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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2018

Eine schöne leichte französische Geschichte

Das geheime Leben des Monsieur Pick
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Den Autor kannte ich schon von "Charlotte" und fand ihn sehr gut. Dieses Buch hier ist jedoch anders, ganz anders. Man darf sie nicht miteinander vergleichen.

Es ist eine schöne leichte französische ...

Den Autor kannte ich schon von "Charlotte" und fand ihn sehr gut. Dieses Buch hier ist jedoch anders, ganz anders. Man darf sie nicht miteinander vergleichen.

Es ist eine schöne leichte französische Geschichte und sie könnte auch ein guter Film werden. Es sind recht viele Charaktere für das schmale Buch, aber irgendwie findet jeder seinen Platz und seinen kleinen Anteil an der Geschichte. Alle Figuren haben ihren ganz eigenen Charme und nehmen den Leser mit in ihr Leben, welches von diesem einem Buch beeinflusst wird. David Foenkinos hat einen leicht zulesenden Schreibstil, der mich gut durch die Geschichte getragen hat. Es ist eine warmherzige Geschichte, die ihre etwas schrulligen Charaktere liebt. Man kann sich gut amüsieren über die Eigenheiten und Ansichten der einzelnen Figuren, über das Verhalten der Bewohner des Dorfes und über die Suche nach des Rästels Lösung.

Wer ein bißchen zwischen den Zeilen liest, kann auch die Kritik des Autors an dem Literaturbetrieb und den Verlagen herauslesen. Immer wieder werden kleine Seitenhiebe verteilt, der Druck auf die Schriftsteller und seine Umgebung, die Rastlosigkeit, die Eifersucht und die vielen Rückschläge beschreibt Foenkinos mit leisen Humor und doch bleiben sie im Kopf hängen und wirken nach.

Veröffentlicht am 05.05.2018

Unterhaltsam und kurzweilig

Die störrische Braut
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Als furios würde ich die Neuinterpretation nicht bezeichnen, aber sie ist unterhaltsam und kurzweilig. Ideal, um mit Kate und ihrer Familie ein Wochenende zu verbringen.

Kate ist sehr direkt, herrlich ...

Als furios würde ich die Neuinterpretation nicht bezeichnen, aber sie ist unterhaltsam und kurzweilig. Ideal, um mit Kate und ihrer Familie ein Wochenende zu verbringen.

Kate ist sehr direkt, herrlich sturr und eigenwillig und doch ein Mensch mit einem großen Herzen. Sie hat einen Job, der sie nicht wirklich ausfüllt und für den sie auch nicht so richtig gut geeignet ist. Sie hat einen Vater, der sie als kostenlose Reinigungskraft und Haushaltshilfe ansieht und ihre Schwester ist nur da, wenn sie etwas will. Sie kann nur begrenzt kochen (schauderhaftes Wochengericht) und hat auch sonst schon etwas den Spaß am Leben verloren. Doch dann kommt ihr Vater mit einem Mann nach Hause und das eingefahrene Leben bekommt auf einmal eine ganz andere Richtung. Die Sticheleien und Verwirrungen (aufgrund von Sprachbarrieren) zwischen dem Vater, Kate und Pjotr sind teilweise wunderbar, teilweise bekannt und etwas abgenutzt. Mich hat die ganze Geschichte an den Film "Green Card" erinnert.

Es ist eine leichte und sehr gut geschriebene Geschichte, die nicht viel vom Leser fordert, außer etwas Zeit und Muse.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Wer ist Don?

Das Rosie-Projekt
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Don ist strukturiert, liebt klare Aussagen und Logik, gegen Tabellen, Statistiken und andere wissenschaftliche Erkenntnisse hat er nichts und er liebt seinen geregelten und auf die Minute verplanten ...


Don ist strukturiert, liebt klare Aussagen und Logik, gegen Tabellen, Statistiken und andere wissenschaftliche Erkenntnisse hat er nichts und er liebt seinen geregelten und auf die Minute verplanten Tagesablauf. Abweichungen sind einfach nur schrecklich und lösen bei ihm eine Kette von Gedanken und Kalkulationen aus, die den Leser erstaunen lassen. So manches Mal habe ich gedacht "nicht denken, einfach mal machen". Dieser Mann ist so schön steif, korrekt und unemotional, dass man phasenweise einfach nur über seine Gedanken und Handlungen lachen muss. Aber Don nervt erstaunlicherweise nicht, nein, man mag ihn trotzdem oder gerade deshalb. Sein Frauenprojekt ist einfach nur skurril, aber sehr unterhaltsam und kurzweilig. Wenn er von seiner Genforschung spricht, wird es etwas komplizierter, aber auch interessant und Gott sei Dank gibt es immer wieder Menschen, die ihn unterbrechen und zur Geschichte zurückkehren.

Mit Don lernt man die Genetik, das Cocktailmixen, das Frauenprojekt und die Liebe kennen und man weiß am Ende der Geschichte so einiges über eine Krankheit, die nur selten in den Medien auftaucht. Der Autor lässt seine Figuren einiges Erleben und so manches Fettnäpfchen wird dabei mitgenommen, aber kein einziges Mal werden die Figuren bloßgestellt.

Ich habe die Geschichte gern gelesen, da sie gut unterhält, einen ganz eigenen Humor und tolle Charaktere hat.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Überraschend gut

Die Gestirne
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Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar von buecher.de erhalten. Meine Begeisterung hielt sich anfangs in Grenzen, da ich nicht so gern historische Romane lese. Und dieses Buch war dazu noch ziemlich ...

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar von buecher.de erhalten. Meine Begeisterung hielt sich anfangs in Grenzen, da ich nicht so gern historische Romane lese. Und dieses Buch war dazu noch ziemlich umfangreich. Doch ich wagte mich an das Buch und die Geschichte überraschte mich positiv.

Der Anfang, das muss ich zugeben, war sehr schleppend und zäh und mit vielen Personen und Handlungssprüngen. Ich kämpfte mich jedoch mit Hilfe des Personenverzeichnisses durch die Seiten und ungefähr nach einem Viertel der Geschichte fing diese an Spaß zu machen. Jetzt kam sie in die richtige Bahn und floß nur so über die Seiten. Die Figuren waren bekannt, sie konnten sich nun entwickeln und entfalten und der sehr gute Schreibstil der Autorin sorgte für ein schönes Lesetempo. Die vielen kleinen Wendungen in den Handlungen, die kleinen Geheimnisse, die erst nach und nach freigegeben worden, sorgten für die Abwechslung und die Spannung in der Geschichte. Phasenweise war Eleanor Catton mir zu detailverliebt und etwas zu langsam. Auch wiederholte sie sich des Öfteren, aber es hielt sich noch die Waage, so dass man es als Erinnerungsstütze ansehen konnte.

Die Autorin hat es geschafft, dass es nicht nur ein historischer Roman, sondern auch ein kleiner Kriminalfall ist. Nicht im klassischen Sinne, aber es gibt auch hier Tote und Verdächtige. Was mir sehr gut gefallen hat, war der Schreibstil. Er war so gut, dass man beim Lesen Bilder im Kopf entwickeln konnte und die Geschichte wie ein kleiner Film ablief.

Es ist kein Buch, welches man mal so eben für zwischendurch liest. Man muss sich etwas Zeit nehmen (vorallem für den Anfang) und möglichst längere Passagen lesen, denn durch die etwas langsamere Erzählweise reichen ein paar Seiten nicht aus, um die Geschichte voranzubringen.

Insgesamt ist es eine interessante, gut gestrickte Geschichte für die man einen längeren Atem braucht, aber trotzdem gut unterhalten wird.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Unterhaltsam, kurzweilig und sehr sportlich.

Sehnen lügen nicht
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Unterhaltsam, kurzweilig und sehr sportlich.

Achim Achilles erzählt in vielen kleinen Geschichten seine Hassliebe zum Sport und ganz besonders zum Laufen. Sein treuer Begleiter, der Schweinehund, ist ...

Unterhaltsam, kurzweilig und sehr sportlich.

Achim Achilles erzählt in vielen kleinen Geschichten seine Hassliebe zum Sport und ganz besonders zum Laufen. Sein treuer Begleiter, der Schweinehund, ist stets dabei und sorgt dafür, dass er es nicht übertreibt. Die Geschichten erzählen witzige und erstaunliche Episoden aus dem Leben eines Läufers. Seine teilweise widersprüchlichen Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen sind unterhaltsam und so manches Mal habe ich das irrationale Verhalten (dank laufender Freunde) wiedererkannt. Das Sich-Quälen und Schinden für einen Triathlon und dann der "Nimmerwiedermachen"-Schwur am Ende, um sich dann kurz darauf wieder anzumelden, kommt mir bekannt vor. Es ist interessant die Sichtweise eines Läufers zu lesen, wenn man sonst nur der "Kopfschüttler" ist.

Die Ironie ist reichlich vorhanden und sorgt für das Lachen. Ich habe mich ganz gut amüsiert und mich auch teilweise in meiner Meinung bestätigt gefühlt. Jedoch wiederholt sich Achim Achilles recht häufig und zum Ende des Buches zu hatte ich das Gefühl, dass ich die Geschichten schon einmal gelesen habe.