Noch nie hat Cooper sich etwas zuschulden kommen lassen, obwohl in seinem Umfeld und in seinem Viertel, in dem er zu Hause ist, eine beachtliche Kriminalitätsrate herrscht. Doch auf der Demonstration, ...
Noch nie hat Cooper sich etwas zuschulden kommen lassen, obwohl in seinem Umfeld und in seinem Viertel, in dem er zu Hause ist, eine beachtliche Kriminalitätsrate herrscht. Doch auf der Demonstration, die stattfindet, um auf den Mordfall eines weiteren schwarzen Jugendlichen aufmerksam zu machen, wird er von seinem besten Freundes Jason zum Plündern eines Geschäfts aufgefordert. Kurz darauf geschieht ein Mordfall – Jason wird festgenommen und seine Begleiter, dank des Plünderns mit Gesichtsmasken ausgestattet, als Verdächtige ausgerufen. Gemeinsam mit Monique, genannt Mo, Jasons Schwester, in die er seit seiner Kindheit verliebt ist, beginnt Cooper auf den Spuren des Mörders zu ermitteln.
Das Hauptthema von »Up in Smoke« ist die Black-Life-Matter-Bewegung. Das Buch ist daher kein Krimi im klassischen Sinne, sondern beruht auf wahren Begebenheiten. Es ist die spürbare Absicht des Autors, die Werte von Black Life Matter zu vertreten und auf Missstände aufmerksam zu machen. Meiner Meinung nach ist ihm das sehr gut gelungen. Der Schreibstil ist sehr schlicht, teilweise umgangssprachlich, brilliert aber durch einige tiefgründige Zeilen, die definitiv zum Nachdenken anregen.
Das Setting ist manchmal etwas klischeehaft, dafür sind die Reaktionen der Figuren umso authentischer. Cooper und Mo, aus dessen Sichten erzählt wird, sind in ihrer Nahbarkeit und ihrer gleichzeitigen Entschlossenheit große Sympathieträger. Ihre Liebesgeschichte ist sehr schön zu verfolgen und rundet das Geschehen mit einem weiteren, nicht im Vordergrund stehenden Handlungsstrang ab.
Die Handlung an sich ist spannend. Die Ermittlungen von Cooper und Mo entsprechen keiner großen Originalität, trotzdem hat es mir immer Spaß gemacht, auf die nächste Seite zu blättern und den folgenden Enthüllungen entgegenzufiebern. Die Wendungen sind ein bisschen vorhersehbar, und das Ende ging mir zu schnell. Die Ermittlungen sind spannungssteigernd aufgebaut, entladen sich zum Schluss allerdings in knapp zwanzig Seiten – hier hätte alles ein wenig ausführlicher geschildert werden können.
Nichtsdestotrotz hatte ich bei »Up in Smoke« einen sehr guten Leseflow :) und es ist insgesamt ein gutes, auf jeden Fall empfehlenswertes Buch. Es ist gesellschaftskritisch, hinterfragend und sieht über den Tellerrand hinaus.
Jadina ist eine Jägerin, zugehörig zum Wüstenvolk, das seit Jahrzehnten erbittert gegen die Drachenreiter zu kämpfen hat. Das Wüstenvolk und die Drachenreiter – einst in einer Gemeinschaft vereint, bis ...
Jadina ist eine Jägerin, zugehörig zum Wüstenvolk, das seit Jahrzehnten erbittert gegen die Drachenreiter zu kämpfen hat. Das Wüstenvolk und die Drachenreiter – einst in einer Gemeinschaft vereint, bis ein Fluch das Land in zwei Teile spaltete und diese erbitterte Feindschaft herstellte. Für Jadina sind die Reiter die erklärten Feinde, was es ihr nicht erträglicher macht, dass sie eines Tages in deren Schloss hoch im Gebirge verschleppt wird. Der Grund: Gemeinsam mit drei anderen Jägerinnen soll sie einen gefährlichen Wettkampf durchlaufen, an dessen Ende die Bindung an einen Drachen winkt. Denn gleichzeitig mit dem Fluch kam auch eine Prophezeiung auf. Eine Prophezeiung, die besagt, dass eine tapfere Jägerin, verheiratet mit dem König der Reiter, den Feind vernichtend schlagend und Frieden bringen wird. Jadina ist ganz und gar nicht begeistert – weder davon, aus ihrer heimatlichen Wüste gerissen zu werden, noch von der Vorstellung, tödliche Spiele zu durchlaufen und im Anschluss vielleicht den machtgierigen König heiraten und ihr eigenes Volk auslöschen zu müssen. Zumal ihr Herz für jemand ganz anderen schlägt: für Kayden, den Staffelanführer, der sie aus ihrer Heimat entführte und dem sie nichts als Verachtung entgegenbringen sollte. Eine nervenzehrende Zeit bricht an, in der Jadina zwischen Einsamkeit und Loyalitätsbruch schwankt, sich mit den Gedanken an den Wettkampf anfreunden und ihr Herz immer wieder davon abbringen muss, sich in Kayden zu verlieben.
„Wings & Claws“ ist der erste Band der vierteiligen „A Throne of Roses and Thorns“-Saga (Band 2: „Glass and Mirrors“, Band 3: „Tears and Roses“, Band 4: „Thrones and Hearts“).
Die drei Hauptbestandteile der Saga: Drachen, verfeindete Reiche und Romance. Der Klappentext hat mich deutlich angesprochen, weshalb ich sehr gespannt auf das Lesen dieses Buches war. Es beginnt sehr spannend und man wird direkt in die Handlung hineingeworfen, ohne eine lange Anlaufzeit zu benötigen, in der man sich langsam mit der Geschichte anfreundet. Ich war sofort drin und bin auch jedes Mal schnell hineingekommen, wenn ich das Buch nach einer Lesepause wieder aufgeschlagen habe. Die erste Hälfte hat sich ein wenig in die Länge gezogen und war, abgesehen vom Einstieg, gelegentlich etwas “langweilig“. Gefallen hat mir an diesen Passagen jedoch, dass Jadina eine Wandlung durchlaufen hat, die sie stärker und wissender gemacht hat. Wirklich mitgefiebert habe ich allerdings erst ab der zweiten Hälfte, als die Wettkämpfe begannen. Meinem Gefühl nach kommen die Wettkämpfe etwas zu kurz und hätten ruhig früher beginnen können, da sie ein wesentlicher Bestandteil von Band 1 sind. Die erste Hälfte des Buches war demnach lediglich eine Art Einleitung, die den Leser auf die eigentliche Spannung vorbereitet hat.
An Wendungen hat es nicht gemangelt, allerdings waren viele von ihnen nicht wirklich überraschend. Das Ende steckt voller atemloser Höhepunkte, davor war ich jedoch nur selten verwundert, wenn eine Heimlichkeit aufgedeckt wurde.
Auch finde ich, dass gründlicher auf die Beschaffenheit des Drachenschlosses hätte eingegangen werden können, da dieses immerhin Jadinas Hauptaufenthaltsort ist. Es gibt ein paar sehr interessante Räume, die Abwechslung in die Umgebung einbringen, aber im Großen und Ganzen ist es mir schwergefallen, mir das Schloss vorzustellen.
Ein kleines bisschen haben mir auch die Drachen gefehlt. Dafür, dass „Wings & Claws“ als Drachenbuch ausgeschrieben ist, kamen diese Wesen nur sehr spärlich darin vor, teilweise über zig Seiten hinweg gar nicht. Irgendwann kommt man mit einem einzelnen Drachenexemplar etwas näher in Berührung, aber auch dieses ist nur sporadisch beschrieben, sodass der „Drachen-Vibe“ kaum bei mir angekommen ist.
Die Atmosphäre des Buches ist nur schal – ich hatte das Gefühl, lediglich an der Oberfläche der Geschichte zu kratzen und nicht wirklich davon eingenommen zu werden. Das Mitfiebern habe ich vermisst, und die tiefere emotionale Anteilnahme.
Die Charaktere sind sympathisch, wenn auch ein wenig eindimensional. Es gibt ein paar sehr gut ausgearbeitete Nebenfiguren, die durch Einzigartigkeiten punkten, aber bei Jadina habe ich wieder das bereits erwähnte Problem: das Fehlen der Tiefe. Sie ist fraglos nett und verfügt über tolle Eigenschaften, aber sie hat nichts an sich, was sie aus einer Menge herausstechen lassen würde. Gerade bei den Protagonisten finde ich es wichtig, dass sie über Individualität verfügen. Kayden ist abwechslungsreicher gestaltet, dafür aber auch klischeehaft. Er schwankt zwischen missgelaunter Unnahbarkeit und liebevoller Vertrautheit, sodass man ihn nur schwer einschätzen kann – wie zurzeit so ziemlich jeder zweite Bookboyfriend. Dafür, dass ich hohe Erwartungen an das Buch hatte, habe ich mir schlichtweg mehr gewünscht.
Wie ich schon sagte: die Nebenfiguren dagegen gefallen mir sehr gut.
Der Schreibstil. Er ist flüssig und weist gute Metaphern auf, ohne zu poetisch und verschlungen zu wirken. Er liest sich einnehmend und geht sowohl gelegentlich auf gelungene Beschreibungen ein, als auch auf das Transportieren von Emotionen. Die Dialoge hingegen sind zu einem großen Teil sehr unauthentisch gestaltet – so, wie Jadina sich ausdrückt, würde kein Mensch in der Wirklichkeit reden. Hin und wieder wirkt er etwas unbeholfen, als sei es das erste Buch der Autorin und als sei sie einfach noch ein wenig ungeübt. Als rundheraus „schlecht“ ist der Schreibstil jedoch nicht zu betiteln.
Ich bin ganz ehrlich: Der erste Teil von „A Throne of Roses and Thorns“ hat mir gefallen und ich habe ihn gerne gelesen, aber er hat mich nicht umgehauen. Die Protagonisten waren mir zu wenig tiefgründig und es wurde zu wenig auf das Hauptthema – den Wettkampf – eingegangen. Außerdem habe ich einige Elemente entdeckt, die den „Fourth Wing“-Büchern ähneln. Einerseits habe ich mich darüber gefreut, weil ich so zwischendurch ein bisschen “Fourth-Wing-Luft“ schnuppern konnte. Andererseits ist es mir persönlich lieber, wenn alle Bücher weitestgehend einzigartig sind und keine Elemente voneinander kopieren.
Diese Rezension fiel nun strenger aus als geplant. Es stimmt, dass ich einige Kritikpunkte habe, nichtsdestotrotz würde ich eine Leseempfehlung für High-Fantasy-Fans aussprechen, für die Romantik und eine kleine Prise Spice dazugehört. Die Beziehung zwischen Jadina und Kayden hat sich sehr schön entwickelt und es hat mir Freude bereitet, die beiden wachsen und einander annähern zu sehen. Da der Schluss des Buches, wie bereits erwähnt, durch Unerwartetes punktet und es mir sehr gut gefallen hat, habe ich auf jeden Fall vor, auch die nächsten Bände der Reihe zu lesen.
Clementine führt ein zufriedenes Leben. Gemeinsam mit ihrem Vater wohnt sie in einem bescheidenen Städtchen und hütet die Anwohner vor den Albträumen, die sich in jeder Neumondnacht materialisieren und ...
Clementine führt ein zufriedenes Leben. Gemeinsam mit ihrem Vater wohnt sie in einem bescheidenen Städtchen und hütet die Anwohner vor den Albträumen, die sich in jeder Neumondnacht materialisieren und pure Gefahr verheißen. Zugehörig zu den zahlreichen Hütern des Reiches Azenor, hat sie einen angesehenen Ruf – der eine gravierende Kerbe geschlagen bekommt, als sie und ihr Vater von zwei unbekannten Hütern herausgefordert werden. Nach ihrer Niederlage sind sie gezwungen, ihr altes Leben aufzugeben und sich eine neue Bleibe zu suchen. Das Schicksal führt sie weit weg, in eine andere, größere Stadt, in der Clem durch Zufall auf einen der beiden Herausforderer trifft: auf Phelan, der ihr das Zuhause wegnahm. Sie schwört Rache, verleiht sich mithilfe eines Trugzaubers ein anderes Aussehen und nimmt den freien Hüterposten an seiner Seite an. Mit der Zeit spürt sie jedoch, dass sie sich zunehmend stärker zu ihm hingezogen fühlt. Des Weiteren verändert sich auch das Reich Azenor spürbar. Die Albträume werden von einer Feindesgestalt aufgewühlt, die Angst und Schrecken verbreitet und es nicht zuletzt auf Phelan abgesehen hat. Geheimnisse kommen ans Licht, Unsterbliche treten zutage und der Fluch, der einst zu den materiellen Albträumen führte, will gebrochen werden. Für Clementine, ihre Familie und ihre Freunde beginnt eine Zeit voller Spannungen, Verrat und Neubeginnen.
Zuerst einmal muss ich erwähnen, dass es sehr wohltuend war, ein Buch zu lesen, dessen Geschichte nach einem Band in sich geschlossen ist. In einer Zeit, in der die Reihen immer länger werden, sehnt man sich hin und wieder nach einem Buch, das man nach Beenden zufrieden zuklappen kann.
»Dreams Lie Beneath« war ein solches Buch – auch, was die Zufriedenheit am Ende betrifft. Während des Lesens hatte ich durchgehend ein schönes, behütetes Gefühl, das zum Schluss mit Zufriedenheit abgerundet wurde.
Die Grundidee hat mir sehr gut gefallen. Die lebendig gewordenen Albträume bilden ein fantasievolles Gerüst, das sein Potenzial jedoch nicht immer im Vollen ausgeschöpft hat. Die Traumangelegenheiten hätten noch feiner und detailreicher ausgearbeitet werden können, außerdem wurden weitere extrem einfallsreiche Ideen bloß angedeutet. Das Buch hätte noch größer, epischer werden können, wenn die Autorin an bestimmten Stellen mehr in die Tiefe gegangen wäre. Nichtsdestotrotz habe ich es in kürzester Zeit verschlungen, denn der Unterhaltungswert war durchgehend vorhanden. Es war nicht immer spannend, aber dank der vermehrten Ortswechsel, der zahlreichen Figuren, der Geheimnisse, die unter der Oberfläche knistern und der spürbaren Magie war es jedes Mal aufs Neue reizvoll, auf die nächste Seite zu blättern.
Ich habe auch die Wendungen geliebt. Besonders gegen Ende formieren sie sich zu einer starken Handlung, die mich in ihren Bann gezogen hat. Alle Fäden, die zuvor sorgsam gewebt worden waren, führen zusammen und lassen das Finale zu einem absolut würdigen Ereignis werden.
Das Setting ist sehr hübsch und trägt zu der Behaglichkeit während des Lesens bei, jedoch fehlt es ihm ein wenig an Einzigartigkeit. Dafür, dass Azenor ein Fantasy-Reich ist, gleicht das Gelände ziemlich der realen Welt. Ich persönlich mag es gerne, wenn ein High-Fantasy-Setting auffälligere Unterschiede aufweist, die dem Leser zu jeder Sekunde verdeutlichen, dass er in ein fantastisches Reich jenseits der Wirklichkeit gereist ist.
Die Atmosphäre gleicht sich an den Inhalt des Buches an und ist sehr verträumt. Sie zeichnet ein weiches Gefühl, das durchgehend präsent ist. Sie ist nicht die individuellste von allen, aber ausreichend vorhanden, um sich wohlig in das Geschehen einsinken und von der Geschichte mittragen zu lassen.
Was die Hauptfigur besonders spannend macht, ist, dass sie im Laufe der Handlung zwei Gewänder trägt. Zuerst ist sie sie selbst, Clementine, später verändert sie sowohl ihr Aussehen als auch ihren Namen. Auch ihr Charakter wandelt sich. An dieser Stelle kritisiere ich, dass die Eigenschaften ihres zweiten Ichs nicht ganz greifbar sind. Clementine ist freundlich, großherzig und gütig, Anna Neven hingegen scheint selbst nicht zu wissen, wer sie ist. Manchmal hat sich ihre Figur uneindeutig angefühlt. Dennoch ist sie eine angenehme Persönlichkeit, die nicht vor Klischees trieft.
Bei Phelan das Gleiche. Auch er wirkte manchmal etwas matt, wie nicht richtig ausgereift, bevor die Autorin ihn zu Papier gebracht hat. Ich weiß nicht genau, in welche Spalte ich ihn einzuordnen habe, ob er nun zu den Bad-Boys oder zu der gefühlvollen Variante gehört. Gefallen hat er mir trotzdem, denn seine Emotionen haben ihn nahbar gemacht. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden nimmt einen wohltuenden Raum ein: Es ist das Fantasy-Abenteuer, das im Vordergrund steht, und es ist kein Spice vorhanden. Allerdings war es manchmal etwas uneindeutig, wann, wie und wo die beiden sich verlieben. Es gibt kein wirkliches Schlüsselereignis, das die zwei aneinanderbindet und eine merkliche Veränderung in ihrer Chemie hervorruft. Clems und Phelans Beziehung plätschert – meinem Empfinden nach – etwas ziellos vor sich hin.
Die Figuren, die neben den Protagonisten vorkommen, üben eine große Faszination auf mich aus. Im Gegensatz zu den Hauptfiguren, sind sie allesamt sehr authentisch und facettenreich. Ich wusste bis zuletzt nicht, wer unter ihnen die Intrigen spinnt und wer nicht das ist, was er zu sein vorgibt.
Der Schreibstil wechselt Schlichtheit mit wunderschön poetischen Beschreibungen ab. Er ist eine Mischung aus dem Verdacht, dass die Autorin noch etwas ungeübt im Schreiben ist, und den erwähnten Zeilen, die durch Einfallsreichtum und reine Magie brillieren. Unabhängig davon war er angenehm zu verfolgen und ist nur hin und wieder durch einige Wort- und Grammatikwiederholungen negativ aufgefallen.
Um zu einem Abschluss zu kommen: »Dreams Lie Beneath« ist geprägt von Höhen und sanften Tiefen. Die Grundidee ist wundervoll, der Unterhaltungswert ist definitiv vorhanden, die Wendungen sind überraschend und die Magie prickelt zwischen allen Zeilen. Das Buch weist durchaus ein paar Schwächen auf, allerdings werden diese nahezu überdeckt von den positiven Aspekten. Das Lesen hat mir ein rundum gutes Gefühl gegeben und ich habe es mit einem Lächeln abgeschlossen – und der Gewissheit, dass »Dreams Lie Beneath« ein Re-Read-Kandidat ist.
Seitdem Bristol Keats sich auf einen Deal eingelassen hat, der sie nach Elfheim lockte, ist eine Menge passiert. Sie ist nicht länger eine Rekrutin ohne Zauberkräfte, sondern eine Blutgesegnete mit Einfluss ...
Seitdem Bristol Keats sich auf einen Deal eingelassen hat, der sie nach Elfheim lockte, ist eine Menge passiert. Sie ist nicht länger eine Rekrutin ohne Zauberkräfte, sondern eine Blutgesegnete mit Einfluss und zudem Tyghans Freundin. Die übrigen Rekrutinnen sind ihre besten Freunde, sie ist mit den Sitten Elfheims vertraut sowie mit der Kunst des Kampfes und der Verteidigung … und das erweist sich auch als bitter nötig. Die Wahlzeremonie, die nur alle hundert Jahre stattfindet und den ultimativen Herrscher des Elfenreichs krönt, steht kurz bevor, und Kormick, der König Fomorias, lechzt noch immer danach, sich denjenigen, die sich seiner Kandidatur in den Weg stellen, zu entledigen. Hinzukommend wird Bristol von dem Wissen herumgetrieben, dass ihre Mutter weiterhin eng an den Feind gebunden ist und sie nicht mit Sicherheit vermag, zu ihr durchzudringen. Auch ihr Vater verursacht Probleme, da er sich beharrlich weigert, diese unsichere Welt zu verlassen und nach Hause zurückzukehren. Dann wären da noch Tyghans Bruder Cael, der noch immer in Kormicks Gefangenschaft ist, und unzählige weitere Geheimnisse, die unter der Oberfläche schwelen. Die Zeiten sind turbulent – Bristol und ihre neuen Freunde werden auf eine Probe nach der anderen gestellt.
Obwohl sich die Dilogie rund um »Bristol Keats« um Fae dreht – ein Thema, dem ich normalerweise weniger zugeneigt bin –, hat mir der erste Teil überraschend gut gefallen. Da stand es außer Frage, dass ich mich auch an Band zwei heranwage. Tatsächlich hatte ich leise Zweifel, ob er so gut sein würde wie der erste, aber die Zweifel haben sich als unbegründet herausgestellt. Der Leser wird übergangslos wieder in der gleichen Atmosphäre gefangengenommen, und beinahe ist es, als wäre zwischen dem Lesen des ersten und des zweiten Bandes keine Zeit vergangen.
Die Unterhaltsamkeit war bereits in Teil eins unglaublich präsent, im folgenden Teil legt sie sogar nochmals eine Steigerung hin. Kritiker bemängeln, dass die Handlung Schlag auf Schlag erfolgt und die Autorin sie mit Leichtigkeit auf ein weiteres Buch hätte ausdehnen können, allerdings teile ich diese Meinung nicht. Im Gegenteil, mir persönlich gefällt es, wenn die Handlungshöhepunkte einen dermaßen packen, dass man zwischenzeitlich kaum zu Atem kommt. Des Weiteren habe ich während des Lesens förmlich gespürt, wie geschickt die Handlung gewebt ist, wie extrem vielschichtig sie ist und wie viel Fantasie und Raffinesse es sicherlich benötigt hat, sie zu ihrem vollendeten Finale zusammenzuführen.
Auch die Wendungen waren abermals brillant. Ein paar von ihnen habe ich vorhergesehen, die meisten jedoch kamen vollkommen überraschend. Es gab während des Lesens nicht eine Sekunde, in der Langeweile aufgekommen ist. Ich war durchgehend gefesselt und jedes Mal gespannt, auf die nächste Seite zu blättern.
Die Atmosphäre ist absolut einmalig – im positiven Sinne. Sie ist geprägt von dem fantastischen Feenland mit seiner unglaublichen Diversität; von bemoosten Wäldern, schroffen Gebirgen und Höhlen bis hin zu friedlichen Gewässern ist alles mit dabei. Einen wesentlichen Beitrag zu der wunderschönen Stimmung trägt auch bei …
Der Schreibstil. Da gibt es nicht viel sagen, außer lobende Worte. Beim ersten Teil war ich anfangs etwas zurückhaltend, als ich festgestellt habe, dass aus der dritten Sicht erzählt wird, die manchmal einen distanzierten, unpersönlichen Eindruck erweckt. Jedoch hat die Erzählperspektive Bristols Nahbarkeit keinen Abbruch getan. Der Schreibstil vermag es, ein hochauthentisches Bild der Figuren zu zeichnen, tiefe Emotionen einfließen zu lassen, ein atemberaubendes Setting und eine absolut charakterstarke Atmosphäre zu kreieren – von der Aufrechterhaltung der Spannung ganz zu schweigen. Der Schreibstil ist fraglos einer von der besonders schönen Sorte – kein solides Gut, sondern ein zauberhaftes Überragend, wie es eher selten zum Einsatz kommt.
Die Authentizität der Geschichte wird gestützt von den zahlreichen Charakteren. Zu Beginn hat es ein wenig gedauert, bis ich mir sämtliche Namen und die dazugehören Gesichter merken konnte, aber sobald das geschehen ist, war selbst die kleinste Nebenrolle nicht mehr aus den Ereignissen wegzudenken. Bristol und Tyghan sind tolle Protagonisten, darüber braucht man nicht zu diskutieren, jedoch waren es auch die Nebenfiguren, die mich begeistert haben. Sie alle haben prägende Alleinstellungsmerkmale und einen großen Facettenreichtum. Als das Buch zu Ende war, fand ich es sehr schade, es zuzuklappen und mich von all den Charakteren, die mir ans Herz gewachsen sind, verabschieden zu müssen. Es kommt nicht häufig vor, dass alle Figuren so perfekt aufeinander und auf ihr Umfeld abgestimmt sind.
Wie meinen Lobesworten zu entnehmen ist, kann ich gar nicht anders, als auch für »The Last Wish of Bristol Keats« eine große Leseempfehlung auszusprechen. Was ich zu beanstanden habe, sind lediglich die ständig wechselnden Sprünge der Erzählperspektive sowie die offenen Fragen, die zum Schluss der Dilogie noch bestehen. Unabhängig davon liebe ich alles an der Dilogie: die Authentizität und Vielseitigkeit der Figuren, die Spannung, die Wendungen, die Energie der beiden Bücher sowie das Setting. Wer einem Gemisch aus Urban- und High-Fantasy – überwiegend High-Fantasy – zugetan und zudem offen für eine gute Portion Liebesgeschichte – mit Spice – ist, der wird ein ebenso großer Fan der Dilogie sein wie ich.
Lord Highfire ist der Letzte seiner Art – der letzte Drache auf der Welt. Um dem Schicksal zu entgehen, das seine Artgenossen erleiden mussten, hat er sich bereits vor langer Zeit in die Sümpfe Louisianas ...
Lord Highfire ist der Letzte seiner Art – der letzte Drache auf der Welt. Um dem Schicksal zu entgehen, das seine Artgenossen erleiden mussten, hat er sich bereits vor langer Zeit in die Sümpfe Louisianas zurückgezogen, um ein abgelegenes, einfaches Leben zu führen. Obwohl dieses Leben für ihn wenig Reiz zu bieten hat, ist er nicht begeistert, als der fünfzehnjährige Squib von seiner Existenz erfährt. Squib ist auf der Flucht vor Regence Hooke, dem Polizisten des Dorfes, der nicht nur ein Auge auf seine Mutter geworfen, sondern selbst kriminelle Drogengeschäfte am Laufen hat. Durch Zufall werden seine Pläne von Squib durchkreuzt, bis Hooke nur noch ein Vorhaben verfolgt: den Jungen zu töten. Wie das Schicksal es will, ist Vern – der echte Name von Lord Highfire – bald der Einzige, in dessen Macht es steht, den Jungen zu retten. Dafür muss er jedoch nicht nur über seinen eigenen Schatten springen und seinen Hass gegenüber den Menschen ablegen, auch muss er sich der Öffentlichkeit präsentieren – etwas, was er die vergangenen Jahrhunderte über tunlichst vermieden hat. Zwischen Mensch und Drache entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft, die allerdings hart auf die Probe gestellt wird.
„Highfire – König der Lüfte“ ist ein Einzelband und vereint mehrere Elemente in sich – korrupte Polizisten, die auch einem Krimi entspringen könnten, eine „amerikanische Sumpfatmosphäre“, die durch morastige Flusslandschaften hervorgerufen wird, und Drachen. Der Drache Vern gehört zu einer der Hauptfiguren, dennoch handelt es sich bei dem Roman nicht um ein klassisches Drachenabenteuer. Vern ist ziemlich speziell. Er geht aufrecht auf den Hinterbeinen, trägt Menschenkleidung, spricht die englische Sprache und sieht überdies eher wie ein Krokodil denn wie ein klassischer Drache aus. Ich wage daher die Behauptung, dass Drachenfans von „Highfire“ etwas unbefriedigt sein könnten. Wer ohne die Erwartung eines altbewährten Drachensettings an die Sache herangeht, wird – meiner Meinung nach – hingegen nicht enttäuscht. An Spannung mangelt es dem Buch absolut nicht. Es hat alles, was das Spannung-herbeieifernde Leserherz begehrt: Jagden, Fluchten, Kämpfe, Schießereien, Blutvergießen und hinterlistige Morde. Ständig geschieht etwas. Die integrierten Wendungen sind nicht immer fantasievoll und häufig vorhersehbar, geradezu klischeehaft. Dennoch hat diese Gegebenheit meinem persönlichen Lesefluss keinen Dämpfer verpasst. Ein Grund hierfür könnte die ausgeprägt individuelle Atmosphäre sein. Wie bereits erwähnt: den Hauptschauplatz machen die Sümpfe Louisianas aus. Während des Lesens spürt man förmlich das schlickige Wasser am eigenen Leib, die tropisch-schwüle Temperatur und hört das aufdringliche Summen der Moskitos und das Rascheln des Schilfes. Beinahe ist es mir vorgekommen, als sei ich tatsächlich dort gewesen.
Aus dieser Tatsache ergibt sich allerdings auch ein Kritikpunkt: das Geschehen findet fast ausschließlich im Sumpf statt. Einmal gibt es einen Kurztrip nach New Orleans, aber unabhängig davon bleiben der Schauplatz und somit die Atmosphäre stetig gleich. Ein wenig abwechslungsreicher wäre es durchaus gewesen, ein paar zusätzliche Orte einzubringen.
Worüber ich ebenfalls immer wieder gestolpert bin, ist die derbe Sprache. Für meinen Geschmack werden zu häufig die Worte „Scheiße“ und „Arsch“ in den Mund genommen. Es hätte nicht geschadet, die hohe Anzahl an Schimpftiraden zu reduzieren.
Die Figuren sind meisterhaft ausgearbeitet. Es existieren gleich drei Hauptfiguren: Vern, Squip und der Polizist Regence Hooke. Es wird in der dritten Person erzählt, was bei Büchern gelegentlich dazu führt, dass die Figuren unnahbar wirken und es dem Leser schwerfällt, mit ihnen mitzufühlen. Das ist hier nicht der Fall. Auf die Protagonisten wird sehr detailreich eingegangen, sowohl auf ihr Umfeld als auch auf ihre Vergangenheitsgeschichten, was sie sehr lebendig werden lässt. Jede ihrer Intentionen kann nachvollzogen werden, unter anderem deshalb, weil viele kursivgesetzte Gedankengänge einfließen.
Was die Spannung nochmals erhöht, ist die Tatsache, dass auch aus der Sicht des Bösewichts, des Polizisten erzählt wird. Der Leser lernt ihn ebenso gut kennen wie Squip und Vern und erhält einen Einblick in seine sentimentale Vergangenheit, in seine Abgründe und in die Ereignisse, die dazu geführt haben, dass er so geworden ist, wie er nun ist.
Ein weiterer Kritikpunkt: Obwohl alle Charaktere über absolute Alleinstellungsmerkmale verfügen, ähneln sie sich in einer Sache: Sie sind alle ungemein tough, lassen sich nur schwer aus der Fassung bringen und trumpfen mittels Schlagfertigkeit. Zwischen all dem Selbstbewusstsein fehlt mir ein Charakter, der ein bisschen von dieser Linie abweicht und eher gefühlsbetont als rational reagiert. Dass auf einem Landstrich ausschließlich starke, durchsetzungsfähige Persönlichkeiten leben, wäre auch in der Realität sehr unrealistisch.
Dennoch kann ich nicht leugnen, dass Vern, Squip und deren Umfeld – abgesehen von Hooke und seinen Leuten – große Sympathieträger sind. Sie alle verfügen über einzigartige Macken, was sie nur umso liebenswerter macht.
Der Schreibstil ist großartig. Er basiert nicht auf Poesie oder ausschweifenden Beschreibungen, sondern beruft sich eher auf das Kurze und Knackige. An manchen Stellen hätte er etwas mehr auf das Emotionale eingehen können, aber im Großen und Ganzen war ich wirklich fasziniert von der Atmosphäre, die der Autor mit seinen Sätzen kreiert hat, sowie von dem unterschwelligen Humor, der so oft mitschwingt. Die Figuren sprechen und handeln häufig selbstironisch, was durch den Schreibstil wunderbar zur Geltung kommt. Kurze Sätze wechseln sich mit langen ab, Vergleiche kommen zum Einsatz, und das Ganze ist auch noch herrlich flüssig gestaltet. Abgesehen von den zahlreichen Flüchen, hat mich der Schreibstil auf beste Weise überrascht – er ist einer von der Sorte, den man nicht in jedem x-beliebigen Buch antrifft.
Mein Fazit: „Highfire“ hat viele wundervolle Aspekte, von der Spannung über die Figuren bis hin zu dem Schreibstil. Die Atmosphäre ist absolut einzigartig, ebenso wie die Darstellung des Drachen – ich kann mich nicht entscheiden, ob ich ihm einen Besuch abstatten oder lieber respektvollen Abstand einhalten wollen würde. So oder so hat mich der Roman gefesselt und ich werde ihn definitiv erneut lesen. Ein paar leise Kritikpunkte sorgen für einen Punktabzug, dennoch kann ich nur eine Empfehlung aussprechen. Diejenigen, die atmosphärische Bücher lieben, werden an „Highfire“ ihre Freude finden. Für High-Fantasy-Fans sind das Abenteuer und die Ausarbeitung des Settings möglicherweise nicht anspruchsvoll genug. Was ebenfalls nur eine sehr, sehr geringe Rolle spielt, ist die Liebe. Romance-Verfechtern würde ich den Roman daher ebenfalls nicht empfehlen. Nichtsdestotrotz war das Buch für mich auf jeden Fall ein Erlebnis und ich habe es innerhalb weniger Stunden beendet.