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Ritja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.06.2018

Nicht täuschen lassen....

Phantasien
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Die Savage Lane hat eine schöne Fassade, aber man darf nicht dahinter schauen.
Oder doch?

Denn während es nach außen hin alles recht langweilig und eintönig wirkt, geht es in den Häusern laut, gemein ...

Die Savage Lane hat eine schöne Fassade, aber man darf nicht dahinter schauen.
Oder doch?

Denn während es nach außen hin alles recht langweilig und eintönig wirkt, geht es in den Häusern laut, gemein und egoistisch zu. Jeder belügt und betrügt jeden und alle sind sie beschäftigt mit dem Vertuschen und Verschleiern von Affären, von Alkohol und falschen Freundschaften.

Die Geschichte beginnt harmlos und steigert sich mit jeder Seite immer mehr in eine wahnwitzige Geschichte mit schwer greifbaren Charakteren, die dazu beitragen, dass es bald eskaliert. Jason Starr beschreibt sehr gut den K(r)ampf den Schein zu wahren und trotzdem den Abgründen zu frönen. Bis ein Mord geschieht und die kleine exklusive Straße ins Wanken gerät. Schnell wendet sich das Blatt und aus einigsten Freunden werden misstrauische Wesen, die sich gegenseitig beschuldigen und langsam beginnen durchzudrehen.

Es gibt Passagen, die sich etwas ziehen und langatmiger sind, aber es lohnt sich diese durchzustehen, denn die Geschichte an sich ist interessant und hat viele Wendungen, die man teilweise so nicht erwartet hätte. Dazu kommt noch ein sehr gut lesbarer Schreibstil von Jason Starr.

Veröffentlicht am 05.06.2018

Insgesamt ein unterhaltsamer und spannender Krimi mit einem echt bayrischen Ermittlerduo.

Schwarze Piste
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Der Herr Kreuthner ist schon ein recht eigenwilliger Polizeiobermeister. Hierarchien bei der Polizei werden mal gepflegt missachtet, die Kollegen von außerhalb sowieso ignoriert und die eigenen Ermittlungen ...

Der Herr Kreuthner ist schon ein recht eigenwilliger Polizeiobermeister. Hierarchien bei der Polizei werden mal gepflegt missachtet, die Kollegen von außerhalb sowieso ignoriert und die eigenen Ermittlungen sind ja immer noch die Besten. Und so wirbelt er alten Staub auf und schafft es doch mit seiner ganz eigenen Art die Puzzelteile zusammenzutragen. Die Kollegen scheinen immer einen Schritt hinterher und sind daher auch nicht gut auf ihn zu sprechen. Auch sein direkter Partner Wallner hat es nicht leicht mit ihm. Denn selbst Wallner gibt er nicht alle Informationen und trotz Suspendierung geht die Suche weiter.

Die Geschichte ist gut gestrickt und spannend, manchmal etwas überdreht, aber trotzdem noch interessant. Die Stimme von Michael Schwarzmaier hat den bayrischen Dialekt so richtig schon hervorgebracht. Herr Wallner wirkte manchmal etwas blass neben seinen Kollegen Kreuthner, aber trotzdem fand ich das Ermittlerduo recht gelungen. Natürlich darf bei einem Regionalkrimi der Humor nicht fehlen, welcher immer wieder durchblitzte und die Geschichte etwas auflockerte.

Insgesamt ein unterhaltsamer und spannender Krimi mit einem echt bayrischen Ermittlerduo.

Veröffentlicht am 05.06.2018

Bis jetzt das beste Buch für fructosefreies Kochen

Fructopia
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Für mich, als Betroffene, das bisher beste Kochbuch.
Wenn man die Diagnose erhält, steht man erstmal ratlos da und kauft sich aus lauter Verzweiflung alle Bücher zu diesem Thema. Leider muss man sagen, ...

Für mich, als Betroffene, das bisher beste Kochbuch.
Wenn man die Diagnose erhält, steht man erstmal ratlos da und kauft sich aus lauter Verzweiflung alle Bücher zu diesem Thema. Leider muss man sagen, sind sie nicht annähernd so gut/hilfreich wie erhofft. Sie sind häufig oberflächlich und die Rezepte langweilig. Es machte mir nur wenig Spaß etwas daraus zu kochen.

In diesem Buch spricht eine Betroffene von ihren Erfahrungen und sie testet die Gerichte selbst. Dadurch bekommt man das Gefühl, dass könnte auch bei einem selbst funktionieren. Vielleicht wird man dadurch sogar etwas mutiger und wagt sich an Zutaten, die man sonst nicht verwendet hätte.

Ich kannte Deniz schon von ihrem Blog und freute mich auf das Buch, denn es enthält viele schöne Rezepte und Ideen. Man kann aber auch dieses Buch nicht als "Pauschalwerk" ansehen. Es ist wichtig auf seine eigenen Toleranzgrenzen zu achten. So kann Deniz einiges essen, was bei mir überhaupt nicht geht und umgekehrt. Manche vertragen kleine Mengen Sorbit, Xylit & Co, andere nicht. Man muss die Rezepte an seine eigenen Möglichkeiten anpassen. Aber Deniz gibt viele neue Impulse und sie hat mich auf Gewürze (die ich eigentlich nicht vertrage) gebracht, die in kleiner Dosis sogar für mich möglich sind.
Dank ihr haben wieder neue Lebensmittel in meinen Küchenschrank einen Platz gefunden und meine Speisekarte erweitert. Ihre Rezepte sind leicht nachzukochen und übersichtlich. Bis jetzt haben die Gerichte (egal, ob warm oder kalt) gut funktioniert.

Deniz hat nicht nur die Hauptspeisen im Blick, sondern gibt auch gute Ideen für Pausensnacks, Knabbereien und Desserts. Viele Rezepte lassen sich variieren. Dadurch entsteht eine noch größere Vielfalt, die dann wieder für Spaß in der Küche sorgt. Besonders die Kekse von Deniz haben es mir angetan. Endlich wieder etwas zum Kaffeetrinken oder für das Mittagstief auf Arbeit. Die Keksrezepte findet man auf ihren Blog, der neben den Keksen noch viele Anregungen und Rezepte enthält.

Für mich das bisher beste Buch über fructosefreie (bzw. fructosearme) Ernährung und deren Rezepte und dank des Bloges gibt es immer wieder Nachschub an Ideen.

Veröffentlicht am 05.06.2018

Weiter gehts...

Die Toten, die niemand vermisst
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Sebastian Bergman wird auch in diesem Buch nicht zum Symphatieträger Nr. 1, aber er ist weicher, menschlicher geworden. Die Morde, die nur sehr langsam aufgedeckt werden, sind es nicht.
Wieder werden ...

Sebastian Bergman wird auch in diesem Buch nicht zum Symphatieträger Nr. 1, aber er ist weicher, menschlicher geworden. Die Morde, die nur sehr langsam aufgedeckt werden, sind es nicht.
Wieder werden mehrere Handlungsstränge langsam miteinander verbunden und erst nach und nach versteht man die Zusammenhänge. Die Spannung verlor sich manchmal kurz, aber sie kam immer wieder. Ich fand die Geschichte an sich schon gut und die Entwicklung zwischen Sebastian und seiner Tochter interessant. Trotz des Vorschritts in seiner Gefühlswelt bleibt Sebastian auch ein Egoist, der seine Chancen nutzt und stets versucht seinen Willen durchzusetzen.
Die vielen kleinen bösen Kommentare zwischen den Kollegen lockerten die Geschichte auf, aber gaben auch einen kleinen Einblick in die brodelnde Gefühlswelt der schwedischen Polizisten. Das Ende schafft einen gelungenen Übergang zum nächsten Buch und lässt zudem noch ein paar Fragen offen.

Das schwedische Autorenpaar schaffte es wieder mich an einen dicken Krimi zu fesseln und neugierig auf den nächsten Band zu machen.

Veröffentlicht am 05.06.2018

Wer eine Reise tut....

Bummel durch Europa
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Mit Mark Twain durch Europa zu bummeln, ist eine Reise in die Vergangenheit und muss mit viel Muße angegangen werden. Mark Twain reist noch recht munter und flott durch Deutschland, bleibt etwas länger ...

Mit Mark Twain durch Europa zu bummeln, ist eine Reise in die Vergangenheit und muss mit viel Muße angegangen werden. Mark Twain reist noch recht munter und flott durch Deutschland, bleibt etwas länger im Heidelberger Studentenleben hängen und versüßt dem Zuhörer die Zeit mit Humor und Ironie. Mit ihm in der Oper zu sitzen, brachte mich zum Lachen. Sein Erstaunen über das deutsche Verhalten in der Oper und die Beschreibungen der Opern waren sehr amüsant. Auch die Beschreibungen seiner Unterkünfte waren komisch und unterhaltsam.

Leider hält er diesen Humor nicht die komplette Reise durch. In der Schweiz bringt ihn die Bergbesteigung an seine Grenzen und leider auch seinen Humor. Diesen Reiseabschnitt fand ich eher zäh und langatmig. Es wurde dann wieder etwas interessanter in Italien und Frankreich.

Man muss bei der Geschichte stets im Kopf behalten, dass Mark Twain 1878 reiste und somit noch andere Vorstellungen, Werte und Ansichten galten. Seine Berichte sind teilweise schonungslos ehrlich und direkt und er hält sich auch mit den Beschreibungen von hässlichen Dingen und Menschen nicht zurück. Deshalb immer daran denken, 1878.

Das Sahnehäubchen ist das Essay "Die schreckliche deutsche Sprache". Hier gibt er noch einmal alles und schafft es fast, dass man die langweilige Schweiz vergisst. Aber eben nur fast.

Trotz der kleinen zähen Abschnitte sollte man mal mit Mark Twain gereist sein. Man kann sich auch nur Deutschland aussuchen, statt mit ihm durch halb Europa zu reisen. Egal für was man sich entscheidet, man sollte sich dafür Zeit nehmen, um wirklich alles mitzubekommen, denn oftmals steckte der Humor in den kleinen Nebensätzen.