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Ritja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2018

Manchmal langatmig

Mein Herz ist eine Insel
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Die Geschichte wird von zwei Sprechern erzählt. Ich mag es lieber, wenn es nur einen Sprecher gibt, denn jeder interpretiert die Charaktere anders. Dies ist leider auch hier der Fall. Anna Carlsson hat, ...

Die Geschichte wird von zwei Sprechern erzählt. Ich mag es lieber, wenn es nur einen Sprecher gibt, denn jeder interpretiert die Charaktere anders. Dies ist leider auch hier der Fall. Anna Carlsson hat, aus meiner Sicht, die Stimmen und Stimmungen besser herausarbeiten und widergeben können als Julian Horeyseck. Anna Carlsson ist Shona besonders gut gelungen. Die kleine ältere Dame, die einiges an Unruhe stiftet, aber die wichtigste Figur in dieser Geschichte ist. Ihr Humor, ihre Antworten und ihre Art haben mir am besten gefallen. Isla fand ich dagegen recht anstrengend und über die Zeit auch etwas nervig. Finn wirkt leider etwas blass zwischen den Frauen und konnte mich nicht wirklich überzeugen. Ich mag große Familiengeschichten und kleine Dramen und auch Schottland hat seinen Reiz. Bei dieser Geschichte wurde ich jedoch immer wieder an die großen Sonntagsfernsehfilme erinnert (und ich meine nicht den Tatort). Es gab aber auch gelungene Passage (meistens mit Shona im Mittelpunkt) und diese haben die etwas zähen Abschnitte wieder wettgemacht. Insgesamt ist eine nette und unterhaltsame Geschichte, die jedoch nur langsam an Tempo und Spannung gewinnt und dadurch leider phasenweise etwas langatmig ist.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Sehr guter Fall

Provenzalisches Feuer
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Der vierte Fall von Pierre Durand ist verzwickt und leicht verworren. Es werden ganz alte Geschichten rund um Okzitanien erzählt und einigen Charakteren auch gelebt. Pierre hat in diesem Fall seine Probleme, ...

Der vierte Fall von Pierre Durand ist verzwickt und leicht verworren. Es werden ganz alte Geschichten rund um Okzitanien erzählt und einigen Charakteren auch gelebt. Pierre hat in diesem Fall seine Probleme, wem er glauben soll. Es gibt viele kleine Hinweise, aber lange geht es nicht wirklich voran. Sophie Bonnet hat auch diesmal wieder einen spannenden und leicht verzwickten Krimi geschrieben. Es macht Spaß mit Pierre und Luc auf Spurensuche zu gehen. Was mir an Pierre Durand gut gefällt, ist seine Art mit den Menschen umzugehen. Er ist kein Überflieger und Gutmensch. In vielen ähnlichen Romanen sind mir die Ermittler zu gut, zu glatt und fast schon mit einem Heiligenschein. Pierre Durand glänzt natürlich auch mehr als die anderen Charaktere, aber er ist greifbar und zeigt auch Schwächen.
Neben Pierre ist die Region einfach nur schön. Sophie Bonnet schafft mit ihren Worten wunderbare Bilder des Dorfes, der Umgebung und auch des Essens aus der Region. Man möchte direkt seine Koffer packen und losfahren.

Insgesamt war es ein schöner spannender Provencekrimi, der Lust auf den fünften Fall macht.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Unterhaltsames Buch

Ausgerechnet du und ich
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Ein nettes und unterhaltsames Buch mit einer guten Portion Humor und liebenswerten Hauptcharakteren, welches bestens geeignet ist im Sommer zu lesen.

Es hat mich etwas an Bollywood erinnert als ich das ...

Ein nettes und unterhaltsames Buch mit einer guten Portion Humor und liebenswerten Hauptcharakteren, welches bestens geeignet ist im Sommer zu lesen.

Es hat mich etwas an Bollywood erinnert als ich das Cover gesehen hatte. Der Inhalt ist es jedoch nicht. Sofia Khan soll ein Buch schreiben und kommt damit an ihre Grenzen. Denn dies erfordert Ausdauer und Fokussierung auf eine Sache. Das sind nicht so ganz die Eigenschaften von Sofia. Aber sie ist nun mal die Muslimin mit Kopftuch (die Einzige in der Familie) und derzeit ohne Freund. Also perfekt für ein Buch über Muslime beim Dating.

Die Autorin hat das Buch in sehr abwechslungsreicher Form, d.h. mal als Mail, mal als Text, mal als Nachricht geschrieben. Daran muss man sich gewöhnen, auch die Sprünge sind etwas gewöhnungsbedürftig. Dafür hat sie sehr charmante Hauptcharaktere (die Frauengruppe um Sofia, der Nachbar) geschaffen. Man mag sie, da sie stets zusammenhalten und so manches Männerproblem auf sehr eigenwillige Art lösen.

Natürlich darf bei diesem Buch die Liebe nicht zu kurz kommen. Ganz klar, aber erstaunlicherweise ist es nicht so kitschig geworden wie erwartet. Die Dialoge sind teilweise schön bissig und ironisch und machen Spaß.

Die Geschichte ist eigentlich schnell erzählt, aber die Autorin verliert sich etwas in den Nebenhandlungen, so dass die Geschichte doch ein paar Längen hat. Gut 100 Seiten weniger und es wäre eine schöne knackige Geschichte geworden.

Trotzdem ist eine unterhaltsame Lektüre für den Strand, Balkonien oder auf dem Sofa.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Herrlich unterhaltsam

Glückssterne
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Ach, so ein bißchen Herzschmerz ist auch mal schön. Besonders, wenn es neben den Hauptcharakteren auch noch ganz fabelhafte Tanten gibt.

Josefine ist eine durch und durch strukturierte und nüchterne ...

Ach, so ein bißchen Herzschmerz ist auch mal schön. Besonders, wenn es neben den Hauptcharakteren auch noch ganz fabelhafte Tanten gibt.

Josefine ist eine durch und durch strukturierte und nüchterne Anwältin, die ihr Leben anscheinend auf die Minute durchgeplant und im Griff hat. Auch Justus, ihr Verlobter, ist Anwalt (in der selben Kanzlei) und wie sie recht pragmatisch. Josefine möchte heiraten, was jedoch ohne den Familienring wohl nicht geht (laut ihrer Großmutter). Dumm nur, dass ausgerechnet ihre Cousine Charly diesen Ring "entführt" hat und sie deshalb ihr nach Schottland hinterher reisen muss.

Es gibt in dieser Geschichte viele Szenen (z.B. die Flugangst von Josefine) über die ich herzlich lachen konnte. Josefine stößt auf dieser Reise immer wieder an ihre Grenzen und springt zudem ganz gekonnt in viele kleine und größere Fettnäpfchen. Um das Chaos und für den Zuhörer den Spaßfaktor zu erhöhen, schickt Claudia Winter noch die leicht schrulligen Tanten hinterher. Was mochte ich Bree/Bri, sie ist laut, ironisch und sarkastisch und hat das Herz am rechten Fleck. Aber auch Lee ist eine sehr charmante ältere Frau mit einem großen Hang zu Büchern.

Aidan gibt alles, um die Rolle des Charmeur gut zu meistern. Und man nimmt sie ihm auch ab. Gott sei Dank hat er auch eine gute Portion Humor bekommen und verschafft dem Zuhörer immer wieder Schmunzelmomente.

Der Schluß ist zwar, aus meiner Sicht, etwas langatmig und könnte gut gekürzt werden, aber trotzdem ist es eine charmante und witzige Geschichte, die Spaß macht und gut unterhält.

Veröffentlicht am 03.05.2018

Eine Geschichte, die berührt und fesselt

Das Mädchen im Strom
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Eine Geschichte, die berührt und fesselt, nachdenklich stimmt und teilweise auch recht traurig ist.

Man begleitet Gudrun Samuel durch die Kindheit, ihre Jugend bis ins hohe Alter. Bereits mit Mitte Zwanzig ...

Eine Geschichte, die berührt und fesselt, nachdenklich stimmt und teilweise auch recht traurig ist.

Man begleitet Gudrun Samuel durch die Kindheit, ihre Jugend bis ins hohe Alter. Bereits mit Mitte Zwanzig hatte sie so viele Schicksalsschläge, Fluchten, Beleidigungen und Ängste durchgestanden, dass man erstaunt ist, das sie trotzallem so einen Lebensmut, eine unglaubliche Energie und Willen behalten hat. Sie kämpft sich allein bis nach Shanghai durch und überlebt dort viele Jahre. Auch die Männer können ihre Einstellung zum Leben nicht trüben. Erst in London (nach dem Krieg) schafft sie es etwas zur Ruhe zu kommen. Doch ausgerechnet dann schlägt ihr Körper zu und zwingt sie fast in die Knie.

Ich fand die Geschichte spannend und auch traurig.
Immer wieder passierte es, dass man in binnen weniger Minuten Hörzeit mit und über Gudrun/Judy gelacht und gestaunt hat und auch mit ihr traurig war. Es ist ein stetiges Auf und Ab für den Zuhörer, doch wie mag es erst der Protagonistin gegangen sein? Die Geschichte enthält biografische Züge von Gertrude Meyer-Jörgensen, mit der die Autorin mehrere Gespräche geführt hatte. Man merkt der Geschichte an, dass die Autorin eher Sachbücher als Romane schreibt. Es gibt Passagen, die etwas kühl und unemotional (sachlich) wirken, obwohl Claudia Michelsen, die Geschichte gut vorgelesen hat. Die Erzählweise ist dann doch eher Sachbuch als historischer Roman. Trotzdem fand ich die Geschichte gut, auch die Vortragsweise von Claudia Michelsen hat mir gut gefallen.

Ich habe Respekt vor der Kraft und dem Lebenswillen von Gertrud Meyer-Jörgensen, die mittlerweile leider 93-jährig verstorben ist.