung gefehlt.
Mir hat zwar der Schreibstil von Melanie Raabe ganz gut gefallen, aber die Spannung und das Tempo waren mir zu wenig. Ich fand die Idee hinter der Geschichte sehr gut und war deshalb auch gespannt, wie die Autorin dies umsetzen wird. Für mich war der Start etwas zu schleppend und zäh. Der mittlere Teil wurde dann interessanter, da dann Norah mit kleinen Ablenkungen und Vorfällen auf ihre Mission "vorbereitet" wurden ist. Man konnte gut mitfühlen, dass sie an sich zweifelte und langsam drohte verrückt zu werden. Der Charakter der Norah war mir leider nicht so sympathisch, aber sie passte gut in diese Geschichte. Sie war recht introvertiert und machte vieles mit sich aus. Ihr fiel es schwer, sich anderen Menschen anzuvertrauen oder sich mitzuteilen. Aber genau dieses Verhalten sorgte dafür, dass sie genau die Richtige für diesen Vorfall war. Die Verwicklungen, die erst nach und nach aufgedeckt wurden, waren gut, wenn auch manchmal etwas zu sehr konstruiert.
Insgesamt ist es ein Krimi, der sich zügig lesen lässt und für eine gute Unterhaltung sorgt.

Veröffentlicht am 18.07.2018

Der magische vierte Band

Kuschelflosse - Die mächtig magische Glitzerbohne
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Noch einmal Kind sein und einfach nur zuhören und abschalten.
Mit Kuschelflosse, Sebi, Herrn Kofferfisch und Emmi klappt dies wunderbar. Ich habe mich auf den vierten Band sehr gefreut und bin direkt ...

Noch einmal Kind sein und einfach nur zuhören und abschalten.
Mit Kuschelflosse, Sebi, Herrn Kofferfisch und Emmi klappt dies wunderbar. Ich habe mich auf den vierten Band sehr gefreut und bin direkt mit den vier Unterwasserfreunden abgetaucht. Diesmal verstecken sich die kleinen Abenteuer in Aufgaben, die es zu lösen gilt. Die Pflanze mit den Aufgabenblättern hat mich an die Geschichte von Rainhard Lakomy "Der Traumzauberbaum" erinnert. Dort gab es die Geschichtenlieder und hier gibt es spannende Aufgaben, die nur gemeinsam zu schaffen sind.

Die Abenteuer sind spannend, aber auch unterhaltsam und witzig und nie zu lang. Das Hörbuch ist in kleine Kapitel eingeteilt, so dass man die Geschichte gut zwischendurch stoppen kann.

Ralf Schmitz hat auch diesmal wieder alles gegeben und die vier Unterwasserfreunde und die neuen Charaktere toll gesprochen. Was mir ebenfalls gut gefallen hat, war die Musik und die vielen kleinen und großen, leisen und lauten Geräusche, die die Aktionen der Figuren gut unterstrichen haben.

Es war wieder sehr unterhaltsam, kurzweilig und mit den charmanten Charakteren möchte man direkt in den nächsten Band schwimmen.

Veröffentlicht am 15.07.2018

Lesenswerte Geschichte

Ein Ire in Paris
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Wenn man sich das Cover anschaut, könnte es wieder eine Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg mit mehreren Familien und Liebesbeziehungen sein. Aber man darf sich hier nicht täuschen lassen. Die Geschichte ...

Wenn man sich das Cover anschaut, könnte es wieder eine Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg mit mehreren Familien und Liebesbeziehungen sein. Aber man darf sich hier nicht täuschen lassen. Die Geschichte ist düster, dunkel und kalt. Es gibt kaum Momente, in denen der Leser verschnaufen kann. Es geht um Samuel Beckett, der hier jedoch nicht direkt benannt wird. Jo Baker versucht seine Rolle im Zweiten Weltkrieg nachzuzeichnen und zeigt somit auch eine völlig neue Seite von dem Schriftsteller. Die Geschichte ist interessant und beklemmend zugleich. Man taucht ab, in ein Paris während der Kriegszeit, des Hungers, der Leiden und der Dunkelheit. Beckett geht mit seiner Freundin in den Untergrund und bald schon wird es auch für ihn kritisch und die Zustände in Paris immer schlimmer.

Jo Baker hat eine interessante Geschichte über Samuel Beckett geschrieben, die mich traurig und nachdenklich zurückgelassen hat. Aber ich muss zugeben, dass ich recht lange gebraucht habe, um das Buch zu lesen. Es lag an dem Schreibstil der Autorin. Ich weiß, dass viele Leser diesen Stil mögen, mich hat er leider nicht so richtig mitgenommen. Ich empfand ihn als abgehackt und etwas hölzern, so dass ich zwischendurch immer wieder andere Texte lesen musste.

Die Sterne gibt es für eine lesenswerte Geschichte, die ohne Schnörkel, Herzschmerz und mit sehr viel Realität auskommt.

Veröffentlicht am 12.07.2018

Interessante und traurige Familiengeschichte

Als die Tage nach Zimt schmeckten
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Immer wieder muss ich mit dem Kopf schütteln, wenn ich die Titel lese und dann auf den englischen Titel schaue. "The Last Days of Café Leila" ist der Originaltitel. Warum nur dieser deutsche Titel?

Es ...

Immer wieder muss ich mit dem Kopf schütteln, wenn ich die Titel lese und dann auf den englischen Titel schaue. "The Last Days of Café Leila" ist der Originaltitel. Warum nur dieser deutsche Titel?

Es werden in dieser Familiengeschichte tatsächlich die letzten Tage vom Café Leila erzählt. Die Familie des alten Zod muss viel aushalten, wird schwer getroffen und verletzt und steht dann doch wieder auf. Aber am Ende leben sie doch nicht zusammen. Noor reist in ihre Heimat nach Teheran. Ihre Ehe ist am Ende, die Tochter schwer in der Pubertät und der Vater krank. Sie träumt von ihrer Heimat und erkennt es fast nicht wieder. Sie muss feststellen, dass viele schöne Dinge verloren gegangen sind. Das die Politik dem Land nicht gut getan hat und erfährt am eigenen Leib, was es heißt eine Frau im Iran zu sein. Ihre Tochter erleidet einen Kulturschock und lehnt sich auf, um recht schnell und hart auf den Boden der Realität zu landen. Sie sieht Dinge und Grausamkeiten, die sie kaum aushält und ihren Glauben an die Menschenlichkeit erschüttert. Sie sieht aber auch (zum ersten Mal) die Heimat ihrer Mutter, die Schönheit der Landschaften, die liebevollen Gesten der Freunde, Bekannten und des Großvaters. Sie lernt die persische Küche kennen und lernt mit den Widrigkeiten umzugehen.

Es ist eine interessante und teilweise traurige Familiengeschichte, die viel von den kulturellen und politischen Unterschieden erzählt und die Augen für ein anderes Land öffnet.

Veröffentlicht am 08.07.2018

Geheime Geschichten, die überraschen

Geheime Geschichten für Frauen, die Saris tragen
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Das Buch hat mich überrascht. Ich kannte den englischen Titel nicht, so dass ich etwas völlig anderes erwartet hatte. Wenn man jedoch den englischsprachigen Titel vorher liest, weiß man, was kommen wird ...

Das Buch hat mich überrascht. Ich kannte den englischen Titel nicht, so dass ich etwas völlig anderes erwartet hatte. Wenn man jedoch den englischsprachigen Titel vorher liest, weiß man, was kommen wird - "Erotic Stories for Punjabi widwows". Warum hat man diesen Titel nicht einfach übersetzt?

Man sollte kein indisches Shades of grey erwarten, denn aus meiner Sicht ist diese Geschichte wesentlich besser geschrieben. Balli Kaur Jaswal lässt den Leser hinter/unter den Sari schauen. Von den Einstellungen und Lebensweisen der Sikh-Frauen und deren Familien wird erzählt. Vieles weicht von meiner Lebensweise ab und war deshalb sehr interessant, teilweise verwirrend und schockierend. Einige Handlungen und Ansichten kann ich nicht nachvollziehen (wohl auch, weil mir das Hintergrundwissen fehlt) und einiges hat mich positiv überrascht.

Mir waren viele Charaktere sympathisch und so manches Mal musste ich über die Frauen und ihren Humor schmunzeln. Nachdenklich stimmten mich die sehr traditionellen Ansichten (Ehre) und die geforderten Handlungen (Verstoß, Tod) von sowohl weiblichen als auch männlichen Familienmitgliedern.


Balli Kaur Jaswal hat mir mit ihrer Geschichte ein ganz klein wenig die indische Lebensweise in London, den täglichen Kampf, das Leben in einem bestimmten Bezirk, die fehlende Integration, den Generationenkonflikt und die mangelnde Bildung der Frauen (häufig auf Wunsch des Mannes), aber auch deren Lebensmut, ihren Humor, ihre Sexualität und ihre berührende Art gezeigt und nahe gebracht.