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Ritja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.12.2023

Unterhaltsam, kurzweilig und ironisch.

Mindset
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Wenn Männer Wölfe sein wollen und alles zu einer großen Show wird, dann kann der Zuhörende sich wunderbar amüsieren. Für mich war das Hörbuch (gelesen vom Autor) eine unterhaltsame Reise durch die wirre ...

Wenn Männer Wölfe sein wollen und alles zu einer großen Show wird, dann kann der Zuhörende sich wunderbar amüsieren. Für mich war das Hörbuch (gelesen vom Autor) eine unterhaltsame Reise durch die wirre Gedankenwelt von einigen Männern, die unbedingt Erfolg und Macht über Andere haben wollen. Sie könnten erfolgreich sein, wenn sie nicht dem falschen Mindset hinterherrennen würden. Denn eigentlich sind sie die Wölfe und nicht das Schaf. Wirklich?

Sebastian Hotz zeigt anhand der Geschichte von Maximilian Krach, was die Jagd nach Anerkennung, Macht und Erfolg hervorrufen kann. Die Geschichte spiegelt viele Instagram-Accounts wider. Die Herren mit der unechten Rolex am Handgelenk, dem engen Slim Fit Anzügen vor geliehenen teuren Autos und den langweiligen Kalendersprüchen im Textfeld, die auf der Suche nach den nächsten Opfer sind, um abzukassieren. Doch wie sieht es hinter der Fassade aus? Wie viel davon ist echt? Wie viel Wolf bleibt übrig, wenn die Scheinwerfer aus sind?

So unterhaltsam das Hörbuch ist, so sehr bohrt es aber auch den Finger in die Wunde. Die Gesellschaftskritik ist deutlich erkennbar. Das Ende und damit die Lösung war mir zu einfach und zu schnell, jedoch für diese Geschichte okay. In der Realität sieht es oft anders.

Veröffentlicht am 06.12.2023

Guter Einstieg in die Krimiserie

Der Novembermörder
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Helen Turstens "Der Novembermörder" ist ein grundsolider, aber wenig aufregender Krimi. Die Autorin lässt den Lesenden an vielen Abläufen sehr detailliert teilhaben. Einerseits ist es interessant zu lesen, ...

Helen Turstens "Der Novembermörder" ist ein grundsolider, aber wenig aufregender Krimi. Die Autorin lässt den Lesenden an vielen Abläufen sehr detailliert teilhaben. Einerseits ist es interessant zu lesen, wie die Abläufe auf dem Revier sind, andererseits sind manche Begebenheiten aus dem Privatleben der Hauptcharaktere, die Pizzabestellungen auf dem Revier oder andere sehr detaillierte Beschreibungen zu ausschweifend. Sie lenken etwas vom Fall ab und sorgen für zähe Passagen, die das Tempo der Geschichte drosselten.

Trotzdem fand ich die Grundidee der Geschichte gut und spannend. Wie fast alle skandinavischen Autor*innen baut auch Helene Tursten aktuelle Probleme aus der schwedischen Politik mit ein. Sie geht auf die gesellschaftlichen Probleme ein und zeigt auf, welche Machtkämpfe gerade geführt werden. Man sollte beim Lesen darauf achten, dass das Buch bereits 2000 geschrieben wurde. Es sind jedoch einige Punkte noch heute aktuell.

Veröffentlicht am 06.12.2023

Nette Geschichte

Lichterzauber in Schweden
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Lilje reist in den Norden Schwedens, um über die touristische Attraktionen zu berichten. Es geht dabei einiges schief, so dass sie sich ein Zimmer mit Juha teilen muss. Bereits bei dieser Passage war das ...

Lilje reist in den Norden Schwedens, um über die touristische Attraktionen zu berichten. Es geht dabei einiges schief, so dass sie sich ein Zimmer mit Juha teilen muss. Bereits bei dieser Passage war das Ende des Buches klar. Leider.

Wie viele dieser Wohlfühlromane muss man sich um das Ende bereits am Anfang des Buches keine Gedanken machen. Die Geschichte verzichtet auch nicht auf die üblichen Wendungen, um das Ende etwas hinauszuzögern, aber der leichte Schreibstil und die schöne bildhafte Sprache der Autorin entschädigen das.

Die Autorin erzählt jedoch nicht nur von Lilje und Juha, sondern auch von den Sámi, dem indigenen Volk, und deren Probleme mit der Politik und den örtlichen Investoren. Mir haben die Beschreibungen der Traditionen, der Lebensart der Sámi und deren Verhältnis zur Natur und ihren Rentierherden gut gefallen. Die Kritik an der Gesellschaft, den Umweltschäden durch die Industrie und deren Umgang mit den Sámi waren interessant.

Das Ende, besonders der Epilog, hätten (aus meiner Sicht) nicht ganz so zuckersüß ausfallen müssen. Ein realistischeres Ende hätte mir mehr gefallen.

Trotzdem kann man mit dem Buch ein paar schöne entspannte Stunden auf der Couch verbringen und sich treiben lassen.

Veröffentlicht am 26.11.2023

Mit welchem Blick sehen wir auf unser Leben und auf das Leben der Anderen

Was es braucht, das Leben zu lieben
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Was braucht es, um sein Leben lieben zu können? Mit welchem Blick sehen wir auf unser Leben und auf das Leben der Anderen?

Fatou Diome beschreibt in ihren Geschichten verschiedene Leben. Wir begleiten ...

Was braucht es, um sein Leben lieben zu können? Mit welchem Blick sehen wir auf unser Leben und auf das Leben der Anderen?

Fatou Diome beschreibt in ihren Geschichten verschiedene Leben. Wir begleiten Menschen, die es nicht so leicht im Leben haben und sich trotzdem mit Freude, Kraft und Zuversicht ins Leben stürzen. Man wird gebeutelt und geschüttelt, mal muss man lachen und kurz darauf schlucken, weil das Schicksal zugeschlagen hat. Fatou Diome erzählt mit Humor, Ironie und klaren Worten ihre Geschichten. Sie beschreibt genau und zeichnet ein starkes Bild von ihren Charakteren. Ihre Fragen sind teilweise unbequem, aber sie regen auch an einiges zu hinterfragen.

Ich hatte mit den Verhaltensweisen einiger Charaktere gerungen und empfand sie teilweise auch übergriffig. Im Laufe der Geschichte geht die Autorin auf das Schicksal dieser Person ein und zeigt auf, warum sich die Person so verhält. Sie zeigt die zwei Seiten der Medaille und man kann für sich, ganz still und leise, entscheiden, ob man beide Seiten akzeptieren möchte oder nicht.

Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, der das Lesen der teilweise schweren Themen erleichtert. Sie erhebt nicht den Zeigefinger und predigt, sondern gibt mit ihren Geschichten Denkanstöße.

Das wird nicht mein letztes Buch von ihr gewesen sein.

Veröffentlicht am 22.11.2023

Unterhaltsam, kurzweilig und interessant - London Calling.

London Calling
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Annette Dittert kannte ich aus den Nachrichten. Sie war der bunte Lichtblick in den manchmal sehr grauen Meldungen. Ihre Art, wie sie die Informationen von England zu uns nach Hause transportierte und ...

Annette Dittert kannte ich aus den Nachrichten. Sie war der bunte Lichtblick in den manchmal sehr grauen Meldungen. Ihre Art, wie sie die Informationen von England zu uns nach Hause transportierte und und ihr leicht ironischer Humor, haben mir gefallen.

In ihrem Buch erzählt sie von ihren Erfahrungen mit London. Wie sie aufgenommen wurde, welche Probleme es gab und wie sie zu ihrem Hausboot Emilia kam. Sie erzählt von eigenwilligen Charakteren, von liebenswerten Nachbarn und von den Launen der Briten. Ihre Geschichten führen quer durch London und sie zeigt uns eine andere Seite von der Stadt und den Menschen. Was macht den Briten und besonders den Londoner aus? Was hat die Politik mit den Menschen und deren Lebensgefühl gemacht? Wenn man das Buch gelesen hat, kann man die Entscheidungen, besonders den Brexit, etwas besser verstehen und nachvollziehen.

Unterhaltsam, kurzweilig und interessant - London Calling.